Teepflanze, Camellia sinensis anbauen und farmen

Tee, Camellia sinensis
Tee, Camellia sinensis

Die Teepflanze, Camellia sinensis, wird im Allgemeinen für ein Gewächs gehalten, welches im fernen China kultiviert wird. Dies ist zwar absolut richtig, jedoch bedeutet dies nicht, dass es unmöglich ist, Tee in heimischen Gefilden anzubauen. Teepflanzen können sehr gut auch in gemäßigten Breiten kultiviert werden, sofern einige Anbau Tipps beachtet werden. Der Anbau selbst ist im Übrigen nicht besonders schwierig, und es ist ein Riesenvergnügen, wenn eigene Tees getrunken werden können.

Teepflanze, Camellia sinensis Pflanzen – Steckbrief von Gartenbista

Teepflanze Pflegetipps für Schnellleser

  • Blütezeit: Spätwinter; standortbedingt auch Sommer oder Hebst
  • Standort: warm; sonnig bis halbschattig; windgeschützt; im Winter im Haus
  • Substrat: durchlässig; sandig; humos
  • Pflanzzeit: auspflanzen Mitte Mai; Umtopfen Mitte März
  • Pflanzen: Kübelhaltung oder Freiland
  • Aussaatzeit: Frühling; ganzjährig möglich
  • Aussaat: in Anzuchtschalen
  • Vermehrung: Stecklinge
  • Gießen: regelmäßig, aber mäßig
  • Düngen: April bis September 14-tägig mit kalkarmem Wasser
  • Besprühen: regelmäßig mit kalkarmem Wasser
  • Ernte: 2-3 obere junge Blätter
  • Verarbeitung: trocknen
  • Schneiden: nicht notwendig
  • Überwinterung: nicht winterhart; helles Winterquartier im Haus
  • Krankheiten: keine bekannt
  • Schädlinge: Trauermücke
Camellia sinensis Früchte
Camellia sinensis Früchte

Wissenswertes über die Teepflanze

Die Teepflanze, Camellia sinensis, stammt ursprünglich aus Südostasien, wo sie als eine der beliebtesten Kulturpflanzen in unzähligen Sorten angebaut wird. Von dort aus machte sich die kleine Pflanze auf den Weg in viele andere Teile der Welt, um überall kultiviert werden zu können. So kommt es, dass inzwischen die Anbaugebiete weit verteilt sind: Neben China wird Tee heutzutage unter anderem auch in Sri Lanka, Indien, Südamerika, Russland kommerziell angebaut.

Während sie in ihrer Heimat im Freiland ausgepflanzt gedeiht, wird sie hierzulande als Kübelpflanze gehalten. Dies liegt daran, dass sie nicht winterhart ist und demzufolge vor Frosteintritt ins Haus geholt werden muss. Inzwischen ist es Züchtern jedoch gelungen, winterharte Sorten zu züchten, so dass durchaus auch eine Kultivierung direkt im Beet möglich ist.

Tee kann als Baum Höhen von 15 m erreichen, wird aber selten als solcher kultiviert. Um die Arbeit des Anbaus zu erleichtern, wird er als Sträucher gehalten, welche etwa 1,5 m hoch werden. Teesträucher wachsen sehr kompakt und besitzen dunkelgrüne, glänzende Blätter. Im Winter bilden sie weiße oder cremefarbene Blüten, welche in ihrer Mitte goldfarbene Staubfäden umschließen. Aus ihnen bilden sich kapselförmige Früchte, welche jeweils einen Samen enthalten. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn ein zweiter Teestrauch in der Nähe ist, da diese Pflanzen zweihäusig sind.

360°-Video von der Teepflanze (Camellia sinensis)

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Teepflanze (Camellia sinensis) aussieht.

360°-Video von der Teepflanze (Camellia sinensis) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im April

Teepflanze Blütezeit

In ihrer ostasiatischen Heimat blüht die Teepflanze im späten Winter. Die Blütezeit ist jedoch abhängig vom Standort der Pflanze und kann demzufolge auch in den Sommer oder den Herbst fallen.

Teepflanze Standort

Die Teepflanze wird den Sommer über im Freien kultiviert. Dort kann sie zwar ausgepflanzt werden, jedoch ist die Kübelhaltung zu empfehlen. Wichtig bei der Auswahl des Standorts ist zudem, dass er sowohl

  • warm als auch
  • sonnig

gelegen ist. Ein halbschattiges Plätzchen ist ebenfalls möglich. Optimal ist es, wenn dieses eine hohe Luftfeuchtigkeit besitzt.

Keinesfalls sollte der Teestrauch starken Winden ausgesetzt werden; der gewählte Standort muss demzufolge so windgeschützt wie möglich sein.

