Himbeeren pflanzen & vermehren

Himbeeren pflanzen
Himbeeren pflanzen

Zu den beliebtesten Obstsorten in heimischen Gärten zählen die Himbeeren. Kein Wunder: ihre Pflege ist ziemlich einfach, ihr Ertrag relativ hoch, und außerdem schmecken sie Jung und Alt gleichermaßen…Es gibt verschiedene Sorten von Himbeersträuchern, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen und Früchte bringen. Kombiniert man diese Sorten miteinander, kann man den ganzen Sommer lang die süßen Früchte ernten.

Standort

Himbeeren lieben einen halbschattigen bis sonnigen Standort, der aber windgeschützt sein sollte. Für einen optimalen Ertrag sollte der Boden locker und humusreich sein.

Himbeeren pflanzen

Himbeersträucher können sowohl in Herbst als auch im Frühjahr gepflanzt werden, wobei zu beachten ist, dass im Frühjahr gepflanzte Sträucher im ersten Jahr einen geringeren Ertrag bringen. Bevor der Himbeerstrauch in die Erde kommt, sollte dessen Wurzelballen circa 15 Minuten lang gewässert werden. Ein Pflanzloch ausheben und in dieses etwas Kompost geben. Dann den Himbeerstrauch so tief in das Loch stecken, dass die Knospen am Wurzelballen circa 5 cm mit Erde bedeckt sind. Himbeeren sollten in Reihen gesteckt werden, wobei der Abstand zwischen diesen 1,5 m und zwischen den einzelnen Pflanzen 40-50 cm betragen sollte.

Gerüst

Es ist ratsam, ein Gerüst für die Himbeerpflanzen aufzustellen, welches die Ernte erleichtert. Solch ein Gerüst ist mit wenigen Handgriffen selbst herzustellen: einfach einige stabile Stöcke beziehungsweise Stäbe in die Erde rammen und dazwischen Leinen oder Drähte spannen. Dabei ist darauf zu achten, dass diese in 0,5 m, 1 m sowie 1,5 m Höhe angebracht werden. An diesen Leinen können dann die Ranken des Himbeerstrauchs befestigt werden.

Ernte

Geerntet werden die Himbeeren, wenn sie saftig und rot sind. Dann sollte man sich aber möglichst beeilen, denn Himbeeren neigen dazu, schnell überreif zu werden. In der Regel beginnt die Erntezeit im Juli; die späten Sorten hingegen können bis in den November hinein geerntet werden.

Schneiden

Himbeerstrauch
Himbeerstrauch

Generell gilt: beim Himbeeren Schneiden darf man nicht zu zimperlich sein. Dies bedeutet, dass sowohl die Anzahl der Ruten als auch deren Länge radikal minimiert werden darf. Bei dieser Tätigkeit ist es sinnvoll, Handschuhe anzuziehen, da sich an den Ruten der Himbeersträucher Dornen befinden, welche sich gerne ins Fleisch des Gartenbesitzers bohren…

Geschnitten werden die Triebe grundsätzlich so tief wie möglich, also direkt über dem Grund. Sollten sich im kommenden März erneut alte Triebe zeigen, sollten diese ebenfalls so tief wie möglich abgeschnitten werden. Die abgeschnittenen Triebe sollten aufgrund ihrer Dornen nicht auf dem Kompost entsorgt werden. Nach dem Schneiden sollten die übriggebliebenen Ranken gleichmäßig über das Gerüst/Spalier gezogen werden. So erhält man nicht nur eine schöne Optik, sondern auch einen Überblick über die Dichte der Himbeerhecke. Die übergelassenen Triebe sollten gründlich auf Krankheiten hin untersucht werden. Sollten sich Anzeichen für eine Krankheiten oder einen Pilzbefall zeigen, ist es sinnvoll, betroffene Sträucher komplett zu entfernen.

a) Sommerhimbeeren schneiden

Beim Sommerhimbeeren Schneiden ist zu beachten, dass die Sträucher an den zweijährigen Ruten Früchte bilden, und zwar ausschließlich an diesen. Somit kann man sich ohne Probleme von jenen Ruten trennen, welche schon einmal getragen haben.

