Knoblauch stecken – Zeitpunkt, Anleitung & Pflege

Knoblauch
Knoblauch

Das Lauchgewächs ist ausgesprochen beliebt in der heimischen Küche. Besonders aromatisch ist es, wenn es direkt aus dem eigenen Garten auf den Tisch kommt. Der Anbau ist nicht schwierig. Wir haben für Sie zusammengefasst, was beim Knoblauch Stecken, Pflegen und Ernten alles beachtet werden sollte.

Allgemeine Informationen über Knoblauch

Beim Knoblauch, Allium sativum, handelt es sich um eine Pflanze der Gattung Lauch aus der Familie der Amaryllisgewächse. Ursprünglich stammt er aus Zentralasien, wird jedoch heutzutage nahezu weltweit angebaut.

Er wächst als ausdauernde und krautige Pflanze und kann bis zu 90 cm hoch werden. Die langen, schmalen Blätter sind bläulich grün. Unterirdisch wird eine Zwiebel gebildet, die aus 5 – 20 Zehen besteht und von einer weißen, trockenen Hülle umgeben ist. Diese Zehen sind der Grund für die Beliebtheit des Knoblauchs: sie werden sehr gerne als Gewürz zur Verfeinerung von Speisen verwendet. Nachteilig ist lediglich der Geruch, welcher nach dem Verzehr entsteht: der Inhaltsstoff Alliin, eine Schwefelverbindung, sorgt dafür, dass jeder in der näheren Umgebung sofort merkt, wenn man Knoblauch gegessen hat…

Heilwirkung

So unschön der Mundgeruch nach Knoblauchverzehr ist: das Alliin besitzt fantastische Heilwirkungen.  Es

  • wirkt im Darm antibiotisch,
  • hemmt die Bildung von Pilzen,
  • stärkt den Kreislauf,
  • hat eine leicht antivirale Wirkung und
  • senkt die Blutfette.

Abgesehen davon ist Knoblauch reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

Knoblauch stecken – im Garten

Selbst geernteter Knoblauch
Selbst geernteter Knoblauch

Obwohl die gesunde Zwiebel ursprünglich aus wärmeren Regionen stammt, lässt sich Knoblauch auch hierzulande sehr erfolgreich im Garten kultivieren. Werden seine Ansprüche an Standort und Boden erfüllt, ist er quasi ein Selbstläufer:

  • Warmer und sonniger Standort
  • Etwas windig darf es ruhig sein

Im Gewächshaus?

Obwohl manch ein Gourmet behauptet, dass Knoblauch erst dann richtig aromatisch wird, wenn er von der Sonne beschienen wird, lässt er sich sehr gut im Gewächshaus anbauen. Der große Vorteil dabei liegt darin, dass er es dort recht warm hat und keinem Regen ausgesetzt sein wird.

Gartenbista-Tipp: Auch im Haus kann man an einem entsprechenden Standort Knoblauch stecken!

Knoblauch stecken auf dem Balkon?

Wenn ein Balkon sonnig gelegen ist, eignet er sich sehr gut zur Kultivierung des Lauchgewächses. Wichtig dabei ist, dass es nicht im Regen steht – besonders im Winter, da zu viel Nässe wesentlich schädlicher ist als Frost.

Grundsätzlich ist bei der Kultivierung in einem Pflanzgefäß zu beachten:

  • Gefäß sollte ausreichend tief sein
  • Unten müssen Löcher vorhanden sein, durch die überschüssiges (Gieß-)Wasser ablaufen kann
  • Eine Drainage schadet nie
  • Das Substrat muss durchlässig und humos sein

Geeignete Pflanznachbarn beim Knoblauch Stecken

Aufgrund seines ausgeprägten Aromas wirkt Knoblauch als natürliche Schädlingsabwehr. Dies kann man sich zunutze machen, indem man ihn zwischen andere Nutzpflanzen setzt und diese somit vor ungebetenen Gästen schützt. Als Pflanznachbarn eignen sich:

Selbst Zierpflanzen profitieren von direkter Nähe zu Knoblauch: Lilien, Tulpen und Rosen werden durch das Lauchgewächs ebenfalls vor Schädlingsbefall geschützt.

Weniger gute Nachbarn sind hingegen:

  • Bohnen
  • Erbsen
  • Kartoffeln
  • Kohlsorten

Auch von anderen Zwiebelpflanzen sollte Knoblauch entfernt kultiviert werden. Zwar würden sie sich vertragen, jedoch ist die Gefahr sehr groß, dass sie von der Knoblauchfliege heimgesucht und massiv geschädigt werden.

