Schnittknoblauch richtig anbauen, pflegen und ernten

Schnittknoblauch, Allium tuberosum
Schnittknoblauch, Allium tuberosum

Der Schnittknoblauch ist das perfekte Würzkraut für alle, die zwar den würzigen Geschmack von Zwiebelgewächsen lieben, die Ausdünstungen nach deren Verzehr jedoch weniger. Mit dem richtigen Knowhow kann er leicht im Hausgarten angebaut werden. Wir sagen Ihnen, was dabei zu beachten ist.

Schnittknoblauch (Allium tuberosum) – Steckbrief von Gartenbista

  • Standort: sonnig
  • Boden: überall; bevorzugt nährstoffreich und durchlässig
  • Blütezeit: JuliSeptember
  • Topfkultur: möglich
  • Vermehrung: Aussaat, Teilung
  • Aussaatzeit: März – September; im Freiland bis Ende April
  • Gießen: nur bei starker Trockenheit; im Topf regelmäßig
  • Düngen: im Frühjahr; im Topf regelmäßig
  • Pflanzenhöhe/-größe: 25 – 80 cm
  • Erntezeit: Juni – September/Oktober; im Haus ganzjährig
  • Lagerung: 3 Tage im Wasserglas, Einfrieren, Pesto
  • Überwinterung: winterhart
  • Heilwirkung: antibakteriell, verdauungsfördernd
  • Krankheiten und Schädlinge: Blattläuse, Zwiebelfliegen, Schnittlauchrost

Allgemeine Informationen über Schnittknoblauch

Der Schnittknoblauch, Allium tuberosum, gehört zur Familie der Zwiebelgewächse und ist auch unter der Bezeichnung Knoblauch-Schnittlauch bekannt. Ursprünglich ist er in China beheimatet, wird aber inzwischen nahezu weltweit kultiviert. Die bis zu 80 cm hohe Pflanze wächst ausdauernd und krautig. Von Juli bis September bilden sich zahlreiche weiße Blüten, die zwar ansprechend aussehen, ansonsten kaum Verwendung finden. Wie bei Schnittlauch sind es hauptsächlich die Stängel, die verzehrt werden. Dies geschieht ausschließlich in frischem Zustand. Sehr gut kann der Schnittknoblauch zur Verfeinerung all jener Speisen genutzt werden, für die ansonsten Knoblauch zum Einsatz kommen würde. Der Vorteil: geschmacklich ähneln sich die beiden Würzkräuter zwar sehr, im Gegensatz zu richtigem Knoblauch verursacht der Allium tuberosum jedoch keine unangenehmen Ausdünstungen.

Sehr gerne wird das Zwiebelgewächs zur Verfeinerung von

  • Fisch,
  • Fleisch,
  • Gemüse,
  • Nudelgerichten,
  • Pizza,
  • Salaten,
  • Soßen und
  • Suppen

verwendet. Es eignet sich ebenfalls hervorragend zur Herstellung von Kräuterbutter, Kräuterquark, Marinade sowie Dips.

Auch die Wurzeln können verzehrt werden, sowohl roh als auch gekocht oder gedünstet. Die Samen, die sich aus den Blüten entwickeln, eignen sich hervorragend zur Herstellung von Öl. Dieses ist nicht nur vom Geschmack her sehr gaumenschmeichelnd, sondern besitzt zudem noch eine Heilwirkung: es wirkt stark antibakteriell sowie verdauungsfördernd.

Wer Probleme mit Maulwürfen hat, sollte unbedingt Schnittknoblauch kultivieren. Ihm wird nachgesagt, dass er in seiner Umgebung sowohl diese Tierchen als auch lästige Insekten vertreibt.

Achtung: Für Hunde, Katzen sind größere Mengen Schnittknoblauch giftig!

Schnittknoblauch Sorten

Hierzulande werden drei verschiedene Schnittknoblauch-Sorten angeboten:

  • Kobold“, der eine kleine und kompakte Wuchsform hat und ausgesprochen viele Stängel hervorbringt
  • Monstrosum“, der bis zu 80 cm hoch werden kann und derart aromatische Blüten hervorbringt, dass diese gerne in der heimischen Küche verwendet werden
  • Rosa Schnittknoblauch“, der keine weißen, sondern rosafarbene Blüten hervorbringt. Zudem bildet er sehr dicke und saftige Blätter sowie kleine Zwiebeln, die ebenfalls verzehrt werden können

Standort

Um sich optimal entwickeln zu können, benötigt der Schnittknoblauch einen sonnigen Standort. Notfalls nimmt er auch mit einem Plätzchen im Halbschatten vorlieb, keinesfalls jedoch im Schatten oder in dunklen Ecken. Diese Tatsache ist insbesondere bei Topfkultur wichtig: die Pflanzgefäße sollten an einem Standort aufgestellt werden, an dem sie einen halben Tag lang von der Sonne beschienen werden.

