Kakibaum in Deutschland pflanzen, pflegen, vermehren & überwintern

Kakibaum
Kaki Früchte.

Exotische Pflanzen und deren Früchte wie der Kakibaum erfreuen sich auch in gemäßigten Regionen großer Beliebtheit. Kein Wunder also, wenn heimische Gartenbesitzer das interessante Gewächs selbst kultivieren möchten. Prinzipiell ist dies möglich: werden einige Tipps bezüglich des Anbaus und der Pflege des Kakibaums beachtet, so wird er auch in heimischen Gärten gedeihen können und seinem Besitzer viele Jahre lang Freude machen.

Kakibaum Steckbrief von Gartenbista

Kakibaum Pflegetipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig
  • Substrat: durchlässig
  • Pflanzen: im Frühling
  • Kübelhaltung: sehr gut möglich
  • Vermehrung: Aussaat
  • Gießen: regelmäßig; im Winter weniger
  • Düngen: April bis Juli monatlich; August und September 14-tägig mit organischem Dünger
  • Schneiden: nicht zwingend notwendig; Erziehungsschnitt möglich
  • Ernte: September bis zum ersten Frost
  • Überwintern: bis -18°C winterhart
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: keine bekannt
Kakifrüchte
Kakifrüchte

Wissenswertes über den Kakibaum

Der Kakibaum gehört zur Familie der Ebenholzgewächse und stammt ursprünglich aus China, wo er bereits seit mehr als 2.000 Jahren kultiviert wird. In seiner Heimat erreicht er Wuchshöhen bis zu 10 m und –breiten bis zu 2 m. Hierzulande kann er durchaus ebensolche Ausmaße erreichen – allerdings nur in Freilandpflanzung sowie bei mildem Klima unter optimalen Bedingungen. In der Regel muss er jedoch in Kübelhaltung kultiviert werden, wo er immer noch eine Höhe von 4 m erreichen kann.

Von Mai bis Juni bildet der Kakibaum, der auch als „Honigapfel“ bekannt ist, cremeweiße bis gelbliche Blüten, die nicht nur wunderschön aussehen, sondern auch noch eine beliebte Nahrungsquelle für Insekten darstellen. Aus diesen Blüten, die zweigeschlechtlich sind, entstehen im Spätherbst die Kakifrüchte. Diese erinnern vom Aussehen her an Tomaten, sind jedoch süß und saftig. Je reifer eine Kakifrucht ist, desto weicher wird sie.

Hierzulande werden überwiegend Sharon-Früchte angebaut, eine Zuchtform des israelischen Kakibaums. Diese Früchte sind gelblicher, besitzen eine weichere Schale und keine Kerne. Die Kultivierung ist jedoch identisch mit jener des ursprünglichen Kakibaums.

Hierzulande sind Kakibäume nur bedingt winterhart. In Kübelhaltung benötigen sie in ihren ersten Lebensjahren zwingend Unterstützung bei der Überwinterung; im Freiland ausgepflanzte Exemplare benötigen – je nach Lage – keinen beziehungsweise nur einen leichten Winterschutz.

Kakibäume erfreuen sich jedoch nicht nur wegen ihrer Früchte großer Beliebtheit: die Blüten sind ein echter Eyecatcher, ihr Laub bekommt im Herbst einen wunderschönen rötlichen Schimmer.

Kakibaum braucht sonnigen Standort

Um sich optimal entwickeln zu können, benötigt der Kakibaum einen sonnigen und hellen Standort, der zudem noch etwas geschützt ist. Bei der Wahl des Standorts sind auch die Ausmaße zu beachten, die ein Sharonbaum erreichen kann: die ausladende Krone sowie die Wuchshöhe gestatten weder eine Unterpflanzung unter andere Gewächse noch ein Einsetzen dicht an Gebäuden oder Gemäuern. Perfekt wäre es, wenn ein Abstand von 4 m zu anderen Gewächsen sowie zu Gebäuden eingehalten werden kann.

Kakibaum Substrat: durchlässig!

Das Substrat, in welchem ein Kakibaum kultiviert wird, muss unbedingt durchlässig sein. Es empfiehlt sich, bei der Pflanzung Sand und/oder Humus in die Erde einzuarbeiten, um diese Durchlässigkeit zu erhalten.

Wird der Kakibaum im Kübel kultiviert, so ist eine humusreiche Kübelpflanzenerde sehr gut dazu geeignet, die Ansprüche der Pflanze zu erfüllen.

