Erdbeeren pflanzen, vermehren & lagern

Erdbeeren pflanzen & lagern
Erdbeeren pflanzen & lagern

Erdbeeren können zwar heutzutage nahezu ganzjährig in Supermärkten käuflich erworben werden, doch an den Geschmack von im eigenen Garten gezüchteten Früchten können diese nicht heranreichen. Wenn einige Tipps hinsichtlich der Pflege der beliebten Früchte beherzigt werden, können bereits wenige Pflanzen eine reiche Ernte bescheren. Das sollten Sie beim Erdbeeren pflanzen beachten.

Erdbeeren – Steckbrief Gartenbista.de

Erdbeeren pflanzen – So gehts!

Die beste Zeit zum Erdbeeren Anbauen ist Mitte Juli bis Mitte August; je eher sie in die Erde kommen, desto höher ist der Ertrag im Folgejahr. Erdbeeren lieben einen sonnigen Standort und einen trockenen, humusreichen Boden. Damit ihre Blätter nach dem Regen wieder schnell trocknen können, sollte der Platz zwar windgeschützt, aber nicht komplett windstill gelegen sein.

Die beliebten Früchte sollten in Reihen gepflanzt werden, damit sich die Pflanzen optimal entwickeln können. Der Abstand zwischen den Reihen sollte 40-60cm, zwischen den einzelnen Pflanzen 15-20 cm betragen. Die Pflanzlöcher müssen so breit ausgehoben werden, dass die Wurzeln ausgebreitet in die Erde kommen. Wichtig beim Einpflanzen ist es, den Wurzelhals so zu platzieren, dass das Herz über der Erde ist.

Setzt man die Pflanze zu tief, verfault die Mittelknospe; setzt man sie wiederum zu hoch, vertrocknet oder erfriert der Wurzelhals. Nach dem Pflanzen gut angießen, und auch in der Folgezeit immer regelmäßig gießen. Achtung: nicht zu großzügig mit dem Wasser umgehen; zu nasse Erde führt zu Staunässe, die Wurzelkrankheiten verursacht.

Gartenbista-Tipp: das Pflanzen mehrerer Sorten verlängert den Erntezeitraum; feste Früchte eignen sich hervorragend zum Einfrieren.

360°-Video

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Erdbeere (Fragaria) aussieht.

360°-Video von der Erdbeere (Fragaria)- Gartenbista-Videostudio, gedreht im Juni

Tierische Schädlinge

Die süßen roten Früchte gefallen nicht nur Menschen, sondern auch allerlei tierischen Schädlingen. Die Erdbeermilbe ist eine hellbraune, kleine Milbe, die vor allem die Herzblätter der Pflanze aussaugt. Befallene Erdbeerpflanzen erkennt man an verkümmerten Blüten, Früchten und Blättern (Kräuselblättern). Naßfeuchtes Wetter begünstigt den Befall.

Da sämtliche Pflanzenteile von dieser Schädigung betroffen sind, hilft nur eine rigorose Entfernung der Pflanze; dasselbe gilt bei Blatt– und Stängelälchen, die dieselben Schädigungen hervorrufen wie die Milben. Einen Befall mit Erdraupen erkennt man meistens nur daran, dass die Pflanzen ohne ersichtlichen Grund verwelken. Dies kommt daher, dass die Raupen die Wurzeln auffressen.

Auch hier kommt in der Rege jede Hilfe zu spät – die Pflanzen müssen entfernt werden. Bei  Befall mit Nacktschnecken hingegen (gut zu erkennen an angefressenen Blättern und Schleimspuren), die feuchte Witterung bevorzugen, können die Pflanzen gerettet werden. Lediglich die Bekämpfung der Schnecken ist angesagt; geeignete Mittel gibt es im Fachhandel.

Der Erdbeerblütenstecher ist ein schwarzer Käfer, dessen Anwesenheit zuerst in angenagten Blütenknospen zu erkennen ist, da er dort seine Eier ablegt. Dann beginnt er, die Stängel anzunagen; der Blütenansatz vertrocknet und fällt ab. Um die Pflanze zu erhalten, müssen sowohl die Käfer konsequent eingesammelt als auch die betroffenen Blüten entfernt werden.

Bildee-Galerie

Weitere Gefahren für Erdbeeren

Neben den tierischen Schädlingen begünstigen hohe Luftfeuchtigkeit, schwül-warmes Wetter sowie starker Stickstoffgehalt im Boden eine weitere Gefahr für das Erdbeeren anbauen: Pilze. Der Grauschimmel dringt während der Blüte in die Pflanzen ein; befallene Früchte sind mit einem grauen „Pilzrasen“ bedeckt.

Da die Sporen des Pilzes sich immer weiter ausbreiten, ist hierbei eine Behandlung mit einem geeigneten Pflanzenschutzmittel unabdingbar. Erdbeermehltau ist bereits im Frühjahr zu erkennen: Blätter, Blüten und Früchte sind mit einem weißen Belag bedeckt. Die Blätter verfärben sich rötlich-violett und rollen sich nach oben ein. Auch hier hilft entweder der Einsatz eines Pflanzenschutzmittels oder ein komplettes Entfernen der Pflanze.

Vermehren

Erdbeerpflanze
Erdbeerpflanze

Erdbeerpflanzen bilden ständig neue Ableger, die in einem Abstand von 10-20 cm von der Stammpflanze ausgehend Blätter und Wurzeln entwickeln. Wenn diese „Kindlinge“ in der Erde angewachsen sind, können sie von der Mutterpflanze getrennt und solitär eingepflanzt werden.

