Regional Lebensmittel einkaufen

Regional Lebensmittel einkaufen.
Regional Lebensmittel einkaufen.

Aktuelle Konsumentenbefragungen haben ergeben, dass mehr als die Hälfte aller Verbraucher mehrmals im Monat regional Lebensmittel erwirbt. Der Kunde fällt diese Kaufentscheidung bewusst. So hat „regional“ „bio“ bei der Nachfrage bereits überholt. Der Anteil regionaler Produkte am wöchentlichen Warenkorb liegt bei mindestens 20 Prozent. Öko-Ware dagegen kommt auf rund zehn Prozent. Drei von vier Konsumenten sind bereit, für regionale Erzeugnisse einen höheren Preis zu bezahlen.

Regional Lebensmittel überholen Bio-Produkte

Die Verbraucher akzeptieren bei regionalen Produkten grundsätzlich einen Preisaufschlag von bis zu 15 Prozent. Ganz oben auf dem regionalen Einkaufszettel stehen dabei Eier, Gemüse und Obst. Aber auch Fleisch und Milchprodukte erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Regionalität schafft Identität. Man verbindet ein regionales Produkt mit dem Bild der Landschaft, in der es produziert wird, dadurch entsteht bestenfalls eine Vertrautheit zwischen Erzeuger und Verbraucher. Guter Geschmack allein genügt vielen Käufern nicht mehr, es darf gern auch etwas mehr sein.

Die Herkunft der Lebensmittel scheint inzwischen wichtiger als die Vielfalt. Experten überrascht der Trend zu regionalen Produkten nicht. Sie verweisen auf die fortschreitende Globalisierung. Die Menschen wünschen sich in einer hektischen und vernetzten Welt zunehmend Nähe und Identität. Regionalität kann diese Sehnsucht stillen und Vertrauen schaffen.

Das Wissen um

  • Herkunft
  • und Frische,
  • kurze Lieferwege
  • und die Förderung lokaler Erzeuger

sind dabei wohl die wichtigsten Aspekte. Viele dieser Argumente werden natürlich auch von den Verfechtern der Bioprodukte angeführt.

Regional ist nicht immer besser

Regional ist nicht immer gleich besser.
Regional ist nicht immer gleich besser.

Dabei ist regional nicht unbedingt klimafreundlicher. Damit beispielsweise Äpfel aus der Region das ganze Jahr über frisch verfügbar sind, müssen sie in Kühlhäusern und unter sauerstoffarmer Atmosphäre gelagert werden. Die Dauerlagerung verbraucht schlussendlich genauso viel Energie, wie der Schiffstransport frischer Äpfel aus Übersee. Es ist daher folgerichtig auch immer darauf zu achten, welche Produkte gerade Saison haben.

Der Handel beginnt zunehmend, auf dieses Bedürfnis seiner Kunden nach regional erzeugter Ware zu reagieren und passt seine Sortimente an. Denn es besteht durchaus die Gefahr, Kunden an die beliebten Wochenmärkte und an die Direktvermarkter mit ihren Hofläden zu verlieren. Ein grundsätzliches Problem mit der Regionalität besteht bisher in der Definition.

Wie schon bei „bio“ gibt es inzwischen dutzende

  • Markennamen,
  • Produktsiegel
  • und auch Länderzeichen.

Im Supermarkt boomt die Werbung mit Hinweisen auf Lebensmittel mit regionalem Bezug. Dabei ist auf viele regionale Kennzeichnungen kein Verlass. Nur weil „regional“ draufsteht ist es noch lange nicht drin.

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Gartenbista-Tipp: Da der Begriff „regional“ gesetzlich noch nicht geregelt ist, kann jeder Erzeuger einen Heimatbezug behaupten und sein Produkt entsprechend kennzeichnen. Das Bio-Zeichen und der Begriff „bio“ sind dagegen schon staatlich geschützt. Standards wie Bioland oder Demeter gehen noch weit darüber hinaus. Regional verdrängt also nicht Produkte aus biologischem Anbau, beide Formen können sich für die Zukunft sinnvoll ergänzen.

Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © Nd3000, Victoria – Fotolia.com


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