Quitten roh essen? Oder lieber nicht?

Quitten
Quitten

Als Marmelade, Gelee oder Likör sind sie bekannt. Doch es stellt sich immer wieder die Frage, ob man Quitten roh essen kann. Dies ist durchaus möglich, jedoch nur bei bestimmten Sorten. Welche dies sind und vieles mehr über den Verzehr erfahren Sie hier.

Kann man Quitten roh essen?

Es ist nicht möglich, diese Frage zu verneinen oder zu bejahen. Ob man Quitten roh essen kann oder nicht, hängt von ihrem individuellen Anbaugebiet ab. Quitten, die hierzulande kultiviert werden, bekommen nicht genügend Wärme und Sonne ab. Demzufolge enthalten sie viele Bitterstoffe, welche zu Lasten der Süße gehen. Diese Quitten besitzen in rohem Zustand nicht den typischen süßlichen Geschmack und haben zudem noch eine harte Schale. Ein Rohverzehr wäre also alles andere als ein Genuss.

Anders hingegen die Früchte, die in der Türkei, dem Balkan oder in Mittelasien wachsen: ihre Umgebung sorgt für eine weiche Schale sowie ein angenehmeres Aroma. Quitten aus diesen Ländern können sehr gut roh verzehrt werden.

Doch es gibt auch für heimische Hobbygärtner Hoffnung: inzwischen gibt es Züchtungen, die auch unter unseren klimatischen Bedingungen roh zu genießen sind.

Oder sind sie giftig?

Man kann bedenkenlos das Fruchtfleisch sämtlicher Quitten roh essen, ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen fürchten zu müssen. Es ist nicht giftig – allerdings auch keine Geschmacksexplosion. Vorsicht jedoch vor Kernen sowie dem Flaum!

Geschmack

Eine rohe Quitte aus heimischen Gefilden ist bitter, bitter und bitter. Und hart. Eventuell noch sauer. Es gibt also nicht viel Positives, was man einer solchen Frucht abgewinnen könnte.

In ihren Ursprungsländern sind Quitten weicher. Geschmacklich erinnern sie stark an säuerliche, sehr mehlige Äpfel. Dasselbe gilt für die neuen Züchtungen in unseren Regionen.

Konsistenz

Rohe Quitten sind sehr mehlig. Dies ist beim Essen schon unangenehm genug, doch die Schale tut ihr Übriges dazu: sie ist nicht nur fest, sondern auch noch flaumig. Aufgrund der vielen in ihr enthaltenen Bitterstoffe ist sie natürlich sehr bitter. So kommt es oft genug vor, dass man zwar gerne Quitten roh essen möchte, beim ersten Bissen jedoch dieses Unterfangen wieder beendet.

Quitten roh essen – geeignete Sorten

Frisch geerntete Quitten
Frisch geerntete Quitten

Die neuen Züchtungen, deren Früchte sich zum Rohverzehr eignen, sind im guten Fachhandel als Bäumchen erhältlich:

  • Honigquitte
  • Rohköstler
  • Türkische Süßquitte

Auch die Shirin ist sehr gut dazu geeignet, roh gegessen zu werden. Sie benötigt jedoch mehr Wärme, als heimische Gärten ihr bieten können.

Vorbereitung für den rohen Verzehr

Wer glaubt, man könne eine Quitte roh essen wie einen Apfel oder eine Birne, der irrt sich leider. Hierfür sind einige vorbereitende Maßnahmen notwendig. Diese beginnen bei einer sorgfältigen Reinigung der Früchte:

  • Quitten mit einem Tuch oder einer Gemüsebürste so lange abreiben, bis die Schale glatt geworden ist
  • Danach gründlich mit Wasser abwaschen
  • Gegebenenfalls abtrocknen

Sind diese Hygienemaßnahmen erledigt, muss die Quitte geschält werden. Dabei ist es wichtig, dass auch tatsächlich die Schale mit entfernt wird, und nicht etwa nur der Flaum. Nach dem Schälen wird die Quitte halbiert oder geviertelt, um die Kerne entfernen zu können. Keinesfalls dürfen Reste von ihnen in der Frucht verbleiben. Ist auch dies erledigt, kann die Quitte in Spältchen geschnitten und gegessen werden.

