Pfirsichanbau: Pflege & Schneiden vom Pfirsichbaum

Obwohl deren Pflege nicht wirklich schwierig ist, gehören Pfirsichbäume nicht unbedingt zu den beliebtesten Obstbäumen in heimischen Gärten. Ob es daran liegt, dass die Früchte selbst aufgrund ihrer irritierend samtenen Haut bei einigen Menschen Unbehagen hervorruft, oder aber die Tatsache, dass die Annahme besteht, die süßen Pfirsiche würden viele Wespen in den heimischen Gärten locken, ist ungewiss. Fest steht lediglich, dass Menschen hierzulande lieber ihre Pfirsiche im Supermarkt – am besten noch  in Form von Marmelade –  kaufen, als sich selbst um deren Anbau zu kümmern…

Standort

Bei der Wahl des richtigen Standorts ist zunächst zu beachten, dass Pfirsichbäume circa 4-5 m hoch werden und eine ausladende Krone bilden. Demzufolge sollten sie also nicht in irgendeine Ecke des Gartens gedrängt oder als Unterpflanzung von anderen Bäumen geplant werden.

Ansonsten sollte der Standort sonnig sein. Generell sollte beachtet werden, dass Pfirsichbäume milderes Klima einem gemäßigten oder sogar kalten immer vorziehen. Wenn möglich, sollte daher der Standort windgeschützt, zum anderen so sonnig wie möglich sein, um dem Pfirsichbaum zumindest einen leichten Eindruck von mildem Klima zu suggerieren…

Der Boden für Pfirsichbäume sollte nährstoffreich und möglichst leicht feucht sein. Staunässe ist dabei unbedingt zu vermeiden.

Pflanzen

Der beste Zeitpunkt, um Pfirsichbäume zu pflanzen, ist das zeitige Frühjahr, nämlich dann, wenn das Bäumchen noch keine Blätter gebildet hat. Gepflanzt werden sollte allerdings nur, wenn der Boden frostfrei ist. Dies ist schon alleine deswegen ratsam, weil der Pfirsichbaum ein recht großes Pflanzloch benötigt, welches bei gefrorenem Boden nicht auszuheben wäre. 70 x 70 cm sollte dieses Pflanzloch mindestens groß sein; die Tiefe richtet sich nach der Länge der Wurzeln: es sollte tiefer sein, als die Wurzeln lang sind.

Vor dem Einsetzen in die Erde sollte der Pfirsichbaum in einem Eimer gewässert werden.

In das Pflanzloch wird zunächst Komposterde gegeben, bevor der Baum hinzukommt. Dabei ist zu beachten, dass die Veredelungsstelle mindestens 10, besser aber 15 cm über dem Boden sein muss. Dann wird die ausgehobene Erde ebenfalls in das Loch getan, eingeschlämmt und gut festgetreten. Neben dem Bäumchen sollte Zwingend ein Stützpfahl in die Erde gerammt werden, an welchem der junge Pfirsichbaum festgebunden wird.

Pflege Tipps

  • Es ist sinnvoll, in seinem ersten Jahr im eigenen Garten den Pfirsichbaum davon abzuhalten, Früchte zu tragen. Auch, wenn er dazu neigt und dies durch Blütenbildung auch erreichen möchte: es handelt sich dabei meistens um eine klare Selbstüberschätzung seitens des Pfirsichbaums. In der Regel sind diese Jungpflanzen viel zu schwach, um tatsächlich auch Früchte tragen zu können. die Folge: die zarten Äste brechen ab. Von daher sollten die Knospen einfach abgedreht werden, bevor sie sich weiter entwickeln können.
  • Wenn die Erde zu trocken ist, muss der Pfirsichbaum immer gegossen werden – am besten mit Regenwasser, denn Pfirsichbäume mögen Kalk nicht so gerne…
  • Nicht traurig sein, wenn Spätfröste die Blüten und somit die Pfirsichernte zunichte machen: der Pfirsichbaum erholt sich, und im folgenden Jahr bringt er wieder Früchte hervor.

Schneiden

a) Zeitpunkt

ObstbaumschnittBeim Pfirsichbaum Schneiden ist der richtige Zeitpunkt von immenser Bedeutung: Pfirsichbäume sollten grundsätzlich im Frühjahr geschnitten werden, und zwar jedes Frühjahr. Der Pfirsichbaum gehört nämlich zu jenen Obstbäumen, welche ihre Früchte an den einjährigen Trieben bilden, und nur durch einen regelmäßigen Rückschnitt ist es ihm möglich, derartige Triebe in einer großen Anzahl bilden zu können. Auch ist es eine Eigenart des Pfirsichbaums, dass jeder Trieb nur ein einziges Mal Früchte bilden kann. Es macht also keinen Sinn, den Baum wachsen und wachsen zu lassen – eine reiche Ernte wird garantiert ausbleiben…

Wer es im Frühjahr versäumt hat, den Pfirsichbaum zu schneiden, kann dies notfalls noch sofort nach der Ernte tun. Generell ist dies auch ein guter Zeitpunkt, um zu dichtstehende sowie zu stark nach innen wachsende Triebe zu entfernen.

b) Junge Pfirsichbäume schneiden

Ein junger Pfirsichbaum benötigt noch ein wenig Hilfe, um die gewünschte Form zu bekommen. Deswegen sollte er seinen Mitteltrieb behalten; alle anderen Triebe werden um circa ein Drittel gekürzt.