Gartenbista-Tipp: Sind Kartoffel- oder Bohnenbeete abgeerntet, kann Knoblauch gerne in diese Beete gesteckt werden!

Knoblauch stecken – Anleitung

Hobbygärtnerin beim Knoblauch Stecken
Hobbygärtnerin beim Knoblauch Stecken

Verwendet werden entweder die Zehen oder die Brutzwiebeln, welche von dem Allium hervorgebracht werden. Zum Kultivieren sollten möglichst Knoblauchzehen aus eigenem oder regionalem Anbau verwendet werden. Jener Knoblauch aus dem Supermarkt stammt häufig aus Ländern mit ganz anderen klimatischen Bedingungen, so dass es schwierig werden kann, sie hier zu kultivieren.

 

Bevor es ans Knoblauch Stecken geht, muss das Beet vorbereitet werden:

  • Erde auflockern
  • Unkraut entfernen
  • Gerne etwas Kompost unterheben

Wer es sehr ordentlich haben möchte, kann gerne eine Reihe abstecken.

  • Knoblauchzehe/Brutzwiebel mit der Spitze nach unten etwa 4 cm tief in die Erde stecken
  • Mindestens 10 cm Abstand zwischen den einzelnen Zehen einhalten

Gartenbista-Tipp: Werden mehrere Reihen angelegt, so sollte zwischen diesen ein Abstand von mindestens 50 cm eingehalten werden!

Richtiger Zeitpunkt

Zum Knoblauch Stecken gibt es zwei ideale Zeitpunkte: Frühjahr und Herbst, wobei die Monate September und Oktober tatsächlich am besten geeignet sind. Knoblauchzwiebeln, die aus der Herbstkultur stammen, sind größer als jene, die erst im Frühjahr in die Erde gesteckt werden. Dennoch ist dies auch möglich. Am besten bereits im Februar, so dass die winterharten Zehen genug Zeit haben, sich zu entwickeln.

Möchte man im Herbst Knoblauch stecken, so sollte ihm ein leichter Winterschutz gegönnt werden. Zwar ist er winterhart, jedoch fördert eine Schicht Stroh oder Laub auf dem Beet seine Entwicklung. Besonderes Augenmerk ist zudem auf jene Zehen zu richten, die in einem Pflanzgefäß kultiviert werden: es ist sinnvoll, dieses den Winter über in Luftpolsterfolie oder Frostschutzvlies zu wickeln, damit das Substrat nicht durchfriert.

Substrat

Der Boden sollte humos, durchlässig und gerne etwas sandig sein. Keinesfalls darf er verdichtet oder schwer sein; auch Staunässe sollte möglichst nicht gegeben sein.

Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen benötigt der Allium sativum ein mäßig nährstoffreiches Substrat. Zwar gedeiht er auch in anderen Böden, jedoch geht ein zu hoher Nährstoffgehalt zu Lasten des Aromas.

Pflege danach

Nach dem Knoblauch Stecken ist nicht mehr viel gärtnerischer Aufwand gefragt. Das Lauchgewächs ist sehr pflegeleicht und benötigt kaum Unterstützung beim Gedeihen.

Gießen

Eine gelegentliche Wassergabe kann nicht schaden, vor allem an heißen Tagen sowie in langen Trockenperioden. Dabei ist jedoch Staunässe unbedingt zu vermeiden.

Wird der Knoblauch im Pflanzgefäß angebaut, so sollte er regelmäßig sparsam gegossen werden.

Gartenbista-Tipp: Die Blätter möglichst nicht nass werden lassen!

Düngen?

Düngen ist nicht zwingend erforderlich
Düngen ist nicht zwingend erforderlich

Die Meinungen, ob Knoblauch gedüngt werden soll oder nicht, gehen stark auseinander. Zwar mag er einen humuseichen Boden, jedoch führt ein hoher Nährstoffgehalt dazu, dass die Zehen weniger Aroma besitzen. Wenn vor dem Knoblauch Stecken das Beet mit Humus oder Kompost angereichert worden ist, so sind weitere Düngegaben überflüssig. Falls die Erde eher nährstoffarm ist, so kann man im Mai eine Gabe verdünnte Brennnesseljauche verabreichen. Dasselbe gilt für die Kultur auf dem Balkon oder im Haus.

Pflegefehler

Die häufigsten Probleme entstehen durch zu viel Wasser. Knoblauch möchte nicht in einem nassen Boden stehen; er mag auch kein Wasser auf seinen Blättern. Leider meinen es viele Hobbygärtner zu gut und gießen das Lauchgewächs zu stark. Infolgedessen verfault es oder es kommt zum Pilzbefall.

