Basilikum im Garten – Pflege, Anpflanzen, Gießen, Vermehren & Ernten

Basilikum, Königskraut
Basilikum, Königskraut

Kaum ein Küchenkraut erfreut sich derartiger Beliebtheit wie das Basilikum: in der mediterranen Küche ist es unverzichtbar und macht Pizza, Pasta & Co erst zu einer wahren Delikatesse. Der Basilikum Anbau ist recht einfach, so dass es auch Anfängern im Bereich der Kräuterkultivierung möglich ist, dieses Kraut im eigenen Garten anzubauen. Werden einige Tipps bezüglich der Basilikum Pflege beachtet, kann man nahezu ganzjährig seine Speisen mit dem aromatischen Kraut verfeinern.

Basilikum Anbau – Anleitung von Gartenbista

Basilikum Anbau Tipps für Schnellleser

  • Standort: sonnig; warm
  • Boden: nährstoffreich; durchlässig
  • Aussaat: ganzjährig möglich; ab April für Freilandkultivierung
  • Vermehrung: Stecklinge
  • Pflanzen: nach den Eisheiligen ins Freiland
  • Kräutertopf: für den sofortigen Verzehr; keine lange Lebensdauer
  • Gießen: regelmäßig; Wurzelballen darf nicht austrocknen; Staunässe vermeiden
  • Düngen: stickstoffhaltiger Dünger; im Freiland alle sechs Wochen, in Kübelhaltung wöchentlich
  • Pflegefehler: Zu viel oder zu wenig Wasser; zu dunkler Standort
  • Ernte: keine einzelnen Blätter; ganze Stiele; regelmäßig ernten
  • Lagern: Kühlschrank; Tiefkühlschrank; trocknen
  • Überwintern: in der Regel einjährig; mehrjährige Pflanzen im Haus überwintern lassen
  • Krankheiten: Pilze; Bakterien
  • Schädlinge: Raupen; Schnecken; Spinnmilben
Frisches Königskraut
Frisches Königskraut

Wissenswertes über das Basilikum

Basilikum wird häufig auch als „Königskraut“ bezeichnet. Diesen Titel hat sich das Würzkraut aufgrund der Tatsache verdient, dass es das beliebteste Kraut ist. Sein aromatischer Geschmack ist unverwechselbar und verleiht jeder Speise den typisch mediterranen Geschmack.

Nicht nur das Aroma, sondern auch der Duft des Basilikums erinnern an Urlaub in mediterranen Gefilden: das Küchenkraut duftet nach ätherischen Ölen, welche es unverkennbar machen.

Es gibt viele verschiedene Basilikumsorten, die teilweisesehr exotische Aromen aufweisen, beispielsweise Zimt, Anis oder Pfeffer. Die gängigste Sorte ist jedoch das Genoveser Basilikum, welches auch als das klassische Basilikum bezeichnet wird. In der Regel wird es – wie die meisten anderen Sorten übrigens auch – einjährig kultiviert. Wer jedoch über mehrere Jahre dieselbe Staude besitzen möchte, sollte sich im Fachhandel nach mehrjährigen Sorten erkundigen.

Königskraut kann sowohl im Freiland ausgepflanzt als auch in Kübelhaltung kultiviert werden; auch ist es möglich, die Pflanzen in der Wohnung zu halten.

360°-Video vom Strauchbasilikum

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie ein Strauchbasilikum (Ocimum x hybrida) aussieht.

360°-Video vom Strauchbasilikum – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Oktober

Basilikum Standort: so sonnig wie möglich

Als mediterrane Pflanze liebt das Basilikum die Sonne und sollte deswegen einen möglichst sonnigen Standort zugewiesen bekommen. Kräuter, die im Topf gehalten werden, werden an einen vollsonnigen Platz im Garten, auf der Terrasse oder auf die Fensterbank gestellt. Besonders bieten sich hierfür Südfenster an, da es dort nicht nur sonnig, sondern auch noch warm ist. Wärme ist ebenso existentiell notwendig wie Licht; ansonsten neigt die kleine Pflanze dazu, zu verkümmern. Temperaturen um 20°C sind ideal; sinken sie auf unter 12°C, stellt das Küchenkraut das Wachstum ein.

