Erdbeersorten-Liste: Sorten-Übersicht mit Beschreibung

Erdbeeren
Erdbeeren

In den meisten heimsichen Gärten ist eine der vielen Erdbeersorten zu finden, denn kein anderes Obst erfreut sich derartiger Beliebtheit wie die Erdbeeren: die roten, süßen Früchte werden nicht nur roh gerne verzehrt, sondern auch als Kuchenbelag verwendet oder zu Konfitüre oder Marmelade verarbeitet. Heutzutage kann man nahezu ganzjährig Erdbeeren kaufen – doch die selbstangebauten sind immer noch die besten und beliebtesten. Kein Wunder: nicht nur die Tatsache, dass man genau weiß, von wo die Früchte stammen und wie sie behandelt wurden; auch die Möglichkeit, zwischen vielen verschiedenen Sorten wählen zu können, bringen viele Gartenbesitzer dazu, einen Erdbeeren Anbau zu praktizieren. Welche Erdbeersorten sind dafür geeignet? Worin unterscheiden sie sich?

Erdbeersorten für den Garten – Übersicht von Gartenbista

Erdbeersorten Übersicht für Schnellleser

  • Arten: Aprikosenerdbeere; Chile-Erdbeere; Gartenerdbeere; Halbwilde Erdbeere; Knack-Erdbeere; Moschus-Erdbeere; Scharlach-Erdbeere; Walderdbeere
  • Unterschiede: Farbe; Fruchtgröße; Pflanzenart; Erntezeit; Erntedauer
  • Alte Sorten: wiederentdeckte, jahrzehntealte Sorten; Apricot Chinoise; Elsanta; Mieze Schindler; Senga Sengana
  • Frühe Sorten: Daroyale; Donna; Honeoye; Lambada; Osterfee
  • Mittlere Sorten: Deluxe; Korona; Polka; Sonata
  • Späte Sorten: Nerid; Pandora; Salsa; Sweet Mary XXL; Symphony; Vicoda
  • Monatserdbeeren: Amandine; Mara de Bois; Merosa; Ostara; Wädenswil
  • Walderdbeeren: Alexandria; Alpine Yellow; Mignonette; Pink Panda; Rubra; Waldkönigin; Waldsteinia; White Soul
  • Hängeerdbeeren: Diamant; Elan
Ganze Erdbeere; Scheinfrucht mit Nüssen
Ganze Erdbeere; Scheinfrucht mit Nüssen

Wissenswertes über Erdbeeren

Erdbeersorten existieren nahezu so lange wie die Menschheit: Bereits in der Steinzeit wurde Erdbeeren von Menschen verzehrt; damals allerdings die kleinen Walderdbeeren.

Erdbeeren gehören zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae), innerhalb derer sie eine eigene Gattung bildet: Fragaria. Dieser gehören etwa zwanzig Arten an, von denen alle bis auf eine in gemäßigten Zonen beheimatet sind. Doch ausgerechnet diese eine Art, welche aus Chile stammt, ist die „Ur-Mutter“ jener Früchte, die heutzutage hierzulande als „Gartenerdbeeren“ bekannt sind.

Es gibt mehr als 1.000 verschiedene Erdbeersorten, von denen zwischenzeitlich 90% in Vergessenheit geraten sind. Erst in den vergangenen Jahren wurden diese alten Sorten wiederentdeckt und erneut kultiviert.

Was hierzulande als die Erdbeere an sich bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit nur eine Scheinfrucht; die eigentlichen Erdbeerfrüchte sind die kleinen gelben Punkte auf den Erdbeeren, die auch als „Nüsse“ bezeichnet werden.

Erdbeer Arten

Von den circa 20 Arten, die heutzutage erhältlich sind, ist die Gartenerdbeere diejenige, die am meisten im Fokus der Hobbygärtner steht: kaum ein Garten, in dem nicht die eine oder andere Reihe Erdbeerpflanzen kultiviert wird. Ursprünglich entstanden sind die Gartenerdbeeren, Fragaria x ananassa oder Fragaria x magma, aus einer Kreuzung aus Scharlach-Erdbeeren und Walderdbeeren.

Nicht nur die Gartenerdbeeren, sondern auch Wildbeer-Arten können in heimischen Gärten kultiviert werden:

  • Aprikosenerdbeere, Fragaria nilgerrensis
  • Chile-Erdbeere, Fragaria chiloensis
  • Halbwilde Erdbeere, Fragaria x vescana
  • Knack-Erdbeere, Fragaria viridis
  • Moschus-Erdbeere, Fragaria moschata
  • Scharlach-Erdbeere, Fragaria virgiana
  • Walderdbeere, Fragaria vesca

Erdbeersorten – welche Unterschiede gibt es?

