Gurken selber einlegen – Rezepte für jeden Geschmack

Gurken selber einlegen - Geschmack wie zu Großmutters Zeiten
Gurken selber einlegen – Geschmack wie zu Großmutters Zeiten

In vielen Hausgärten gehören die grünen, schlanken Früchte zu den ertragreichsten Pflanzen, so dass jährlich eine reichhaltige Ernte erfolgen kann. Damit man auch zu einem späteren Zeitpunkt in deren Genuss kommt, kann man ganz leicht Gurken selber einlegen. Je nach Geschmack in Salz, in Gewürzlake oder als klassische Essiggurke.

Gurken einlegen oder lieber einkochen?

Ob man seine Gurken einlegen oder einkochen möchte, hängt davon ab, wie lange sie gelagert werden sollen. Das klassische Einlegen besteht darin, dass die Gurken zusammen mit den gewünschten Gewürzen in ein Glas gegeben werden, welches mit aufgekochtem (Salz-)Wasser aufgefüllt wird. Dann wird es verschlossen und an einem kühlen Ort gelagert.

Eingekochte Gurken hingegen sind wesentlich länger haltbar – oftmals jahrelang. Das Einkochen oder Einmachen an sich geschieht, indem das gefüllte Glas gekocht wird, was zwar aufwändiger ist, jedoch mit besagter langer Lagerfähigkeit belohnt wird.

Welche Gurken sind geeignet?

Klassische Einlegegurken
Klassische Einlegegurken

Ideal zum Gurken selber einlegen sind – wie der Name unschwer erraten lässt – die Einlegegurken. Sie haben die richtige Größe, so dass sie wunderbar in die Einkochgläser passen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass andere ungeeignet sind; im Gegenteil: grundsätzlich lässt sich jede Gurke einkochen, wobei Salatgurken etwas anders verarbeitet werden als die kleinen Einlegegurken. Wichtig ist, dass die Früchte immer frisch und unbeschädigt sind. Wenn Gurken eingelegt werden, die ihre beste Zeit bereits hinter sich haben, so ist die Gefahr sehr groß, dass sie sich auch im eingekochten Zustand nicht lange halten werden.

Haltbarkeit

Es ist schwierig, bei selbstgemachten Gurkentöpfen zu sagen, wie lange diese tatsächlich haltbar sind. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass sich eingekochtes Gemüse mindestens ein Jahr hält, eingelegtes zwischen sechs und zwölf Monaten. Diese Zeiten können jedoch sowohl nach vorne als auch nach hinten schwanken. Generell empfiehlt es sich, eine Sicht- und Geruchsprobe zu machen: wenn sich die Gurken verfärben und/oder der Sud trübe wird, sollten sie keinesfalls mehr verzehrt werden. Auch ein unangenehmer Geruch gibt Aufschluss über etwaige Überlagerung.

Damit eingelegte beziehungsweise eingekochte Gurken lange halten, sollten sie generell trocken und kühl gelagert werden. Temperaturschwankungen sind zwingend zu vermeiden.

Gartenbista-Tipp: Nach dem Öffnen des Glases sollten die Gurken innerhalb von einer Woche verzehrt werden!

Vorbereitung

Wer Gurken selber einlegen möchte, benötigt neben den Gurken geeignete Gläser. Diese können entweder in Form der klassischen Einkochgläser vorhanden sein oder aber mit Twist-Off-Deckeln. Wichtig ist, dass sie sauber beziehungsweise steril sind. Es ist sinnvoll, sie vor dem gebrauch einmal in der Spülmaschine zu waschen; alternativ können sie auch mit einer heißen Sodalösung ausgespült oder für 10 Minuten bei 140° C im Backofen sterilisiert werden.

Die Gurken werden vor dem Einlegen/Einkochen für etwa 12 Stunden in kaltes Wasser gelegt. Manch einer bevorzugt hierfür Salzwasser, dies ist jedoch nicht zwingend notwendig. Danach werden sie nochmals abgewaschen und mithilfe einer kleinen Bürste abgeschrubbt. Falls Stielansätze vorhanden sind, werden diese entfernt.