Das Winterquartier sollte hell sein und Temperaturen zwischen 12°C und 18°C aufweisen. Steht kein solches Plätzchen zur Verfügung, kann die Camellia sinensis auch an einem wärmeren Ort überwintert werden. Ist dies der Fall, wird sie so weiter kultiviert wie im Sommer.

Gartenbista-Tipp: Teepflanze während der Überwinterung gelegentlich mit kalkarmem Wasser einsprühen!

Teepflanze braucht durchlässiges Substrat

Da die Teepflanzen keine Staunässe vertragen, sollten sie unbedingt in durchlässiges Substrat gepflanzt werden. Dieses kann beispielsweise Rhododendronerde sein, er Sand untergemischt wird, aber auch eine Humus-Sand-Mischung.

Wird die Camellia sinensis ins Freiland ausgepflanzt, so sollte der Aushub ebenfalls mit Sand und Humus vermischt werden.

Teepflanzen
Teepflanzen

Teepflanze Pflanzzeit

Soll ein Teestrauch ins Freiland ausgepflanzt werden, so sollte damit bis nach den Eisheiligen (Mitte Mai) gewartet werden:

  • Pflanzloch graben, welches etwas größer als der Wurzelballen ist
  • Aushub mit Sand und Humus mischen
  • In stark verdichteten Böden unten in das Loch eine Drainage aus Kies legen
  • Teepflanze einsetzen
  • Pflanzloch mit Aushub auffüllen
  • Erde andrücken
  • Angießen

Generell ist jedoch zu überlegen, ob solch ein Auspflanzen sinnvoll ist, da die Camellia sinensis sehr gut als Kübelpflanze gehalten werden kann – und dies ganzjährig. Umgetopft wird sie  Mitte März, jedoch ist dies nicht jedes Jahr notwendig, sondern nur, wenn das Pflanzgefäß stark durchwurzelt ist.

Teepflanzen Aussaatzeit: Frühjahr

Die beste Aussaatzeit für Teepflanzen ist das Frühjahr. Zwar ist eine Aussaat ganzjährig möglich, aber wärmere Temperaturen begünstigen die Keimung.

Teepflanze Aussaat: So geht´s!

Das optimale Substrat für eine Camellia sinensis Aussaat ist eine Anzuchterde aus dem Fachhandel. Alternativ kann auch ein Substrat aus Kokosfasern gewählt werden; von herkömmlicher Blumenerde ist jedoch abzuraten, da diese nicht nährstoffarm ist und auch keine ausreichende Luftdurchlässigkeit besitzt.

Saatgut ist im Fachhandel erhältlich, kann jedoch auch aus den Früchten bestehender, befruchteter Teepflanzen gewonnen und dann getrocknet werden. Die Samen werden vor der Aussaat für 24 Stunden in lauwarmes Wasser gelegt.

  • Anzuchtschale mit Substrat füllen
  • Samen etwa einen Zentimeter tief in die Erde stecken
  • Substrat anfeuchten
  • Anzuchtgefäß mit durchsichtiger Plastikfolie überziehen (alle 2-3 Tage lüften, um Schimmelbildung zu vermeiden)
  • Gefäße an einen hellen und warmen Platz (22°C – 25°C) stellen, an dem keine direkte Sonneneinstrahlung herrscht

Das Substrat muss in der Folgezeit immer gleichmäßig feucht gehalten werden, wobei Staunässe unbedingt zu vermeiden ist. Nach einigen Wochen beginnen die Samen zu keimen; die Folie kann nun entfernt werden. Haben die jungen Teepflanzen eine Höhe von etwa 8 cm erreicht, können sie in Einzeltöpfe umgepflanzt und so kultiviert werden wie erwachsene Exemplare.

Gartenbista-Tipp: Vorsicht beim Umtopfen der jungen Pflänzchen! Sie haben noch sehr zarte Wurzeln, die leicht beschädigt werden können.

Teepflanze Vermehrung durch Stecklinge

Es ist durchaus möglich, die Camellia sinensis durch Stecklinge zu vermehren. Dies Procedere ist jedoch sehr zeitaufwändig und nicht immer von Erfolg gekrönt:

  • Im Frühling einen etwa 10 cm langen, verholzten Steckling abreißen (nicht abschneiden!)
  • Pflanzgefäß mit Anzuchterde füllen
  • Steckling in das Substrat stecken
  • Erde anfeuchten
  • Durchsichtige Plastiktüte über das Gefäß ziehen (regelmäßig lüften!)