In den Sommermonaten können Basilikumpflanzen, die ansonsten im Haus in Pflanzgefäßen gehalten werden, ins Freie gestellt oder sogar ausgepflanzt werden. Dabei ist folgendes zu beachten:

  • Basilikum erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freie bringen
  • Zunächst einen halbschattigen Standort wählen, um das Kraut langsam an die Sonne zu gewöhnen
  • Sinken die Temperaturen nachts auf unter 12°C, sollte das Königskraut ins Haus geholt werden

Basilikum braucht nährstoffreichen Boden

Um sich optimal entwickeln zu können, braucht das Basilikum nährstoffreiche Erde; spezielle Kräutererde scheidet somit als Substrat aus. Qualitativ hochwertige Blumenerde hingegen erfüllt die Nährstoffansprüche des Küchenkrauts weitestgehend. Wichtig ist auch, dass die Erde durchlässig ist; gegebenenfalls sollte etwas Sand unter das Substrat gemischt werden.

Frisches Basilikum im Garten
Frisches Basilikum im Garten

Basilikum Aussaat ganzjährig möglich

Soll das Basilikum im Haus kultiviert werden, ist eine Aussaat ganzjährig möglich. Soll das beliebte Küchenkraut hingegen im Freiland beziehungsweise auf dem Balkon angebaut werden, empfiehlt es sich, Anfang April mit der Aussaat zu beginnen. Wichtig ist, dass die Anzuchtgefäße sauber sind, da das Königskraut etwas empfindlich auf Verunreinigungen reagiert. Ansonsten ist die Anzucht denkbar einfach:

  • Gefäß mit einem Erde-Sand-Gemisch füllen; keine handelsübliche Blumenerde verwenden
  • Substrat anfeuchten
  • Maximal 10 Samenkörner auf die Erde legen
  • Leicht andrücken, nicht mit Erde bedecken (Lichtkeimer!)
  • Anzuchtgefäß mit Plastikfolie abdecken
  • An einen warmen Ort stellen: Temperaturen zwischen 20°C und 24°C sind optimal
  • Bei Bedarf etwas nachgießen; Staunässe vermeiden

Nun dauert es einige Tage, bis das Saatgut zu keimen beginnt. Sind die Keimlinge so groß, dass sie an die Plastikfolie stoßen, muss diese entfernt werden. Bilden sich die zweiten Blätter, werden die jungen Basilikumpflanzen in nährstoffreiches Substrat umgetopft.

Gartenbista-Tipp: Nicht mehr als fünf kleine Pflanzen zusammen in einen Topf setzen!

Basilikum Vermehrung durch Stecklinge

Bestehende Basilikumpflanzen können sehr gut durch Stecklinge vermehrt werden, welche frisch abgeschnitten worden sind. Dies Procedere ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn ein anderer Hobbygärtner eine Mutterpflanze besitzt, die entweder einer seltenen Spezies angehört oder besonders schön buschig gewachsen ist:

  • Circa 10 cm lange Triebe abschneiden
  • Von der unteren Hälfte der Triebe die Blätter entfernen
  • Treibe in ein Wasserglas stellen

Nun dauert es etwa eine Woche, bis sich die ersten Wurzeln zeigen. Nach weiteren sieben Tagen ist das Wurzelwerk kräftig genug, um eingepflanzt zu werden. Beim Einpflanzen ist äußerste Vorsicht zu walten: die Wurzeln sind noch sehr zart und können leicht beschädigt werden.

In einen Pflanztopf von 15 cm Durchmesser werden maximal 10 Pflanzen gesetzt, damit sich diese entwickeln können. Nach dem Pflanzen werden sie angegossen, auch in der Folgezeit ist darauf zu achten, dass das Wurzelwerk nicht austrocknet. Staunässe ist jedoch zwingend zu vermeiden.

