Kiwibaum pflanzen & vermehren – so wird´s ein Erfolg

Lesezeit: 6 Min.
Kiwibaum
Kiwibaum

Die vitaminreichen Früchte erfreuen sich großer Beliebtheit – kein Wunder, dass sich in manch einem Hobbygärtner der Wunsch regt, einen Kiwibaum im eigenen Garten zu kultivieren. Dies ist danke exzellenter, winterharter Züchtungen sehr gut möglich: mit nur wenig Pflege kann durchaus ein hoher Ertrag erzielt werden.

Kann ich einen Kiwibaum im eigenen Garten züchten?

Viele Hobbygärtner denken an die Anfänge der Kiwibaum Kultivierung zurück: die damaligen Gewächse waren nicht winterhart, so dass sie im Pflanzgefäß gehalten und alljährlich im Herbst eingeräumt werden mussten. Eine Heidenarbeit. War man zu spät dran, sind die Bäumchen einfach erfroren. Glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei: inzwischen gibt es Züchtungen, die winterhart sind und demzufolge problemlos im Hausgarten gezüchtet werden können.

Was ist dabei zu beachten?

  • Sorte: Im Fachhandel werden Kiwibäume mit unterschiedlicher Frosthärte angeboten. Beim Kauf sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass das Bäumchen für die Winter in der Region ausreichend abgehärtet ist.
  • Standort: Um sich richtig entwickeln zu können, benötigt das exotische Gewächse einen sonnigen Standort, der etwas geschützt sein sollte. Ideal ist eine südliche oder südwestliche Lage, gerne in der Nähe einer Hauswand. Diese bietet nicht nur Schutz, sondern kann zudem als Befestigung für die Rankhilfe verwendet werden. Eine solche ist zwingend notwendig: der Kiwibaum kann bis zu 10 m lange Triebe entwickeln, die ohne Unterstützung nicht klettern können.
  • Platzbedarf: Kiwibäume wachsen nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite. Bei der Wahl des Standortes ist dies zu berücksichtigen. Doch nicht nur das: soll der Baum nicht an der Hauswand emporklettern, benötigt er ein Klettergerüst oder einen Pfahl. Möchte man Früchte ernten, sind zudem bei den nicht selbstbefruchtenden Sorten zwei Kiwibäume notwendig: ein männlicher und ein weiblicher, die mit einem Abstand von mindestens vier Metern zueinander gepflanzt werden. Auch dies ist bei der Berechnung des Platzbedarfs zu berücksichtigen.
  • Boden: Befindet sich zu viel Kalk im Boden, so wird dies dem Baum nicht gefallen: er reagiert etwas sensibel auf kalkhaltige Substrate. Viel lieber wächst er in humoser und nähstoffreicher Erde, deren pH-Wert leicht sauer ist. Dieser Zustand kann leicht hergestellt werden, in dem vor dem Pflanzen Rhododendronerde in den Boden eingearbeitet wird.

So pflanze ich den Kiwibaum

Die Pflanzung ist nicht besonders schwierig:

  • Kiwis wollen klettern
    Kiwis wollen klettern

    Pflanzloch ausheben, welches etwas größer als der Wurzelballen ist

  • Innerhalb des Loches den Boden gut auflockern, gegebenenfalls mit Rhododendronerde mischen
  • Kiwibaum aus dem Pflanzgefäß nehmen
  • Vorsichtig so in das Pflanzloch setzen, dass der Wurzelballen auf selber Höhe mit der Erdoberfläche ist
  • Loch mit dem Aushub auffüllen
  • Gründlich angießen

Auch in der Folgezeit muss die Erde gleichmäßig feucht gehalten werden.

Rankgerüst nicht vergessen!

Gartenbista-Tipp: Auch bei selbstbefruchtenden Kiwibäumen ist es ratsam, ein zweites Exemplar zu pflanzen, da dies den Ertrag fördert.

Zeitpunkt

Besonders empfehlenswert ist der Frühsommer. Der Boden ist dann bereits ein wenig warm, bis zum Winter leibt dem Gewächs noch genügend Zeit, sich einzuwurzeln.

Kiwibaum Pflege

  • Gießen: Kiwis haben eine hohen Wasserbedarf und müssen demzufolge regelmäßig gegossen werden. Die jeweilige Menge ist abhängig von der Witterung: je wärmer es ist, desto mehr Wasser benötigen die Pflanzen. Idealerweise wird kalkfreies Wasser verwendet, zum Beispiel gesammeltes Regenwasser.
  • Düngen: In den ersten Jahren benötigt der Kiwibaum keinen Dünger. Erst, wenn er mit der Bildung der Früchte begonnen hat, bekommt er organischen oder mineralischen Dünger, und zwar einmal wöchentlich während der Wachstumsphase.
  • Schneiden: Geschnitten wird im Herbst, da ein Frühjahrsschnitt zum Ausbluten der Treibe und somit zu einer Schwächung des kompletten Gehölzes führen kann. Hierbei werden die einjährigen Triebe auf etwa 50 cm zurückgeschnitten; auch ein stärkerer Rückschnitt ist möglich.
  • Überwinterung: Auch die winterharten Sorten freuen sich in den ersten Standjahren über warme Füße. Diese sind ganz leicht zu bewerkstelligen: einfach Rindenmulch und/oder Tannenreisig auf dem Boden ausbringen.

Wann sind Kiwi reif?