Sommerhimbeeren werden direkt nach der Ernte geschnitten, also Ende Juli. Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Alte Ruten, die Früchte getragen haben, abschneiden.
  • Lange Ruten einkürzen.
  • Schwache Triebe abschneiden.
  • Starke neue Ruten stehenlassen.
  • Fünf bis maximal 10 junge Ruten pro Meter stehen lassen (bitte nicht mehr, da sich schnell Pilze bilden, wenn die Himbeerpflanzen zu dicht stehen).

b) Herbsthimbeeren schneiden

Da Bei den Herbsthimbeersträuchern sowohl die einjährigen als auch die neuen Triebe Früchte tragen, was dazu führt, dass quasi den ganzen Sommer lang immer wieder neue Himbeeren gebildet werden.

Herbsthimbeeren können deswegen auch nach belieben geschnitten werden: entweder werden im Herbst alle Ruten kurz über dem Boden abgeschnitten, oder es werden einige stehengelassen. An diesen bilden sich im Frühjahr neue Früchte. Sind diese geerntet worden, muss der Schnitt erfolgen – ebenfalls direkt über dem Grund. Der Nachteil an dieser Art des Himbeeren Schneidens liegt darin, dass zwar im Herbst noch eine Ernte stattfinden kann, diese aber deutlich geringer ausfällt. Sinnvoll ist von daher, die erste Variante des Herbsthimbeeren Schneidens zu wählen…

  • Himbeeren werden direkt nach der Ernte geschnitten. Bei den Herbsthimbeeren können sämtliche Triebe in Bodennähe geschnitten werden (keine Angst, sie treiben wieder aus, und da auch neue Ruten Früchte tragen, steht der Himbeerernte im Folgejahr nichts im Wege…), bei den anderen Sorten empfiehlt sich folgendes Schema:
  • Fünf Ruten stehen lassen
  • Alle anderen Ruten in Bodennähe abschneiden
  • Schiefe Triebe abschneiden

Vermehrung

a) Vermehrung Zeitpunkt

Da Himbeeren ausgesprochen robust und widerstandsfähig sind, kommen sie bei ihrer Vermehrung mit jeglichen Temperaturen gut zurecht. Demzufolge kann man als Gartenbesitzer ganzjährig seine Himbeeren vermehren, sofern es frostfrei ist. Optimal ist es jedoch, diese Tätigkeit im Oktober oder November durchzuführen: die Wurzeln haben so den ganzen Winter lang Zeit, sich zu entwickeln, und werden im kommenden Frühjahr bereits austreiben.

b) Himbeeren vermehren: So geht´s!

  • Mit einem scharfen Spaten werden Wurzelausläufer einer bestehenden Himbeerpflanze abgestochen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass diese bereits kräftig sind – je kräftiger, desto besser und schneller wachsen sie an.
  • Dann werden diese Ausläufer mit einer Gartenschere in circa 10 cm lange Stücke geschnitten, wobei darauf zu achten ist, dass die kleinen Feinwurzeln weder beschädigt noch entfernt werden dürfen.
  • Die einzelnen Stücke werden danach 10 cm tief waagerecht in die Erde gesetzt. Zwischen den einzelnen Pflanzen sollte ein Abstand von mindestens 25 cm eingehalten werden.
  • Wer seinen Himbeerpflanzen etwas Gutes tun möchte, der deckt sie während des Winters mit Stroh oder Laub ab. Dieses sollte aber spätestens im März wieder entfernt werden, damit die Sonne die Erde erwärmen kann.
  • Im Frühjahr ist es wichtig, das Beet gleichmäßig feucht zu halten, und zwar so lange, bis sich der Neuaustrieb zeigt.
  • Haben die Wurzelausläufer ausgetrieben, sollten diese jungen Triebe auf eine Länge von 10 cm eingekürzt werden. So können die Himbeerpflanzen mehr Triebe bilden.
  • Mit etwas Glück tragen die Herbsthimbeeren bereits im ersten Lebensjahr Früchte; die Sommerhimbeeren hingegen bilden in der Regel erst im zweiten Jahr welche aus.

