Sind Holunderbeeren giftig oder kann man sie essen?

Holunderbeeren
Holunderbeeren

Die Blüten sind für ihre wunderbare Heilwirkung bekannt sind. Diese ist bei anderen Teilen des Gehölzes eher ungewiss. So stellt sich immer wieder die Frage, ob Holunderbeeren giftig oder essbar seien. Pauschal lässt sich diese nicht beantworten – es kommt auf ihren Zustand an.

Holunderbeeren – Steckbrief

Bei den Holunderbeeren handelt es sich um die Früchte des Holunders, die sich aus den weißen Blüten entwickeln. Je nach Art des Gehölzes sind sie schwarz oder rot und ab August reif. In manchen Regionen sind sie auch als Fliederbeeren bekannt.

Eigentlich handelt es sich bei ihnen nicht um Beeren im klassischen Sinne, sondern um Steinfrüchte. In ihrem Inneren befinden sich die Samen, die zur Vermehrung der Pflanze dienen.

Giftstoffe und Symptome

Holunderbeeren enthalten Glykoside, vor allem Sambunigrin. Dieser Giftstoff kann Blausäure freisetzen, welche wiederum gesundheitsschädlich sind.

Sind Holunderbeeren giftig für Menschen?

Ob Holunderbeeren giftig sind oder essbar, hängt zum einen von ihrem Reifezustand, ihrer Verarbeitung sowie von der verzehrten Menge ab. Wie viele Beeren tatsächlich roh gegessen werden können, ohne dass es zu Vergiftungserscheinungen kommt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Man muss sich jedoch im Klaren darüber sein, dass die Früchte eine abführende Wirkung besitzen. So braucht man sich nicht zu wundern, wenn nach dem Beerengenuß Durchfall auftritt. Doch nicht nur das: es kann ebenfalls zu Erbrechen sowie Übelkeit kommen.

Generell ist es jedoch so, dass ihr Verzehr nicht tödlich für erwachsene Personen ist.

Oder kann man Holunderbeeren essen?

Rote Holundebeeren
Rote Holundebeeren

Holunderbeeren sind trotzt des Sambunigrins sehr gesund. Sie enthalten unter anderem die Vitamine A, B und C, Kalium und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese wirken als natürliche Antioxidantien und schützen den menschlichen Körper vor Freien Radikalen. Holunderbeeren sind jedoch nur unbedenklich essbar, wenn sie zuvor erhitzt worden sind, da das Sambunigrin nicht hitzefest ist. Werden die Früchte für mindestens 20 Minuten bei 80° C erhitzt, sind sämtliche gefährlichen Substanzen aufgelöst. Nun ist es allerdings so, dass die Beeren nach einer derartigen Behandlung nicht mehr ihre ursprüngliche Form behalten. Demzufolge werden sie verarbeitet, wobei viele verschiedenen Möglichkeiten bestehen:

  • Gelee
  • Konfitüre
  • Likör
  • Saft
  • Sirup
  • Wein

Doch Vorsicht: Rote Holunderbeeren enthalten eine viel höhere Konzentration an Glykosiden als Schwarze. Diese sind selbst in den Samen enthalten und lassen sich durch Erhitzen dort nicht abtöten. So sollten diese Kerne ausgesiebt werden. Sinnvollerweise werden Rote Holunderbeeren zu Saft, Likör oder Sirup verarbeitet.

Rohe Holunderbeeren?

Erwachsene können einige rohe Holunderbeeren essen, ohne dass sie gesundheitliche Gefahren befürchten müssen. Empfindliche Personen sowie Kinder sollten jedoch einen Verzehr komplett vermeiden: bei ihnen können bereits geringe Mengen des Sambunigrins zu Magen-Darm-Störungen, vor allem zu Durchfall, führen.

Unreife?

Unreife Holunderbeeren sind nicht essbar!
Unreife Holunderbeeren sind nicht essbar!