Mit Schale?

Keinesfalls sollte man die Schale einer Quitte roh essen. Sie schmeckt sehr bitter, ist meistens noch hart und von Flaum überzogen. Dieser enthält geringe Mengen Blausäure, welche bekanntermaßen nicht zu den gesundheitsförderlichsten Stoffen gehört. Grundsätzlich müssen Quitten vor dem Rohverzehr geschält werden!

Mit Kernen?

Noch schlimmer als die Schale zu essen wäre der Verzehr der Kerne: sie enthalten viel Blausäure, sind also demzufolge giftig.

Wann ist eine Quitte reif?

Je nach Sorte können Quitten zwischen September und November geerntet werden. Der richtige Zeitpunkt lässt sich leicht erkennen: die Früchte verfärben sich von grün auf gelb, zudem dezimiert sich der Flaum.

Sollten sich Nachtfröste ankündigen, bevor die Quitten reif sind, müssen sie umgehend geerntet werden. Sie vertragen keinen Frost und würden demzufolge komplett ungenießbar werden. Unreif geerntete Früchte können auf Fensterbänken nachgereift werden.

Nach der Ernte sollten reife Quitten nach Möglichkeit schnell verarbeitet werden, da sie sich nicht lange halten. Es ist zwar durchaus möglich, sie bei Temperaturen um 2°C einige Wochen zu lagern, jedoch gibt es eher selten im Haus Räumlichkeiten, die zur Quitten Erntezeit derartige Temperaturen innehaben. Im Kühlschrank wäre eine Lagerung ebenfalls möglich. Theoretisch jedenfalls. In der Praxis jedoch bringt ein einziger Quittenbaum bis zu 50 kg Früchte hervor, die in keinem haushaltsüblichen Kühlschrank Platz finden würden.

Quitten Verwendung

Man kann Quitten roh essen - zubereitet schmecken sie jedoch besser
Man kann Quitten roh essen – zubereitet schmecken sie jedoch besser

Sehr bekannt und beliebt sind Quitten als

  • Gelee,
  • Likör,
  • Marmelade oder
  • Saft.

Wenn sie zu Marmelade verarbeitet werden sollen, müssen sie zuvor wie oben beschrieben vorbereitet werden. Sollen sie Saft, Gele oder Likör werden, ist die Vorbereitung etwas einfacher:

  • Quitten waschen
  • Gegebenenfalls Stiele entfernen
  • Mitsamt Schale und Kernen in kleine Würfel schneiden

Durch den Kochvorgang bekommen die harten, sauren Früchte einen süßen Geschmack.

Gartenbista-Tipp: Scharfes Messer zum Quitten Schneiden verwenden, da die Früchte wirklich sehr hart sind!

Heilwirkung

Während die Quitte in früheren Zeiten eine wichtige Rolle in der Naturheilkunde spielte, geriet sie immer mehr in Vergessenheit. Doch in den vergangenen Jahren erinnern sich immer mehr Menschen an ihre Heilwirkungen und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Die Quitte erlebt nun in der Naturheilkunde eine Renaissance. Sie wirkt unter anderem

  • adstringierend,
  • blutbildend,
  • entzündungshemmend,
  • harntreibend und
  • schleimlösend.

So kann sie sehr gut unterstützend innerlich oder äußerlich eingesetzt werden bei

  • blutenden Wunden,
  • Bronchitis,
  • Darmentzündung,
  • Erkältung,
  • Magenschleimhautentzündung,
  • rissiger Haut sowie
  • Verdauungsstörungen.

Verwendet werden die Blätter sowie Früchte inklusive Samen. Dabei ist äußerste Vorsicht geboten, da die Kerne giftig sind und nur in ganzem Zustand, niemals zerkleinert, angewendet werden dürfen. Von einer Selbstmedikation ist dringend abzuraten!

 

Symbolgraphiken: © Christine – stock.adobe.com; pegasosart – stock.adobe.com; StefanieBaum – stock.adobe.com


, Kategorie: Obst

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