Erkältungstee selber machen – mit Kräutern durch die kalte Jahreszeit

Erkältungstee
Erkältungstee

Gegen Schnupfen inklusive Begleiterscheinungen muss nicht immer gleich Chemie eingesetzt werden. Vielmehr sollte man beizeiten die Komponente sammeln, um einen Erkältungstee selber machen zu können. Welche Kräuter für die Zubereitung eines heilsamen, wohltuenden Heißgetränks geeignet sind und wie sie gegen bestimmte Erkältungsbeschwerden wirken, erfahren Sie hier.

Erkältungstee selber machen?

Gegen Schnupfen mitsamt seinen Begleiterscheinungen bietet es sich an, seinen Erkältungstee selber zu machen. Zum einen können so Mischungen individuell auf das jeweilige Beschwerdebild abgestimmt werden; zum anderen weiß man so genau, was in seinem Tee tatsächlich drin ist. Wer die Möglichkeit hat, sollte im Frühjahr oder Sommer, wenn die benötigten Kräuter erntereif sind, hinaus in die Natur gehen und für die Erkältungszeit vorsorgen. Alternativ können auch getrocknete Kräuter im Bioladen gekauft werden. dabei ist jedoch darauf zu achten, dass sie nicht kleingehackt und schon überhaupt nicht gemörsert worden sind.

Oder kaufen?

Im Fachhandel sowie in Supermärkten gibt es diverse Teemischungen, welche speziell gegen Erkältungen angewandt werden können. Diese sind entweder in loser Form oder in Teebeuteln erhältlich. Es ist allerdings so, dass in derartigen Mischungen die Wirksamkeit nicht besonders stark gegeben ist. Dies liegt daran, dass die verwendeten Kräuter bereits bei der Herstellung zerkleinert worden sind und in diesem Zustand wochen- oder monatelang verbleiben, bevor sie verarbeitet werden. Besonders unwirksam sind sie in einem Teebeutel, da sie in diesem nahezu pulverisiert werden.

Geeignete Kräuter und ihre Wirkung

  • Viele Kräuter eignen sich zum Erkältungstee selber machen
    Viele Kräuter eignen sich zum Erkältungstee selber machen

    Hagebuttenfrüchte sind im Herbst reif. Sie enthalten viel Vitamin C und stärken die Abwehrkräfte. Ganz nebenbei sorgen sie für einen angenehm fruchtigen Geschmack.

  • Holunderblüten sind von April bis Juni zu finden. Sie wirken schweißtreibend, blutreinigend und stärken zudem das Immunsystem.
  • Huflattich ist ganzjährig zu finden. Er besitzt eine stark schleimlösende Wirkung. Spitzwegerich wirkt krampflösend, hustenstillend und reizlindernd und besitzt zudem eine antibakterielle Wirkung. Er kann ganzjährig geerntet werden.
  • Lindenblüten müssen zwischen Mai und Juli gepflückt werden. Sie wirken unter anderem schweißtreibend und entzündungshemmend und stärken zudem das Immunsystem.
  • Mädesüß ist schmerzlindernd, fiebersenkend und enthält Gerbstoffe, die eine antioxidative Wirkung haben und die Schleimhäute schützen. Geerntet wird dieses Heilkraut zwischen März und September.
  • Melisse hat eine beruhigende Wirkung und ist zudem schweißtreibend. Sie kann von Mai bis Oktober geerntet werden.
  • Roter Sonnenhut stärkt nicht nur das Immunsystem, sondern wirkt auch entzündungshemmend und antiviral: Erntezeit: März – Oktober
  • Schlüsselblume hat ihre Erntezeit von März bis Mai. Sie besitzt die Eigenschaft, Schleim verflüssigen zu können, und erleichtert zudem das Abhusten. Allerdings steht sie unter Naturschutz, so dass sie nur im eigenen Garten geerntet werden darf. Alternativ können Veilchenblüten der Gundermannblüten verwendet werden, die eine ähnliche Wirkung aufweisen.
  • Spitzwegerich wirkt hustenstillend, krampflösend und reizlindernd. Seime Erntezeit liegt zwischen März und Oktober.
  • Thymian ist nicht nur als Küchenkraut beliebt. Seine Heilwirkung wird ebenfalls gerne genutzt. Er wirkt schleimlösend, antibakteriell und antiviral; geerntet werden kann er zwischen April und Oktober.