Basilikum nach den Eisheiligen auspflanzen

Unerheblich, ob das Küchenkraut selbst gezogen oder im Fachhandel käuflich erworben wird: es sollte erst ins Freiland gepflanzt werden, wenn keine Gefahr von Spätfrösten mehr besteht, also nach den Eisheiligen (Mitte Mai).

Gartenbista-Tipp: Zwei bis drei Jahre an jener Stelle, an der bereits ein Basilikum gestanden hat, kein weiteres kultivieren. Die Gefahr, dass Pilzsporen in der Erde verblieben sind, kann dadurch gebannt werden.

Königskraut im Töpfchen
Königskraut im Töpfchen

Basilikum im Kräutertopf kaufen

Im Fachhandel ist das beliebte Küchenkraut bereits als fertig gezogene Pflanze im Kräutertopf erhältlich. Praktisch, wenn es sofort verarbeitet werden soll. Nachteilig ist jedoch die Tatsache, dass derartige Kräuter keine lange Lebenserwartung haben. Dies liegt nicht unbedingt daran, dass der Endverbraucher ihnen nicht die richtige Pflege zukommen lässt; vielmehr sind die Fehler bereits früher gemacht worden: falsche Lagerung, Transportwege sowie der Aufenthalt im Geschäft bedeuten richtigen Stress für die Pflanzen. Wer frisches Basilikum für den sofortigen Verzehr benötigt, kann diese kleinen Töpfen unbesorgt kaufen; für eine längere Kultivierung sind sie hingegen völlig ungeeignet.

Basilikum Pflege Tipps

  • Gießen: Basilikum hat einen hohen Wasserbedarf und muss deswegen regelmäßig gegossen werden. Dies sollte grundsätzlich direkt auf die Erde geschehen, keinesfalls sollte Wasser auf die Blätter gelangen. Wird ein Königskraut im Topf gehalten, ist es empfehlenswert, diesen alle fünf Tage einmal für einige Minuten in Wasser zu tauchen. Überschüssiges Wasser muss danach gut ablaufen, damit sich keine Staunässe bildet. Diese muss zwingend ebenso vermieden werden wie eine Austrocknung des Wurzelballens.
  • Düngen: Basilikum, welches im Freiland kultiviert wird, bekommt alle sechs Wochen etwas stickstoffhaltigen Dünger. Im Pflanztopf hingegen sollte einmal die Woche gedüngt werden.

Basilikum Pflegefehler erkennen und vermeiden

  • Falsche Wassermenge: Pflanze vertrocknet oder verfault
  • Zu dunkler Standort: Königskraut bildet lange, hellgrüne Triebe

Basilikum Ernte

Bildet das Basilikum Blüten, so ist dies ein Indiz dafür, dass es das Wachstum einstellen wird. Dies kann jedoch verhindert werden, indem das Küchenkraut regelmäßig geerntet wird, wobei einige Kriterien zu beachten sind:

  • Nach Möglichkeit keine einzelnen Blätter, sondern immer ganze Stiele ernten; stehen nur noch Stiele ohne Grün, werden diese absterben
  • Stiele abschneiden, nicht abreißen
  • Stücke von 5 cm Länge sind optimal
  • Der Schnitt sollte so angesetzt werden, dass unterhalb der Schnittstelle mindestens ein, besser noch zwei Augen verbleiben

Grundsätzlich gilt: je häufiger ein Basilikum geschnitten wird, desto buschiger und kräftiger treibt es wieder aus. Selbst wenn die gesamte Pflanze abgeerntet wird, wird sie wieder neues Grün bilden.

Frisches und getrocknetes Basilikum
Frisches und getrocknetes Basilikum

Basilikum richtig lagern

Es versteht sich von selbst, dass das Basilikum am schmackhaftesten ist, wenn es frisch geerntet verzehrt wird. Ist dies nicht möglich, kann es für einige Tage im Kühlschrank gelagert werden:

  • Königskraut unter fließendem Wasser abwaschen
  • In ein feuchtes Küchentuch wickeln
  • In den Kühlschrank legen

So präpariert bleibt das Küchenkraut für drei bis vier Tage verzehrfertig, danach wird es unweigerlich verwelken.

