Gesichtscreme selber machen – Natur pur für jeden Hauttyp

Selbstgemachte Gesichtscreme
Selbstgemachte Gesichtscreme

Wer seiner Haut eine optimal abgestimmte, natürliche Pflege bieten möchte, sollte sich die Zeit und Muße nehmen und seine Gesichtscreme selber machen. Dies ist längst nicht so schwierig, wie man sich vorstellen mag, und das Ergebnis ist alle Mühe wert.

Kann ich Gesichtscreme selber machen?

Im Allgemeinen glaubt man immer, dass es sehr schwierig ist, eine richtige Gesichtscreme selbst herzustellen. Dies ist nicht der Fall! Im Gegenteil: mit dem richtigen Equipment (welches sich für gewöhnlich in jedem Haushalt befindet) und den passenden Zutaten ist es ein Kinderspiel.

Was ist dabei zu beachten?

  • Nur natürliche und hochwertige Zutaten verwenden
  • Sauberkeit, Sauberkeit, Sauberkeit
  • Auf den eigenen Hauttypen abgestimmte Komponente verwenden

Natürliche Zutaten

Naturkosmetik bedeutet, dass die Zutaten natürlich und frei von Chemie sind. Dies ist beim Kauf der einzelnen Komponente zu beachten. Wer meint, er könne eine hochwertige Creme mithilfe eines Öls aus dem Discounter, Alkohol zur Konservierung und chemischen Duftstoffen herstellen, sollte lieber die Finger davonlassen. Vermutlich würde er zwar irgendein Ergebnis erzielen, aber bestimmt keine hochwertige Creme.

Abgesehen von naturreinen Ölen sollten die weiteren Komponente aus der Apotheke oder dem Bioladen stammen. Dies gilt insbesondre dann, wenn ätherische Öle verwendet werden sollen. Ein Öl aus dem Drogeriemarkt für eine Duftlampe hat nichts im Gesicht zu suchen!

Penible Sauberkeit beim Gesichtscreme selber machen

Eigentlich ist es eine Selbstverständlichkeit, jedoch sollte es nicht unerwähnt bleiben: wer Gesichtscreme selber machen möchte, sollte zwingend auf eine saubere Umgebung, sauberes Material sowie saubere Gefäße achten. Wenn die Creme kontaminiert wird, bilden sich leicht Keime oder Pilze, die alles andere als gut für die Haut sind.

Die Arbeitsfläche sollte mit reinem Alkohol oder Essig gereinigt werden. Im Anschluss daran werden sie nicht mit einem Lappen, sondern mit Küchenpapier abgewischt.

Materialien wie Töpfe und Schüsseln sollten entweder direkt vor der Verwendung mit heißem Wasser ausgespült oder alternativ 10 Minuten lang abgekocht werden. Dasselbe gilt für den Tiegel, in dem die Creme später aufbewahrt werden soll: sicherlich wurde er nach der letzten Verwendung gründlich gewaschen, jedoch sollte er vor einem erneuten Befüllen sterilisiert werden.

Last not least sollte man auch über die Hände sprechen: es nützt nichts, wenn alles schön sauber ist, nur die Hände nicht. Selbstverständlich sollten auch sie 20-30 Sekunden mit Seife eingerieben und anschließend gründlich unter fließendem Wasser abgespült werden. Auch hierbei sollte Küchenpapier verwendet werden. Wer möchte, kann zur Herstellung von Naturkosmetik auch Einweghandschuhe anziehen (ist jedoch für gewöhnlich nicht notwendig, wenn die allgemeinen Hygieneregeln beachtet werden).

Gartenbista-Tipp: Der Arbeitsplatz kann auch mit Backpapier ausgelegt werden, welches nach Beendigung der Arbeit entsorgt wird.