Reife Kiwis lösen sich leicht vom Stiel
Reife Kiwis lösen sich leicht vom Stiel

Die hier kultivierten Kiwis können ab Oktober geerntet werden, was sich daran erkennen lässt, dass sich die Frucht leicht vom Stiel löset. Diese sogenannte Pflückreife kann identisch mit der Genußreife sein, also mit dem Zustand der Frucht, in dem sie essbar und aromatisch ist. Je nach Sorte können die Früchte den Winter über, teilweise sogar bis in den April hinein, ihre Genußreife behalten.

Vermehrung möglich?

Tatsächlich ist es möglich, Kiwibäume zu vermehren. Bevor man sich an dieses Procedere macht, sollte man sich jedoch gut überlegen, inwieweit es sinnvoll ist: die Bäume brauchen ebenso viel Platz wie ihre Eltern, und wenn man nicht gerade ein immens großes Grundstück zur Verfügung hat oder die Jungpflanzen an jemanden verschenken möchte, wird man in einigen Jahren vor einem großen Platzproblem stehen.

Stecklinge

Im Frühjahr werden noch vor dem Austrieb etwa 15 cm lange Stecklinge geschnitten. Alternativ eignen sich auch verholzte Triebe, die allerdings im Spätherbst abgeschnitten werden.

  • Sämtliche Blätter bis auf die oberen entfernen
  • Pflanzgefäße mit Anzuchterde füllen
  • Stecklinge in das Substrat stecken
  • Gefäße an einen warmen, windgeschützten Platz stellen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten

Zeigen sich neue Triebe, so ist die Bewurzelung erfolgreich.

Kiwibaum durch Absenker vermehren

Die einfachste Methode der Kiwibaum Vermehrung ist die Verwendung von Absenkern. Hierbei werden während der Vegetationsphase einfach junge Triebe aus dem unteren Bereich auf den Boden gezogen und dort abgelegt. Danach werden sie mit etwas Erde bedeckt und gegebenenfalls mit einem Stein beschwert. Wichtig ist, dass die Triebspitzen hervorschauen. In den folgenden Wochen muss die Erde immer feuchtgehalten werden. zeigen sich neue Triebe oder Blätter, so ist dies das Zeichen für eine erfolgreiche Bewurzelung. Die neu gewonnenen Pflanzen können dann von der Mutterpflanze abgetrennt und am gewählten Standort wieder eingepflanzt werden, wobei es ratsam ist, damit bis zum folgenden Frühsommer zu warten.

Gartenbista-Tipp: Die Triebe leicht einschneiden, um die Wurzelbildung zu beschleunigen!

Aussaat

 Aus den kleinen schwarzen Samen wird einmal ein stattlicher Kiwibaum
Aus den kleinen schwarzen Samen wird einmal ein stattlicher Kiwibaum

Wie jeder sicherlich schon einmal gesehen hat, befinden sich in der Kiwi Frucht kleine Kerne. Dabei handelt es sich um die Samen, welche zur Aussaat verwendet werden können. Hierfür werden sie aus dem Fruchtfleisch gepult oder zum Lösen in eine Wasserschale gegeben und umgehend in Anzuchttöpfchen gesteckt. Nicht mit Erde bedecken!

  • Angießen
  • Klarsichtfolie über die Töpfchen ziehen (täglich lüften!)
  • An einen warmen Platz stellen

Nun dauert es etwa zwei Wochen, bis sich die ersten Keimlinge zeigen. Die Folie wird entfernt, das Substrat sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, ohne nass zu sein. Haben die jungen Pflanzen eine Höhe von etwa 5 cm erreicht, werden sie in Einzeltöpfe umgepflanzt.

Video-Tipp der Redaktion: Kiwibaum aus Samen selber ziehen

In folgendem Video wird Schritt für Schritt erklärt, was bei der Kiwibaum Aussaat alles zu beachten ist:

▶️

Tipps & Tricks

Nicht traurig sein, wenn der Kiwibaum sich ein wenig Zeit mit der Fruchtbildung lässt: es ist vollkommen normal, dass erst ab dem zweiten oder dritten Standjahr mit einer Ernte zu rechnen ist.

Sehr dekorativ sehen Kiwibäume aus, wenn sie Pergolen beranken dürfen. Sie bekommen dadurch die nötige Stabilität, während die Früchte schön nach unten hängen und sich entwickeln können.

Was ist noch interessant für Hobbygärtner?

Diese Fragen stellen Hobbygärtner häufig:

Wie groß wird eine Kiwipflanze?

Die hierzulande angebotenen Exemplare erreichen Wuchshöhen von etwa 10 m; es gibt jedoch auch Sorten, die bis zu 18 m hoch klettern können.

Wie schnell wächst ein Kiwibaum?

Die Kiwibäume gelten als schnellwachsend. Unter idealen Bedingungen ist es möglich, dass sie mehrere Meter im Jahr wachsen. Werden sie hingegen in Kübelkultur gehalten, so dauert es ein wenig länger: ihre Wuchsfreudigkeit ist durch das Pflanzgefäß etwas eingeschränkt.

Wo wachsen Kiwis?

Während die vitaminreichen Früchte früher überwiegend aus China importiert worden sind, kommen sie heutzutage überwiegend aus Neuseeland.

 

Symbolgraphiken: © illustrez-vouz – stock.adobe.com; Deyan Georgiev – stock.adobe.com; Nander – stock.adobe.com; algae5 – stock.adobe.com


• 18. April 2021 • Kategorie: Obst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Du kannst unter Pseudonym kommentieren. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.