Als Gewürze können fertige Mischungen verwendet werden, das sogenannte Einmachgewürz. Wer möchte, kann jedoch auch nach Belieben Senfkörner, Nelken, Pimentkörner, Wacholderbeeren, Lorbeerblätter und andere Gewürze verwenden.

Gartenbista-Tipp: Ausschließlich frischen Dill verwenden!

Gurken selber einlegen Rezepte

Die hier angegebenen Rezepte beziehen sich immer auf ein Kilogramm frische Gurken.

Essiggurken

  • Gurken
  • 1 Zwiebel
  • 500 ml Tafelessig
  • 1 Liter Wasser
  • 2 Esslöffel Salz
  • Dill nach Belieben
  • Einmachgewürz nach Belieben

Zunächst werden die Zwiebeln in Ringe geschnitten und der Dill gewaschen. Danach werden die beiden Zutaten zusammen mit den Gurken in die sauberen Gläser gefüllt. Das Einmachgewürz kommt ebenfalls dazu.

Nun wird der Essig zusammen mit dem Salz und dem Wasser aufgekocht und im Anschluss direkt in die Gläser bis etwa einen Zentimeter unter den Rand gefüllt. Gläser umgehend verschließen.

Gewürzgurken

Selbstgemachte Gewürzgurken
Selbstgemachte Gewürzgurken

Benötigt werden:

  • Gurken
  • 1 Zwiebel
  • 175 g Zucker
  • 250 ml Essig
  • 1 Liter Wasser
  • 40 g Salz
  • Dill
  • Einmachgewürz

Und so geht´s:

  • Einmachgewürz in die Gläser geben
  • Gurken, Dill und Zwiebeln einfüllen
  • Wasser, Essig, Zucker und Salz aufkochen
  • Lake über die Gurken geben
  • Gläser verschließen

Gartenbista-Tipp: Kleine Scheiben Möhren können sehr gut hinzugefügt werden.

In Salz

  • Gurken
  • 1 Liter Wasser
  • Knoblauchzehen (1-2 pro Glas)
  • Dill
  • 50-60 g Salz
  • Pro Glas ein Johannisbeer- oder Kirschblatt

Damit die Salzlake schneller in die Gurken eindringen kann, können diese vor dem Einfüllen in die Gläser mit einer Gabel angestochen werden.

  • Gurken, Dill, Knoblauch und Blätter in die Gläser füllen
  • Wasser mit Salz aufkochen
  • Lake sofort über die Gurken gießen
  • Gläser gut verschließen

Im Steintopf Gurken selber einlegen

Salzgurken können auch sehr gut in einem Steintopf eingelegt werden. Hierfür werden neben den oben erwähnten Zutaten ein Steintopf sowie ein Stein oder ein Teller zum Beschweren benötigt.

  • Gurken, Knoblauch, Dill und Blätter in den Steintopf füllen
  • Salzlake kochen
  • Steintopf mit der kochenden Salzlake aufgießen
  • Teller oder Stein oben auf legen
  • Abkühlen lassen
  • Mit einem sauberen Tuch den Steintopf abdecken und an einen kühlen Ort stellen

Nach etwa einer Woche kann man die Salzgurken bereits essen; richtig durchgezogen sind sie nach 14 Tagen. Nach einiger Zeit wird sich eine weiße Schicht durch die Säuerung bilden. Diese ist zwar nicht gesundheitsschädlich, jedoch auch nicht besonders appetitlich. Vor dem Verzehr sollten die Gurken deswegen abgespült werden.

Achtung: Schimmel auf der weißen Schicht ist ein Indiz dafür, dass die Gurken verdorben sind und nicht mehr gegessen werden sollten!

Gurken selber einlegen süß-sauer

Etwas ganz Besonderes sind süß-saure Senfgurken. Hierfür werden benötigt:

  • Gurken
  • 250 ml Weißweinessig
  • ¼ Liter Wasser
  • 1 kleine Zwiebel
  • Dill
  • 250 g Zucker
  • 1 Teelöffel Senfkörner
  • Einmachgewürz
  • 1 Esslöffel Salz

Für diese Spezialität werden die Gurken nicht im Ganzen eingelegt, sondern in Stücke oder Scheiben geschnitten.

