Heimische Kräuter für Teemischungen – Übersicht, Wirkung & Rezepte

Lesezeit: 7 Min.
Kräuter für Teemischungen
Kräuter für Teemischungen

Um an die besten Kräuter für Teemischungen heranzukommen, muss man nicht Supermärkte oder Bioläden durchstöbern: sie wachsen vor der Haustür, genauer gesagt, im heimischen Garten. Selbst angebaut, frischt geerntet und konserviert tragen sie dank ihrer heilenden Kräfte dazu bei, den Winter sowie mancherlei Beschwerden zu überstehen. Welche Pflanzen dies sind und wie sie wirken, erfahren Sie hier – inklusive beliebter Rezepte für Kräutertee.

Kurz und knapp

  • Kräuter für Teemischungen können sehr gut im eigenen Garten angebaut werden
  • Für einen Aufguss können Blätter, Blüten, Früchte, Samen, Triebe und Wurzeln verwendet werden; sowohl getrocknet als auch frisch
  • Viele heimischen Kräuter haben eine großartige Heilwirkung
  • Es sollten nicht mehr als sieben verschiedene Kräuter gemischt werden; drei bis vier sind für gewöhnlich ausreichend
  • Die tägliche Verzehrmenge von drei bis fünf Tassen Kräutertee sollte nicht überschritten werden

Geeignete Pflanzenteile

Für Teemischungen eignen sich nahezu sämtliche Pflanzenteile:

  • Blätter
  • Blüten
  • Früchte & Samen
  • Triebe und Triebspitzen
  • Wurzeln

Es ist allerdings nicht grundsätzlich so, dass man von jeder Pflanze auch tatsächlich alle Teile verwenden kann. Während von einigen überwiegend Blätter und/oder Triebspitzen Verwendung finden (beispielsweise Minze), sind bei anderen vor allem die Blüten begehrt (Kamille), während bei weiteren Pflanzen lediglich Früchte zur Zubereitung eines Aufgusses genommen werden (Hagebutte). Demzufolge sollte man als Kräuter- beziehungsweise Teeliebhaber genau wissen, welche Pflanzenteile sich individuell eignen und welche eher nicht.

Selbst die Rinde einiger Gewächse ist nicht nur schmackhaft, sondern auch gesund. Bestes Beispiel hierfür ist Zimt, wobei dieser nicht in Hausgärten kultiviert werden kann.

Die besten Kräuter für Teemischungen & ihre Wirkung

Eine heiße Tasse Tee an kalten Tagen wärmt nicht nur den Köper, sondern auch die Seele. Keim Wunder also, dass dieses Getränk ausgesprochen beliebt ist. Doch Kräutertee kann noch viel mehr: viele Pflanzen besitzen eine Heilwirkung, wodurch der Aufguss gegen manche Beschwerden eingesetzt werden kann.

Achtung: Schwangere sollten Rücksprache mit ihrem Arzt halten, welche Kräuter für Teemischungen für sie infrage kommen!

Tee aus Blättern der Kräuter

Von sehr vielen (Heil-)Pflanzen werden die Blätter zur Herstellung eines Aufgusses verwendet. Dies kann im Übrigen in frischem Zustand, also gleich nach der Ernte, oder aber getrocknet geschehen. Da die meisten Kräuter nur eine begrenzte Erntezeit haben, werden sie überwiegend getrocknet und sicher aufbewahrt. So hat man auch außerhalb ihrer Saison genügend Kräuter für Teemischungen im Haus.

Gartenbista-Tipp: Einzelne Blätter oder Triebe werden abgeknipst, bevor die Kräuter ihre Blüten gebildet haben.

Zitronenmelisse

Zitronenmelisse
Zitronenmelisse

Bei Unruhe und Nervosität wirkt Melisse Wunder. Des Weiteren hat sie eine beruhigende, krampflösende und schmerzstillende Wirkung und wird deswegen unter anderem gerne bei Blähungen, Menstruationsbeschwerden sowie Kopfschmerzen eingesetzt.

Minze

Besonders bei Verdauungsbeschwerden entfaltet die Pfefferminze ihre volle Wirkung, da sie krampflösend, galletreibend und schmerzstillend ist. Doch auch gegen Kopfschmerzen, Rheuma und sogar gegen Mundgeruch kann sie verwendet werden. Etwas Vorsicht ist jedoch geboten, wenn sie lediglich als Kräuter- und nicht als Medizintee angewendet werden soll: sie besitzt eine außerordentlich starke Heilwirkung, die sich auch dann entwickeln, wenn sie gar nicht gewünscht ist. Wer empfindlich darauf reagiert, sollte von einem regelmäßigen Verzehr Abstand nehmen.

Salbei

Besonders schweißtreibend ist der Salbei. Darüber hinaus besitzt er eine antibakterielle, krampflösende und harntreibende Wirkung, und wird unter anderem gerne bei Halsschmerzen, Erkältung, Verdauungsschwäche sowie Appetitlosigkeit eingenommen. Auch gegen Depressionen ist diese Pflanze ein wunderbares Heilkraut.