 Gartenbista-Tipp: Himbeeren lassen sich auch durch Absenker und Stecklinge vermehren…

Lagern

Knackig frische Himbeeren mag wohl jeder, am besten wenn sie prall direkt vom Strauch gepflückt wird. Leider hält

diese Frische nicht lange an, denn Himbeeren sind dafür bekannt, schnell matschig zu werden. Dies zeigen sie auch in ihrer Optik: sie glänzen nicht mehr, sind weich und duften nicht mehr. Ist bereits Schimmelbildung erkennbar, kann man sich sicher sein, dass die betreffende Beere ihre besten Tage längst hinter sich hat. Doch gibt es eine Möglichkeit, Himbeeren zu lagern?

a) Zum Lagern vorbereiten

Zunächst werden jene Früchte aussortiert, die Druckstellen, Schimmelstellen oder andere Schadbilder aufweisen. Dann werden die einwandfreien Beeren in ein luftdurchlässiges Gefäß gegeben. Komplett ungeeignet hierfür sind Metallgefäße.

b) Kühl lagern

Grundsätzlich müssen Himbeeren kühl gelagert werden, da sie bei Wärme schnell Schimmel bilden. Im Falle der roten Früchte heißt dies, dass sie in den Kühlschrank gegeben werden müssen. Dabei ist – genau wie beim Erdbeeren Lagern – zu beachten, dass sich nur jene Früchte für eine Lagerung eignen, die keinerlei Schadstellen oder gar Schimmel aufweisen. Da dieses Obst sehr druckempfindlich ist, sollten die einzelnen Beeren nach Möglichkeit nebeneinander und nicht übereinander aufbewahrt werden.

c) Himbeeren vor dem Aufbewahren nicht waschen!

Die Himbeeren sollten auf keinen Fall gewaschen werden, da sie dadurch stark an Aroma verlieren. Ist dies aus irgendwelchen Gründen zwingend notwendig – beispielsweise weil sie stark verschmutzt sind -, sollten sie nur mit einem zarten Wasserstrahl abgebraust werden. niemals dürfen Himbeeren im Wasser liegen bleiben. Bevor die gewaschenen Beeren in den Kühlschrank kommen, müssen sie vollkommen trocken sein. Dies erreicht man am besten, indem man die gewaschenen Früchte vorsichtig auf ein Küchenkrepp legt.

Schädlinge und Krankheiten

Himbeeren werden je nach Sorte unterschiedlich stark von Schädlingen heimgesucht: die frühen Sorten sind sehr

Die Himbeere
Die Himbeere

beliebt bei Himbeerkäfern, welche ihre Eier in die Früchte ablegen. Die Herbsthimbeeren blühen erst Mitte Juli, und zu diesem Zeitpunkt sind die berüchtigten Himbeerkäfer mit ihrer Eiablage bereits fertig. Dementsprechend gelten die Herbsthimbeeren als madenfrei. Auch Blattläuse und Spinnmilden siedeln sich gerne an Himbeeren an; gegebenenfalls ist gegen deren Befall der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels notwendig.

Größere Schäden hingegen verursachen diverse Pilzkrankheiten, wie die Rote Wurzelfäule: die betroffenen Pflanzen bilden keine neuen Triebe und sterben ab. Vermieden werden können die Pilzerkrankungen durch lockere Bodenverhältnisse sowie Verhinderung von Staunässe. Auch die Rutenkrankheit kann den Himbeerenbestand gefährden: auf den Blättern bilden sich blau-violette Flecken; die Pflanzen schaffen es nicht, Beeren hervorzubringen. Ein rigoroser Rückschnitt kann Abhilfe schaffen.

Symbolgrafiken: © beerfan-Fotolia.com; © lecic – Fotolia.com; © Richard Schramm – Fotolia.com


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