Erst, wenn der Pfirsichbaum ein- oder zweimal getragen hat, wird der Mitteltrieb ebenfalls eingekürzt, und zwar ziemlich weit.

c) Pfirsichbaum schneiden: Holztriebe und Fruchttriebe

Die Triebe von Pfirsichbäumen werden unterteilt in Holztriebe und Fruchttriebe. Während Holztriebe nur ein bis zwei Blattknospen hervorbringen, bilden die Fruchttriebe Drillingsknospen auf fast ihrer gesamten Länge – zumindest die „wahren“ Fruchttriebe. Diese Drillingsknospen zeigen sich als eine Blattknospe, welche an beiden Seiten jeweils eine Blütenknospe sitzen hat. Aus diesen werden sich neue Triebe bilden, welche für das Folgejahr von Bedeutung sind.

Die „falschen“ Fruchttriebe hingegen lassen sich daran erkennen, dass sie fast ausschließlich Blütenknospen besitzen. Die Anlagen für die Blätter, welche zur Ernährung der Früchte vonnöten sind, fehlen meistens völlig.

d) Holztriebe beim Pfirsichbaum schneiden

Da die Holztriebe keine Früchte tragen werden, können sie getrost geschnitten werden. Sinnvoll ist es, sie auf eine derartige Länge zu kürzen, dass nur noch maximal zwei Blattknospen vorhanden sind.

e) Wahre Fruchttriebe beim Pfirsichbaum schneiden

Die wahren Fruchttriebe müssen gekürzt werden, damit sie kräftig genug sein können, um Früchte hervorbringen und tragen zu können. Es ist ratsam, sie auf maximal sechs Drillingsknospen einzukürzen – je kürzer die werden, desto höher ist allerdings die Chance, dass sie die Pfirsiche schön ausbilden können.

f) Pfirsichbaum: falsche Fruchttriebe schneiden

Die falschen Fruchttriebe spielen für die Bildung der Pfirsiche keine Rolle und können deshalb komplett entfernt werden.

Generell gilt: Besser zu viel schneiden als zu wenig – der Pfirsichbaum wird es verzeihen…

 

Krankheiten und Schädlinge

Die gefürchtetste Pfirsichkrankheit ist die Kräuselkrankheit, bei der die Blätter des betroffenen Baumes rötliche, wellige Ausstülpungen bilden. Die neue Blätter und Triebe kräuseln sich im Folgejahr nach der Blüte. Bei der Kräuselkrankheit handelt es sich um einen Pilz, welcher effektiv nur mit einem speziellen Fungizid bekämpft werden kann.

Auch Blattläuse sowie die grünen Pfirsichblattläuse können zum Problem für Pfirsichbäume werden, allerdings ist gegen sie nur in den seltensten Fällen mit einem Pflanzenschutzmittel vorzugehen.

Pfirsichbäume vermehren

Die Vermehrung von Pfirsichbäumen kann auf zwei verschiedene Arten erfolgen: durch Kerne oder durch Stecklinge, wobei die erstere Methode zu empfehlen ist.

Generell ist es so, dass sich exakt ein Samen in jedem Pfirsichkern befindet. Im Spätherbst sollten mehrere Kerne im Wechsel mit feuchtem Kies oder Sand in ein Holzgefäß gesteckt werden, um dort mehrere Monate zu lagern. In dieser Zeit quellen die Kerne auf. Im März/April des Folgejahres können diese Kerne nun ins Saatbeet gesteckt werden, wobei auch hierfür ein sonniger und windgeschützter Standort ratsam ist. Auch ein Stecken der Kerne in kleine Töpfe ist möglich, was allerdings nicht sonderlich sinnvoll ist, da die kleinen Pfirsichbäumchen ohnehin irgendwann ins Freiland gepflanzt werden müssen.

Die Vermehrung über Stecklinge erfolgt im Frühjahr: circa 10-15 cm lange Stecklinge werden schräg abgeschnitten und mit der Schnittstelle nach unten in kleine Töpfe gesteckt. Deren Erde muss immer feucht gehalten werden. Eine Plastikhaube, welche über die Töpfe gezogen wird, beschleunigt das Keimen der Kerne. Haben die kleinen Pfirsichbäume Wurzeln gebildet, können sie ins Freie gepflanzt werden.

Pfirsiche ernten und lagern

Von Mitte August an können die Pfirsiche geerntet werden – und dies in der Regel über mehrere Wochen hinweg, denn die Früchte werden nicht alle gleichzeitig reif.

Pfirsiche eignen sich nicht besonders gut zum Lagern, da sie eine Tendenz entwickeln, zu faulen. Zu Marmelade oder Konfitüre verarbeitet oder eingekocht hingegen können sie den ganzen Winter über verzehrt werden. Rezepte rund um den Pfirsich finden Sie hier.

 

Übrigens: die Sorte „Benedicte“ bringt zwar weniger große Früchte hervor, ist dafür aber auch nicht so anfällig für die gefürchtete Kräuselkrankheit…

 

Graphik: © M. Schuppich-Fotolia.com; © M. Schuppich – Fotolia.com


3 Kommentare

  1. Bei mir sind Nektarinen- und Pfirsichbaum wild aus kompostierten Steinen gewachsen und tragen Früchte. Leider verfaulen diese zum Teil bereits am Baum.
    Ich werde nächstes Jahr und diesen Herbst Ihren Beitrag befolgen. Danke.

  2. Schönen guten Tag,
    Was mache ich denn, wenn der gesamte neue“Baum “ gar keine Fruchtansätze, bzw. 3fachen Knospen hat? Wie und was muss ich da schneiden?

    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Lieben Gruß

    Ulrich Oehmen

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