Johannisbeeren pflanzen, schneiden & Krankheiten

Johannisbeersträucher sind heutzutage in fast jedem heimischen Garten zu finden. Sie sind nicht nur relativ anspruchslos, sondern auch sehr ertragreich: ein einziger Strauch bringt einen Ertrag von circa 12 kg Johannisbeeren pro Jahr. Die Früchte eignen sich hervorragend zum sofortigen Verzehr, aber auch zum Einfrieren, Einkochen oder Entsaften. Unterschieden werden Johannisbeersträucher zwischen „Hochstämmen“ und „Sträuchern“, wobei die ersteren nicht so ertragreich sind und eine kürzere Lebenszeit haben als die Sträucher. Bereits im April blühen die Sträucher, und vom 24.06. (Johannistag; daher der Name!) bis circa August können die Beeren geerntet werden.

Johannisbeere pflanzen im Herbst

Der ideale Zeitpunkt zum Auspflanzen ist der Herbst. Johannisbeeren lieben einen sonnigen Standort in einem möglichst humusreichen Boden, wobei sie aber nicht wählerisch sind und auch andere Umgebungen annehmen. Nur möchten sie überhaupt nicht in eine Rasenfläche gepflanzt werden, da das Gras ihnen die benötigten Nährstoffe entzieht, so dass sie kaum Früchte hervorbringen können. Bei der Wahl des Standortes ist allerdings zu beachten, dass die Früchte umso saurer werden, je schattiger der Strauch steht. An sonnigen Plätzen entwickeln die Beeren mehr Zucker und werden dadurch süßer.

Der Abstand zu anderen Sträuchern sollte beim Johannisbeeren pflanzen mindestens 2 m ringsum betragen, damit sich zum einen der Johannisbeerstrauch gut entwickeln, zum anderen die Ernte mühelos erfolgen kann. An der Stelle, an der der Strauch in die Erde gebracht werden soll, die Erde gut umgraben und gegebenenfalls Kompost unterheben.

Beim Pflanzen sollten darauf geachtet werden, dass die Oberkante des Topfballens circa 5 cm mit Erde bedeckt ist. Dann die Erde gut festtreten und gründlich angießen. Auch später ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit sehr wichtig für die Johannisbeeren.

Vermehren

Johannisbeersträucher lassen sich ganz einfach durch verholzte Triebe vermehren. Diese werden im Herbst in die Erde gesteckt und bewässert. Nach kurzer Zeit bilden sich an diesen Stecklingen Wurzeln.

Schneiden

Geschnitten wird am besten gleich nach der Ernte. Generell sollten jährlich 2 – 3 Haupttriebe in Bodennähe abgeschnitten werde, ohne dass ein Stummel stehenbleibt. Um den Strauch immer schön jung und somit  fruchtbildungsfreudig zu halten, empfiehlt es sich, die ältesten Zweige zu entfernen (alte Triebe erkennt man an der dunklen Farbe des Holzes).

Von den jungen, neuen Trieben werden ebenfalls nur 2 oder 3 stehengelassen und der Rest entfernt, genauso wie die Seitentriebe der jüngeren Zweige. Ziel ist es, immer einen Bestand von maximal 12 Trieben zu haben, die alle nicht älter als 5 Jahre sind.

Schädlinge und Krankheiten

Besonders anfällig für Schädlingsbefall sind Johannisbeersträucher nicht, eher für Erkrankungen.

Die Brennnesselblättrigkeit ist eine Viruserkrankung, die sich darin äußert, dass die Blattrippen weniger werden und der Ertrag sinkt. Übertragen werden diese Viren zusätzlich noch von der Johannisgallmilbe. Leider reicht es meistens nicht aus, befallene Stellen nur zu entfernen; die Sträucher müssen entfernt werden.

Der Säulenrost (eine Pilzerkrankung) äußert sich in einer fleckenartigen Verfärbung der Blätter, später an gelblichen Pusteln an der Blattunterseite. Hier hilft nur der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels, da der Pilz frostresistent ist und somit nicht nur an den betroffenen Sträuchern, sondern auch im Erdreich überleben wird. Dasselbe gilt für den Grauschimmel, bei dessen Befall die Blätter mit einem gräulichen Belag bedeckt sind.

Bei der Blattfallkrankheit bilden sich dunkelbraune Flecken auf den Blättern, die sich einrollen und später abfallen. Es ist zwingend notwendig, sämtliche betroffenen Pflanzenteile sofort zu entfernen und zu entsorgen (nicht auf dem Kompost!), da dieser Pilz ebenfalls sehr resistent ist.

Gute Nachrichten hingegen beim sogenannten „Verrieseln“; das heißt, das die Blüten teilweise abgeworfen werden: dies hat keinen krankhaften oder schädlingsbedingten Hintergrund, sondern ist auf ungünstige Wetterverhältnisse und/oder Kälte zurückzuführen.

Graphik: © Stefan Gräf-Fotolia.com


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