Schwarze Wespe – keine Angst vor dem dunklen Hautflügler

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Holzschlupfwespe, eine schwarze Wespe
Holzschlupfwespe, eine schwarze Wespe

Der Schreck ist groß, wenn man in seinem Garten plötzlich eine schwarze Wespe entdeckt. Schon die gestreiften Exemplare jagen manch einem Angst ein; die dunklen jedoch wirken noch eine Spur aggressiver. Die Sorge ist jedoch unbegründet: diese Insekten haben nichts Böses im Sinn und sind teilweise sogar nützlich.

Was sind schwarze Wespen?

Bei den schwarzen Wespen handelt es sich um Hautflügler, die dunkel gefärbt sind. Dadurch unterscheiden sie sich von den allseits bekannten und gefürchteten schwarz-gelb-gestreiften Exemplaren. Sie können sowohl zur Ordnung der Taillen- als auch der Pflanzenwespen gehören. Diese unterscheiden sich zum einen durch ihr Äußeres: während die Taillenwespen ihren Namen ihrer sprichwörtlichen Wespentaille verdanken, weisen die Pflanzenwespen keinerlei Einschnürung auf. Sie ernähren sich von Pflanzen beziehungsweise deren Nektar, während sich die Taillenwespen überwiegend parasitisch ernähren.

Innerhalb der einzelnen Ordnungen gibt es verschiedene Familien: so gehören die Halmwespen zu den pflanzenfressenden Exemplaren, während Schlupfwespen, Wegwespen und Grabwespen zu der anderen Ordnung hinzugezählt werden.

Merkmale

Schwarze Wespen haben eines gemeinsam: die Farbe. Ansonsten können sie in den unterschiedlichsten Formen und Größen auftreten, wobei diese sich für gewöhnlich auf maximal 2 cm beläuft. Je nach Familienzugehörigkeit können die kleinen Wespen spezielle Merkmale aufweisen.

Arten

Die meisten hierzulande vorkommenden schwarzen Wespen gehören folgenden Unterfamilien an:

  • Grabwespen, die mannigfaltig mit den Gattungen Pemphredoninae sowie Crossocerus vertreten sind und deren einzelne Arten sich stark ähneln.
  • Schlupfwespen, deren Larven durch ihre parasitäre Lebensweise auffallen. Sie ernähren sich von anderen Insekten sowie deren Larven.
  • Wegwespen, die besonders durch ihren Bewegungsdrang Aufsehen erregen: sie krabbeln bei warmem Wetter auf der Erde herum, um dort nach Beute zu suchen, diese besteht überwiegend aus Spinnen, jedoch werden auch andere Insekten nicht verschmäht.
  • Halmwespen haben einen besonders schlanken, grazilen Körper sowie einen beweglichen Kopf. Diese Pflanzenwespen sind auf Wissen, Gräsern sowie Laubbäumen zu finden.

Die einzelnen Arten identifizieren zu können, ist nicht leicht – zumindest nicht für einen Laien. Für eine korrekte Bestimmung ist nicht nur die Optik von Bedeutung, sondern auch der Lebensraum sowie die Lebensweise. Da jede der zahlreichen Familien und deren Unterfamilien unterschiedliche Merkmale besitzt, kann meistens nur vermutet werden, um was für ein Insekt es sich handelt.

Gattung Unterfamilie Arten
Pemphredoninae Grabwespen Diodontus minutus, Mimumesa atratina, Passaloecus corniger, Pemphredon lethifer, Stigmus solskyi
Crossocerus Grabwespen Crossocerus distinguendus, Crossocerus elongatulus, Crossocerus quadrimaculatus
Pimpla Schlupfwespen Ca. 3.300 in Deutschland
Pompilidae Wegwespen Anoplius concinnus, Cryptocheilus versicolor, Tönnchenwegwespe
Cephidae Halmwespen Caenocephus, Calameuta, Cephus, Hartigia, Janus, Trachelus

Lebensraum der schwarzen Wespen

Die verschiedenen Arten besiedeln unterschiedliche Lebensräume. Zwar bevorzugen die meisten von ihnen offene Bereiche, in denen sie ihre Nester bauen können, jedoch gibt es durchaus einige, die sehr gerne in Fugen oder Mauerspalten leben. Andere wiederum mögen lieber die Feuchtigkeit und haben ihren Lebensraum deswegen in Wälder oder zumindest auf Totholz verlegt.

