Steckbrief vom Löwenzahn – Pflanze & Heilkraut

Es gibt wohl kaum einen Menschen, dem der Löwenzahn kein Begriff ist. Schon im Kindesalter finden erste Berührungen mit dieser Pflanze statt, wenn sie in Form von Pusteblumen Begeisterungsstürme hervorruft. Mit zunehmendem Alter lässt diese Begeisterung hingegen stark nach, und die meisten erwachsenen Hobbygärtner sehen in dem Löwenzahn eher den Feind im eigenen Beet als einen Anlass zur Freude.

Löwenzahn – Steckbrief von Gartenbista:

Wissenswertes über Löwenzahn

Der Löwenzahn, wie wir ihn hierzulande kennen, ist eine Frühlingspflanze. Bereits ab April leuchten überall seine gelben Blütenköpfchen – und das bis in den Oktober hinein, wobei seine Hauptblühphase allerdings die Monate April und Mai sind. Die circa 30 cm langen Stängel des Löwenzahns sind mit einer milchigen Flüssigkeit gefüllt („Milchsaft“). Aus den Blüten bilden sich nach dem Abblühen die allseits bekannten und beliebten Pusteblumen, die zum Transport von Samen dienen.

Heilkraut als Unkraut verschrien

Denkt man an Löwenzahn, wird er automatisch der Kategorie „Unkraut“ zugeordnet. Er wächst dort, wo ihn kein Gartenbesitzer braucht (Rasenfläche, Blumenbeet), lässt sich schwierig entfernen (Pfahlwurzeln) und vermehrt sich darüber hinaus noch extrem schnell. All diese Eigenschaften tragen nicht dazu bei, dass er in der Beliebtheitsskala der Pflanzen weit oben rangiert. Schade eigentlich, denn der freundlich wirkende, leuchtend gelbe Löwenzahn ist eigentlich ein Heilkraut – und kein Unkraut.

Die heilende Wirkung der Löwenzahn Pflanze bei diversen Erkrankungen

Löwenzahnpflanzen gelten als besonders blutreinigend, stoffwechselfördernd, vitamin- und mineralienreich. Das Kraut wird entweder als Tee getrunken oder als Tinktur auf die betroffene Körperstelle aufgetragen. Zu deren Herstellung können sowohl die Blätter, als auch die Blüten und Wurzeln verwendet werden (bitte nicht die Stängel!), wobei diese unterschiedliche „Erntezeiten“ haben: Blüten im März und April; Blätter von Mai bis September und Wurzeln sowohl im März als auch im September und Oktober. Zu beachten ist hierbei, dass möglichst Löwenzahnpflanzen aus dem Garten verwendet werden sollten und keine vom Straßenrand.

Löwenzahn wird unter anderem unterstützend eingesetzt bei:

  • Allergien
  • Appetitlosigkeit
  • Zur Blutbildung sowie –reinigung
  • Ekzemen
  • Frühjahrsmüdigkeit
  • Gallenbeschwerden
  • Gicht
  • Harnwegserkrankungen (aufgrund seiner harntreibenden Wirkung)
  • Lebererkrankungen
  • Rheuma
  • Verdauungsbeschwerden allgemein

Auch zur Entschlackung, beispielsweise im Frühjahr, ist Löwenzahntee sehr empfehlenswert.

Löwenzahntee herstellen: so geht´s!

  • Zwei Teelöffel getrocknete Löwenzahnteile mit ¼ Liter kaltem Wasser übergießen
  • Kurz aufkochen
  • Circa 10 Minuten ziehen lassen

Alternativ hierzu kann man auch zwei Teelöffel Löwenzahn in eine Tasse geben, mit kochendem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen.

Löwenzahntinktur herstellen

  • 40 Gramm getrocknete Löwenzahnwurzeln mit 300 ml Alkohol (beispielsweise Spiritus) ansetzen
  • 10 Tage ruhen lassen
  • Absieben

Auch als Küchenkraut ist diese Pflanze empfehlenswert

Nicht nur für medizinische Zwecke, sondern auch in der heimischen Küche ist der Löwenzahn gerne gesehen. Seine Blätter haben einen herben Geschmack und eignen sich hervorragend zur Herstellung von ganz besonderen Salaten. Tolle Rezepte hierzu finden Sie hier.

Honig aus Löwenzahn zubereitet ist eine interessante und gesunde Alternative zu „normalem“ Honig. Wie Sie diese Leckerei ganz einfach selbst herstellen können, erfahren Sie hier.

Übrigens: auch im Bereich der Kosmetik findet der Löwenzahn seine Anhänger. Haut und Haare, mit einer Essenz aus dieser Pflanze behandelt, sollen regelrecht erblühen – und angeblich verschwinden sogar Sommersprossen…

Bitte beachten Sie, dass gartenbista-Artikel nicht den fachlichen Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Physiotherapeuten ersetzen können. Außerdem übernehmen weder der Autor noch gartenbista das Risiko für eine Eigenbehandlung aufgrund dieses Artikels.

Graphik: © photoparis-Fotolia.com


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