Vorteile einer selbstgemachten Creme

Emulsan und Sheabutter zum Gesichtscreme selber machen
Emulsan und Sheabutter zum Gesichtscreme selber machen

Wer seine Gesichtscreme selber macht, was genau, was sich in ihr befindet: nur natürliche Inhaltsstoffe, keine chemischen Konservierungsmittel, kein Alkohol… So kann man sicher sein, dass auch tatsächlich nur wertvolle Zutaten verwendet wurden. Aufgrund der verschiedenen Optionen beim Öl sowie zusätzlichen zutaten wird jede Creme individuell auf den Hauttypen zugeschnitten. Diese einzigartige Mischung ist in dieser Form nur schwer im Handel erhältlich; falls doch, so ist sie nahezu unbezahlbar. Dies kann man von selbstgemachter Naturkosmetik nicht sagen: die einzelnen Komponente sind preislich erschwinglich.

An allererster Stelle sollte jedoch die Freude an Cremeherstellung stehen. Wer kein Interesse daran hat, Kosmetik selber zu machen, wird sich auch von den anderen Vorteilen nicht beeinflussen lassen. Wenn man jedoch erst einmal gemerkt hat, wie viel Freude das Muckeln macht und dann auch noch ein gutes Produkt dabei herauskommt, ist dies immer wieder ein Ansporn, um weiterzumachen – und, um neue Rezepte auszuprobieren.

Haltbarkeit

Eine selbstgemachte Creme ohne jegliche Konservierungsstoffe hält sich bei Zimmertemperatur 8-10 Tage; im Kühlschrank etwa zwei Wochen. Um die Haltbarkeit auf 2-3 Monate zu verlängern, können natürliche Konservierungsmittel beigefügt werden. Hierfür eignen sich:

  • Vitamin E (Tocopherol) aus der Apotheke oder einem Bioladen
  • Biokons

Zusätzlich sollten einige Tipps im Umgang mit den Cremes beachtet werden, damit sie länger halten:

  • Creme mit einem sauberen Spatel entnehmen
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
  • Dunkel aufbewahren
  • Gefäß so kurz wie nötig offenlassen

Gartenbista-Tipp: Falls kein Spatel verwendet wird, sollten die Hände vor der Entnahme der Creme gewaschen werden.

Gesichtscreme selber machen – Zutaten

  • 15 ml Pflanzenöl, welches je nach Hauttyp ausgesucht wird
  • 3 g Emulsan als Emulgator, der benötigt wird, damit sich die Wasser- und die Fettphase miteinander verbinden
  • 2 g Shea- oder Kakaobutter als Konsistenzgeber; alternativ kann Carnaubawachs verwendet werden (vegan)
  • 30 ml destilliertes Wasser, Rosenwasser oder Hamameliswasser

Optionale Zutaten

  • Vitamin E als natürliches Konservierungsmittel, um die Creme länger haltbar zu machen
  • Ätherische Öle, die zum einen für einen schönen Duft sorgen, zum anderen gegen bestimmte Hautprobleme wirken können

Materialien

  • Ein Tiegel, um die Creme darin aufzubewahren. Hierfür eignet sich eine alte Cremedose oder ein anderes
    Benötigte Materialien
    Benötigte Materialien

    Töpfchen mit Schraubdeckel. Das Gefäß sollte möglichst dunkel oder milchig sein, um eine Lichteinstrahlung zu verhindern.

  • Zwei hitzebeständige Schalen zum Anrühren der beiden Phasen der Gesichtscreme.
  • Mittelgroßer Topf, der nicht zu hoch sein sollte, jedoch breit genug, um den Schalen ein Wasserbad zu ermöglichen.
  • Ein Küchenthermometer, mit welchem die Temperatur von Flüssigkeiten gemessen werden muss. Sehr gut eignet sich ein Thermometer mit einem schmalen Stab, welcher in die Gefäße hineingehalten werden kann.
  • Ein kleiner Schneebesen zum Verrühren der einzelnen Komponente. Gelegentlich wird ein Pürierstab empfohlen, jedoch hat dieser sich in der Praxis für derart kleine Mengen als unpassend erwiesen.
  • Küchenwaage sowie Messbecher. Die Wage sollte möglichst in 1 g-Schritten die Gewichte anzeigen, da beim Gesichtscreme selber machen mit sehr geringen Mengen gearbeitet wird. dasselbe gilt für den Messbecher: wenn möglich, sollte er Kleinstmengen anzeigen können.

