Blaubeeren im Garten kultivieren – was ist zu beachten?

Blaubeeren
Blaubeeren

Blaubeeren sind nicht nur lecker und gesund, sondern lassen sich auch im eigenen Garten kultivieren. Dabei sollten jedoch die Ansprüche der kleinen Pflanzen beachtet werden, denn als Heidekrautgewächse haben diese sowohl bezüglich des Standorts als auch das Substrat spezielle Vorstellungen.

Blaubeeren im Garten pflanzen?

Es ist durchaus möglich, die kleinen blauen Früchte im eigenen Garten anzubauen. Hierfür eignen sich sowohl die Wildheidelbeeren als auch spezielle Kultivate, die ursprünglich aus den USA stammen.

Gartenbista-Tipp: Je nach Sorte lassen sich Blaubeeren auch in großen Pflanzgefäßen auf dem Balkon kultivieren.

Schöne und beliebte Sorten

  • Blue Sapphire, eine Zwergheidelbeere, die maximal 80 cm hoch wird und spät im Jahr ihre aromatischen Früchte hervorbringt
  • Bluecrop, wird bis 1,70 m hoch und bringt große, süße Früchte hervor
  • Elizabeth: süß-säuerliche, mittelgroße Beeren, üppig wachsend
  • Goldtraube, eine besonders robuste Pflanze, die etwa 1,60 m hoch wird und süße Früchte bildet
  • Reka, die starkwüchsig ist und bereits Anfang Juli ihre würzigen Früchte hervorbringt

Blaubeeren als Bodendecker

Die Wildheidelbeere wird nur etwa 50 cm hoch, dafür aufgrund ihrer Ausläufer sehr breit. Sie ist deswegen hervorragend als Bodendecker geeignet.

Was ist beim Blaubeeren Pflanzen zu beachten?

Blaubeeren können je nach Sorte bis zu 4 m hoch und 2 m breit werden. Demzufolge muss ein ausreichender Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen eingehalten werden. Wer nur kleine Parzellen für die blauen Früchte zur Verfügung hat, sollte auf Zwergheidelbeeren zurückgreifen, da diese einen wesentlich gierigeren Platzbedarf haben.

Standort

Blaubeeren brachen einen vollsonnigen, jedoch windgeschützten Standort, um sich optimal entwickeln zu können. Im Schatten wird sie sich nicht entwickeln können und nur wenige, nicht besonders wohlschmeckende Beeren hervorbringen.

Auch bezüglich des Substrats ist die Pflanze recht anspruchsvoll:

  • Durchlässig
  • Humusreich
  • Sauer (pH-Wert zwischen 4 und 5)

Auch darf der Boden keinesfalls zu nass sein. Blaubeeren mögen zwar keine Trockenheit, vertragen allerdings auch keine Staunässe.

Da für gewöhnlich der Gartenboden nicht vollumfänglich die Ansprüche der Blaubeeren erfüllt, sollte er aufbereitet werden. Dies geschieht mithilfe von

  • geschreddertem Tannenholz,
  • Laub,
  • Rindenmulch oder
  • Sägespänen.

Alternativ kann auch handelsübliche Rhododendronerde verwendet werden. Für eine Kultivierung im Pflanzgefäß ist diese grundsätzlich empfehlenswert.

Richtiger Zeitpunkt

Der optimale Zeitpunkt zum Blaubeeren Pflanzen ist der Herbst. Kommen sie im Oktober oder November in die Erde, haben sie bis zur Blüte genügend Zeit zur Eingewöhnung. Alternativ kann jedoch auch eine Pflanzung im März/April erfolgen.

Anleitung

  • Pflanzloch ausheben, welches etwas größer als der Wurzelballen ist
  • Strauch 5 cm tiefer in die Erde setzen, als er zuvor gestanden hat
  • Aushub anreichern, alternativ Rhododendronerde verwenden
  • Loch mit Aushub auffüllen
  • Mulchschicht auftragen
  • Angießen

Gartenbista-Tipp: Werden die Blaubeeren in einem Kübel kultiviert, so muss dieser mindestens 60 cm hoch sein.

Blaubeeren vermehren

Die beliebten Früchte lassen sich nicht nur anbauen, sondern auch vermehren. Hierfür stehen verschiedene Methoden zur Verfügung.

Absenker

Während der Vegetationsphase kann die Vermehrung durch Absenker erfolgen:

  • Junge, untere Triebe auf den Boden drücken
  • So mit Erde bedecken, dass die Spitze noch herausschaut
  • Gegebenenfalls mit einem Stein beschweren

Nach einigen Monaten haben die Absenker ausreichend Wurzelmasse gebildet. Nun können sie von den Mutterpflanzen abgetrennt, ausgegraben und am gewünschten Standort weder eingepflanzt werden.

Stecklinge

Die Stecklingsvermehrung erfolgt im August:

  • Einjährige Triebe abschneiden
  • In 10 cm lange Stücke teilen
  • Untere Blätter entfernen
  • Pflanztöpfchen mit Substrat (beispielsweise Rhododendronerde) füllen
  • Stecklinge tief in das Substrat stecken
  • Gegebenenfalls mit Klarsichtfolie überziehen
  • Gefäße an einem warmen, hellen Ort aufstellen
  • Regelmäßig gießen

Nun dauert es zwei bis drei Monate, bis sich Wurzeln bilden. Ob dies der Fall ist, kann leicht festgestellt werden, indem man zart an der Pflanze zupft. Zeigt sich ein Widerstand, ist die Wurzelbildung erfolgt. Die jungen Pflanzen können dann in größere Pflanzgefäße umgetopft und en einem kühlen Ort überwintert werde. Im folgenden Frühjahr werden sie ausgepflanzt.

Blaubeeren vermehren durch Selbstaussaat?

Während sich Wildheidelbeeren durch Selbstaussaat vermehren, ist dies bei Kulturblaubeeren eher nicht der Fall. Zwar kann es gelegentlich vorkommen, dass sich er eine oder andere Strauch auf diese Weise gebildet hat, dies ist jedoch eine Ausnahme.

Blaubeeren Ernte

Blaubeeren werden manuell geerntet. Dies bedeutet, dass sie einzeln mit der Hand vom Strauch abgepflückt werden.

Gartenbista-Tipp: Die Beeren nicht zu hart anfassen, damit sie nicht zerdrückt werden.

Richtiger Zeitpunkt

Wenn Blaubeeren eine schwarz-blaue Tönung angenommen haben und weich sind, werden sie geerntet. Wann dies individuell der Fall ist, hängt von der jeweiligen Sorte ab. Pauschal lässt sich dieser Zeitraum auf die zeit von ende Juni bis in den September hinein eingrenzen.

Konservierung

Werden die kleinen Beeren nicht sofort verarbeitet, lassen sie sich sehr gut einfrieren. So sind sie mehrere Monate haltbar.

 

Symbolgraphiken: © Andris Tkachenko – Fotolia.com


, Kategorie: Obst

1 Kommentar

  1. meine Mutter hat mir erzählt, dass sie früher in den Wald gefahren sind und die Blaubeeren gekämmt haben. Diese Methode erleichterte die Ernte ungemein. Kann man das so machen? Oder muss man tatsächlich jede einzelne Beere mit der Hand abpflücken?

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