Mäusekot – Tipps im Umgang mit den Ausscheidungen der Nager

Lesezeit: 6 Min.
Mäusekot ist gefährlich!
Mäusekot ist gefährlich!

Auch, wenn sie noch so niedlich aussehen: kaum ein Gartenbesitzer ist wirklich entzückt darüber, wenn sich Nagetiere auf seinem Grundstück einnisten. Vor allem ihre Ausscheidungen geben keinen Grund zur Freude und können zudem Krankheiten hervorrufen. Befindet sich Mäusekot im Garten oder Haus, so sollte er umgehend und vor allem fachgerecht entsorgt werden. Dabei sind einige wichtige Kriterien zu beachten.

Anzeichen für Mäuse im Haus

Im Garten, in Garagen sowie Schuppen kann es immer wieder passieren, dass sich die eine oder andere Maus dort ihr Nest baut. Besonders erfreut darüber ist kaum einer; noch schlimmer ist es jedoch, wenn es sich die Nagetiere in Wohnräumen gemütlich machen. Sie nutzen einen unbeobachteten Moment und huschen durch die Balkon- oder Terassentür oder ein geöffnetes Fenster nach drinnen, wo sie in aller Ruhe ein Nest bauen und sich gegebenenfalls noch vermehren. Oft wird ihre Anwesenheit erst sehr spät bemerkt, da die Mäuse schlau genug sind, sich nicht öffentlich zu präsentieren. Doch es gibt einige Anzeichen, welche dafür sprechen, dass sich Mäuse im Haus befinden:

  • Biss- und Nagespuren an Gegenständen
  • Gestank, der durch Mäuseurin verursacht wird und sehr intensiv ist
  • Kot
  • Kratz- und Scharrgeräusche, überwiegend nachts
  • Nester, die sich aufgrund der Kletter- und Versteckkünste der Nager quasi überall befinden können
  • Sichtung von lebenden oder toten Mäusen
  • Trittspuren

Zudem kann es sogenannte Schmierspuren geben, die dadurch entstehen, dass Mäuse als Gewohnheitstiere immer dieselben Wege gehen. Auf diesen entstehen mit der Zeit durch Körperfett und Schmutz eine Spur, welche mit etwas Glück direkt in das Mäusenest führt.

Wie sieht Mäusekot aus?

Mäusekot (vergrößert)
Mäusekot (vergrößert)

Mäusekot besteht aus 0,3 – 0,8 cm langen, runden oder spiralförmigen Gebilden, welche dunkelbraun sind und stark nach Urin riechen. Für gewöhnlich sind diese Kotpillen nicht vereinzelt vorhanden, sondern überall verteilt. Eine einzelne Maus produziert zwischen 60 – 80 Köttel am Tag. Besondere Aufmerksamkeit ist gefragt, wenn diese Ausscheidungen in verschiedenen Größen auftreten: sie können ein Anzeichen dafür sein, dass sich die Mäuse bereits vermehrt haben und Jungtiere vorhanden sind.

Gartenbista-Tipp: Wenn die Kotpillen weich und glänzend sind, ist dies ein Indiz für Frische, woraus sich ein aktiver Befall ableiten lässt.

Unterschiede zu Exkrementen anderer Tiere

Nun ist es nicht immer einfach, Mäusekot von den Ausscheidungen anderer Tiere zu unterscheiden. Gerade im Freien befinden sich auch andere Lebewesen, die ebenfalls an ihren Hinterlassenschaften zu erkennen sind. Zum Vergleich:

  Mäusekot Igelkot Rattenkot Marderkot Fledermauskot
Größe 3 – 8 mm 3 – 6 cm 0,5 – 2,5 cm 8 – 10 cm 0,3 – 1,5 cm
Farbe dunkelbraun dunkelbraun bis schwarz dunkelbraun, glänzend dunkelgrau, schwarz dunkelbraun bis schwarz
Form rund bis spiralförmig gerollt, spitz zulaufend zylinderförmig wurstförmig, Spitze verdreht pelletförmig, dünn
Merkmale Uringeruch geruchs-neutral Ammoniak-geruch bestialischer Gestank geruchs-neutral

Gartenbista-Tipp: Bei der Bestimmung des Verursachers des Kots bitte die Ausscheidungen nur anschauen, nicht anfassen!

