Kamillentee selber machen – so einfach kann ich ihn herstellen

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Kamillentee
Kamillentee

Teebeutel in eine Tasse, Wasser drauf – fertig. Geht einfach, doch genauso leicht kann man einen Kamillentee selber machen. So weiß man, was sich darin befindet, und kann die volle Kraft der Heilpflanze nutzen. Nach Belieben kann das fertige Getränk mit Honig oder Zitrone verfeinert werden.

Kurz & knapp

  • Echte Kamille ist eine der wertvollsten Heilpflanzen überhaupt.
  • Sie wächst an Feldrändern und auf Wiesen, kann jedoch auch sehr gut im eigenen Garten angebaut werden. Auch im Handel sind die Blüten in BIO-Qualität erhältlich.
  • Die Pflanze besitzt viele Heilwirkungen und kann demzufolge gegen diverse Leiden eingesetzt werden. Überwiegend jedoch findet sie Anwendung bei Magen-Darm-Beschwerden.
  • Zum Kamillentee selber Machen können sowohl frische als auch getrocknete Blüten verwendet werden.

Kamille Wirkung

Zu Großmutters Zeiten war die Echte Kamille das Heilmittel schlechthin und wurde gegen alle möglichen Beschwerden eingesetzt. So dumm war das nicht, da die Pflanze diverse Wirkungen hat. Unter anderem wirkt sie:

  • Antibakteriell
  • Austrocknend
  • Beruhigend
  • Blutreinigend
  • Entzündungshemmend
  • Harntreibend
  • Krampflösend
  • Menstruationsfördernd
  • Schweißtreibend
  • Schmerzstillend

Welche Nebenwirkungen hat Kamillentee?

In der Kamille befindet sich eine geringe Menge an Pyrrolizidinalkaloiden. Diese können erbgutschädigend wirken, wenn der Kamillentee im Übermaß verzehrt wird. Abgesehen davon kann es zu Übelkeit und sogar Erbrechen kommen.

Kamille
Kamille

Während der Schwangerschaft kann Kamillentee dazu beitragen, Übelkeit zu verhindern und für einen entspannten Schlaf zu sorgen. Auch bei Krämpfen sowie einer leichten Erkältung ist dieses Aufgussgetränk hilfreich. Allerdings ist es so, dass Schwangere möglichst wenig Kräutertees zu sich nehmen sollten. Die maximale Dosis von zwei Tassen täglich bei akuten Beschwerden sollte nicht überschritten werden. Generell sollte jedoch immer ein Gynäkologe um Rat gefragt werden.

Anwendungsgebiete

Es gibt diverse Beschwerden, gegen die Kamillentee eingenommen werden kann. Ihre Hauptanwendung liegt bei Magen-Darm-Beschwerden wie:

  • Blähungen
  • Darmschleimhautentzündung
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Koliken
  • Magenkrämpfe
  • Magenschleimhautentzündung
  • Reizdarm
  • Reizmagen
  • Sodbrennen
  • Übelkeit
  • Verstopfung
  • Zwölffingerdarmgeschwür

Darüber hinaus wird sie gegen viele weitere Beschwerden eingenommen; unter anderem bei:

  • Erkältung
  • Fieber
  • Halsentzündung
  • Kopfschmerzen
  • Menstruationsschmerzen
  • Nervosität
  • Rheuma
  • Schnupfen
  • Unruhe

Auch äußerlich kann ein Kamillenaufguss angewendet werden. Dieser sollte stärker konzentriert als ein Tee sein. Er wird gegen

  • Ekzeme,
  • Flechten und
  • Hautentzündungen

eingesetzt.

Gartenbista-Tipp: Bei Entzündungen im Mund kann Kamillentee als Mundspülung verwendet werden. Mehrmals täglich anwenden!

Welche Pflanzenteile werden verwendet?

Kamillentee selber machen aus Blüten
Kamillentee selber machen aus Blüten

Zum Kamillentee selber machen werden ausschließlich die Blüten genutzt. Diese können zwar theoretisch sofort nach dem Aufblühen geerntet werden, jedoch ist ihre Konzentration an wertvollen Inhaltsstoffen am höchsten, wenn sie zwischen drei und fünf Tage lang aufgeblüht sind. Keinesfalls jedoch sollten sie bereits verblüht sein!

