Bienennest entfernen – das ist dabei zu beachten

Bienennest
Bienennest

Die meisten Menschen lieben Honig und erfreuen sich zudem an dem Fleiß der produzierenden Insekten. Weniger erfreut hingegen ist man, wenn diese ihre Bauten an Stellen erreichten, an denen sie etwas störend sind. So stellt sich die Frage, ob man ein Bienennest entfernen darf oder nicht. Wir klären auf.

Allgemeine Informationen über Bienen

Bei den Bienen handelt es sich um eine Gruppe von Insekten, zu der mehrere Familien der Hautflügler gehören. Neben den Wildbienen sind die sogenannten Honigbienen die bekanntesten Vertreterinnen ihrer Art. Sie werden etwa einen Zentimeter lang, wobei es tatsächlich Arten gibt, die 4 cm groß und andere, die nur 1,5 mm lang werden können.

Der Körper der Bienen ist dreigeteilt und behaart, die Weibchen besitzen zudem am Hinterteil einen Stachel. Dieser wird zur Abwehr verwendet und ausschließlich dann, wenn sich die Biene bedroht fühlt. Manche Arten jedoch nutzen ihn auch aus anderen Gründen:

  • Anstechen von Pflanzen zur Eiablage
  • Verabreichen von Gift zur Lähmung von Beute
Honigbienen
Honigbienen

Gefahr geht für Menschen von dem kleinen Stachel nur in jenen Fällen aus, in denen der gestochene allergisch ist: die Menge an Gift ist nicht ausreichend, um irgendwelche Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Der dabei entstehende Schmerz ist nicht erwähnenswert, bei manchen Arten kann der Stachel nicht einmal die menschliche Haut durchdringen. Verlierer bleiben die Bienen: sie verlieren nach einem Stich ihren Stachel und sterben. Von daher sollte man niemals nur aus Spaß eine Biene reizen – sie wird es mit ihrem Leben bezahlen.

Die Honigbeine lebt in Staaten, die genau durchorganisiert sind, während die überwiegende Mehrheit der anderen Arten solitär lebt.

Bienen gehören weltweit zu den wichtigsten Bestäubern von Pflanzen jeglicher Art, wodurch sie eine wichtige und wertvolle ökologische Bedeutung bekommen. Leider ist in den vergangenen Jahren ihr Bestand stark zurückgegangen; so stark, dass von einem Bienensterben gesprochen wird. Das Tragische an der Geschichte ist die Tatsache, dass nicht etwa einzelne Exemplare ihr Leben lassen, sondern ganze Völker sterben. Um einen weiteren Rückgang der Population zu vermeiden, werden weltweit Aktionen durchgeführt, beispielsweise Anlegen von Bienenweiden. Im Übrigen kann jeder einzelne Gartenbesitzer ein kleines bisschen dazu beitragen, indem er heimische Pflanzen kultiviert, die nektarreich sind und den Bienen somit als Nahrung dienen.

So sieht ein Bienennest aus

Wunderschönes Bienennest
Wunderschönes Bienennest

Es ist nicht immer leicht für einen gewöhnlichen Gartenbesitzer, ein Bienennest zu erkennen und dieses von anderen Nestern – beispielsweise von Hornissen oder Wespen – zu unterscheiden. Sieht man Insekten hinein- und herausfliegen, erleichtert dies die Erkennung ein wenig. Auch das Fehlen einer Nesthülle ist ein Indiz dafür, dass es sich bei den Bewohnern um Bienen handelt.

Des Weiteren lassen sich Bienennester daran erkennen, dass sie meistens aus senkrechten Wabenplatten bestehen, die aus Wachs sind. Die Waben selbst sind sechseckig; in ihnen wird der beliebte Honig produziert, jedoch dienen sie auch als Aufzuchtkammern für den Bienennachwuchs.

Unterschiede zu anderen Nestern

Vorab gesagt: von Insektennestern sollte man grundsätzlich die Finger lassen. Dennoch ist es wichtig zu wissen, um welches Insekt es sich handelt: während Hornissen und Wespen durchaus aggressiv werden können und auch ganz gerne mal stechen, sind Bienen harmlos.