Welche Öle sind geeignet?

Was für ein Öl individuell verwendet wird, hängt von dem jeweiligen Hauttypen ab. Wird das „falsche“ Öl verwendet, kann es leider passieren, dass die Creme nicht wohltuend ist, sondern die Hautprobleme noch verstärkt…

Olivenöl?

Die zellerneuernde Wirkung von Olivenöl ist der Kosmetikindustrie längst nicht verborgen geblieben; immer mehr Pflegeprodukte sind auf Basis dieses Öls entstanden. Besonders bei reifer Haut ist es sehr beliebt. Für diese ist Olivenöl zu empfehlen, auch bei empfindlicher haut kann es bedenkenlos angewendet werden. Vorsicht ist jedoch bei fettiger Haut oder Mischhaut geboten: für diese Hauttypen ist Olivenöl ungeeignet, da es zu reichhaltig ist.

Gartenbista-Tipp: Nur natives, hochwertiges Olivenöl verwenden!

Kokosöl?

Inwieweit Kokosöl zum Gesichtscreme selber machen geeignet ist, sollte jeder für sich persönlich herausfinden. Bei manchen Menschen zeigt es eine hervorragende Wirkung, speziell gegen Pickel und sogar Akne. Zudem glättet es die Haut und spendet ihr Feuchtigkeit. Bei anderen hingegen ist genau das Gegenteil der Fall: Kokosöl, welches offiziell als komedogen angesehen wird, verstopft die Poren und führt demzufolge zu unreiner Haut, Pickeln und Mitessern.

Sheabutter?

Als Konsistenzgeber ist Sheabutter fantastisch – als ölige Basis für ein Gesichtscreme eher nicht. Zum einen ist sie stark komedogen, zum anderen ist die Geschmeidigkeit, die Öle mit sich bringen, hierbei recht überschaubar. Im Bereich der Salbenherstellung ist Sheabutter unabdingbar; wer jedoch eine gewöhnliche Gesichtscreme selber machen möchte, sollte auf andere Optionen zugreifen. Dasselbe gilt im Übrigen für Kakaobutter.

Fettige Haut?

Auch fettige Haut kann mit dem richtigen Öl bedacht werden: Jojobaöl wirkt ausgleichend auf fettige Hautpartien, dasselbe gilt für hochwertiges Sonnenblumenöl sowie Distelöl.

Für trockene Haut

Arganöl, Mandelöl und Leinöl sind besonders bei trockener oder sehr trockener Haut zu empfehlen.

Für reife Haut

Neben dem oben erwähnten Olivenöl sind Arganöl, Nachtkerzenöl sowie Mandelöl sehr empfehlenswert. Je reichhaltiger ein Öl ist, desto größer ist die Gefahr, dass die Haut nach dem Auftragen glänzt. Im Zweifelsfalle sollten derart hochwertige Cremes eher für die Nacht verwendet werden während als Tagescreme eine etwas „leichtere“ Variante gewählt werden sollte.

Öle zum Gesichtscreme selber machen für Mischhaut

Menschen, die eine Mischhaut haben, müssen besonders vorsichtig damit sein, was sie in ihre Creme mischen. Eine zu reichhaltige Creme fördert die Talgproduktion, eine austrocknende Pflege ist wiederum ebenfalls nicht angesagt. Dementsprechend schwierig ist es, das passende Öl zu finden. Jojobaöl, Traubenkernöl sowie da weniger bekannte Tamanuöl sind hierfür zu empfehlen. Sie besitzen die Eigenschaft, dass sie die trockenen Hautpartien mit Feuchtigkeit versorgen, während sie die fettigeren Stellen ausgleichen.

