Schwarze Hornisse – interessante Fakten über die Holzbiene

Lesezeit: 7 Min.
Schwarze Hornisse?
Schwarze Hornisse?

Der Schreck ist groß, wenn man in seinem Garten eine schwarze Hornisse entdeckt – allerdings gibt es keinen Grund zur Panik. Bei diesem Insekt handelt es sich um die Große Holzbiene, die alles andere als gefährlich ist. Im Gegenteil: sie hat ausgesprochen nützliche Eigenschaften und sollte deswegen keinesfalls vertrieben oder gar vernichtet werden.

Schwarze Hornisse – Steckbrief

Von der Optik erinnert sie zwar an eine Hornisse oder gegebenenfalls an eine Hummel, jedoch handelt es sich bei dem großen, schwarzen Insekt um eine Holzbiene, Xylocopa. Sie gehört zur Familie der Echten Bienen, innerhalb derer sie mit vielen verschiedenen Arten vertreten ist. In Europa sind acht, in Mitteleuropa drei heimisch: Große, Kleine und Östliche Holzbiene.

Sie leben überwiegend im Totholz sowie in der Erde.

Aussehen

Holzbienen sind zwischen 15 und 28 mm groß, also wesentlich größer als die gelb-schwarzen Bienen. Vom Körperbau her erinnern sie eher an eine Hummel aufgrund ihrer Pummeligkeit – sowie an eine Hornisse aufgrund ihrer Größe. Kein Wunder also, dass das Insekt irrtümlicherweise als Hornisse bezeichnet wird…

Merkmale

Die Schwarze Hornisse ist – wie der Name unschwer vermuten lässt – schwarz und recht mollig. Ihr Körper wirkt massiv und stabil, ganz im Gegensatz zu den Flügeln, die blauschwarz schimmern. Auffällig sind auch die kräftigen Mundwerkzeuge.

Gartenbista-Tipp: Bei genauerem Hinsehen lässt sich eine gelbliche Unterseite der Fühler bei der Großen Holzbiene erkennen.

Verbreitung der Schwarzen Hornisse

Schwarze Hornissen lieben Totholz
Schwarze Hornissen lieben Totholz

Holzbienen lieben Wärme und sind deswegen überwiegend in tropischen sowie subtropischen Regionen beheimatet. Auch in Europa sind einige Arten anzutreffen.

Im Zuge des schwindenden Lebensraums sind die schwarzen Hornissen gezwungen, immer mehr Richtung Norden zu wandern. Während sie vor einigen Jahren nur in den südlichen Ländern anzutreffen waren, sind sie inzwischen überall in Deutschland anzutreffen.

Entwicklung

Holzbienen paaren sich, sobald sie aus dem Winterschlaf erwacht sind. Dies ist – je nach Witterung und Art – zwischen März und April der Fall. Danach beginnen sie sofort mit dem Nestbau. Bis sich aus einem Ei eine Biene entwickelt hat, vergehen nur 1,5 – 2 Monate. Dies ist insofern interessant, als dass die Mutterbiene, die ohnehin sehr langlebig sind, häufig ihre Nachkommenschaft noch kennenlernen kann. In der Insektenwelt ist dies recht ungewöhnlich, vor allem, wenn es sich um einjährige Lebewesen handelt.

Auch in puncto Nestbau sind Holzbienen außergewöhnlich: sie graben die benötigten Gänge selbst. Mithilfe ihrer kräftigen Oberkiefer werden diese in das Totholz beziehungsweise die Stängel genagt. Von Ihnen gehen die Nistgänge aus, in denen die Brutzellen eingelagert werden. Jede dieser Zellen bekommt ein Nahrungspaket, damit gleich nach dem Schlüpfen die Versorgung gewährleistet ist. Damit ihnen nichts passiert, werden sie durch Zwischenwände geschützt, welche aus Holzteilchen und Speichel hergestellt werden. Die Nistgänge werden zudem verschlossen, der Hauptgang sowie der Eingang bleiben jedoch offen.

Lebensweise & Ernährung

Holzbiene auf Essenssuche
Holzbiene auf Essenssuche

Wenn die jungen Holzbienen erwachsen geworden sind, fliegen sie munter und fröhlich in der Gegend herum. Da sie als Solitärinsekt leben, werden sie niemals in Schwärmen auftreten oder gar Völker bilden.

Sie ernähren sich von Nektar und Pollen, wobei Frühblüher von besonderer Bedeutung sind. Aufgrund ihrer Größe bevorzugen die Holzbienen großblütige Pflanzen, wie Salbei, Disteln und Winterjasmin. Die Nahrungsaufnahme bei kleineren Blüten ist hochinteressant: mithilfe ihrer kräftigen Mundwerkzeuge nagen sie die Blütenröhre durch und gelangen so an den tieferliegenden Nektar. Im Eifer des Gefechtes vergessen sie dabei manchmal, die Blüten zu bestäuben…

Wo überwintert die Schwarze Hornisse?

