Aprikosenbaumkrankheiten erkennen und richtig behandeln

Aprikosenbaum
Aprikosenbaum

Selbst unter besten Bedingungen und bei guter Pflege kann es passieren, dass ein Aprikosenbaum Krankheiten bekommt. Diese müssen nicht zwangsläufig das Ende des Gehölzes bedeuten: werden sie rechtzeitig erkannt und behandelt, kann eine vollständige Heilung erfolgen. Wir sagen Ihnen, wie.

Aprikosenbaum Krankheiten – richtig erkennen und bekämpfen

Gemeinhin wird behauptet, dass Aprikosenbäume sehr widerstandsfähig sind. Dies bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht von Krankheiten heimgesucht werden können. Besonders Pilze machen dem Obstgehölz zu schaffen. Eine frühzeitige Behandlung kann jedoch die betroffenen Bäume retten. Hierfür ist es jedoch notwendig, die jeweilige Krankheit zu definieren.

Kräuselkrankheit

Treten folgende Merkmale auf, so leidet der Baum an der Kräuselkrankheit:

  • Junge Blätter werden blasig
  • Später verfärben sie sich
  • Blätter kräuseln sich und drehen sich ein
  • Blätter und Früchte sterben ab

Dieser Pilz muss bereits vor der Knospenschwelle bekämpft werden, also im Januar, da er sehr hartnäckig ist. Kupferhaltige Mittel aus dem Fachhandel sind zu empfehlen; alternativ können auch biologische Essenzen eingesetzt werden.

Wurde eine frühzeitige Behandlung versäumt, hilft nur noch, sämtliche betroffenen Pflanzenteile abzuschneiden und zu entsorgen. Bitte nicht auf dem Kompost!

Schrotschusskrankheit

Zunächst zeigt sich diese Krankheit durch runde Flecken an den Blättern, aus denen später Löcher werden. Gegen den Pilz sollte ein spezielles Pflanzenschutzmittel oder biologisches Mittel aus Schwefel, Kupfer oder Tonerde angewendet werden.

Gartenbista-Tipp: Vorbeugend unter den Aprikosenbaum Knoblauch pflanzen.

Aprikosenbaum Krankheiten: Bakterienbrand

Diese Pilzkrankheit äußert sich durch verschiedene Symptome:

  • Am Blätterrand bilden sich kleine Flecken
  • Flecken verfärben sich später braun
  • Blätter sterben ab
  • Vermehrte Harzausscheidung des Baumes
  • Schwarze Flecken an den Früchten

Leider sind momentan keine Pflanzenschutzmittel zur direkten Bekämpfung erhältlich. Um den Aprikosenbaum zu schützen, helfen demzufolge nur vorbeugende Maßnahmen. Neben guter Pflege hilft

  • Spritzen kupferhaltiger Lösungen sowie
  • Weißen des Stammes.

Aprikosenbaum Schädlinge

Es sind jedoch nicht nur Krankheiten, die einem Aprikosenbaum zu schaffen machen können. Auch Schädlinge können große Schäden anrichten. Besonders gefährlich sind die Raupen des Frostspanners, deren Anwesenheit sich durch folgende Indizien zeigt:

  • Zusammengewebte Blätter und Blüten
  • Angefressene Blätter
  • Durchlöcherte, angefressene Früchte

Zur Bekämpfung dieser Raupen können an warmen Tagen Bacillus-thuringiensis-Präparate ausgebracht werden. Eine natürliche Alterative ist das Anlocken von Fressfeinden, nämlich Gartenvögeln. Besonders Meisen verzehren sehr gerne die Raupen. Werden Brutkästen für Kohlmeisen im Aprikosenbaum angebracht, dürfte sich das Problem mit dem Frostspanner von selbst erledigt haben.

Gartenbista-Tipp: Freilaufende Hühner sind ebenfalls natürliche Fressfeinde. Sie picken nicht nur die Raupen auf, sondern bereits die Larven.

Krankheiten am Aprikosenbaum verhindern

Das A und O, um einen Pilzbefall zu verhindern, ist die Wahl des richtigen Standorts. Optimal ist ein geschütztes Plätzchen, beispielsweise in der Nähe einer Hauswand, und möglichst unter einer Überdachung. Wird der Baum nicht zu viel Nässe ausgesetzt, haben Pilze keine Chance, sich zu entwickeln.

Als weitere vorbeugende Maßnahmen empfehlen sich:

  • Stärkung des Baumes durch Düngen mit Kompost
  • Unter den Aprikosenbaum pilzabweisende Pflanzen setzen: Knoblauch, Meerrettich, Kapuzinerkresse, Zwiebeln
  • Spritzen mit Ackerschachtelhalmbrühe

Pflege

  • Lockeres Substrat wählen
  • Erst gießen, wenn nach Daumenprobe die Erde trocken ist
  • Vorzugsweise Regenwasser verwenden
  • Von März bis Juli alle vier Wochen organisch düngen
  • Mulchen
  • Blüten vor Spätfrösten schützen
  • Nach der Ernte schneiden
  • Regelmäßig auf Krankheiten und Schädlinge kontrollieren

Tipps & Tricks

Sie sollten sich nicht in Sicherheit wiegen, wenn Sie ein vermeintlich krankheitsresistentes Aprikosenbäumchen gekauft haben. Zwar gibt es immer mehr Züchtungen, die sich mit diesem Titel loben, jedoch bezieht sich diese Resistenz immer nur auf eine Krankheit – niemals auf alle.

Video-Tipp der Redaktion

In folgendem Video wird sehr schön anschaulich gezeigt, wie die Kräuselkrankheit am Aprikosenbaum bekämpft werden kann.

 

Symbolgraphiken: © Dusan Kostic – Fotolia.com


, Kategorie: Obst

2 Kommentare

  1. Wie sehen die Raupen des Frostspanners aus? Ich fürchte, wir haben welche im Garten, und das nicht nur am Aprikosenbaum. Kann ich jetzt noch Nistkästen aufhängen oder brüten die Meisen schon?

    1. Die Raupen des kleinen Frostspanners, der hierzuande überwiegend vorkommt, sind hellgrün. Die des großen Frostspanners sind braun, wobei es dabei verschiedene Brauntöne gibt.
      Da Meisen ab April brüten, können jetzt noch Nistkästen aufgehängt werden. Um die kleinen Gartenvögel anzulocken, würde ich ein paar Meisenknödel aufhängen. 🙂

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