Taubenschwänzchen – Steckbrief des interessanten Falters

Taubenschwänzchen im Flug
Taubenschwänzchen im Flug

Manch ein Gartenbesitzer ist recht verwundert: ein Kolibri hat sich auf seinem Grundstück verirrt. Der Schein trügt jedoch, denn bei besagtem Tier handelt es sich für gewöhnlich um ein Taubenschwänzchen. Der attraktive Schmetterling besticht durch seine ungewöhnliche Optik.

Taubenschwänzchen, Macroglossum stellatarum – Steckbrief von Gartenbista

  • Familie: Schwärmer
  • Herkunft: Europa
  • Lebensraum: Wälder, Gärten, Parks, Wiesen
  • Farbe: grau, braun
  • Größe: Länge bis 50 mm Flügelspannweite bis 4,5 cm
  • Besonderheiten: schwanzähnliches Haarbüschel; kolibriähnlicher Schwirrflug
  • Vorkommen: Europa, Nordafrika, Asien
  • Vermehrung: zweimal jährlich
  • Entwicklungsstadien: Ei, Raupe, Puppe, Schmetterling
  • Lebensweise: eigentlich nachtaktiv, jedoch häufig auch tagsüber unterwegs
  • Überwinterung: als vollentwickelter Schmetterling
  • Nahrung: Nektar
  • Gefährdung: Fressfeinde wie Spinnen, Vögel und Insektenfresser

Allgemeine Informationen über das Taubenschwänzchen

Beim Taubenschwänzchen handelt es sich um einen Schmetterling aus der Familie der Schwärmer, der in ganz Europa, Nordafrika und Asien beheimatet ist. Seinen Namen hat der Nachfalter seinem Haarbüschel am Hinterleib zu verdanken. Dieses erinnert stark an den Schwanz einer Taube.

Doch dies ist nicht das einzige Ungewöhnliche bei diesem Schmetterling: sein Flugverhalten ist ebenfalls bemerkenswert. Er schwirrt umher, wodurch er starke Ähnlichkeit mit einem Kolibri hat. Dies führt zu seinem Trivialnamen: Kolibrischwärmer. Ähnlich wie der Vogel ist auch der Falter sehr schnell unterwegs: innerhalb von fünf Minuten kann er 100 Blüten anfliegen. Dies muss er auch, denn ein verlangsamter Flug führt zum Auskühlen der Muskulatur. So flattert er mit 80 Flügelschlägen pro Sekunde umher.

Eigentlich sollte das Taubenschwänzchen aufgrund seiner Familienzugehörigkeit nachtaktiv sein. In der Praxis ist es jedoch so, dass es am Tage zu sehen ist und somit für Verwirrung unter den Gartenbesitzern sorgt. Dieses Verhalten hat jedoch einen triftigen Grund: der bis zu 3 cm lange Saugrüssel passt perfekt in Blütenkelche hinein, so dass der Falter auch aus tieferen Gefilden seine Nahrung schöpfen kann.

Der Nachtfalter überwintert als vollentwickelter Schmetterling, verträgt jedoch keinen Frost. So kommen jährlich ganze Schwärme von ihnen im Frühsommer aus Südeuropa über die Alpen. Dank der steigenden Temperaturen in Deutschland mittlerweile auch in den Norden, während früher in Süddeutschland Endstation war.

Ist der Falter ein Nützling?

Wie die meisten Falter ist auch das Taubenschwänzchen nützlich im Sinne der Bestäubung: er trägt Pollen von Pflanze zu Pflanze und sorgt dadurch für deren Vermehrung. Andere nützliche Eigenschaften besitzt er jedoch nicht.

Oder ein Schädling?

Während die Schmetterlinge sich von Nektar ernähren, knabbern ihre Raupen an Blütenblättern. Wirkliche Schäden entstehen dadurch für gewöhnlich jedoch nicht, so dass das Taubenschwänzchen nicht als Schädling bezeichnet werden kann.

Gefährdet?

Eine Gefahr für den bestand der Falter besteht nicht. Er wird zwar von diversen natürlichen Fressfeinden bedroht – Insektenfresser, Vögel, Spinnen -, jedoch sorgt er durch seine häufige Vermehrung sowie die Unmenge an Eiern für seinen Fortbestand.

Vermehrung

Sobald die Schmetterlinge vollausgebildet sind, sind sie geschlechtsreif. Diesen Umstand nutzen sie sogleich zur Paarung: von Mai bis Juli und September bis Oktober pflanzen sie sich fort.

Entwicklungsstadien

Jedes Weibchen kann zweimal jährlich bis zu 200 Eier ablegen. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Raupen, die sich nach circa drei Wochen verpuppen. In diesem Zustand verbleiben sie drei weitere Wochen, bis der Falter schlüpft.

Taubenschwänzchen anlocken

Wer gerne die interessanten Falter in seinem Garten haben möchte, sollte Pflanzen kultivieren, die sie mögen.

Pflanzen für Taubenschwänzchen

  • Flockenblume
  • Geranien
  • Lichtnelken
  • Petunie
  • Phlox
  • Seifenkraut
  • Sommerflieder
  • Storchenschnabel

Gartenbista-Tipp: Da die Falter sehr gerne ihre Eier an Labkraut ablegen, sollte auch dieses im Garten nicht fehlen.

 

Symbolgraphiken: © Rainer Ludwig – Fotolia.com


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Du kannst unter Pseudonym kommentieren. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.