  • Zwiebeln in Ringe schneiden
  • Gurken, Zwiebeln und Dill in die Gläser geben
  • Alle anderen Zutaten aufkochen
  • Drei Minuten kochen lassen
  • Umgehend in die Gläser füllen
  • Verschließen

Knoblauchgurken

  • Knoblauchgurken selber machen ist nicht schwierig
    Knoblauchgurken selber machen ist nicht schwierig

    Gurken

  • 1 Liter Wasser
  • 3 Knollen Knoblauch
  • 750 ml Essig
  • 350 ml Wasser
  • 35 g Rohr- oder Birkenzucker
  • Senfkörner
  • Pfefferkörner
  • Gewürze nach Belieben

Zunächst wird das Salz in etwa einem Liter Wasser aufgelöst. Die gereinigten Gurken kommen dann in diese Lake hinein. Dort verbleiben sie für 24 Stunden, danach wird das Wasser abgegossen und die Gurken werden noch einmal abgebürstet. Gegebenenfalls mit einer Gabel mehrfach einstechen.

  • Den Knoblauch schälen und in einzelne Zehen zerlegen
  • Essig, Wasser, Zucker, Senf- und Pfefferkörner aufkochen
  • Knoblauch hinzugeben
  • 20 Minuten kochen
  • Gurken, Gewürze und den gekochten Knoblauch in die Gläser füllen
  • Sud noch einmal aufkochen
  • Ebenfalls in die Gläser füllen, diese umgehend verschließen

Bis die Knoblauchgurken ihr volles Aroma entfaltet haben, vergehen mindestens vier Wochen.

Gurken einkochen

Wer seine Gurken gerne einkochen und somit länger haltbar machen möchte, geht zunächst wie beim Einlegen vor. Wenn sich sämtliche Zutaten in den Gläsern befinden, werden diese fest verschlossen:

  • Einkochgläser mit Gummiringen, Deckel und Klemmen
  • Twist-Off-Gläser fest zudrehen

Danach kommen sie entweder in den Backofen oder in einen Einkochautomaten.

Im Backofen

Backofen auf 175° C vorheizen. Die gefüllten Gläser werden so in die Fettpfanne gestellt, dass sie sich gegenseitig nicht berühren, danach wird die Pfanne mit Wasser aufgefüllt und auf die unterste Schiene in den Ofen gestellt. Dort verbleiben sie 20 Minuten; im Anschluss die Gläser umgehend herausnehmen. Vorsicht, heiß!

Alternativ kann auch wie folgt vorgegangen werden:

  • Blech mit den Gläsern in den Backofen hineinstellen
  • Ofen auf 175° C aufheizen (Ober- und Unterhitze)
  • Wenn das Wasser anfängt zu köcheln, Ofen ausschalten
  • Gläser 30 Minuten im Backofen belassen, danach herausnehmen

Im Einkochautomat

Wer einen Einkochautomaten besitzt, kann sich glücklich schätzen: das Procedere des Gurken Einkochens wird dank ihm deutlich vereinfacht. Wenn die Einweckgläser gefüllt und verschlossen worden sind, kommen sie in den Automaten. Dieser wird dann so mit Wasser aufgefüllt, dass die obere Reihe bis zu Dreivierteln im Wasser steht. Danach muss er nur noch auf 30 Minuten bei 85° C eingestellt werden – fertig.

Gartenbista-Tipp: Nach Beendigung des Einkochens das Wasser unbedingt ablaufen gelassen werden, damit die Gurken nicht noch nachköcheln!

Tipps zum Gurken selber einlegen

Nicht mit den Händen ins Gurkenglas greifen!
Nicht mit den Händen ins Gurkenglas greifen!

Bitte immer darauf achten, dass der Gläserrand beim Befüllen sauber bleibt.

Beim Herausnehmen der Gurken zum Verzehr immer eine Zange benutzen; niemals mit bloßen Händen in das Gurkenglas greifen.

 

 

Symbolgraphiken: © photocrew – stock.adobe.com; Ulf Dressen – stock.adobe.com; Marek Gottschalk – stock.adobe.com; P. REES – stock.adobe.com; SKatzenberger – stock.adobe.com


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