Die Gartenerdbeeren werden in den verschiedensten Variationen angeboten. Entgegen der landläufigen Meinung, dass diese Früchte grundsätzlich rot seien, gibt es auch weiße Erdbeeren. Diese sind zwar seltener, jedoch besitzen sie sämtliche geschmacklichen Merkmale wie ihre roten Artgenossen.

Abgesehen von der Farbe werden Erdbeersorten unterteilt in

  • kleinfrüchtige und
  • großfrüchtige

Sorten.

Darüber hinaus gibt es Erdbeerpflanzen als

  • Bodendecker,
  • Hängepflanze oder
  • Kletterpflanze.

Auch der Erntezeitpunkt sowie die Erntedauer können unterschiedlich ausfallen: es gibt

  • Frühe Sorten
  • Mittlere Sorten
  • Späte Sorten,

und solche Erdbeerpflanzen, die einen ganzen Monat lang oder sogar noch länger ihre Früchte ausbilden.

Für welche sich ein Hobbygärtner individuell entscheidet, hängt von verschiedenen Kriterien ab:

  • Standort
  • Platz
  • Vorlieben des Gartenbesitzers

Sehr gut können auch verschiedene Sorten miteinander kombiniert werden; besonders geeignet hierfür sind Sorten unterschiedlicher Erntezeitpunkte, aber auch Pflanzen, die verschiedenartig wachsen.

Erdbeere, Pflanze, Früchte und Blüten
Erdbeere, Pflanze, Früchte und Blüten

Alte Erdbeersorten

Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die sogenannten „alten Sorten“; also jene Sorten, die nahezu verschwunden gewesen sind und durch Züchtungen wieder ins Leben gerufen wurden. Teilweise bestehen diese seit 100 Jahren, und die am häufigsten kultivierteste Erdbeere gehört zu diesem Genre: „Elsanta“. Die Elsanta bildet nicht nur große Früchte aus, sondern ist zudem noch extrem robust und widerstandsfähig und lange haltbar. Doch auch die anderen alten Sorten haben ihre Vorteile:

  • Apricot Chinoise, die überwiegend als Bodendecker kultiviert werden und deren Früchte gelblich sind. Sie schmecken weniger nach Erdbeeren als nach Pfirsichen oder Aprikosen.
  • Mieze Schindler besitzt kleine dunkelrote Früchte, die stark an Brombeeren erinnern. Diese Sorte ist nicht besonders ertragreich und auch nicht lagerfähig, jedoch ist sie als typische Naschbeere in vielen Gärten zu finden.
  • Senga sengana, die besonders süße Früchte hervorbringt und nicht nur gerne als Kuchenbelag, sondern auch zur Herstellung von Marmelade verwendet wird.

Darüber hinaus gibt es weitere alte Sorten, die in heimischen Gärten anzutreffen sind:

  • Herzbergs Triumph
  • Königin Luise
  • Reusraths Allerfrüheste
  • Schöne Meißnerin

Gartenerdbeeren: Frühe Sorten

Als „frühe Sorten“ werden diejenigen Erdbeersorten bezeichnet, die bereits im Frühsommer erntereif sind:

  • Daroyale mit extrem dunklen Früchten, die sehr lagerfähig sind.
  • Donna, die zu den jüngsten Kultivaten gehört und sehr süße, hellrote Früchte hervorbringt.
  • Honeoye, die zwar aromatisch, jedoch sehr sauer sind und deswegen weniger für den Rohverzehrs für die Weiterverarbeitung zu Marmelade und ähnliches geeignet ist. Diese Sorte bietet nicht nur den Vorteil, dass sie sehr widerstandsfähig ist, sondern auch noch einen sehr guten Ertrag liefert. Bei richtiger Pflege ist es sogar möglich, eine zweite Ernte zu erreichen; diese Früchte werden jedoch wesentlich kleinerausfallen.
  • Lambada, die zwar nicht besonders ertragreich sind, jedoch einen ausgesprochen süßen Geschmack haben und sehr gut für Kuchen verwendet werden können. Bei der Kultivierung ist darauf zu achten, dass diese Sorte anfällig für Mehltau ist; der Anbau auf möglichst trockenen Böden ist deswegen empfehlenswert.
  • Osterfee, die im Jahre 2017 ihr 100-jähriges Bestehen feiert und die als besonders robust und widerstandsfähig gilt.
Erdbeerplantage
Erdbeerplantage