Unreife Kakis
Unreife Kakis

Kakibaum richtig pflanzen

Gartenbesitzer sind häufig der Meinung, dass Kakibäume nicht im Freiland ausgepflanzt werden dürfen, da sie nicht komplett winterhart sind. Diese Annahme ist falsch! Zwar benötigen die Sharonfrüchte besonders in rauen Regionen einen Winterschutz, können jedoch problemlos ins Beet gepflanzt werden. Dabei sind allerdings einige Kriterien zu beachten:

  • Kakibäume zunächst zwei bis drei Jahre nach dem Kauf im Kübel halten und im Haus überwintern
  • Dasselbe gilt für Bäumchen mit einer Wuchshöhe von unter 1 m
  • Im Frühling des dritten Jahres ein Pflanzloch ausheben, welches doppelt so groß wie der Wurzelballen ist
  • Aushub mit Sand und/oder Humus mischen, um eine Durchlässigkeit zu gewährleisten
  • Kakibaum genauso tief in das Loch setzen, wie er zuvor in dem Pflanzcontainer gestanden hat
  • Pflanzloch mit Aushub auffüllen
  • Erde gutfesttreten
  • Gründlich wässern

Gartenbista-Tipp: Stützpfahl installieren, um dem jungen Kakibaum mehr Standfestigkeit zu geben!

Kakibaum in Kübelhaltung kultivieren

Sharonfrüchte sind sehr gut für eine Kultivierung im Kübel geeignet. Während junge Pflanzen zwingend in einem Pflanzgefäß gehalten werden müssen, ist dies bei älteren Exemplaren optional. In sehr rauen klimatischen Regionen empfiehlt sich eine derartige Form der Kultivierung, da im Spätherbst die Bäume problemlos in ein Winterquartier geschafft werden können.

Bei der Kübelhaltung gilt folgendes zu beachten:

  • Nur Pflanzgefäße verwenden, die unten Abflusslöcher besitzen
  • Unten in das Pflanzgefäß eine Drainage aus Kies oder Blähton legen, um Staunässe zu vermeiden
  • Humusreiche Kübelpflanzenerde verwenden
  • Optional Sand und/oder Humus untermischen
  • Bäumchen einsetzen
  • Gründlich angießen
  • Hellen, sonnigen Standort wählen
  • Nach dem Laubabwurf im Herbst in ein dunkles Winterquartier bringen
  • Gießen im Winter stark reduzieren

Gartenbista-Tipp: Auch in Kübelhaltung benötigen Kakibäume genügend Platz! Manch ein Balkonbesitzer möchte ebenfalls sehr gerne einen Kakibaum besitzen. Wirklich sinnvoll ist dies aufgrund der zu erwartenden Wuchshöhe und –breite nicht, da in der Regel ein Balkon diesen Ausmaßen nicht genügend Platz bieten kann.

Kakibaum Vermehrung durch Aussaat

Kakibäume lassen sich sehr gut durch Aussaat vermehren. Es ist allerdings empfehlenswert, sich entsprechendes Saatgut im Fachhandel zu besorgen: die im Supermarkt verkauften Früchte enthalten in der Regel keine Samen, da es sich dabei um Sharonfrüchte handelt. Wer zufällig im Besitz einer echten Kakifrucht ist, der wird im Fruchtfleisch einige Samen entdecken. Diese werden vom Fleisch getrennt und einige Tage getrocknet. Danach muss die Keimhemmung aufgehoben werden: Saatgut im Spätherbst in eine Tüte mit feuchtem Sand in den Kühlschrank legen. Dort verbleiben sie etwa 3 Monate, dann werden sie ebenso behandelt wie jenes Saatgut aus dem Fachhandel:

  • Pflanzgefäß mit Anzuchterde füllen
  • Samen auf das Substrat legen
  • Saatgut etwa einen Zentimeter mit Erde bedecken
  • Substrat anfeuchten
  • Plastikfolie über das Gefäß ziehen

Pflanzgefäß an einen hellen Standort stellen an dem mindestens 20°C herrschen. Nun dauert es circa vier Wochen, bis die Samen zu keimen beginnen. Haben die Keimlinge erste kleine Blätter gebildet, werden sie in Einzeltöpfe gepflanzt. Dort verbleiben sie so lange, bis das Gefäß zu klein geworden ist; dann werden sie in ein größeres umgetopft.