In unreifen Holunderbeeren ist die Konzentration der Glykoside besonders hoch. Wer die gesunden Früchte verarbeiten möchte, sollte sie erst bei Vollreife pflücken. Diese lässt sich leicht an folgenden Indizien erkennen:

  • Die Beeren weisen keine grünen Stellen mehr auf
  • Beim Drücken tritt aus den Früchten ein roter Saft aus

Der Verzehr von unreifen Holunderbeeren kann ebenfalls wiederum zu

  • Durchfall,
  • Erbrechen sowie
  • Übelkeit

führen.

Holunderbeeren giftig oder essbar für Tiere?

Für Tierhalter ist es immer wichtig, zu wissen, ob bestimmte Pflanzen giftig für ihre Vierbeiner sind oder nicht. Die Gefahr, dass ein geliebtes Haustier versehentlich an eine Giftpflanze gerät, ist bei Freigängern definitiv vorhanden.

Gartenbista-Tipp: Im Zweifelsfalle lieber auf die Kultivierung einer bestimmten Pflanze verzichten als ein Tier dem Risiko einer Vergiftung auszusetzen!

Hunde?

Keinesfalls sollten Hunde Holunderbeeren essen oder an den Trieben des Gehölzes knabbern. Die Pflanzenteile sind für sie giftig. Ein Verzehr führt zu Verdauungsstörungen wie Erbrechen und Durchfall.

Katzen?

Ob Holunderbeeren giftig für Katzen sind oder nicht, ist ungewiss. Während einige Experten davon ausgehen, dass sie mit den Inhaltsstoffen keine Probleme haben, stufen andere die Pflanzenteile als giftig ein. Dennoch ist es nicht sicher, ob Holunderbeeren giftig oder essbar für Katzen sind. Glücklicherweise liegt es nicht in der Natur der Samtpfoten, Beeren irgendwelcher Art zu essen. Da jedoch ein gewisses Restrisiko vorhanden ist, sollte man lieber keinen Holunder in seinem Garten kultivieren, wenn man Freigängerkatzen hat.

Nager?

Für Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen und andere Nager sind Holunderbeeren giftig. Sie gehören genauso wenig auf ihren Speiseplan wie Blätter oder Triebe der Pflanzen. Eine Vergiftung äußert sich in Verdauungsstörungen, die im schlimmsten Fall zum Tod des Tieres führen können.

Vögel?

Auch für Vögel sind unreife Beeren giftig
Auch für Vögel sind unreife Beeren giftig

Selbst für Vögel ist Holunder giftig. Picken sie an den Blättern oder der Rinde oder verzehren gar unreife Beeren, treten Verdauungsstörungen und Erbrechen auf. Je nach Menge der aufgenommenen Substanzen kann der Tod eintreten.

Holunderbeeren giftig für Pferde?

Pferde wirken zwar immer sehr robust, jedoch können so kleine Beeren wie die des Holunders große gesundheitliche Störungen hervorrufen. Besonders der Zwerg-Holunder ist gefährlich für Pferde. Eine Vergiftung äußert sich in erweiterten Pupillen, Schwindel, Herzbeschwerden und blutigem Durchfall.

Achtung: Auch Koliken können auftreten!

Holunderbeeren Heilwirkung

Die Steinfrüchte haben eine abführende Wirkung. In früheren Zeiten wurden sie deswegen bei Verstopfung gezielt als Abführmittel eingesetzt. Auch heutzutage sind sie in der Naturheilkunde nicht unbedeutend: sie stärken das Immunsystem und wirken zudem entzündungshemmend, antibakteriell und antiviral.

Anwendungsgebiete

  • Entzündungen
  • Neuralgien
  • Stärkung des Immunsystems
  • Verstopfung

 

Symbolgraphiken: © M. Schuppich – stock.adobe.com; Christian Pedant – stock.adobe.com; tynza – stock.adobe.com; sasimoto – stock.adobe.com


, Kategorie: Obst

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