Leinsamen Tee selber machen – so stelle ich das Hausmittel her

Lesezeit: 4 Min.
Leinsamen - Samen des Flachses
Leinsamen – Samen des Flachses

Die Samen des Flachses sind echtes Powerfood: sie enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe, die sich positiv auf den Organismus auswirken. Auch gegen mancherlei Beschwerden – vor allem im Verdauungsbereich – können sie eingesetzt werden. Hierfür kann man einen Leinsamen Tee selber machen und bei Bedarf trinken.

Kurz & knapp

  • Leinsamen sind heimische, 5 mm große Samen des Flachses, einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt
  • Sie sind reich an Ballaststoffen, Schleimstoffen, Vitaminen, Mineralien, Omega-3-Fettsäuren sowie Eiweiß
  • Bereits zwei Esslöffel täglich sind eine wertvolle Bereicherung des Speiseplans – auch für Vegetarier; mehr als 45 g sollten jedoch nicht verzehrt werden
  • Sehr leicht lässt sich Leinsamen Tee selber machen – es werden lediglich Wasser sowie die Samen benötigt

Was ist Leinsamen Tee?

Ungeachtet seiner Bezeichnung handelt es sich nicht um ein klares Aufgussgetränk, sondern eher um einen Schleim – vergleichbar mit Haferschleim. Er wird auch nicht – wie man vermuten könnte – mit siedendem Wasser hergestellt. Dies sollte man tunlichst vermeiden: neben den ganzen gesunden Inhaltsstoffen enthalten Leinsamen auch Amygdalin. Zwar nur eine sehr geringe Menge, aber es ist vorhanden. Dieses setzt Blausäure frei, wenn die Leinsamen gekocht oder mit kochendem Wasser übergossen werden.

Leinsamen Tee Wirkung

  • Leinsamen Tee
    Leinsamen Tee

    Verdauungsfördernd – die vielen Ballaststoffe sorgen dafür, dass die Verdauungsorgane etwas zu tun haben und die Sättigung lange vorhält

  • Entgiftend – die Quellstoffe binden Giftstoffe im Darm und sorgen somit für eine schonende Entgiftung
  • Krebsvorbeugend – erste Studien geben Hinweise darauf, dass die Einnahme von Leinsamen dazu beitragen kann, verschiedene Krebsarten zu verhindern
  • Schleimhautschützend – die schleimige Konsistenz der Samen setzt sich an den Magen- und Darmschleimhäuten ab und bildet so einen Schutzmantel

Abgesehen davon ist Leinsamen eine hervorragende Vitamin- und Eiweißquelle.

Anwendungsgebiete

  • Magenschleimhautentzündung
  • Reizdarm
  • Sodbrennen
  • Verstopfung

Auch zum Abnehmen ist Leinsamen hilfreich: die Ballaststoffe quellen im Magen auf und verursachen dadurch ein Sättigungsgefühl. Die Einnahme beeinflusst den Blutzuckerspiegel nicht, so dass die gefürchteten Heißhungerattacken ausbleiben. Darüber hinaus wird der Körper mit den notwendigen Vitalstoffen sowie Eiweiß versorgt. Die recht hohe Kalorienzahl sollte niemanden abschrecken, da die Samen nur in geringen Mengen eingenommen werden.

Hat Leinsamen Tee auch Nebenwirkungen?

Grundsätzlich sind keine Nebenwirkungen bekannt; es gibt allerdings Menschen, die allergisch auf die Samen reagieren. Demzufolge sollten sie darauf verzichten, ihn zu verzehren. Wichtig ist immer, dass das Superfood bestimmungsgemäß eingenommen wird. In diesem Fall heißt dies, mit genügend Flüssigkeit. Wenn Leinsamen mit unzureichend Flüssigkeit eingenommen wird, kann es passieren, dass er nicht erst in den Verdauungsorganen, sondern bereits im Rachenraum oder der Speiseröhre anfängt, aufzuquellen. Dies kann zu sehr unangenehmen Verstopfungen in diesen Bereichen führen.

