Apfelbäume pflanzen, schneiden & Krankheiten

Was wäre ein richtiger Garten ohne einen Apfelbaum… Nicht umsonst zählen Äpfel zu den beliebtesten Obstsorten überhaupt – und ein Apfel, frisch vom Baum gepflückt und gegessen, ist ein richtiger Hochgenuss. Die vielen verschiedenen Apfelsorten bieten eine reichhaltige Auswahl für jeden Geschmack – ob süß, säuerlich oder ganz sauer…

Doch bevor es soweit ist, sollte der Hobbygärtner einige Tipps beherzigen, damit auch wirklich eine gute Ernte gesichert ist…

Apfelbaum – Steckbrief Gartenbista.de

Die richtige Auswahl beim Apfelbaum

Bevor ein Bäumchen gekauft wird, muss sich der Hobbygärtner erst einmal Gedanken darüber machen, wie viel Platz ihm hierfür zur Verfügung steht. Je nach Größe des Gartenstücks hängt auch die Größe des Apfelbaumes ab:

  • Hochstämme
  • Halbstämmige
  • Spindelbäume
  • Buschige Bäumchen

stehen zur Auswahl. Zu beachten hierbei ist, dass je kleiner ein Baum ist, desto schneller mit ersten Erträgen zu rechnen ist – allerdings sinkt mit der Kürze des Stammes auch sie zu erwartende Lebensdauer.

Darüber hinaus sollte auch keinesfalls die klimatische Umgebung außer Acht gelassen werden: In Gebieten, in denen Spätfröste zu erwarten sind, sollten besser spätblühende Apfelsorten angebaut werden. Die Gefahr, dass ansonsten die Blüten durch Spätfröste zerstört werden, wäre ansonsten zu groß. Auf Grundstücken, die eher schattig gelegen sind, bietet sich hingegen der Anbau frühblühender Sorten an.

360°-Video von dem Apfelbaum (Malus)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie der Apfelbaum (Malus) aussieht.

360°-Video von dem Apfelbaum (Malus) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im April

Der beste Zeitpunkt zum Apfelbaum Pflanzen

Apfelbäume, die als Containerpflanzen erworben werden, können ganzjährig in die Erde gebracht werden. Voraussetzung ist jedoch, dass es frostfrei ist. Wurzelnackte Apfelbäume werden hingegen in der Zeit von Oktober bis April gepflanzt; ebenfalls an frostfreien Tagen. Auch sollte – egal bei welcher Art Baum – darauf geachtet werden, dass der Boden nicht zu nass ist.

Ripe apples on the treeApfelbaum pflanzen: so geht´s!

Die Wahl des richtigen Standortes ist das A und O beim Pflanzen von Apfelbäumen. So ist es beispielsweise nicht ratsam, einen hochwachsenden  Apfelbaum in ein Gemüsebeet zu pflanzen – die Äste würden dem Beet das Sonnenlicht entziehen. Zudem ist nicht nur die zu erwartende Wuchshöhe zu beachten, sondern auch die Wuchsbreite: Hochstämme müssen mindestens drei, besser jedoch fünf Meter Abstand zu anderen Bäumen haben, da ihre Kronen einen riesigen Durchmesser erreichen können. Sehr gut geeignet sind Südhänge mit wenig starken Winden – doch wer hat so ein Plätzchen schon zur Verfügung?

Apfelbäume werden hierzulande als Wurzelnackte oder Containerpflanzen angeboten. Während die Containerpflanzen ganzjährig (außer in Frostphasen) in die Erde gebracht werden können, ist die beste Pflanzzeit für wurzelnackte Apfelbäume im Oktober beziehungsweise November.

Vor dem Einpflanzen werden die Bäumchen circa eine Stunde lang gewässert. Ein geräumiges Loch wird benötigt; die dortige Erde sollte aufgelockert und mit Kompost angereichert werden. Dieses muss mindestens 50 cm tief und doppelt so breit wie das Wurzelwerk sein. Nachdem die Wurzeln schön gewässert sind, schneidet man ihnen circa ein Drittel der Länge ab – nun sind sie zum Einpflanzen bereit.

Bei Einsetzen in die Erde ist es wichtig, dass die Veredelungsstelle immer oberhalb des erdreiches ist! Die Erde gut festtreten und das Bäumchen regelmäßig wässern – schon ist der erste Schritt in Richtung Apfelernte getan…

Es empfiehlt sich, gleich beim Einpflanzen des Bäumchens einen Stützpfahl mit einzusetzen.

Äpfel ernten: wann ist die richtige Zeit?

Je nach Sorte können Äpfel vom Spätsommer an bis in den Oktober geerntet werden. Doch viele Gartenbesitzer wissen nicht, wann ihre Früchte reif sind. Deswegen der Tipp: leicht an den Äpfeln drehen. Lösen sich die Stiele sofort vom Baum, sind die Früchte reif.

So schneiden Sie Ihre Apfelbäume richtig!

Das Abfelbaum schneiden ist eine Wissenschaft für sich. Hierbei wird zwischen drei verschiedenen Schnittarten beim Apfelbaum schneiden unterschieden:

  • Pflanzschnitt (wird bei jungen Bäumchen angewendet, um es in Form zu bringen)
  • Erziehungsschnitt (verhilft dem Bäumchen zu einem korrekten Wachstum)
  • Erhaltungsschnitt (dient der Lichtung des Baumes; alte Äste werden entfernt und machen Platz für junge)

Als Faustregel gilt: je stärker ein Apfelbaum ist, desto später im Jahr sollte man den Apfelbaum schneiden.

Apfelschädlinge und -krankheiten

Gemeinhin kursiert das Gerücht, Apfelbäume seien wahre Verlockungen für Blattläuse und Konsorten. Nun, dem ist nicht so. Natürlich siedeln sich die ungewollten Sauger auch an ihnen an, aber nicht im übernatürlichen starken Maße.

Die Mehlige Apfellaus hingegen ist häufig an Apfelbäumen zu finden. Sie saugt an jungen Trieben, die dann verkrüppeln. Da ein derartiger Befall – insbesondere beim professionellen Anbau – riesige Schäden verursachen kann, ist hier eine Behandlung mit einem speziellen Pflanzenschutzmittel angebracht.

Der Apfelwickler (ein Nachtfalter) legt seine Eier an den Früchten ab. Sobald die kleinen Raupen schlüpfen, kriechen sie in die Äpfel hinein. Ein Rohverzehr dieser Äpfel ist nicht wirklich empfehlenswert, aber nicht schädlich.

Ebenso ist es beim Verzehr von Äpfeln, die Schorfflecken aufweisen (hervorgerufen durch zu starke und/oder zu häufige Regenfälle): sie sehr nicht mehr so schön aus, stellen aber keine gesundheitliche Gefahr dar.

Apfelmehltau ist eine Pilzkrankheit an Apfelbäumen, von der glücklicherweise nur wenige Sorten betroffen sind. Neben dem typischen mehligen Belag erkennt man erkrankte Bäume an ihrem reduzierten Wuchs sowie der geringeren Anzahl von Blättern und Blüten. Logischerweise bringen diese Bäume auch weniger und kleinere Früchte hervor. Betroffene Zweige müssen umgehend entfernt werden (bitte nicht auf dem Kompost entsorgen!).

Übrigens: Keine Sorge, wenn das Apfelbäumchen nicht gleich im ersten Jahr nach dem Pflanzen Früchte trägt. Erst, wenn es einige Jahre alt ist, kann mit einer Apfelernte gerechnet werden.

Graphik: © Smileus-Fotolia.com; © HappyAlex – Fotolia.com


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