Kulturheidelbeeren im eigenen Garten anbauen – so geht´s

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Kulturheidelbeeren
Kulturheidelbeeren

Frisch aus dem Wald sind Blaubeeren unwiderstehlich lecker. Nun hat jedoch nicht jeder die Möglichkeit, ein derartiges Areal zum Sammeln zu kennen. Verzichten muss dennoch niemand auf die aromatischen Beeren: es gibt Kulturheidelbeeren, die in jedem Garten ohne größere Probleme kultiviert werden können. Wie dies geht und was dabei alles zu beachten ist, haben wir für Sie zusammengefasst.

Was sind Kulturheidelbeeren?

Bei Kulturheidelbeeren handelt es sich um Pflanzen, die durch Züchtungen entstanden sind. Sie stammen nicht von den in Europa angesiedelten Waldheidelbeeren ab, sondern haben ihre Wurzeln in den USA. Obwohl sie äußerlich blau sind, haben sie weißes Fruchtfleisch. Demzufolge bekommt man beim Verzehr weder blaue Lippen noch eine blaue Zunge…

Die Kulturheidelbeeren sind aufrecht wachsende, ausdauernde Halbsträucher, deren Form artenabhängig variieren kann. Sie können kriechend, ausladend, rundlich, hoch oder stark aufrecht waschen. Ihre Wuchshöhe liegt zwischen 20 cm und 5 m. Das Wurzelwerk jedoch ist bei den etwa 100 bekannten Arten identisch: es ist sehr stark verzweigt und befindet sich kurz unter der Erdoberfläche.

Aus den zarten rosafarbenen oder gelb-weißen Blüten entwickeln sich die beliebten Früchte. Diese können sowohl hellblau als auch leuchtend blau oder blauschwarz sein. Ire Größe variiert zwischen 5 mm und 30 mm. In ihrem inneren befinden sich Samen, die zur Aussaat genutzt werden können.

Kulturheidelbeeren sind im Fachhandel erhältlich und können sehr gut in heimischen Gärten kultiviert werden.

Unterschied zu Waldheidelbeeren

Kulturheidelbeere Waldheidelbeere
Pflanzenhöhe 20 – 500 cm bis 50 cm
Erntezeit JuliSeptember JuniAugust
Größe der Früchte 5 – 30 mm bis 10 mm
Fruchtfarbe Blautöne blau, schwarz
Farbe des Fruchtfleisches weiß rot
Verwendung Einkochen, Kuchenbelag, Joghurt, Müsli Kuchen, Marmelade, Gelee

Sind Kulturheidelbeeren gesund?

Die kleinen blauen Früchte sind ausgesprochen gesund. Sie enthalten die Vitamine A, B, C und E sowie Eisen, Folsäure und sogenannte Anthocyane, welche Zellschädigungen entgegenwirken. Den Waldheidelbeeren wird jedoch nahgesagt, dass sie größere Mengen der wertvollen Inhaltsstoffe besitzen. Demzufolge reichen weniger Beeren aus, um dieselben Wirkungen zu erzielen.

Kalorienarm?

Mit etwa 37 kcal (Waldheidelbeeren) und 83 kcal (Kulturheidelbeeren) pro 100 g sind die Beeren sehr kalorienarm. Da sie zudem viele wertvolle Inhaltsstoffe besitzen und somit Mangelerscheinungen vorbeugen können, eignen sie sich hervorragend als Nahrung bei einer Diät.

Kulturheidelbeeren anbauen – Standort

Die Beeren brachen einen sehr sonnigen Standort. Sie können – im Gegensatz zu Waldheidelbeeren – an einem vollsonnigen Plätzchen stehen, ohne dass sie Schaden nehmen. Im Gegenteil: an einem eher schattigeren Standort gedeihen sie wesentlich spärlicher und bringen zudem weniger Früchte hervor.

Boden

Der Boden muss durchlässig sein
Der Boden muss durchlässig sein

Der Boden muss unbedingt durchlässig sein. Auch ist es sinnvoll, ein etwas saures Milieu zu schaffen: Kulturheidelbeeren bevorzugen einen pH-Wert zwischen 4 und 5. Da die meisten Böden derartige Eigenschaften nicht besitzen, kann der Aushub in den Pflanzlöchern mit Rhododendronerde vermischt werden.

Ist das Substrat hingegen nicht durchlässig genug, sollte Sand untergemischt werden.

Pflanzen

  • Boden auflockern
  • Gegebenenfalls mit Sand und/oder Rhododendronerde vermischen
  • Löcher ausheben
  • Auf ausreichend Pflanzabstand achten (je nach Sorte kann dieser bis zu 1,50 m betragen)

Die Pflanzlöcher müssen recht breit sein, damit die Kulturheidelbeeren ihr ausladendes Wurzelwerk unterringen können. Wichtig ist, dass die Sträucher nicht zu tief in die Erde kommen. Ideal ist es, den Erdballen bündig in das Pflanzloch zu setzen oder ihn sogar einige Zentimeter herausragen zu lassen. Nach dem Einsetzen werden die Pflanzen gründlich angegossen.