Ist der Kot der Mäuse gefährlich für Menschen?

Zwar sehen die Köttel relativ harmlos aus, jedoch sind sie dies nicht: zunächst einmal sind sie schlicht und ergreifend unhygienisch. Ausscheidungen – egal ob von Menschen oder Tieren – sollten sich keinesfalls dort befinden, wo jeder mit ihnen in Berührung kommen kann, also nicht in Garagen, Schuppen und schon gar nicht in Wohnräumen. Doch nicht nur das: Mäusekot ist extrem gesundheitsschädlich, da sich in ihm Viren, Parasiten und Bakterien befinden. Diese wiederum können bei Menschen zum Teil schwere Erkrankungen hervorrufen.

Tiere?

Katzen können sich beim Verzehr von Mäusen infizieren
Katzen können sich beim Verzehr von Mäusen infizieren

Auch Haustiere können durch den Kot von Mäusen erkranken. Hunde beispielsweise können Leptospirose bekommen, eine schwere bakterielle Infektion, welche sich zunächst durch grippeähnliche Symptome äußert. Im späteren Verlauf kann es zu Nieren- und Leberschädigungen sowie Schäden an anderen Organen kommen. Diese Krankheit wiederum kann von den betroffenen Hunde auf Menschen übertragen werden.

Katzen sind weniger durch den Kot als durch die Mäuse selbst gefährdet: sie essen sie und nehmen dadurch sämtliche in den Nagern befindliche Erreger und Parasiten auf. Besonders gefährlich ist die Toxoplasmose, da sei nicht nur Katzen erkranken lässt, sondern auch bei Menschen zu Beschwerden führt. Diese äußern sich bei gesunden Personen überwiegend in Kopfschmerzen, Lethargie, Fieber und Muskelschmerzen, bei Schwangeren sowie Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann es jedoch einen schweren Verlauf geben.

Darmparasiten wie Spulwürmer werden ebenfalls durch den Verzehr von Nagetieren an Katzen weitergegeben, dasselbe gilt für Pest-Bakterien.

Krankheiten, die Mäusekot verursachen kann

Die Krankheiten, welche durch ungeschützten Kontakt mit Mäusekot hervorgerufen werden können, sind alles andere als harmlos:

  • Hantavirus-Infektion
  • Morbus Weil
  • Tularämie
  • Typhus

Es geht allerdings noch schlimmer: während Mäusekot gefährlich werden kann, ist dies bei Rattenkot fast immer der Fall. Es gibt über 100 verschiedene Krankheiten, die in ihm nachgewiesen werden können, unter anderem Ruhr, Cholera und Borreliose.

Hantavirus Symptome

Hanta-Virus wird durch Mäusekot übertragen
Hanta-Virus wird durch Mäusekot übertragen

Die häufigste Krankheit, die durch Mäusekot verursacht wird, ist die Hantavirus-Infektion, deren Inkubationszeit zwischen 7 Tagen und vier Wochen liegt. Überträger sind überwiegend die Rötelmäuse. Die Erkrankung äußert sich zunächst durch plötzlich auftretendes hohes Fieber, welches drei bis vier Tage anhält. Damit nicht genug; weitere Symptome treten auf:

  • Bauchschmerzen
  • Blutdruckabfall
  • Kopfschmerzen
  • Kreislaufprobleme
  • Rückenschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Sehstörungen

Bei Menschen mit Vorerkrankungen kann es zudem zu Schädigungen der Lunge kommen, zudem sind Nierenfunktionsstörungen bis hin zu Nierenversagen möglich.

Sollten derartige Symptome auftreten, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen, damit dieser schnellstmöglich die Behandlung beginnen kann.

Im Übrigen muss der direkte Kontakt von Mensch zu Mäusekot gegeben sein. Wenn ein Hund oder eine Katze eine kranke Maus gefressen hat, kann das Haustier die Viren nicht auf seinen Halter übertragen. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Achtung: Jede Hantavirus-Infektion ist meldepflichtig!

Richtige Entfernung des Mäusekots – Werkzeuge & Materialien

Nun möchte man verständlicherweise den Mäusekot so schnell wie möglich loswerden, sobald man ihn entdeckt hat. Dies ist nachvollziehbar, jedoch ist ein kühler Kopf gefragt: keinesfalls sollte eine derartige Entfernung ohne das nötige Equipment stattfinden. Keinesfalls sollte ein Staubsauger verwendet werden, da sich zum einen in ihm die aufgesaugten Köttel sammeln, zum anderen werden kontaminierte Staubpartikel aufgewirbelt und an anderen Stellen verteilt.

