Wie viel Taschengeld angemessen ist

Warum regelmäßiges Taschengeld angemessen ist.
Warum regelmäßiges Taschengeld angemessen ist.

Über Geld spricht man nicht – zumindest in Deutschland. Schon gar nicht mit Kindern. Gelderziehung wird häufig vernachlässigt. Dabei kann der rechtzeitige Umgang damit das Verständnis für die Zukunft prägen. Alles will schließlich erlernt sein. Ob und wie viel Taschengeld angemessen ist, können Sie im Folgenden genauer nachlesen.

Warum regelmäßiges Taschengeld angemessen ist

Wenn Kinder einen bewussten und auch vernünftigen Umgang mit Geld lernen sollen, ist Offenheit gefragt. Das bedarf natürlich auch der altersgemäßen Einbeziehung in das Wissen um die familiären Finanzen. So lässt sich anschaulich demonstrieren, warum mit einem festen Budget zu planen so wichtig ist, warum man Preise vergleichen soll und worin der Sinn des Sparens liegt.

Allein das Hantieren mit Bank- und Kreditkarten sagt Kindern schließlich nichts Verständliches über das Geld an sich aus.  Den richtigen Umgang mit Geld kann man also nur lernen, wenn man damit auch umgehen darf. Das lässt sich optimal über ein regelmäßiges Taschengeld bewirken. Denn nur eigenes Geld zeigt dem Kind, was eine Ausgabe bewirkt und was zu tun ist, um sich gezielt Dinge kaufen zu können. Solange Wünsche lediglich auf Zuruf erfüllt werden, bleibt das Budget schließlich unbekannt.

Taschengeld Studie 2016

Das Verhalten orientiert sich daran. Eine aktuellen Studie des Forsa-Instituts aus dem Juni 2016 befragte dazu bundesweit Eltern von Kindern zwischen 6 und 9 Jahren.

  • 41 Prozent der Kinder erhalten demnach noch kein Taschengeld.
  • Jeweils 17 Prozent von ihnen gaben dabei an, bis zu zwei Euro oder aber bis drei Euro Taschengeld wöchentlich an den Nachwuchs zu zahlen.
  • 6 Prozent der Eltern zahlen ihrem Kind bis zu fünf Euro Taschengeld
  • und 13 Prozent der Eltern zahlen regelmäßig mehr als fünf Euro in der Woche.

Die Höhe des Taschengeldes machen dabei 67 Prozent der Eltern vom Alter des Kindes abhängig. Bei jedem fünften Elternteil spielt das Verhalten des Kindes die primäre Rolle für das Taschengeld, bei 11 Prozent der Eltern sind es die Zensuren in der Schule.

Gelderziehung sollte nicht abhängig vom Verhalten sein

Taschengeld sollte nicht abhängig von Schulnoten und Verhalten sein.
Taschengeld sollte nicht abhängig von Schulnoten und Verhalten sein.

Experten sehen die Abhängigkeit des Taschengeldes vom Verhalten oder von den Zensuren allerdings kritisch. Im Kontext der Gelderziehung werden dabei nämlich nicht immer die passenden Signale gesetzt.

Den Umgang mit Geld kann ein Kind nur dann richtig lernen, wenn ihm jede Woche oder jeden Monat eine verlässliche Summe planbar in Aussicht gestellt ist. Mit einem eventuellen Fehlverhalten hat diese Verabredung aber gar nichts zu tun.

Bei den Zensuren wird es zweischneidig:  Dafür spricht, dass Geld durchaus ein Anreiz sein kann, um gute Leistungen zu erzielen. Schließlich ist es auch im späteren Berufsleben häufig so, dass bessere Leistungen oft auch besser bezahlt werden. Doch das vergisst den Rahmen der zur Verfügung stehenden Leistungsmöglichkeiten. Eine Zensur bewertet schließlich nur die Leistung und nicht die aufgebotene Anstrengung.

Gesetzliche Regelung

Verfügen Kinder über Taschengeld, so geben sie es auch mehr oder weniger aus. Das können sie notfalls auch ohne Begleitung. Nicht immer zum Gefallen ihrer Eltern. Doch der sogenannte Taschengeldparagraf in § 110 BGB definiert, dass der von einem Minderjährigen ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters geschlossene Vertrag als von Anfang an wirksam gilt, wenn er die Bezahlung mit eigenen Mitteln bewirkt.

Gäbe es diese Regelung nicht, könnten Eltern die Geschäfte ihrer Kinder nachträglich wieder rückgängig machen, da die Willenserklärung eines Geschäftsunfähigen generell nichtig ist (§105 BGB). Der Taschengeldparagraf gibt allen Beteiligten Gewissheit, dass das Rechtsgeschäft wirksam ist und bleibt.

Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © Helix2012, Djama – Fotolia.com


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