  Bienen Wespen Hornissen
Nesthülle nicht vorhanden grau oder beige orangefarben bis rotbraun
Auffälligkeiten sichtbare Wabenplatten dunkle, geschützte Plätze bevorzugen (verwittertes) Holz
Lebensräume Hohlräume, die geschützt und versteckt sind Hohlräume, die dunkel und regengeschützt sind an der Außenhülle befinden sich Lufttaschen mit einer Öffnung im Boden

Beliebte Habitate

Für gewöhnlich siedeln sich Honigbienen nicht in heimischen Gärten an. Sie leben in Bienenstöcken bei ihrem Imker und kommen nur zu Besuch, um Nektar zu sammeln. Es ist demzufolge sehr, sehr selten, wenn das betreffende Bienennest tatsächlich von dieser Spezies stammt. Viel wahrscheinlicher ist es jedoch, dass es sich um Wildbienen handelt. Sie kommen durchaus ins Haus, siedeln sich jedoch auch in Rollladenkästen sowie Hohlräumen an.

Erdbienen hingegen leben – wie der Name vermuten lässt – in der Erde. Entweder bohren sie sich dort unterirdische Tunnel, oder aber sie verwenden bereits existierende Gänge, beispielsweise von Mäusen. Hierzulande sind die vollkommen harmlosen und ungefährlichen Insekten sehr häufig anzutreffen.

Darf ich ein Bienennest entfernen?

Zunächst sollte man sich die Frage stellen, ob es notwendig ist, das Bienennest zu entfernen. Von den Insekten geht keinerlei Gefahr für Menschen aus, und wenn es sich nicht gerade an sehr unpassenden Stellen befindet, kann es durchaus in Ruhe gelassen werden. Vorsicht ist jedoch bei Haustieren geboten: Freigängerkatzen sowie manche Hunde machen sich einen Spaß daraus, Bienen zu jagen, und können durch Stiche ernsthafte gesundheitliche Schäden davontragen. Besonders dramatisch wird es, wenn in den Mund-Nasen-Rachenbereich gestochen wird. ansonsten jedoch kann man sich sicher sein, dass die Bienen einen weder umschwirren noch Lebensmittel anknabbern oder gar grundlos stechen. Eine Koexistenz ist also sehr gut möglich.

Wenn man sich nun mit der Frage befasst, wie man ein Bienennest entfernen kann, so finden sich im Internet überall diesbezügliche Tipps. Diese sollten schnellstmöglich vergessen werden, denn es gibt nur eine naturschutzmäßig und gesetzlich korrekte Möglichkeit: von einem Fachmann entfernen lassen. Die Bienen – und zwar sowohl die Wild- als auch die Honigbienen – zählen hierzulande zu den geschützten Arten. Dies bedeutet, dass sie nicht getötet, umgesiedelt oder anderweitig in ihrer Existenz bedroht werden dürfen. Eine diesbezügliche Zuwiderhandlung ist kein Kavalierdelikt; es können Strafen in Höhe von mehr als 50.000, – € fällig werden.

Im Garten?

Auch im Garten sollte man keinesfalls selbst ein Bienennest entfernen. Kein kleines, kein großes – gar keines. Niemals.

Am Haus?

Der Schutz, dem die Bienen unterliegen, bezieht sich auf sämtliche Habitate, also auch auf Bauten am Haus.

Bienennest entfernen vom Balkon?

Auf dem Balkon sind Bienen meistens unerwünscht
Auf dem Balkon sind Bienen meistens unerwünscht

Wenn sich ein Bienenschwarm auf dem Balkon niedergelassen hat, ist dies für dessen Besitzer nicht besonders angenehm. Auch, wenn die kleinen Insekten harmlos sind, fühlt man sich immer unbehaglich. Zudem kann es passieren, dass man sich versehentlich auf eine Biene draufsetzt und dann gestochen wird. Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn man an derartigen Stellen ein Bienennest entfernen möchte. Dies aber bitte nur von einem Fachmann durchführen lassen – keinesfalls selbst Hand anlegen.

Bienennest entfernen lassen – so geht´s

Sollte es sich bei dem Bienennest um die Wohnung von Honigbienen handeln, ist es sinnvoll, den örtlichen Imker zu kontaktieren. Dieser weiß nicht nur genau, wie er mit solchen Behausungen umzugehen hat: er wird sich auch darüber freuen, ein neues Volk zu sich nehmen zu können. So entsteht eine Win-Win-Situation. Zudem kann es sogar sein, dass es sich bei dem Schwarm um einen seiner eigenen handelt, der sich aus unerfindlichen Gründen ein neues Terrain gesucht hat. Wie dem auch sei – ein Imker ist bei Honigbienen immer die beste Option.