Gartenbista-Tipp: Weißdorn ist nicht explizit gegen Erkältungen wirksam, sondern bei Herzerkrankungen. Da jedoch manche Erkältung auch das Herz angreift, kann es nicht schaden, den Teemischungen etwas Weißdorn beizufügen.

Erkältungstee selber machen – Rezepte

Gegen individuelle Beschwerden können spezielle Teemischungen zusammengestellt werden. Es empfiehlt sich, pro Tag vier bis fünf Tassen Erkältungstee zu trinken.

Bei fiebrigem grippalen Infekt

Zu gleichen Teilen

  • Holunderblüten,
  • Lindenblüten,
  • Mädesüßblüten,
  • Thymian sowie
  • gegebenenfalls Weißdornblätter

verwenden. Jeweils zwei Teelöffel pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, danach abseihen.

Gartenbista-Tipp: Tee bitte abgedeckt ziehen lassen, damit sich die ätherischen Öle nicht verflüchtigen.

Bei Erkältung ohne Fieber

  • 20 g Lindenblüten
    Holunderblüten für Erkältungstee verwenden
    Holunderblüten für Erkältungstee verwenden
  • 20 g Melissenblätter
  • 30 g Holunderblüten
  • 5 g Hagebuttenfrüchte
  • gegebenenfalls Weißdornblätter

Jeweils einen Teelöffel pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen, zugedeckt 10 Minuten ziehen lassen.

Gegen trockenen Husten

Zu gleichen Teilen

  • Huflattich,
  • Spitzwegerich und
  • Thymian

miteinander mischen. Jeweils zwei Teelöffel mit heißem Wasser übergießen und 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

Gartenbista-Tipp: Anis, Fenchel oder Pfefferminze beimischen!

Erkältungstee selber machen für Kinder

Mädesüß
Mädesüß

Bevor irgendeine Teemischung kreiert wird, sollte dies mit dem zuständigen Kinderarzt abgesprochen werden. Beim Erkältungstee selber machen für Kinder ist darauf zu achten, dass dieser möglichst süß schmecken sollte, da er ansonsten nicht gerne getrunken wird. Mädesüß sorgt dafür, dass der herbe Geschmack der Hagebutten etwas abgemildert wird.

 

Eine Mischung aus

  • 50 g Mädesüßblüten,
  • 30 g Lindenblüten,
  • 15 – 20 g Hagebuttenfrüchten sowie
  • 10 g Schlüsselblume

haben sich in der Praxis als angenehm zu trinken erwiesen. Zur Zubereitung werden zwei Teelöffel mit 150 ml heißem Wasser übergossen und 10 Minuten zugedeckt ziehen gelassen.

Achtung: Kinder unter zwei Jahren sollten keinen Erkältungstee bekommen!

Tipps zur Herstellung eines Erkältungstees

Zitrone kann dem Tee beigefügt werden
Zitrone kann dem Tee beigefügt werden

Falls die Heilpflanzen selbst gesammelt und getrocknet wurden, sollten sie im Ganzen an einem dunklen und trockenen Ort aufbewahrt und erst bei Bedarf zwischen den Fingern zerrieben werden. Ganze Pflanzenteile zu verarbeiten ist insofern nicht besonders ratsam, als dass sie nur einen Teil ihrer Wirkstoffe abgeben können.

Heilkräuter sind zwar sehr heilsam, schmecken jedoch nicht immer gut. Häufig enthalten sie Bitterstoffe, wodurch der Tee ebenfalls einen bitteren Geschmack bekommt. Wer diesen absolut nicht mag, kann ihn mit Ahornsirup oder Imkerhonig verfeinern.

 

Symbolgraphiken: © Mikhaylovskiy – stock.adobe.com; SB – stock.adobe.com; Johanna Mülbauer – stock.adobe.com; DariaChich – stock.adobe.com; gpointstudio – stock.adobe.com


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