Benötigt wird zunächst eine persönliche Schutzausrüstung:

  • Einweghandschuhe
  • Feinstaubmaske
  • Gummistiefel

Wenn möglich, sollte zudem ein Einweg-Overall getragen werden, ansonsten alte Kleidung.

  • Besen (möglichst alt)
  • Desinfektionsmittel
  • Eimer
  • Handfeger und Kehrblech (ebenfalls nach Möglichkeit alt)
  • Plastikbeutel
  • Schrubber
  • Sprühflasche
  • Wischlappen

Vorbereitung

  • Betroffene Räume 30 Minuten lüften; Durchzug vermeiden
  • Schutzkleidung anziehen
  • Desinfektionsmittel in die Sprühflasche füllen

Anleitung

  • Kontaminierte Flächen gründlich desinfizieren!
    Kontaminierte Flächen gründlich desinfizieren!

    Fußboden sowie den Mäusekot mit dem Desinfektionsmittel einsprühen

  • Kot zusammenfegen
  • Ausscheidungen in den Plastikbeutel geben
  • Heißes Wasser mit dem Desinfektionsmittel in dem Eimer mischen
  • Boden nass wischen
  • Antrocknen lassen
  • Erneut wischen
  • Besen, Handfeger, Kehrblech, Handschuhe und Wischlappen in den Plastikbeutel geben
  • Beutel gut verschließen und in den Müll werfen (bitte nicht im Haus!)

Nachsorge

  • Kleidung waschen
  • Gummistiefel desinfizieren
  • Gründlich duschen; Haare waschen

Da für gewöhnlich die Verursacher des Mäusekots nicht verschwinden, nur weil ihre Ausscheidungen entsorgt worden sind, ist eine Bekämpfung der Nager sinnvoll. Allerdings sollten besonders Tierhalter vorsichtig bei der Wahl des verwendeten Mittels sein. Viele Mäuseköder sind auch für Hunde und Katzen giftig, entweder durch direkten Kontakt oder beim Verzehr von Mäusen, die bereits das Gift aufgenommen haben. Um nicht das Leben der Haustiere zu gefährden, sollte eine Mäusebekämpfung möglichst unter Anleitung eines Fachmanns – oder von einem solchen selbst – durchgeführt werden.

Kein Mäusebefall – kein Mäusekot

Um gar nicht erst mit Mäusekot in Berührung zu kommen, empfiehlt es sich, eine gezielte Strategie gegen Mäusebefall zu verfolgen:

  • Futterreste von Haustieren umgehend entsorgen; Näpfe gründlich reinigen
  • Keine Essenreste sowie Krümel herumliegen lassen, sondern sie in Mülleimer geben (nicht auf den Kompost!)
  • Lebensmittel generell in verschließbaren Behältnissen aufbewahren
  • Mülleimer niemals offenstehen lassen, sondern mit einem Deckel verschließen

Auch sollten sämtliche möglichen Schlupflöcher, durch welche Mäuse ins Innere eines Hauses eindringen können, verschlossen werden. Persönliche Hygiene wie regelmäßiges Händewaschen nicht vergessen! Diese ist im Übrigen besonders nach Gartenarbeit wichtig; es sollten grundsätzlich bei sämtlichen Tätigkeiten im Freien Gartenhandschuhe getragen werden.

 

Symbolgraphiken: © Szasz-Fabian Joszef – stock.adobe.com; KariDesign – stock.adobe.com; lightpoet – stock.adobe.com; fotohansel – stock.adobe.com; New Africa – stock.adobe.com


1 Kommentar

  1. Vielen Dank für die für mich vollkommen neuen Erkenntnisse. Ich hatte keine Ahnung, wie gefährlich Mäusekot ist. Früher auf dem Hof meiner Eltern war er quasi überall, wir Kinder haben inmitten dieser Ausscheidungen gespielt… Jetzt weiß ich, was wir für ein großes Glück hatten, dass wir nicht krank geworden sind.
    MfG
    A. Leifhold

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