Gartenbista-Tipp: Wer keinen Imker ausfindig machen kann, wendet sich bitte an die zuständige Stadt- oder Gemeindeverwaltung oder an einen lokalen Naturschutzverein.

Imker bei der Nestentfernung
Imker bei der Nestentfernung

Anders hingegen ist die Situation bei einem Wildbienennest. Bevor ein Fachmann damit beauftragt werden kann, muss zunächst durch das zuständige Umweltamt die hierfür notwendige Genehmigung erteilt werden. Dies ist jedoch kein Selbstläufer: das Amt schickt Experten, die sich anschauen, ob eine Umsiedlung notwendig ist. Hierfür müssen triftige Gründe vorliegen:

  • Bienennest wurde zwischen Fensterdichtungen oder Blumengefäßen gebaut
  • Nest befindet sich in einem Brennholzstapel, der sich in Privatbesitz befindet
  • Wildbienen nisten auf Waldwegen, die befestigt werden müssen
  • Eine vermehrte Düngung landwirtschaftliche Flächen ist erforderlich

Nur zu sagen, dass man sich durch Wildbienen gestört fühlt, reicht demzufolge nicht aus.

Abhängig von der jeweiligen Wildbienenart wird das Umweltamt entscheiden, in welcher Form die Umsiedlung stattfinden soll.

Gelegentlich wird empfohlen, einen professionellen Kammerjäger zur Hilfe zu holen. Dieser kennt sich zwar mit Bienennester Entfernen aus, jedoch ist solch ein Auftrag für gewöhnlich überflüssig. Wird entweder ein Imker kontaktiert oder die Entfernung in die Hände des Umweltamtes gelegt, so benötigt man keinen Kammerjäger.

Feuerwehr zur Hilfe holen?

Die Feuerwehr sollte nur in äußersten Notfällen mit der Entfernung eines Bienennestes beauftragt werden. Ein solcher Notfall liegt vor, wenn eine akute Gefahr von dem Nest ausgeht. Da dies jedoch ausgesprochen selten ist, sollte man sich mit diesem Gedanken gar nicht erst anfreunden. Schon gar nicht, wen man die Idee hat, dass eventuell die Feuerwehr das Nest sogar vernichten könnte. Dies dürfen sie ebenso wenig wie ein gewöhnlicher Bürger und werden es auch nicht tun.

Kosten

Wenn ein Imker sich der Sache annimmt, so kann es durchaus sein, dass er dies kostenlos macht. Ansonsten ist eine derartige Arbeit erfahrungsgemäß kostengünstig; etwa mit 50,- € muss man rechnen.

Ein professioneller Kammerjäger wird mehr Geld verlangen. Wie viel, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab, wie beispielsweise Erreichbarkeit des Nestes oder Größe.

Tipps & Tricks

  • Grundsätzlich ist Vorbeugung besser als eine spätere Entfernung des Nestes. Wenn keine Hohlräume am Haus vorhanden sind, werden sich auch keine Bienen ansiedeln. Von Natur aus sind die kleinen Insekten sehr scheu, so dass sei nicht zwingend in der Nähe von Menschen ihre Nester erreichten werden.
  • Wenn man Mauerbienen beim Nestbau beobachtet, kann man dies im Anfangsstadium unterbinden. Hierfür werden die beliebten Hohlräume verschlossen. Als Alternative kann ein naturnaher Gartenbesitzer Holzblöcke mit Löchern aufstellen, die ebenso gerne als Behausung angenommen werden.
  • Auch Rohre, die einen Durchmesser von mindestens 20 cm haben, werden sehr gerne als Behausungen angenommen. Wenn also derartige Rohre auf dem Grundstück verteilt werden, schafft man so einen wunderbaren Lebensraum für die Bienen – und sich selbst das Problem mit etwaigem Bienennest Entfernen vom Hals.

 

Symbolgraphiken: © sanatgen – stock.adobe.com; CL-Medien – stock.adobe.com; 9lnw – stock.adobe.com; olando – stock.adobe.com; kraximus2010 – stock.adobe.com


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