Küchenlorbeer im Garten kultivieren – Tipps zur Pflege & Verwendung

Lesezeit: 7 Min.
Küchenlorbeer, Laurus nobilis
Küchenlorbeer, Laurus nobilis

Der Küchenlorbeer – auch einfach nur Lorbeer oder Gewürzlorbeer genannt – ist eine sehr beliebte Würz- und Heilpflanze, die bereits seit Jahrhunderten kultiviert wird. Die Pflege ist nicht besonders schwierig, wenn man auf die Ansprüche des Gewächses bezüglich Standort und Überwinterung eingeht. Was bei der Kultivierung zu beachten ist, haben wir für Sie zusammengefasst.

Küchenlorbeer, Laurus nobilis– Pflanzen-Steckbrief von Gartenbista

  • Pflanzenhöhe/-größe: in seiner Heimat >10 m; hierzulande sortenabhängig 1 – 5 m
  • Blütezeit: Mai
  • Blütenfarbe: weiß
  • Standort: sonnig, regengeschützt
  • Boden: nährstoffreich, sandig
  • Kübelhaltung: empfehlenswert
  • Gießen: mäßig
  • Düngen: Frühjahr, AprilAugust
  • Schneiden: Mai & August
  • Erntezeit: ideal Frühjahr & Herbst
  • Vermehrung: Stecklinge, Aussaat
  • Überwinterung: frostfrei, da nicht winterhart
  • Heilwirkung: verdauungsfördernd
  • Schädlinge & Krankheiten: keine bekannt

Allgemeine Informationen über diese Pflanze

Der Küchenlorbeer ist auch als Echter Lorbeer oder Gewürzlorbeer bekannt. Er gehört zur Familie der Lorbeergewächse und stammt ursprünglich aus Asien, von wo er in den Mittelmeerraum gelangt und von dort aus in viele andere Länder der Welt. In seiner Heimat kann er Wuchshöhen von 10 m und mehr erreichen; hierzulande ist die nicht möglich. Das liegt an einer eingeschränkten Wuchsfreudigkeit, welche die hier angebotenen Kultivate haben. Für gewöhnlich werden sie nicht höher als einen Meter.

Lorbeerzweig
Lorbeerzweig

Laurus nobilis bildet ovale, bis zu 10 cm lange Blätter aus, welche aufgrund ihres Glanzes sehr attraktiv aussehen. Im Mai kommt es zudem zur Bildung kleiner weißer Blüten, aus denen sich später schwarze Beeren entwickeln – allerdings nur bei den weiblichen Exemplaren. Aus ihnen können wunderbare Salben hergestellt werden. Zudem können die enthaltenen Samen zur Aussaat genutzt werden.

Obwohl der Lorbeer sehr dekorativ ist, wird er vorwiegend aufgrund seiner Blätter kultiviert: diese eignen sich hervorragend zum Würzen verschiedener Speisen und besitzen zudem eine heilende Wirkung bei Verdauungsbeschwerden.

Gartenbista-Tipp: Trifft man in südlichen Ländern auf Lorbeerbäume, sollte man deren Blätter nicht ohne weiteres essen, da lediglich der Laurus nobilis ungiftig ist!

Ist Küchenlorbeer giftig für Tiere?

Im Gegensatz zu seinem Namensvetter, dem Kirschlorbeer, ist der Küchenlorbeer für Tiere nicht giftig. Zwar ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Hund oder eine Katze an den aromatischen Pflanzenteilen knabbert, jedoch kann ein Tierhalter diesem Treiben ganz unbesorgt zusehen.

Küchenlorbeer Anbau – Standort

Die beliebte Würzpflanze kann ganz leicht hierzulande kultiviert werden, wenn man ihre Vorlieben kennt. Diese beginnen mit einem warmen, sonnigen Standort, der zudem ein wenig regengeschützt sein sollte.

Boden

Küchenlorbeer bevorzugt ein nährstoffreiches, sandiges Substrat. Ideal ist es, handelsübliche Kübelpflanzenerde mit Humus zu mischen; gegebenenfalls noch etwas Sand beifügen.

Küchenlorbeer auf dem Balkon kultivieren?

Da es sich aufgrund seiner mangelnden Winterhärte anbietet, den Küchenlorbeer in einem Pflanzgefäß zu kultivieren, kann er auch sehr gut auf dem Balkon gehalten werden. Wichtig ist, dass er ein passendes Substrat bekommt und dass sein Pflanzgefäß unten Löcher hat, durch die überschüssiges Gießwasser abfließen kann.

Auch sollte der Lorbeer etwa alle drei Jahre in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft werden, damit er sich weiter entwickeln kann.