Gartenerdbeeren: Mittlere Sorten

Zu dieser Kategorie gehören all jene Erdbeersorten, welche mitten in der Saison geerntet werden. Ihnen wird nachgesagt, dass sie das beste Aroma besitzen, da sie viel Sonne abbekommen. Zu diesen gehören – neben den beliebten alten Sorten „Elsanta“, „Senga Sengana“ und „Mieze Schindler“ -:

  • Deluxe, die eine der neuesten Sorten ist und besonders aromatische, hellrote Früchte hervorbringt
  • Korona mit hellroten, süßen Früchten, die eine lange Haltbarkeit aufweisen
  • Polka, deren Früchte dunkelrot, süß und besonders aromatisch sind
  • Sonata, die lange haltbar ist und selbst in kälteren Regionen sehr gut kultiviert werden kann

Gartenerdbeeren: Späte Sorten

Wenn die frühen und mittleren Erdbeersorten bereits abgeerntet sind, kommen die späten Sorten ins Spiel: sie sind im Hochsommer erntereif und haben so die pralle Sonne genießen können, was sich auch im Geschmack bemerkbar macht:

  • Nerid, die besonders saftige Früchte hervorbringt und zudem noch ausgesprochen resistent gegenüber Krankheiten ist
  • Pandora, die zu den spätesten Sorten zählt und einen speziellen, feinen Erdbeergeschmack aufweist
  • Salsa, deren Früchte nicht nur saftig, sondern auch sehr lange haltbar sind
  • Sweet Mary XXL mit extrem großen, knallroten Erdbeeren
  • Symphony, die bissfeste Früchte hervorbringt, die sowohl frisch verzehrt als auch weiterverarbeitet werden können
  • Vicoda mit sehr festen Früchten, die optimal zum Einlegen geeignet sind

Monatserdbeeren Sorten

Neben den oben erwähnten Erdbeersorten, die zu den klassischen Gartenerdbeeren zählen, stammt die Monatserdbeere von den Walderdbeeren ab. Sie ist in heimischen Gärten extrem beliebt, was nicht zuletzt an der Tatsache liegt, dass sie in mehreren Schüben ihre Früchte hervorbringt, so dass über von Juli bis in den November hinein immer wieder geerntet werden kann. Auch können Monatserdbeeren sehr gut im Pflanzgefäß und somit auf dem Balkon oder der Terrasse kultiviert werden. Die meist kleinen Früchte eignen sich sowohl zum sofortigen Verzehr als auch zur Weiterverarbeitung.

Zu den beliebtesten Sorten Monatserdbeeren in heimischen Gärten zählen:

  • Amandine, eine neue Sorte mit hellroten, länglichen Erdbeeren
  • Mara de Bois, die schöne saftige Früchte hervorbringt, aber keine Ableger bildet und sich somit nicht vermehrt
  • Merosa, die nicht nur aromatische Früchte hervorbringt, sondern auch sehr dekorative rosafarbene Blüten bildet
  • Ostara, die als echte Naschbeere angesehen wird
  • Wädenswil, die als früheste Monatserdbeerensorte angesehen wird
Frisch gepflückte Erdbeeren
Frisch gepflückte Erdbeeren

Walderdbeeren Sorten für den Garten

Gemeinhin besteht die Annahme, dass Walderdbeeren ausschließlich im Wald gedeihen und demzufolge nicht in heimischen Gärten kultiviert werden können. Dies ist nicht richtig; es gibt einige Walderdbeersorten, die extra für die Gartenkultur gezüchtet werden und die – unter Beachtung ihrer Pflegeansprüche – sehr gut im Garten und sogar auf Balkonen gedeihen. Besonders gut eignen sich diese Erdbeerpflanzen als Bodendecker.

Zu den Walderdbeersorten gehören:

  • Alexandria
  • Alpine Yellow
  • Mignonette
  • Pink Panda
  • Rubra
  • Waldkönigin
  • Waldsteinia
  • White Soul

Gartenerdbeeren: Hängeerdbeeren

Diese Sorten können sowohl hängend als auch kletternd kultiviert werden, so dass sie besonders dekorativ zur Geltung kommen:

Diamant, bei der es sich um eine noch neue Züchtung mit aromatischen Früchten handelt

Elan, welche über mehrere Wochen hintereinander immer wieder Früchte bildet, die extrem groß und aromatisch sind

 

 

Graphiken: © ExQuisine – Fotolia.com; Xavier – Fotolia.com; prophoto24 – Fotolia.com; Thaut Images – Fotolia.com; ajlatan – Fotolia.com


1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.