Boden/Substrat

Was die Beschaffenheit des Bodens angeht, ist der Knoblauch-Schnittlauch wieder bescheiden: er gedeiht in jedem Substrat, sofern es nicht zu hart ist. Ideal ist es, wenn dieses durchlässig und nährstoffreich ist. Wird er in einem Topf kultiviert, kann handelsübliche Blumenerde verwendet werden.

Gartenbista-Tipp: Zu feste Böden mit Humus oder Sand auflockern!

Aussaat

Schnittknoblauch kann sehr gut per Aussaat vermehrt werden. Entsprechendes Saatgut ist im Fachhandel erhältlich; alternativ kann es auch aus den Blüten bestehender Pflanzen gewonnen werden. die Aussaatzeit liegt zwischen März und September, wobei beachtet werden muss, dass es sich um Kaltkeimer handelt. Dies bedeutet, dass der Samen einige Zeit Kälte ausgesetzt werden muss, um zu keimen.

  • Töpfchen mit Aussaaterde füllen
  • Samen in die Töpfe geben und etwa 1 cm mit Erde bedecken
  • Bei 20°C vier Wochen stehenlassen
  • Substrat gleichmäßig feucht halten
  • Anzuchttöpfe danach 4 – 6 Wochen kaltstellen (Im Freien bei -4°C – 4°C oder im Kühlschrank)
  • In der Folgezeit ist ein Standort mit Temperaturen bis 12°C optimal

Ausgepflanzt werden die jungen Alliumpflanzen jedoch erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai), da sie noch nicht widerstandsfähig gegenüber etwaigen Spätfrösten sind.

Alternativ kann auch eine Direktsaat erfolgen. Diese sollte bis Ende April abgeschlossen sein. Zu beachten ist, dass das Saatgut im Freiland etwas tiefer in die Erde muss, nämlich 2 cm.

Pflanznachbarn

Bezüglich seiner pflanzlichen Nachbarschaft ist die ansonsten pflegeleichte Pflanze etwas anspruchsvoll: keinesfalls möchte der Schnittknoblauch neben Hülsenfrüchten wie Bohnen oder Erbsen kultiviert werden; auch Kohl mag er nicht. Sehr gute Nachbarn sind hingegen:

Auch zwischen Erdbeeren gedeiht das Zwiebelgewächs prächtig.

Schnittknoblauch Pflege

  • Gießen: Im Beet muss der Allium tuberosum nur an heißen Sommertagen beziehungsweise in langen Trockenperioden gegossen werden. Dies sollte nur in den Morgen- oder Abendstunden geschehen, da Wasser auf den Pflanzenteilen in Verbindung mit Sonne zu Verbrennungen führen kann. Schnittknoblauch verträgt überhaupt keine Staunässe. Besonders in Topfkultur kann sich diese jedoch leicht bilden. Um sie zu vermeiden, muss das Pflanzgefäß zwingen unten Löcher besitzen, durch die überschüssiges Wasser abfließen kann. Sollte ein Gießuntersetzer verwendet werden, so sollte auch in diesem kein Wasser stehen.
  • Düngen: Im Frühling sollte eine Gabe Langzeitdünger oder Kompost in das Beet eingearbeitet werden. Wird das Zwiebelgewächs im Kübel kultiviert, sind regelmäßige Düngegaben sinnvoll. Optimal ist organischer Dünger, beispielsweise Guano.
  • Schneiden: Ein Schnitt im herkömmlichen Sinne ist nicht notwendig. Jedes Entfernen von Pflanzenteilen ist gleichbedeutend mit einem Erntevorgang. Einzige Ausnahme: das Abschneiden der Blüten. Dies sollte grundsätzlich zeitnah geschehen, da die Blüten- sowie Samenbildung die Pflanzen viel Kraft kostet.

Vermehrung

Während die Aussaat etwas Zeit in Anspruch nimmt, gibt es eine weitere Methode zur Schnittknoblauch Vermehrung, die wesentlich schneller geht: die Teilung. Diese hat – neben den neu gewonnenen Pflanzen – außerdem noch den Vorteil, dass bestehende Pflanzen verjüngt werden und somit besser austreiben. Demzufolge ist es sinnvoll, die Teilung spätestens alle drei Jahre durchzuführen, und zwar sowohl bei Schnittknoblauch in Topfkultur als auch in Freilandhaltung.