Sobald die Temperaturen sind, suchen sich die Schwarzen Hornissen ein passendes Quartier, in dem sie den Winter verbringen möchten. Dabei kann es sich um ihr Geburtsnest handelt, jedoch werden auch Erdlöcher sowie Mauerspalten gerne angenommen. Bei der Überwinterung zeigen diese Insekten wieder einmal Besonderheiten:

  • Es überwintern sowohl Männchen als auch Weibchen
  • Obwohl die Holzbiene solitär lebt, kommen zum Überwintern durchaus Gruppen zusammen

Übersicht der verschiedenen Holzbienen Arten

Nun ist es nicht so, dass es nur eine einzige Holzbienen Art gibt. In Mittel- und Südeuropa sind drei bekannt, wobei die Große Holzbiene, Xylocopa iris, die am häufigsten vertretende ist.

Wissenschaftlicher Name Xylocopa iris Xylocopa valga Xylocopa violacea
Bezeichnung Kleine Holzbiene Östliche Holzbiene Große Holzbiene
Größe 15 – 18 mm 22 – 28 mm 20 – 25 mm
Farbe Blauschwarz metallisch Körper schwarz, Flügel blau schimmernd Körper schwarz, blauschwarz schimmernde Flügel
Merkmale Gelbe Fühlerunterseite
Nistplätze Markhaltige Stängel Totholz Totholz, Stängel
Aktive Phase April – Oktober Ende März – September Anfang März – Oktober

Unterschied zu anderen Insekten

Viele heimische Bienen, Wespen und Hummeln sind gelb, bräunlich oder schwarz-gelb gesteift, was als ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur Holzbiene anzusehen ist. Es gibt jedoch noch andere Kriterien, welche eine Bestimmung vereinfachen.

Honigbiene Wespe Hornisse Holzbiene
Familie Echte Bienen Echte Wespe

 

Faltenwespen Echte Bienen
Farbe braun, gelblich, bernsteinfarben schwarz-gelb gestreift gelb-schwarz schwarz
Größe 7 – 19 mm 14 – 20 mm 18 – 24 mm 15 – 28 mm
Körperbau Gerade Form Wespentaille schlank gedrungen
Lebensweise In Völkern In Völkern Völker solitär
Nahrung  Nektar Obst, Insekten, Nektar Insekten, Nektar, Fallobst Pollen, Nektar
Besonderheiten Stirbt durch Fehlen sozialer Kontakte Blaumetallisch schimmernde Flügel

Ist die schwarze Hornisse gefährlich?

Keine Angst vor der Holzbiene
Keine Angst vor der Holzbiene

Holzbienen sind schüchterne, liebenswürdige Insekten. Wenn sie sich allerdings bedroht fühlen, können sie ebenso zustechen wie andere Bienen auch. Dennoch sind sie alles andere als gefährlich. Für gewöhnlich meiden sie Kontakt zu Menschen und haben auch keinerlei aggressive Verhaltensweisen.

Alleine ihre Anwesenheit mach jedoch manch einem Angst: zum einen ist es die imposante Größe, die unweigerlich Besorgnis hervorruft, zum anderen die dunkle Farbe, welche die Insekten ein wenig aggressiv aussehen lässt. Abgesehen von den optischen Merkmalen sind Holzbienen sehr laut: sie summen wesentlich geräuschvoller als andere Insekten, so dass manch einer sich bereits durch diese Töne einschüchtern lässt.

Giftig?

Wenn eine Holzbiene tatsächlich einmal zugestochen hat, so ist deren Stich schmerzhaft – kein Unterschied zu anderen Bienenstichen. Bei empfindlichen Personen können die Stiche allergische Reaktionen auslösen. Ansonsten sind sie nicht schmerzhafter als jene anderer Insekten.

Aber keine Angst: für gewöhnlich ist es so, dass der Stachel die menschliche Haut gar nicht durchstoßen kann, weil er einfach nicht kräftig genug ist…

Schadbilder möglich?

Kleine Löcher sind leider nicht zu verhindern
Kleine Löcher sind leider nicht zu verhindern

Holzbienenweibchen bohren kleine Löcher in Balken und andere Holzteile. Dadurch fällt Sägemehl an, welches allerhöchstens eine optische Störung darstellt. Da die Schwarzen Hornissen solitär leben, ist nicht mit einer massiven Zerstörung des Holzes zu rechnen, wie es beispielsweise bei Borkenkäfern oder Holzwürmern der Fall wäre.

