Zivilcourage: Definition und Beispiele für Mut im Alltag

Zivilcourage hat viele Gesichter.
Zivilcourage hat viele Gesichter.

Gerade in den Tagen vor Weihnachten erinnern sich viele an das Thema Nächstenliebe. Mit Spenden wird dort geholfen, wo es nicht ganz so gut läuft. Doch im Alltag scheinen die noblen Gedanken schnell zu verfliegen. Das Eingreifen in Notsituationen, auch Zivilcourage genannt, ist längst keine Selbstverständlichkeit.

Fast täglich gibt es diese Nachrichten, wo wieder jemand im öffentlichen Raum beleidigt, bedroht, geschlagen oder anderweitig misshandelt worden ist. Oft war niemand in der Nähe, um dem Opfer beizustehen, mindestens genauso oft haben Passanten die Hilfe aber auch einfach verweigert.

Aus Angst oder generell aus abgestumpftem Empfinden wird weggeschaut. Hat sich doch allzu oft auch schon der Umstand ergeben, dass der Aufmerksame zum Schluss auch zum Opfer wurde.

Definition des Begriffs Zivilcourage

Der Begriff der Zivilcourage, der sich in diesem Zusammenhang aufdrängt, erfordert aber als Ausgangspunkt nicht immer nur eine bedrohliche Situation. Es gibt ständig Anlässe, wo Mut gefragt ist. Nicht von ungefähr setzt sich Zivilcourage schließlich aus zwei Komponenten zusammen:

Begriffsdefinition Zivilcourage: Der Begriff „Zivil“ bezeichnet dabei das allgemeine bürgerliche Leben, was sich vom militärischen Befehlsleben abgrenzt. Der Begriff „Courage“ ist der französische Begriff für Mut. Mut im Alltag“ könnte man also frei übersetzen.

Zivilcourage hat mit Mut zu tun

Man begibt sich schließlich selbst in eine Risikosituation, in die man nicht zwangsläufig geraten müsste. Die Entscheidung ist autonom, also jedem freigestellt. Dabei ist der Schritt aus der Komfortzone des Unbeteiligten in den Risikobereich das Wesentliche. Viele schrecken davor zurück. Menschen sind vor allem dafür bekannt, zuerst sich selbst zu schützen und gefährlichen Situationen möglichst auszuweichen.

Um diesen Ur-Reflexen zu begegnen, bedarf es einer entsprechenden Erziehung. Diese gelingt anhand plastischer

Viele Menschen haben Angst vor Zivilcourage.
Viele Menschen haben Angst vor Zivilcourage.

Beispiele am besten. Gepaart mit der Schulung eines funktionierenden Gewissens, kann der Grundstein für Zivilcourage gelegt werden. Das Ganze bedarf aber eines behutsamen Aufbaus.

Dazu gehört natürlich auch und vor allem die Vermittlung der Werte, die es zu verteidigen gilt. Nicht jeder brennt gleich für dieses Thema.

Beispiele für Zivilcourage im Alltag

Man kann aber mit ganz kleinen Dingen im Alltag beginnen, mit den täglich gelebten Ungerechtigkeiten:

  • Alte Menschen verzweifeln an der Grün-Phase der Ampel,
  • ein Sehbehinderter hat ein Orientierungs-Problem,
  • ein Fahrrad-Fahrer stürzt,
  • ein Obdachloser wird misshandelt.

Gartenbista-Tipp: Niemand muss den Helden spielen: Abwägung der Möglichkeiten und Übernahme von Verantwortung sind ganz wesentliche Elemente.

Wenn wir also auf der Suche nach einer guten Tat sind, dann kann das neben einer Spende auch die Öffnung der Sinne für Not-Situationen sein. Menschen sind dankbar für Hilfe, auch wenn sie das nicht immer unmittelbar und sofort zeigen. Aber aus Dankbarkeit soll Zivilcourage auch nicht stattfinden.

Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © Mitaart, Dan Race – Fotolia.com


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