Gartenbista-Tipp: Für einen hohen Ertrag mindestens zwei verschiedene Sorten pflanzen!

Die beste Pflanzzeit für Kulturheidelbeeren

Sowohl im Frühjahr als auch im Herbst kann man Kulturheidelbeeren pflanzen.

Kulturheidelbeeren in Kübelhaltung

Sehr gut können die beliebten Pflanzen auch in Gefäßen kultiviert werden. Voraussetzung hierfür ist, dass diese ein Volumen von 70 – 100 l haben und unten Löcher besitzen, durch die überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Ansonsten sind einige weitere Punkte zu beachten:

  • Sonnigen Standort wählen
  • Eher saures Substrat wählen, beispielsweise Rhododendronerde
  • Alternativ Rindenmulch mit Laub und Tannennadeln vermischen und den Kübel zur Hälfte füllen, die andere Hälfte mit Rhododendronerde auffüllen

Gartenbista-Tipp: In Kübelhaltung haben die Pflanzen einen höheren Wasserbedarf.

Richtige Pflege

Die Kulturheidelbeeren sind sehr pflegeleicht und benötigen kaum Aufmerksamkeit – zumindest, wenn sie im Freiland gepflanzt worden sind.

Gießen

Staunässe vermeiden!
Staunässe vermeiden!

Kulturheidelbeeren mögen – wie die meisten anderen Pflanzen auch – keine Staunässe. Die Wassergaben sollten demzufolge mäßig erfolgen und auch nur dann, wenn der Boden tatsächlich trocken ist. An heißen Tagen sowie in langen Trockenperioden werden diesbezügliche Kontrollen regelmäßig durchgeführt. Ideal ist die Verwendung von Regenwasser.

Düngen

Damit die Sträucher gut waschen und schöne Früchte bilden können, sollten sie zweimal jährlich gedüngt werden. Die erste Düngung erfolgt bereits im zeitigen Frühjahr; die zweite im Mai. Verwendet wird kalkfreier Dünger.

Muss ich Kulturheidelbeeren schneiden?

Ein genereller Schnitt ist bei Kulturheidelbeeren nicht notwendig. Es ist jedoch sinnvoll, sehr alte Triebe zu entfernen. Diese Maßnahme regt das Wachstum neuer Triebe an, welches wiederum zu einem höheren Ertrag im Folgejahr führt. Ein derartiger Schnitt sollte im Herbst nach der Ernte durchgeführt werden.

Wann ist Erntezeit?

Für gewöhnlich beginnt die Erntezeit im Garten Anfang Juli. Da immer wieder neue Früchte heranreifen, zieht sie sich bis in den September hinein.

Tipps zur Ernte

  • Kulturheidelbeeren vorsichtig ernten
    Kulturheidelbeeren vorsichtig ernten

    Grundsätzlich nur vollreife Beeren ernten

  • Beeren einzeln von der Traube ablösen
  • Gesammelte Früchte in eine Schale geben
  • Nicht zu viele übereinanderlegen, da sie druckempfindlich sind

Konservierung

Nach der Ernte können Kulturheidelbeeren maximal eine Woche lang im Kühlschrank aufbewahrt werden. Es bietet sich jedoch an, sie eher zu verzehren, um keinen Aromaverlust zu erleiden. Ist dies nicht möglich, können sie sehr gut eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden.

Video-Tipp der Redaktion: Heidelbeeren Pflege Tipps

Eine kurze Zusammenfassung der besten Tipps erhalten Sie in folgendem Video:

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Kann man jeden Tag Heidelbeeren essen?

Wie bei den meisten gesunden Sachen gilt auch bei Heidelbeeren: übermäßiger Verzehr führt nicht zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes, sondern eher zu einer Verschlechterung. In diesem Falle heißt das. Zu Durchfall. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass 75 – 100 g Kulturheidelbeeren pro Tag unbedenklich sind.

Sind Kulturheidelbeeren aromatischer als Waldheidelbeeren?

Waldheidelbeeren sind geschmacksintensiver, was jedoch nicht bedeutet, dass die Züchtungen nicht aromatisch sind.

Sollte man Kulturheidelbeeren waschen?

Unerheblich, ob die Heidelbeeren aus eigenem Anbau oder dem Supermarkt stammen: vor dem Verzehr sollten sie unbedingt gewaschen werden. Es können sich an ihnen immer Rückstände von Pestiziden oder Düngemitteln befinden. Die Gefahr, dass sich die Eier des Fuchsbandwurmes dort befinden, ist zwar nicht gegeben, dennoch können auch Ausscheidungen anderer Tiere an ihnen haften.

 

Symbolgraphiken: © fotoperle – stock.adobe.com; SusaZoom – stock.adobe.com; lantapix – stock.adobe.com; M. Schuppich – stock.adobe.com


• 6. April 2021 • Kategorie: Obst

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