Keinesfalls darf Leinsamen Tee bei vergangenem oder sogar bestehendem Darmverschluss, Verengungen im Magen, Darm oder in der Speiseröhre eingenommen werden! Dies kann zu lebensbedrohlichen Verstopfungen führen!

Während der Schwangerschaft leiden viele Frauen unter Verstopfung. So ist es naheliegend, gegen diese mit natürlichen Mitteln vorzugehen. Leinsamen Tee scheint hierfür perfekt zu sein – ein sanftes Abführen ist garantiert. Dennoch ist Vorsicht geboten: es gibt keine hinreichenden Studien zu Leinsamen in der Schwangerschaft, allerdings wird vermutet, dass der Verzehr zu Frühgeburten führen könnte. Bevor man als Schwangere also zu den Samen greift, sollte man unbedingt Rücksprache mit dem behandelnden Gynäkologen halten.

Leinsamen Tee Rezept

Leinsamen Tee selber machen ist ganz einfach
Leinsamen Tee selber machen ist ganz einfach

Zum Leinsamen Tee selber machen werden nicht viele Zutaten benötigt:

  • 2 Esslöffel Leinsamen
  • 200 ml kaltes Wasser

Und so geht´s:

  • Leinsamen in eine Schale oder große Tasse geben
  • Wasser über die Samen geben
  • 30 Minuten quellen lassen, dabei gelegentlich umrühren
  • Mischung durch ein feines Sieb gießen

Die klare Flüssigkeit, die gefiltert worden ist, kann nun getrunken werden. Sie ist recht geschmacksneutral – aber wirksam…

Gartenbista-Tipp: Möglichst geschrotete Leinsamen kaufen; ansonsten vor der Zubereitung des Tees kurz mörsern.

Anwendung

Der Leinsamen Tee kann vor der Einnahme leicht erwärmt werden. Man sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, dass er keine sofortige Wirkung zeigt. Vielmehr kann es zwei bis drei Tage dauern, bis sich die Beschwerden gelegt haben.

Gartenbista-Tipp: Während der Einnahme von Leinsamen Tee ist es immens wichtig, zusätzlich viel Wasser oder ungesüßten Tee zu trinken!

Was ist noch interessant für Teefreunde?

Diese Fragen stellen Teefreunde häufig:

Wie viel Leinsamen am Tag ist gesund?

Auch bei den Samen des Flachses gilt: nicht übertreiben. Aufgrund der geringen Menge an Amygdalin, welche die kleinen Körner enthalten, sollten täglich maximal 45 g zu sich genommen werden – und zwar möglichst aufgeteilt in drei Portionen á 15 g.

Was passiert, wenn man zu viel Leinsamen isst?

Abgesehen von den Nebenwirkungen im Verdauungsbereich kann es bei einer sehr großen Menge verzehrter Leinsamen tatsächlich zu einer leichten Blausäurevergiftung kommen. Dies passiert umso eher, wenn die Leinsamen gekocht oder heiß aufgegossen werden.

Was ist gesünder: Leinsamen oder Chia-Samen?

Gesund und verdauungsfördernd
Gesund und verdauungsfördernd

Im Grunde genommen nehmen sich beide Samen nicht viel. Chia-Samen haben den Vorteil, dass sie nicht aufgebrochen werden müssen, sondern auch im Ganzen ihre Wirkung entfalten können. Zudem sind sie noch reicher an Omega-3-Fettsäuren sowie Antioxidantien. Nachteilig muss allerdings erwähnt werden, dass die Herkunft der Chia-Samen – im Gegensatz zu den heimischen Leinsamen – oft unbekannt ist und die Körner häufig schadstoffbelastet sind.

 

Symbolgraphiken: © Bits and Splits – stock.adobe.com; mariag_foto – stock.adobe.com; Pixel-Shot – stock.adobe.com; beats_ – stock.adobe.com


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