Pflanzen

Küchenlorbeer besser im Pflanzgefäß pflanzen
Küchenlorbeer besser im Pflanzgefäß pflanzen

Wer in milden Regionen – beispielsweise Weinanbaugebieten – wohnt und zudem eine Küchenlorbeersorte besitzt, welche als frosthart gilt, kann ihn im Freiland pflanzen. Dies sollte zwischen Ende April und Juni geschehen, damit das Gewächs bis zum Winter genügend Zeit hat, sich einzuwurzeln.

Laurus nobilis Pflege: gießen

Der Wasserbedarf ist eher gering. In Erinnerung an seine warme Heimat kommt der Küchenlorbeer eher mit zu viel Trockenheit als mit zu viel Nässe zurecht. Grundsätzlich sollte erst dann gegossen werden, wenn die oberste Erdschicht angetrocknet ist – aber regelmäßig. Die einzelnen Wassergaben sollten aber nur so dezent ausfallen, dass das Substrat nicht nass ist.

Düngen

Eine Gabe organischer Dünger im Frühjahr ist für gewöhnlich ausreichend, um den Nährstoffbedarf zu decken. Im Pflanzgefäß kann es jedoch notwendig sein, gelegentliche Gaben Kräuterdünger oder Pflanzenjauche zu verabreichen. Dies geschieht jedoch ausschließlich während der Vegetationsphase von April – August.

Sollte ein Nährstoffmangel vorliegen, so zeigt die Pflanze dies an: die schönen Blätter verlieren ihre kräftige Farbe und wirken matt.

Gewürzlorbeer schneiden?

Die Gewächse lassen sich wunderbar in Form schneiden, wenn man dies möchte. Ansonsten dienen Schnittmaßnahmen der Eindämmung der Wuchsfreudigkeit, was besonders bei den hochwachsenden Exemplaren sinnvoll ist. Sie werden zweimal jährlich geschnitten: im Mai und im August. Wichtig dabei ist, dass die Triebe einzeln entfernt werden, und zwar mit einer Handgartenschere.

Gartenbista-Tipp: Die Blätter möglichst nicht durchschneiden, da dies zu unschönen Stellen führt!

Vermehrung

Wer noch mehr von seinem Küchenlorbeer haben möchte, kann ihn ganz leicht durch Stecklinge vermehren. Hierfür werden im Sommer einfach einige Triebe in Anzuchterde gesteckt. Alternativ können sie auch zunächst in ein Wasserglas, bis sie Wurzeln gebildet haben.

Auch eine Vermehrung durch Aussaat ist möglich; entsprechendes Saatgut ist im Fachhandel erhältlich oder kann aus den Beeren gewonnen werden.

So ernte ich richtig

  • Saubere, scharfe (Garten-)Schere verwenden
  • Ganze Triebe abschneiden
  • Ein Drittel stehen lassen

Zeitpunkt

Es wird gelegentlich empfohlen, dass die idealen Erntezeiten im Frühjahr und im Herbst liegen, da das Laub dann am aromatischsten ist. Diese Zeiten passen sehr gut mit den Schnitten zusammen, so dass die Ernte gleichbedeutend mit Lorbeer Schneiden ist.

Wer jedoch auch außerhalb dieser Zeiten gerne frischen Lorbeer haben möchte, kann durchaus auch dann zur Schere greifen und sich einen Trieb abschneiden, beispielsweise zum Gurken einlegen. Bitte darauf achten, dass dies rechtzeitig geschieht, so dass die Blätter vor der Verarbeitung noch trocknen können.

Küchenlorbeer trocknen & aufbewahren

Frische und getrocknete Blätter
Frische und getrocknete Blätter

Grundsätzlich sollten Lorbeerblätter vor der Verwendung einige Tage lang getrocknet werden, da sie dadurch ihren bitteren Geschmack verlieren und ihr spezielles Aroma entwickeln. Danach kommen sie in ein luftdicht verschlossenes Gefäß an einen dunklen und kühlen Ort, wo sie etwa ein Jahr lang ihren charakteristischen Geschmack beibehalten.

Ist diese Pflanze winterhart?

Küchenlorbeer toleriert zwar ein wenig Frost, ist aber überhaupt nicht winterhart. Dies bedeutet, dass er ins Haus geholt werden sollte, sobald es draußen kühler wird. Sein Winterquartier sollte Temperaturen zwischen 5° C und 15° C aufweisen.