Der beste Zeitpunkt für diese Vermehrung ist direkt nach der Ernte. Wenn die Pflanzen weitaus mehr Ableger bilden, als benötigt: einfach abschneiden und entsorgen.

Gartenbista-Tipp: Erdbeerstöcke alle 2-3 Jahre erneuern, ansonsten geht der Ertrag zurück.

Durch Ableger vermehren

Die einfachste Methode der Erdbeeren Vermehrung ist das Verwenden von Ablegern. Diese werden von der Erdbeerpflanze in rauhen Mengen gebildet: an den meisten Trieben, die sich neu bilden, hängen mehrere Tochterpflanzen.

Verwendet werden jene, die der Mutterpflanze am nächsten sind, da sie am kräftigsten sind. Diese Ableger werden abgeschnitten und an die gewünschte Stelle im Beet eingepflanzt; der optimale Zeitpunkt hierfür ist der Spätsommer, wenn die Erdbeeren Ernte vollendet ist.

Tipp: Jene Pflanzen, die einen hohen Ertrag gebracht haben, sollten während der Tragzeit markiert werden, beispielsweise mit einem kleinen Stäbchen. So sieht man als Gartenbesitzer, von welchen Pflanzen es sich lohnt, Ableger zu nehmen.

Durch Samen vermehren

Eine weitere Methode der Erdbeeren Vermehrung ist die Aussaat. Hierfür kann Saatgut im Fachhandel erworben oder von bestehenden Früchten gewonnen werden: eine Erdbeere wird getrocknet. Danacht werden ihr die kleinen gelben Punkte, die außen an der Haut zu sehen sind, abgenommen: die Samen oder auch „Nüsse“.

Egal, von wo das Saatgut stammt: ausgesät werden kann es in der Zeit von Februar bis September, und zwar in kleinen Töpfen oder Aussaatschalen bei Temperaturen von mindestens 16°C (Gewächshaus oder Wohnung). Wichtig ist es, dass die Samen nur leicht mit Erde bedeckt und immer feucht gehalten werden. Frühestens nach zwei Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge.

Wenn die Pflänzchen circa fünf Zentimeter groß sind, müssen sie pikiert werden. Sinnvoll ist es, sie zunächst einzeln in Blumentöpfe zu pflanzen, jedoch ist ein Auspflanzen ins Freie ebenfalls möglich. Sollte dies der Fall sein, muss ein Abstand von mindestens 20 cm zwischen den einzelnen Erdbeerpflanzen eingehalten werden. Die Mutterpflanzen, die keinen oder nur noch einen geringen Ertrag liefern, können dann entsorgt werden.

Lagern

Lagerung der Beeren
Lagerung der Beeren

Erdbeeren sollten nach der Ernte schnellstmöglich verzehrt werden, denn sie verlieren rasant an Aroma. Darüber hinaus neigen sie schnell zu Schimmelbildung sowie zur Fäulnis. Lange aufbewahren kann man dieses Obst leider nicht. Wer keine Möglichkeit hat, seine Früchte sofort zu verzehren, sollte deshalb einige Tipps zum Erdbeeren Lagern beherzigen.

 

Nach dem Ernten nicht waschen

Sollen Erdbeeren richtig gelagert werden, so dürfen sie keinesfalls gewaschen werden: die Früchte werden mitsamt ihrem Stiel und ihren Kelchblättern ungewaschen an einen kühlen Ort gestellt. Dieser kann sich sowohl im Keller als auch im Kühlschrank (Gemüsefach) befinden. An einem derartigen Plätzchen bleiben die Erdbeeren ein bis zwei Tage lang frisch.

Flachen Behälter zur Lagerung verwenden!

Erdbeeren bekommen leicht Druckstellen. Sollen sie gelagert werden, sollten sie nach Möglichkeit nicht übereinander liegen. Ein flaches Behältnis ist deshalb sinnvoll; auch ein Backblech, welches mit Küchenkrepp ausgelegt wird, kann verwendet werden.

Nur unbeschädigte Früchte lagern!

Wichtig ist es, dass nur unbeschädigte Beeren gelagert werden. Erdbeeren, die bereits – ganz oder teilweise – matschig sind, sollten ebenso ausgemustert werden wie solche, die Schimmel gebildet haben. Manch einer kommt auf die Idee, lediglich die angeschimmelten Stellen wegzuschneiden. Dies Procedere ist nicht ausreichend! Selbst, wenn er noch nicht sichtbar ist: der Schimmel zieht sich durch die ganze Frucht, so dass ein Entfernen des offensichtlichen Befalls zwar die Optik der betroffenen Frucht verschönert, den Schimmel selbst aber nicht beseitigt.

Einfrieren: So geht´s!

Wer große Mengen Erdbeeren hat und/oder sie über einen längeren Zeitraum „lagern“ möchte, der sollte seine Früchte einfrieren. In diesem Zustand können sie zwei Jahre lang gelagert werden.

Vor dem Einfrieren müssen die Erdbeeren gründlich gewaschen werden. Verschimmelte, matschige, faulige und beschädigte Früchte werden aussortiert, den anderen werden die Kelchblätter und Stiele entfernt. Dann werden sie auf ein Backblech oder in eine flache Schale gelegt und eingefroren. Nachdem sie gefroren sind, können sie in eine Schale oder einen Beutel umgepackt werden; ihre Form behalten sie durch dieses Procedere bei.

Graphik: © M. Studio-Fotolia.com; © sodagy – Fotolia.com; © Natallia Vintsik – Fotolia.com


, Kategorie: Obst

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