Thymian für Teemischungen

Eigentlich ist der Thymian als Würzkraut bekannt; nur wenige Menschen kennen seine fantastischen Heilwirkungen. Er ist entzündungshemmend, antibakteriell, schmerzstillend, schleimlösend und krampflösend und kann deswegen sehr gut gegen Husten, Heiserkeit, Bronchitis sowie Erkältung im Allgemeinen eingesetzt werden.

Zitronenverbene

Zitronenverbene, Verbena
Zitronenverbene, Verbena

Die auch als Verbena bekannte Heilpflanze hat ihre Bezeichnung aufgrund ihres zitronenartigen Geschmackes, weswegen sie sehr gerne als Erfrischungstee getrunken wird. Doch sie kann noch viel mehr: unter anderem wirkt sie entspannend, beruhigend, antibakteriell stoffwechselanregend, verdauungsfördernd und appetitanregend. So wird ihr Tee gerne gegen Blähungen, Kopfschmerzen, Unruhe, Verdauungsschwäche sowie nervöse Herzbeschwerden getrunken.

Kräutertee aus Blüten

Rosenblüten sehen in Kräutertees sehr dekorativ aus, haben eine stimmungsaufhellende Wirkung und können sogar entzündungshemmend sein. Sie zählen jedoch nicht zu den klassischen Pflanzenteilen für Teemischungen, obwohl sie einen solchen Titel durchaus verdient hätten. Die Blüten anderer heimsicher Pflanzen jedoch strotzen geradezu nur so von Heilkraft und sind im Allgemeinen sehr bekannt und beliebt. Sie werden geerntet, indem sie einfach abgeknipst werden, sobald sie sich geöffnet haben.

Ringelblume

Einzelne Blütenblätter oder gleich ganze Blütenköpfe werden von der Ringelblume gesammelt. Sie wirkt unter anderem entzündungshemmend, schweißtreibend und krampflösend, und findet in Form von Tee Anwendung bei Angstzuständen, Menstruationsbeschwerden, Brechreiz, Kopfschmerzen und Wechseljahresbeschwerden.

Lavendel

Der wunderschön aussehende Lavendel wirkt beruhigend, krampflösend, harntreibend und antiseptisch. Innerlich eingenommen wird er gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, unter anderem gegen Nervosität, Schlaflosigkeit, Magenkrämpfe sowie Husten.

Kamille

Kamillenblüten werden typischerweise gegen Verdauungsbeschwerden eingesetzt, sind aber auch ein fantastisches Heilkraut gegen Entzündungen, Kopfschmerzen, Rheuma und Schlaflosigkeit. Ein Tee wirkt antiseptisch, entkrampfend, entzündungshemmend, schmerzlindernd und schweißtreibend. Zu beachten ist, dass Kamille auch eine austrocknende Wirkung hat!

Welche Kräuter und Pflanzen eignen sich noch für Teemischungen?

  • Ackerschachtelhalm
  • Angelikawurzel
  • Arnika
  • Baldrian
  • Brennnessel
  • Ehrenpreis
  • Fenchel
  • Frauenmantel
  • Gänseblümchen
  • Goldmelisse
  • Hagebutte
  • Hibiskus
  • Holunderblüten
  • Ingwer
  • Kümmel
  • Löwenzahn
  • Schafgarbe
  • Schokominze
  • Wermut
  • Wilde Malve

Teemischungen aus Kräutern – was ist zu beachten?

  • Zitrone und Honig verfeinern den Kräutertee
    Zitrone und Honig verfeinern den Kräutertee

    Möglichst Kräuter mit derselben Heilwirkung mischen

  • Sofern nichts anderes angegeben wird, benötigt man einen Teelöffel getrocknete Kräuter für eine Tasse Tee
  • Kräutermischung in die Tasse geben und mit sprudelnd heißem Wasser übergießen
  • 5-15 Minuten ziehen lassen, keinesfalls länger
  • Während des Ziehens abgedeckt lassen, damit die ätherischen Öle nicht entweichen
  • Abseihen

Gartenbista-Tipp: Mit frischer Zitrone oder Honig verfeinern!

Wie viele Kräuter kann ich vermischen?

Für gewöhnlich ist es ausreichend, drei bis vier verschiedene Kräuter zu vermischen. Mehr als sieben sollten es jedoch grundsätzlich nicht sein; die Wirkung der einzelnen Pflanzen würde dann zwangsläufig nicht mehr ausreichend gegeben sein.

Rezepte für Kräuterteemischungen

Viele Kräuter eignen sich für Teemischungen
Viele Kräuter eignen sich für Teemischungen

Wer sich ein wenig mit Kräutern für Teemischungen beschäftigt und merkt, was ihm guttut, wird schon bald seine eigenen Rezepte kreieren. Es gibt jedoch einige Standardmischungen, die sich allseits bewährt und ihre Wirkung immer wieder aufs Neue bewiesen haben.