Hanföl für strapazierte Haut

Wer unter strapazierter oder entzündeter Haut leidet, sollte sich näher mit Hanföl beschäftigen. Dieses hat einen hohen Gehalt an essenziellen Fettsäuren. Es wirkt antibiotisch, beruhigend sowie schmerzstillend und eignet sich hervorragend zur Regeneration der Haut. Auch Aprikosenkernöl kann gut verwendet werden.

Gegen Pickel

In erster Linie sollten bei einem Hang zur Pickelbildung nur Öle mit einer geringen bis gar keinen Komedogenität verwendet werden, so dass die Talgproduktion nicht weiter gefördert wird. Des Weiteren sollten die Öle möglichst antibakteriell, adstringierend und/oder entzündungshemmend sein. Dies ist bei einigen der Fall:

  • Arganöl
  • Hanföl
  • Jojobaöl
  • Tamanuöl
  • Traubenkernöl
  • Wildrosenöl (mindert zudem noch Aknenarben)

Anleitung zur Cremeherstellung in zwei Schritten

Grundsätzlich wird eine Creme in zwei Phasen hergestellt: zum einen die Fettphase, zum anderen die Wasserphase. Mithilfe des Emulgators ist es möglich, die beiden Phasen miteinander zu verbinden, so dass sich als Endprodukt eine homogene Einheit ergibt.

Bevor die einzelnen Arbeitsgänge ausgeführt werden, sollten bereits sämtliche Zutaten abgewogen/abgemessen worden sein und bereitstehen.

Fettphase

  • Circa 250 ml Wasser in dem Topf zum Kochen bringen
    Sheabutter zum Schmelzen bringen
    Sheabutter zum Schmelzen bringen
  • Konsistenzgeber in einem der Gefäße ins Wasserbad stellen und zum Schmelzen bringen
  • Öl und Emulgator hinzugeben
  • Gleichmäßig umrühren

Wenn die Mischung schön flüssig geworden ist, kann das Gefäß vorsichtig aus dem Wasserbad herausgenommen werden (Achtung, heiß!). Nun wird es zum Herunterkühlen auf die Arbeitsplatte gestellt.

Wasserphase

  • Erneut Wasser in dem Topf zum Kochen bringen
  • In dem anderen Gefäß das Wasser oder Pflanzenwasser erwärmen
  • Schale aus dem Topf herausnehmen und ebenfalls abkühlen lassen
Beide Phasen gründlich miteinander verrühren
Beide Phasen gründlich miteinander verrühren

Mithilfe des Küchenthermometers bei beiden Flüssigkeiten die Temperatur kontrollieren. Sind sie auf 40° C abgekühlt, werden die Phasen mithilfe des Schneebesens miteinander vermischt. Gegebenenfalls können noch ätherische Öle und/oder Vitamin E hinzugefügt werden. die Creme ist fertig, wenn sie eine schöne cremige Konsistenz bekommen hat. Nun kann sie mithilfe des Holzspachtels in den Tiegel gegeben werden.

Gartenbista-Tipp: Um eine angenehme Festigkeit zu erhalten, kann die Creme nach der Herstellung in den Kühlschrank gestellt werden.

Tipps & Tricks

Beim Gesichtscreme selber machen sollte man sich Zeit lassen
Beim Gesichtscreme selber machen sollte man sich Zeit lassen

In Ruhe arbeiten. Die Cremeherstellung kann eine sehr entspannende Tätigkeit sein, wenn man sich hierfür genügend Zeit lässt. Es gibt keinen Grund zur Hektik.

Nach der Cremeherstellung sollte auf jeden Tiegel ein Etikett mit Inhaltsangabe und Herstellungsdatum geklebt werden. Dies verhindert eine unerwünschte Überlagerung des Produktes.

 

 

Symbolgraphiken: © Elietta Becker


, Kategorie: Rezepte

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