  • Im Frühjahr oder Spätsommer Allium tuberosum ausgraben
  • Mit einem sauberen, scharfen Messer Pflanze teilen
  • Die beiden entstandenen Pflanzen wieder in die Erde setzen, wobei ein Abstand von 30 cm zwischen ihnen eingehalten werden muss
  • Gründlich angießen

Überwinterung von Schnittknoblauch

Die hierzulande angebotenen Schnittknoblauch-Sorten sind winterhart und benötigen keinen speziellen Schutz während der kalten Jahreszeit. Manch ein Gartenbesitzer mach sich Sorgen, weil die oberirdischen Pflanzenteile während des Winters absterben. Es besteht jedoch kein Grund zur Panik: es handelt sich dabei um einen vollkommen natürlichen Prozess. Im folgenden Frühjahr wird das Zwiebelgewächs von ganz allein wieder austreiben.

Ernte

Ein Allium tuberosum, der im Haus kultiviert wird, kann ganzjährig geerntet werden. Dies hat den Vorteil, dass das aromatische Kraut jederzeit frisch zur Verfügung steht.

Wird der Schnittknoblauch hingegen im Freien angebaut, so erfolgt die Ernte zwischen Juni und September/Oktober. Abgeschnitten werden grundsätzlich sämtliche Pflanzenteile, die verwendet werden sollen: Knospen, Blüten und Blätter. Die Ernte kann mehrfach im Jahr erfolgen. Dabei ist jedoch folgendes zu beachten:

  • Nur sauberes Schnittwerkzeug verwenden
  • Den Schnitt nicht zu dicht über dem Boden ansetzen, da ansonsten die Gefahr besteht, dass neue Triebe verletzt werden
  • Generell ein paar Blätter stehenlassen, damit die Pflanze neu austreibt
  • Immer nur so viel ernten, wie verwendet wird
  • Mitte Oktober die komplette Pflanze abernten, da sie durch Frost an Geschmack verliert

Schnittknoblauch Konservierung

Es ist leider sehr schwierig, Schnittknoblauch zu konservieren. Deswegen die Empfehlung, nur den jeweiligen Bedarf abzuschneiden. Sollte dennoch etwas übrigbleiben, können die Stängel in ein Wasserglas gestellt werden. Dort bleiben sie für maximal drei Tage frisch.

Ein Trocknen des Krauts ist bedauerlicherweise nicht sinnvoll: Allium tuberosum verliert sein typisches Aroma sowie seinen Geschmack.

Eine Möglichkeit des Haltbarmachens besteht im Einfrieren, jedoch ist auch bei dieser Methode mit einem massiven Geschmacksverlust zu rechnen. Zudem kann es passieren, dass der Schnittknoblauch matschig wird. Ist ein Einfrieren unumgänglich, werden die Stängel lagenweise zunächst schockgefroren, danach in Einfrierbeutel gelegt.

Experten raten zur Herstellung eines Pestos. Benötigt werden:

  • 100 g Schnittknoblauch
  • 15 g Pinienkerne
  • 15 g geriebenen Parmesan
  • 50 ml Olivenöl

Alle Zutaten werden vermischt und zerkleinert. Danach mit Pfeffer und Salz abschmecken und in verschließbare Gläser füllen. Im Kühlschrank ist das Pesto mehrere Monate lang haltbar.

Krankheiten und Schädlinge

Man möchte meinen, dass der Schnittknoblauch aufgrund seines Duftes abschreckend auf Schädlinge wirkt. Dem ist jedoch leider nicht so:

Blattläuse siedeln sich sehr gerne an Zwiebelgewächsen in Topfkultur an. Keinesfalls sollten die Pflanzen mit einem Pflanzenschutzmittel behandelt werden. Sinnvoller ist ein alter Trick:

  • Substrat gut abdecken
  • Schnittknoblauch kopfüber für mindestens zwei Stunden in einen Wassereimer stecken
  • Für gewöhnlich sind nach dieser Zeit die ungebetenen Gäste verschwunden

Auch Zwiebelfliegen finden großen Gefallen an dem Allium tuberosum: sie legen ihre Eier an ihm ab. Die Maden schlüpfen und stürzen sich gleich auf die jungen Triebe und Keimlinge der Pflanze. Meistens ist diese nicht mehr zu retten; eine Behandlung ist nicht möglich. Zum Schutz des Schnittknoblauchs können über das Beet Netze gespannt werden, durch die Zwiebelfliegen nicht hindurch kommen.

Beim Schnittlauchrost handelt es sich um eine Pilzkrankheit, die überwiegend auf Zwiebelgewächsen anzutreffen ist. Sie äußert sich in braunen Stellen auf den Pflanzenteilen, die stark an Rost erinnern. Häufig kommt für die betroffene Pflanze jede Hilfe zu spät. Es kann jedoch versucht werden, durch großzügiges Abschneiden der angegriffenen Triebe den Schnittknoblauch zu retten. Falls nicht, muss er aus der Erde geholt und entsorgt werden (nicht auf dem Kompost!).

 

Symbolgraphiken: © Eberhard – Fotolia.com


, Kategorie: Kräuter

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