Lebensraum Wespenart
Bohrlöcher (Käfer) Stigmus solskyi
Dachschilf Passaloecus corniger
Efeu/Doldenblütler Crossocerus elongatulus
Fugen Mimumesa atratina, Crossocerus elongatulus
Halbtrockenrasen Cryptocheilus versicolor
Hecken Pimpla rufipes
Hohle Gräser Trachelus, Cephus, Calameuta
Laubbäume Janus
Mauerritzen Pemphredon lethifer, Crossocerus elongatulus, Crossocerus distinguendus
Morsches Holz Passaloecus corniger,
Sandige Gebiete Diodontus minutus, Crossocerus quadrimaculatus, Anoplius concinnus
Siedlungen Tönnchenwegwespe, Anoplius concinnus
Stängel Passaloecus corniger, Pemphredon lethifer
Totholz Crossocerus distinguendus
Uferbereiche Anoplius concinnus
Waldränder/Lichtungen Pimpla rufipes
Wegesränder Diodontus minutus

Nester

Wo die schwarze Wespe ihr Nest baut, hängt von der jeweiligen Art ab. Manche bevorzugen Mauerritzen, andere wiederum Totholz, wieder andere bauen ihre Nester im Boden.

Sind diese Insekten gefährlich?

Für gewöhnlich stellen schwarze Wespen keine Gefahr für Menschen dar – unabhängig von der jeweiligen Art.

Giftig?

Schlupfwespe
Schlupfwespe

Manche Insekten zeigen durch eine leuchtende Farbe an, dass sie giftig sind und sich Fressfeinde deswegen in Acht nehmen sollten. Dies ist bei den schwarz-gelben Wespen so: je intensiver sie leuchten, umso giftiger sind sie. Schwarze Wespen hingegen sind ungiftig.

Können schwarze Wespen stechen?

Abhängig von der jeweiligen Art können auch die schwarzen Wespen stechen – zumindest theoretisch. Wegwespen und Grabwespen haben einen Stachel, den sie jedoch nur im äußersten Notfall benutzen. Sie werden sich nicht aggressiv auf Menschen stürzen und zustechen.

Gartenbista-Tipp: Manche Arten besitzen einen sogenannten Legebohrer, der leicht mit einem Stachel verwechselt werden kann, aber vollkommen harmlos ist!

Ist die schwarze Wespe ein Schädling?

Die meisten Arten sind absolut harmlos. Die Pflanzenwespen jedoch können Pflanzen schädigen, so dass sie unter Umständen als Schädlinge angesehen werden könnten.

Oder ein Nützling?

Schwarze Wespe wirkt gefährlicher als sie ist
Schwarze Wespe wirkt gefährlicher als sie ist

Einige Arten haben sehr nützliche Eigenschaften. Beispielsweise ernähren sie sich von anderen Insekten beziehungsweise deren Larven, so dass durch sie das ökologische Gleichgewicht gehalten und zugleich Schädlinge vernichtet werden.

Vernichtung notwendig?

Es ist nicht notwendig, die schwarze Wespe zu vernichten. Die kleinen Insekten stellen keinerlei Gefahr für Menschen und Tiere dar, und selbst die von Pflanzenwespen verursachten Schäden sind überschaubar.

Große schwarze Wespe – Steckbrief

Holzbiene
Holzbiene

Während die meisten schwarzen Wespen zierlich sind, fällt eine etwas aus dem Rahmen: die Große Holzbiene kann bis zu 2,8 cm lang werden und ist somit eine der größten Mitteleuropäischen Bienen. Von der Optik her ähnelt sie eher einer Hornisse oder einer Wespe als einer Biene:

  • Größe: 2 – 2,8 cm
  • Farbe: tiefschwarz, grauer Rücken
  • Besonderheiten: blaue Flügel
  • Vorkommen: Mittel- und Südeuropa
  • Lebensweise: Nisten nach Überwinterung in Totholz
  • Ernährung: Pollen, Nektar

In folgendem Video werden alle wesentlichen Merkmale dieses Insekts kurz und knapp dargestellt:

Achtung: Die Große Holzbiene steht auf der Roten Liste der stark gefährdeten Arten und darf weder vertrieben noch vernichtet werden!

Was ist noch interessant für Naturfreunde?

Diese Fragen stellen Naturfreunde häufig:

Können Holzbienen stechen?

Wie andere Bienenarten können auch die Holzbienen stechen. Sie machen jedoch von dieser Fähigkeit nur in jenen Fällen Gebrauch, wenn sie sich sehr bedroht fühlen. Ansonsten sind es liebenswürdige und harmlose Insekten.

Was ist die gefährlichste Wespe?

Die weltweit als am gefährlichsten eingestufte Wespe ist die Asiatische Riesenhornisse, die in Ost- und Südostasien vorkommt. Sie erreichen Körpergrößen, die bis zu fünfmal länger sind als heimische Honigbienen. Auch ihr Stachel ist gigantisch und verursacht höllische Schmerzen.

Was sind schwarze Hummeln?

Schwarze Hummeln im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Vielmehr handelt es sich dabei um die Blaue oder Große Holzbiene, die schwarz gefärbt ist.

Symbolgraphiken: © Jürgen Kottmann – stock.adobe.com; evbrbe – stock.adobe.com; Dream-Emotion – stock.adobe.com; JeanChristophe – stock.adobe.com


• 11. Januar 2021 • Kategorie: Tiere & Natur

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