Es gibt im Übrigen verschiedene Kamillenarten, welche der Echten sehr ähnlichsehen. Diese sind zwar nicht giftig, werden jedoch keine Heilwirkung entfalten. Die Echte Kamille lässt sich gut an verschiedenen Merkmalen erkennen:

  • Charakteristischer Geruch der Blüten
  • Blütenkörbe sind gebogen und innen hohl
  • Blütenzungen sind glatt und zudem linear angeordnet
  • Im Reifezustand lassen die Blüten ihre Zungen hängen

Erntezeit

Es bietet sich an, Kamille im eigenen Garten anzubauen. Heutzutage ist es schwierig, an Ackerrändern oder anderen landwirtschaftlich genutzten Flächen noch Pflanzen zu finden, welche nicht gespritzt worden sind. Bei eigenem Anbau hat man ein echtes Naturprodukt und kann bedenkenlos die Pflanzen verwenden.

Die Blütezeit liegt zwischen Mitte Mai und September. Ideal ist eine Ernte im Juni und Juli. Im kommerziellen Anbau werden die Blütenköpfe bevorzugt am Johannistag, 24. Juni, geerntet. Nach der Ernte werden die Köpfchen gesäubert (nicht gewaschen!). Faule, beschädigte sowie verblühte Pflanzenteile werden aussortiert.

Gartenbista-Tipp: Blüten bei Sonnenschein um die Mittagszeit ernten!

Kamillentee selber machen – Rezept

  • Zwei bis drei Teelöffel Kamillenblüten in eine Tasse geben
  • Mit 250 ml siedendem Wasser übergießen
  • Abdecken
  • 10 Minuten ziehen lassen
  • Abseihen

Zum Süßen eignet sich Honig; bei Erkältungsbeschwerden ist es sinnvoll, frische Zitrone zuzufügen.

Achtung: Beim Kamillentee selber machen darauf achten, dass er nicht zu lange zieht. Dadurch werden Gerbstoffe freigesetzt, die zwar beruhigend wirken, aber sehr bitter schmecken.

Anwendung

Kamillenblüten können frisch oder getrocknet verwendet werden
Kamillenblüten können frisch oder getrocknet verwendet werden

Drei Tassen Kamillentee pro Tag sollten bei akuten Beschwerden getrunken werden – mehr jedoch nicht.

Große Mengen des Aufgussgetränkes sollten nicht zu sich genommen werden – und schon gar nicht über einen längeren Zeitraum hinweg. Ein Tässchen jeden Tag hingegen trägt dazu bei, dass sich die positive Wirkung der Kamille voll entfalten kann.

Was ist noch interessant für Kräuterteefreunde?

Diese Fragen stellen Kräuterteefreunde häufig:

Wie trockne ich Kamillenblüten?

Kamillenblüten werden sofort nach der Ernte getrocknet. Hierfür werden sie auf Zeitungspapier ausgebreitet und an einem dunklen, trockenen Ort bei Temperaturen von mindestens 21° C getrocknet. Wer eine schnellere Methode bevorzugt, kann auch eine Trocknung im Backofen vornehmen. Hierfür müssen etwa drei Stunden eingeplant werden.

Video-Tipp: Wie Kamille geerntet und getrocknet wird, sehen Sie in diesem Video…

Kann man Kamille im Dörrautomaten trocknen?

Die Trocknung im Dörrautomaten ist sehr schonend und kann auch bei Kamillenblüten vorgenommen werden. Voraussetzung ist natürlich, dass die Blütenköpfe gesund, unbeschädigt und sauber sind.

Wie lagere ich Kamillenblüten?

Getrocknete Kamillenblüten kommen in ein luftdicht verschlossenes Behältnis, beispielsweise eine Teedose. Die Lagerung erfolgt an einem kühlen und dunklen Ort. Dort sind die Blüten mindestens ein Jahr lang haltbar.

Kann ich Kamillentee aus frischen Blüten selber machen?

Direkt nach der Ernte können die Kamillenblüten auch in frischem Zustand verwendet werden. Die Herstellung des Tees ist identisch mit jener von getrockneten Blüten.

 

Symbolgraphiken: © voltan – stock.adobe.com; Li-Bro – stock.adobe.com; misskaterina – stock.adobe.com; nikolaydonetsk – stock.adobe.com


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