Ist eine längere Lagerung eingeplant, sollte das Basilikum eingefroren werden:

  • Basilikum unter fließendem Wasser auswaschen
  • Eine halbe Stunde trocknen lassen
  • Auf einem Backblech ausbreiten
  • Blech ins Schnellgefrierfach stecken
  • Nach dem Frosten in kleine Tüten umfüllen

In dieser Form kann das Basilikum in der Tiefkühltruhe etwa ein Jahr verbleiben.

Die gängigste Methode ist jedoch das Trocknen:

  • Basilikum nach der Ernte zu kleinen Sträußen zusammenbinden
  • Sträuße kopfüber an einem trockenen, warmen Ort aufhängen
  • Nach circa drei Wochen Sträuße zerbröseln
  • Getrocknetes Basilikum in einem dunklen, luftdichten Gefäß aufbewahren

Basilikum überwintern

In der Regel wird Basilikum hierzulande als einjährige Pflanze kultiviert: sobald sie Blüten bilden, sterben sie ab – spätestens jedoch bei Frosteintritt. Es gibt jedoch auch mehrjährige Sorten. Diese sind allerdings nicht winterhart, so dass sie im Herbst ins Haus geholt werden müssen – und zwar, bevor die Temperaturen unter 10°C fallen. So ist es bis in den Dezember hinein möglich, frisches Königskraut zu ernten.

Bei der Überwinterung sind einige Kriterien zu beachten:

  • Winterquartier muss hell sein
  • Temperaturen zwischen 15°C und 20°C sind optimal
  • Einmal wöchentlich Pflanzgefäß in einen Wassereimer stellen, damit sich die Erde vollsaugen kann
  • Sollte trockene Raumluft herrschen, Basilikum regelmäßig mit Wasser besprühen

Nach den Eisheiligen kann das Königskraut wieder ins Freie gebracht werden.

Gartenbista-Tipp: Nach der Überwinterung das Basilikum kräftig zurückschneiden!

Basilikum Krankheiten und Schädlinge

Dem Königskraut wird gerne nachgesagt, dass es andere Pflanzen – beispielsweise Tomaten – vor Schädlingsbefall schützt, indem es in deren direkte Nachbarschaft gepflanzt wird. Nichtsdestotrotz bleibt auch das Basilikum nicht von Krankheiten und Schädlingen verschont:

  • Pilzbefall: Bei zu wenig oder zu viel Wasser neigt das Küchenkraut dazu, zu vertrocknen, zu verfaulen oder zu verschimmeln. Auch ist es nicht mehr resistent gegenüber Pilzerkrankungen wie Stängelfäule, welche daran zu erkennen ist, dass einzelne Pflänzchen absterben. Betroffene Pflanzen sollten umgehend entsorgt werden.
  • Bakterien: Auch Bakterien können sich bilden. Sie sind leicht an braunen Flecken auf den Blättern zu erkennen, welche sich schnell ausbreiten. Auch derartig erkrankte Pflanzen sollten entsorgt werden.
  • Raupen: Ein Kahlfraß wird häufig von Raupen verursacht. Gegen diese Schädlinge kann nur vorgegangen werden, indem man sie regelmäßig absammelt.
  • Schnecken:  Schnecken erfreuen sich ebenfalls sehr an den frischen Trieben des Basilikums. Sie sollten ebenfalls regelmäßig eingesammelt werden.
  • Spinnmilben: Die saugenden Schädlinge setzen sich gerne am Basilikum fest. Von dem Einsatz eines Pflanzenschutzmittels ist abzuraten; es ist vollkommen ausreichend, die Basilikumtriebe vor dem Verzehr gründlich abzuwaschen.

 

 

Graphiken: © Tim UR – Fotolia.com; Nazzu – Fotolia.com; Witold Krasowski – Fotolia.com; coco – Fotolia.com; Dionisvera – Fotolia.com


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.