Frauentee

Ob gegen Wechseljahresbeschwerden, Menstruationsleiden oder PMS. Ein Frauentee lindert sämtliche Beschwerden auf eine natürliche Weise. Zur Herstellung werden jeweils ein Teil

  • Angelikawurzel
  • Ehrenpreis
  • Frauenmantel
  • Schafgarbe
  • Zitronenmelisse

vermischt. Zwei Teelöffel in eine Tasse geben und mit noch siedendem Wasser übergießen. 10 Minuten ziehen lassen.

Wellnesstee

Diese Teemischung wirkt als ausgleichendes Element zwischen Körper und Seele. Welche Zutaten verwendet werden, hängt davon ab, ob man entspannen oder lieber eine aufmunternde Wirkung erzielen möchte. Letzteres kann sehr gut mit folgender Mischung erzielt werden:

Jeweils zwei Teile

  • Brennnessel
  • Hagebutte
  • Löwenzahn
  • Schafgarbe

sowie jeweils einen Teil

  • Fenchel
  • Pfefferminze
  • Ringelblume

Zwei Teelöffel der Mischung in eine Tasse geben und mit siedendem Wasser übergießen. Nach acht Minuten hat das Aufgussgetränk seine Wirkung entwickelt und kann getrunken werden.

Gute-Nacht-Tee

Nach einem anstrengenden Tag wirkt eine Tasse dieses Kräutertees Wunder: er beruhigt, entspannt und hilft beim Einschlafen.

  • 6 Teile Zitronenmelisse
  • 3 Teile Kamille
  • 1 Teil Malvenblüten

Wer möchte, kann noch einen Teil getrocknete Apfelstückchen hinzufügen. Von dieser Teemischung werden zwei Teelöffel in eine Tasse gegeben und mit noch siedendem Wasser übergossen. Nach 8 – 10 Minuten abseihen und genießen.

Kräutertee richtig anwenden

Frei nach dem Motto „viel hilft viel“ kommt manch einer auf die Idee, literweise Kräutertee gegen seine Beschwerden zu trinken. Diese Idee ist jedoch schlecht: auch, wenn eine derartige Teemischung rein pflanzlich ist, so wird sie dennoch als Medizintee angesehen. Von diesem sollte man maximal drei bis fünf Tassen über den Tag verteilt trinken. Wird über einen längeren Zeitraum eine zu große Menge des Aufgussgetränkes zu sich genommen, kann dies zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

Abgesehen von der richtigen Dosis ist bei machen Aufgüssen auch die Tageszeit relevant. Wenn man einen Gute-Nacht-Tee trinkt, so sollte man dessen beruhigende Wirkung tatsächlich zu später Stunde genießen und nicht etwa morgens auf dem Weg zur Arbeit. Um umgekehrten Fall macht es einige Sinn, einen Muntermacher vor dem Schlafengehen zu trinken und sich dann zu wundern, warum einem die Augen nicht zufallen.

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Welche Pflanzen kann man für Tee trocknen?

Grundsätzlich kann man sämtliche Kräuter und Pflanzen, die im eigenen Garten oder in freier Natur zu finden sind, trocknen und somit konservieren. Diese Methode bietet sich aus mehreren Gründen an: zum einen weiß man genau, was man geerntet hat, und kann sich ganz sicher sein, dass die Pflanzen frei von Pestiziden sind. Zum anderen spart man Verpackungsmüll, der zweifellos bei Kauf der benötigten Kräuter für Teemischungen anfallen würde.

Welche Kräuter für Erkältungstee?

Wer unter Erkältungssymptomen leidet, kann die Kraft diverser Pflanzen zur Linderung nutzen. Besonders geeignet sind Lindenblüten, Thymian, Salbei, Spitzwegerich, Holunderblüten sowie Malven. Etwas frisch gepresster Zitronensaft in dem Aufguss sorgt für eine zusätzliche Dosis Vitamin C und stärkt zudem das Immunsystem.

Wann soll man Kräuter sammeln?

Die Erntezeit der Kräuter ist individuell und reicht von Frühjahr über Sommer bis ganzjährig. Sehr oft jedoch sollte man sie vor der Blüte sammeln, da sie hinterher nicht mehr so geschmackvoll sind, beispielsweise die Zitronenmelisse.

Generell jedoch sollten Kräuter an trockenen Tagen ab dem späten Vormittag geerntet werden. Alternativ kann auch am frühen Abend gesammelt werden, jedoch keinesfalls morgens. Früh ist die Gefahr groß, dass sich noch Morgentau auf den Pflanzenteilen befindet, zu groß.

 

Symbolgraphiken: © pat_hastings – stock.adobe.com; Janine Fretz Weber – stock.adobe.com; Heike Rau – stock.adobe.com; melica- – stock.adobe.com; womue – stock.adobe.com


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