Bei der Vermehrung durch Aussaat ist zu beachten, dass es mindestens acht Jahre dauert, bis die jungen Bäumchen Früchte tragen werden.

Reife Kakifrüchte
Reife Kakifrüchte

Kakibaum Pflege Tipps

  • Gießen: Kakibäume haben einen hohen Wasserbedarf; das Substrat darf niemals komplett austrocknen. Dies gilt für Exemplare in Kübelhaltung ebenso wie für jene, die im Freiland ausgepflanzt sind. Im Winter werden die Wassergaben stark reduziert.
  • Düngen: Von April bis Juli wird der Kakibaum einmal im Monat gedüngt; im August und September alle 14 Tage, danach wird das Düngen eingestellt. Sehr gut geeignet ist organischer Dünger.

Kakibaum schneiden?

Kakibäume gehören zu den ausgesprochen schnittverträglichen Gewächsen; ein Schnitt ist dennoch nicht unbedingt erforderlich. Wer möchte, kann seiner Sharonfrucht im Herbst oder Frühjahr einen sogenannten Erziehungsschnitt gönnen, welcher dazu dient, dem Kaki die gewünschte Wuchsform zu verpassen. Diese kann in Form von einem

  • Strauch,
  • Halbstamm oder
  • Hochstamm

erfolgen, je nach Vorliebe des Gartenbesitzers. Auch können Kakibäume als Spalierbäumchen erzogen werden. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie hier.

Bevor ein Kakibaum in sein Winterquartier gebracht wird, empfiehlt sich ein Rückschnitt. Alternativ kann dieser im Frühling erfolgen: Bei diesem werden zu lange Triebe auf ein Drittel eingekürzt.

Gartenbista-Tipp: Wird die Krone zu dicht, kann sie im Herbst ausgelichtet werden!

Kakifrüchte ernten

Ab September können die Kakis geerntet werden. Die Erntezeit ist recht lang und kann sich bis in den November hineinziehen. Nach der Ernte sollten die Früchte schnell gegessen werden, da sie keine lange Haltbarkeit aufweisen.

Wichtig ist, dass die Früchte vor dem ersten Frost abgepflückt werden und dann nachreifen. Dies geschieht an einem kühlen Ort (0-2°C), an dem eine hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Reife Kakis erkennt man an einer kräftig orangenen Farbe.

Kakis am Baum
Kakis am Baum

Kakibaum richtig überwintern

Kakibäume sind bis maximal -18°C winterhart. Dabei gilt: je älter und gesünder ein Exemplar ist, desto kältere Temperaturen kann es vertragen. Viele Gartenbesitzer bevorzugen deshalb eine Kultivierung im Kübel und eine Überwinterung in einem Winterquartier. Dieses sollte dunkel sein und Temperaturen von maximal 5°C aufweisen. Während der Überwinterung wird nur sparsam gegossen; das Düngen wird komplett eingestellt. Im Frühjahr wird der Baum wieder ins Freie gestellt; falls dies noch nicht im Herbst geschehen ist, können die Triebe nun eingekürzt werden.

Übrigens: Ganz junge Kakibäume sollten grundsätzlich die ersten Lebensjahre im Winterquartier überwintern!

In milden Regionen ist es jedoch durchaus möglich, den Kakibaum ganzjährig im Freien zu belassen. Dabei sollte jedoch folgendes beachtet werden:

  • Wurzelbereich mit Laub, Mulch oder Stroh abdecken
  • Frostschutzvlies oder Jutesack über die Triebe stülpen

Im zeitigen Frühjahr kann dieser Schutz wieder entfernt werden. Gemeinhin wird empfohlen, derartige Schutzmaßnahmen bei älteren Kakibäumen wegzulassen. Schaden können sie jedoch keinesfalls, und sie helfen dem Gewächs, gut und gesund über den Winter zu kommen.

Kakibaum Krankheiten und Schädlinge

Gegenüber Krankheiten und Schädlingen ist der exotische Baum weitestgehend resistent. Es kann jedoch in Einzelfällen vorkommen, dass sich extrem viele Blattläuse auf ihm ansiedeln. Nur, wenn diese eine Gefahr für das Leben des Kakibaums darstellen, sollten sie bekämpft werden.

 

 

Graphiken: © Pachjo – Fotolia.com; rdnzl – Fotolia.com; E. Schittenhelm – Fotolia.com; Maik Dörfert – Fotolia.com; blende11.photo – Fotolia.com


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