Darf man Holzbienen bekämpfen?

Da die interessanten Insekten als besonders gefährdet eingestuft werden, dürfen sie keinesfalls bekämpft werden. Hierfür gibt es auch keinen Grund, da sie weder schädlich im eigentlichen Sinne sind noch nennenswerte Schäden anrichten.

In den USA hingegen ist die Sachlage augenscheinlich anders: die dortigen Holzbauten werden teilweise massiv zerstört, so dass die Holzbienen dort leider bekämpft werden.

Lebensraum für Holzbienen schaffen

Anstatt sich Gedanken um ihre Vernichtung zu machen, sollte man lieber einen adäquaten Lebensraum für diese Insekten schaffen. In freier Natur haben sie es immer schwerer, geeignete Nistplätze sowie Nahrung zu finden – nicht umsonst stehen sie auf der Roten Liste des Bundesamtes für Naturschutz. In erster Linie liegt dies an dem Mangel an Totholz. Während in früheren Zeiten dieses häufig zu finden war, wird heutzutage die Land- und Forstwirtschaft immer „aufgeräumter“ und somit unnatürlicher. Keine Nistplätze führen zwangsläufig zu einer verminderten Vermehrung, was – wie sich unschwer erraten lässt – zu einem Rückgang der Population und schließlich zum Aussterben verschiedener Arten führt.

Glücklicherweise kann man als Gartenbesitzer ein wenig dazu beitragen, um Insekten wie den Holzbienen ein Stückchen Lebensraum zu bieten.

Garten bienenfreundlich gestalten

Da Holzbienen Totholz sehr gerne mögen, ist es am einfachsten, wenn man dieses auf seinem Grundstück hat. Dies kann in Form von herabgefallenen oder abgeschnittenen Ästen geschehen, die einfach auf dem Boden liegengelassen werden. Auch ein alter Baum, der zwar nicht mehr austreibt, jedoch noch standfest ist, bietet den Holzbienen einen fantastischen Lebensraum. Im Übrigen nicht nur denen: auch andere Insekten sowie Gartenvögel und Säugetiere finden in ihm ebenfalls einen Unterschupf.

Neben Totholz sind auch Stängel sehr begehrte Niststätten:

  • Schilfrohr oder
  • Bambus

beispielsweise bietet nicht nur einen wunderschönen Anblick, sondern besitzt zugleich die benötigten Stängel. Diese können im Übrigen auch in einem Insektenhotel verarbeitet werden. Ein solches ist ideal für jene Gartenbesitzer, die nur begrenzt Platz zur Verfügung haben. Wer besonders die Holzbienen unterstützen möchte, sollte neben den dicken Stängeln Astscheiben in diesem Hotel installieren. Dort können die Bienen nach Herzenslust bohnen und ihre Brutkammern anlegen.

Gartenbista-Tipp: Neben den Nistmöglichkeiten ist das Nahrungsangebot wichtig.

Video-Tipp der Redaktion: Die Holzbiene in 60 Sekunden

In folgendem Video hat der NABU alle wichtigen Informationen über das interessante Insekt kurz zusammengefasst:

Was ist noch interessant für Pflanzenfreunde?

Diese Fragen stellen Pflanzenfreunde häufig:

Wie kann ich der Holzbiene helfen?

Großblütige, nektarreiche Pflanzen locken die Holzbienen in den Garten. Zudem kann man Hotz aufstellen, welches bereits etwas morsch, ansonsten jedoch noch ziemlich hart ist. Bestens geeignet sind Holzstücke von Birnen, Apfelbäumen und Weiden. Dieses Totholz stellt perfekte Nistmöglichkeiten dar.

Was frisst eine Holzbiene?

Die interessanten Insekten ernähren sich von Nektar und Pollen, bevorzugt von Schmetterlings-, Korb- und Lippenblütlern sowie Raublattgewächsen.

Wie lange leben Holzbienen?

Nach der Überwinterung leben die Holzbienen noch einige Wochen und sterben meistens im Juni. Somit beträgt ihre Lebensdauer ein Jahr, eventuell etwas länger.

 

Symbolgraphiken: © maykal – stock.adobe.com; dreamcatcher – stock.adobe.com; Daniel Bahrmann – stock.adobe.com; Sinneenat – stock.adobe.com; Gerry – stock.adobe.com


• 9. August 2021 • Kategorie: Tiere & Natur

1 Kommentar

  1. Danke für die Aufklärung, hatte mich erst erschrocken als ich ein Pärchen an meinen Sonnenblumen entdeckt habe, mein verwilderter Garten bietet Ihnen wohl optimale Lebensbedingungen

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