Auch ein unpassender Standort kann dazu führen, dass der Ertrag sehr niedrig ausfällt. Steht der Allium sativum zu schattig oder zu kalt, kann er sich nicht optimal entwickeln.

Ansonsten kann man bei der Knoblauch Kultivierung nicht viel falsch machen…

Krankheiten und Schädlinge am Knoblauch

Allium sativum ist im Allgemeinen resistent gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Lediglich die Knoblauchfliege kann ihm zu schaffen machen. Dabei handelt es sich um einen Schädling, der bereits im späten Winter an den Pflanzen zu finden ist und dort seine Eier ablegt. Im April/Mai sind dann an die Larven in den Knoblauchtrieben zu sehen. Noch auffälliger sind jedoch die Fraßspuren: ausgefranste Seitenränder der Blätter und/oder verkrümmte sowie verdrehte Blätter. Im schlimmsten Fall wird das Wachstum verhindert. Zur Bekämpfung können Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Vorbeugend können Pflanzenschutznetze über das Knoblauchbeet gespannt werden.

Knoblauch Erntezeit

Jener Knoblauch, der im Herbst gesteckt worden ist, kann bereits im Frühsommer geerntet werden. zu erkennen ist sein Reifezustand daran, dass seine Blätter sich gelb verfärben. Ist mindestens ein Drittel gelb geworden, kann die Ernte beginnen.

Im Frühjahr gesteckter Knoblauch beginnt die Erntezeit erst im Spätsommer und zieht sich bis in den Herbst hinein.

Anleitung zum Ernten

Frischer Knoblauch
Frischer Knoblauch

Wenn die Gelbfärbung etwas fortgeschritten ist, sollte der Knoblauch geerntet werden. Verbleibt er zu lange in der Erde, teilen sich seine Zehen auf, was eine Trocknung unmöglich macht. Die Ernte selbst erfolgt völlig unspektakulär: die Blätter werden gepackt, dann wird die Zwiebel vorsichtig aus der Erde herausgezogen. Eine vorherige Auflockerung des Bodens würde dieses Procedere zwar vereinfachen, dennoch ist davon abzuraten. Es besteht die Gefahr, dass die Zwiebeln beschädigt werden, was wiederum ihre Haltbarkeit verringern würde.

Lagerung

Direkt nach der Ernte werden die Knoblauchzwiebeln zusammen mit ihrem Blattwerk auf das Beet gelegt, um zu trocknen – falls das Wetter dies gestattet.

Keinesfalls darf der Knoblauch nach der Ernte abgewaschen werden, da dies zu Schimmelbildung führen wird.

Konservierung möglich?

Um Knoblauch haltbar zu machen, muss er grundsätzlich vorgetrocknet werden. anschließend kann er auf verschiedene Arten konserviert werden:

  • Einlegen in Öl
  • Einfrieren
  • Knoblauchbutter oder -paste herstellen
  • Trocknen

Einfrieren

Es ist gut möglich, Knoblauch einzufrieren. Hierfür muss er zunächst geschält werden. anschließend können die Zehen im Ganzen in eine Gefrierdose gegeben werden; alternativ können sie auch kleingeschnitten werden.

Zwar hält sich eingefrorener Knoblauch im Gefrierschrank, jedoch sollte er schnellstmöglich verbraucht werden. Durch diese Art der Konservierung kommt es bereits nach wenigen Tagen zu einem massiven Aromaverlust, so dass diese Methode nicht unbedingt die beste ist.

Knoblauch trocknen

Bündel beim Trocknen
Bündel beim Trocknen

Für gewöhnlich wird Knoblauch getrocknet und so für spätere Verarbeitung konserviert. Nach der Vortrocknung auf dem Beet werden die Knoblauchzwiebeln zusammengebunden. Alternativ kann ihr Blattwerk zu einem Zopf geflochten werden. Danach wird er an einem kühlen, dunklen und gut belüfteten Ort zum Trocknen aufgehängt. Diese ist nach 4 – 8 Wochen abgeschlossen, was sich gut daran erkennen lässt, dass die Zwiebeln runzlig geworden sind. in diesem Zustand sind sie mindestens ein Jahr lang haltbar.

Tipps & Tricks

  • Erde rund um den Knoblauch gelegentlich auflockern.
  • Regelmäßig Unkraut jäten.
  • Werden die Blütenstängel abgeschnitten, fördert des das Wachstum der Zwiebeln.

 

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, Kategorie: Kräuter

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