Inzwischen gibt es verschiedene Züchtungen, die eine gewisse Winterhärte vorweisen und demzufolge im Freien überwintern können. Dennoch sollten auch sie einen Winterschutz in Form von Reisig oder Laub bekommen; Kübel sollten zudem mit Frostschutzvlies oder Jute umwickelt werden.

Tipps zur Überwinterung

  • Wenig gießen; nicht düngen.
  • Blätter können auch im Winter geerntet werden, jedoch ist davon abzuraten: der Küchenlorbeer soll sich erholen und Kraft für das Folgejahr schöpfen.

Gartenbista-Tipp: Auch in jenen Regionen, in denen der Küchenlorbeer im Freien überwintert, ist ein Winterschutz ratsam!

Küchenlorbeer Verwendung

Die Blätter lassen sich vielseitig verwenden
Die Blätter lassen sich vielseitig verwenden

In der Küche ist der Laurus nobilis ein fantastisches Würzkraut, welcher zur Verfeinerung beziehungsweise Aromatisierung von verschiedenen Gerichten verwendet werden kann:

  • Eintöpfe
  • Fisch
  • Fleisch
  • Kartoffelgerichte
  • Rotkohl
  • Soßen
  • Suppen

Auch zum Einlegen, beispielsweise von Gurken, eignen sich die Lorbeerblätter hervorragend.

Wie schmeckt er?

Wenn man einen Küchenlorbeer bei sich kultiviert, sollte man sich mal den Spaß machen und in eines seiner Blätter beißen. Vorab gesagt: es schmeckt bitter. In frischem Zustand ist der Küchenlorbeer bitter, so dass er nicht unbedingt verwendet wird. Sein typisches Aroma entwickelt er erst in getrockneter Form: würzig, aromatisch und fast ein wenig aufdringlich – aber sehr delikat.

Wirkung & Anwendung in der Naturheilkunde

Während der Küchenlorbeer in der Antike einen hohen Stellenwert als naturheilkundliche Anwendung hatte, ist dies heutzutage nicht mehr der Fall. Dies bedeutet jedoch nicht, dass keine Wirkungen vorhanden wären: Laurus nobilis wird gerne in Form von Tee zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Er regt die Verdauung an und verhindert zudem Blähungen und Völlegefühl.

Auch werden ihm entzündungshemmende sowie durchblutungsfördernde Eigenschaften nachgesagt.

Tipps zum Küchenlorbeer Verwenden

  • Grundsätzlich sollten die Blätter immer getrocknet verwendet werden, da sie ansonsten bitter sind.
  • Blätter nichtteilen, sondern nur knicken.
  • Sparsam verwenden: Laurus nobilis ist sehr aromatisch!
  • Die Blätter nicht länger als eine halbe Stunde mitkochen und vor dem Essen entfernen.

Video-Tipp der Redaktion: Küchenlorbeer richtig pflegen

In folgendem Video haben wir für Sie alles Wesentliche zusammengefasst, was bei der Küchenlorbeer Pflege im Sommer und Winter zu beachten ist:

▶️

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Was passiert, wenn man ein Lorbeerblatt anzündet?

Bereits in der Antike wurden getrocknete Lorbeerblätter in eine feuerfeste Schale gegeben und angezündet. Der Rauch ist aromatisch und zugleich beruhigend und soll beim Stressabbau, zur Beruhigung sowie zur Entspannung beitragen. Doch Vorsicht: Haustierhalter sollten dieses Procedere nicht durchführen, wenn ihre tierischen Mitbewohner in der Nähe sind. Die Gefahr, dass sich ein Hund, eine Katze oder ein Vogel an den schwelenden Blättern verbrennt, ist nicht zu unterschätzen.

Kann man größere Mengen Lorbeer essen?

Wie bei vielen Heil- und Würzpflanzen sollte auch der Lorbeer in Maßen genossen werden. Wird eine große Menge verzehrt, führt dies nicht nur zu Verdauungs-, sondern auch zu Bewusstseinsstörungen sowie tranceähnlichen Zuständen.

Wofür verwende ich Lorbeeröl?

Das beliebte ätherische Öl kann sowohl innerlich eingenommen werden, wo es unterstützend bei Atemwegserkrankungen ist sowie zur Stärkung des Immunsystems dient. Auch können einige Tropfen ins Badewasser gegeben werden, was nicht nur für ein herrliches Entspannungsbad sorgt, sondern zudem auch gegen rheumatische Beschwerden hilft.

 

Symbolgraphiken: © Maksims – stock.adobe.coom; lamax – stock.adobe.com; bilderhexchen – stock.adobe.com; Mira Drozdowski – stock.adobe.com; Alexander Raths – stock.adobe.com


• 5. August 2021 • Kategorie: Kräuter

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