An einem hellen, warmen Standort dauert es einige Wochen, bis der Steckling Wurzeln gebildet hat. Ist dies der Fall, zeigen sich neue Blätter an dem Steckling. Nun wird die Plastiktüte entfernt und die junge Teepflanze wird wie eine erwachsene Pflanze behandelt.

Teepflanze, Camellia sinensis
Teepflanze, Camellia sinensis

Teepflanze Pflege Tipps

  • Gießen: Die Camellia sinensis verträgt weder Staunässe noch Trockenheit. Sie sollt daher regelmäßig, jedoch mäßig gegossen werden, und zwar mit kalkfreiem Wasser. Optimal ist es, wenn das Substrat immer gleichbleibend feucht ist. Im Winter werden die Wassergaben stark reduziert, sofern die Pflanze in einem Winterquartier steht.
  • Düngen: Von April bis September alle 14 Tage mit Organischem Dünger. Sollte die Teepflanze auch im Winter bei Temperaturen über 20°C kultiviert werden, wird sie ganzjährig gedüngt.
  • Besprühen: Teepflanzen sollten regelmäßig mit kalkarmem Wasser besprüht werden. Wichtig dabei ist, dass dies nicht bei voller Sonneneinstrahlung geschieht, da es dabei zu Schäden an den Blättern kommen kann.

Tee ernten

Geerntet werden die zwei bis drei oberen jungen Blätter. Auch die Blattknospen können verwendet werden. Dies kann theoretisch ganzjährig geschehen, jedoch muss ein Platz zur Verfügung stehen, an dem die Pflanzenteile getrocknet werden können. So empfiehlt sich eine Teeernte nicht unbedingt im Winter, sondern eher in der Vegetationszeit von April bis September.

Teeblätter trocknen

Nach der Ernte müssen die Teeblätter getrocknet werden. Dieses Procedere ist sehr zeitaufwendig, da es nicht in der Sonne durchgeführt werden kann. Geeignet ist ein warmer Platz, der zudem sehr gut durchlüftet ist. Ist dies nicht der Fall, kann es leicht zur Schimmelbildung kommen.

Eine regelmäßige Kontrolle der Teeblätter ist unabdingbar. Verschimmelte oder anderweitig befallene Blätter sind umgehend zu entsorgen. Die anderen verbleiben für einige Wochen an dem gewählten Ort, bevor sie zu einem Tee verarbeitet werden können.

Teepflanze schneiden

Während im kommerziellen Teeanbau die Sträucher maschinell geschnitten werden, ist bei den meisten Teesorten hierzulande ein Rückschnitt nicht erforderlich. Um eine schöne Wuchsform zu bekommen beziehungsweise diese zu erhalten, kann die Teepflanze direkt nach der Blüte etwas gestutzt werden.

Gartenbista-Tipp: Wer besonders kräftige und buschige Teepflanzen haben möchte, sollte an jenen Trieben, die fünf neue Blätter gebildet haben, die oberen beiden abknipsen.

Teepflanze richtig überwintern

Teesträucher sind in unseren Breitengraden nicht winterhart und müssen deswegen zwingend ins Haus geholt werden, sobald die Temperaturen unter 10°C fallen. Optimal ist es, ihnen ein Winterquartier anzubieten, welches hell ist und in dem Temperaturen zwischen 12°C und 18°C herrschen. In derartigen Räumlichkeiten werden die Wassergaben stark eingeschränkt; gedüngt wird gar nicht.

Sollte ein solches Plätzchen jedoch nicht zur Verfügung stehen, kann die Teepflanze auch bei normalen Zimmertemperaturen überwintert werden. In derartigen Fällen ist es allerdings notwendig, dass sie ebenso gegossen und gedüngt wird wie im Sommer.

Teepflanzen
Teepflanzen

Teepflanze Krankheiten und Schädlinge

Gegenüber Krankheiten ist die robuste, immergrüne Pflanze weitestgehend resistent. Viel mehr leidet sie unter Pflegefehlern wie

  • Falscher Standort
  • Kalkhaltiges Wasser
  • Falsche Wasserdosis.

Auch Schädlinge kommen selten auf der Teepflanze vor. Lediglich die Trauermücke siedelt sich gelegentlich dort an. Diese richten zwar keine Schäden an, jedoch ihre Larven: sie fressen die Wurzeln der besiedelten Pflanzen, und bis dies von deren Besitzern bemerkt wird, ist es oft genug bereits zu spät. Vorbeugend sollten Gelbtafeln in die Pflanzgefäße gesteckt werden, an denen die lästigen Schädlinge kleben bleiben.

 

Graphiken: © iamtk – Fotolia.com; arunsri – Fotolia.com; boonsom – Fotolia.com; Yakov – Fotolia.com; greentellect – Fotolia.com


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