Vor- und Nachteile von Sojaprodukten und ob sie gesund sind

Ist Soja gesund? Die Sojabohne
Ist Soja gesund? Die Sojabohne

Der Trend ist ungebrochen, Soja und seine Produkte haben es längst aus der Nische der alternativen Ernährung heraus auf den Tisch von fast einer Million deutschen Konsumenten geschafft. Das behauptet zumindest die Statistik. Der Grund des Hypes ist sicher bis heute, Alternativen zu tierischen Lebensmitteln zu finden und zu konsumieren. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit der Frage, ob Soja gesund ist.

Soja gesund – Ja oder Nein?

Es stehen natürlich immer gesundheitliche Erwägungen im Fokus, Sojalebensmittel sollen dabei gleich auf mehreren Gebieten wahre Wunder bewirken.
Sojabohnen zählen zu den Hülsenfrüchten und sie sind vor allem reich an hochwertigem pflanzlichem Eiweiß, für Vegetarier und Veganer also eine sehr gute Proteinquelle.

Daneben enthalten sie auch ausreichend

  • Ballaststoffe,
  • Vitamine
  • und Spurenelemente.

Doch damit sind Sojaprodukte unseren Vollkornprodukten maximal ebenbürtig, das bedarf also keiner besonderen Hervorhebung. Doch das Besondere an Soja und daraus hergestellter Lebensmittel sollen die positiven Wirkungen der Isoflavone auf die Herzgesundheit sein. Diese Behauptung, die sich seit Jahren hartnäckig hält, ist allerdings nicht bewiesen. Ebenfalls als substanzlos gelten die Thesen, es helfe vorzüglich bei Wechseljahresbeschwerden und beuge einer Erkrankung mit Osteoporose vor. Mit diesen Behauptungen darf inzwischen auch nicht mehr geworben werden. Das gleiche Schicksal hat auch die Aussage ereilt, die Isoflavone des Sojas würden das Risiko einer Brustkrebs-Erkrankung senken. Das ist bis heute unbewiesen geblieben.

Andere Vermutungen hingegen haben sich als weitgehend gesichert herauskristallisiert.

Gartenbista-Tipp: Die Gefahr einer Allergie (zum Beispiel: Nickelallergie) beim Verbrauch von Sojamilch ist weit größer, als beim Genuss von Kuhmilch.

Wann Sojaprodukte mit Vorsicht zu genießen sind und wann man sie ohne Bedenken verzehren kann

Vor allem Soja-Produkte, die nicht unter Hitze verarbeitet sind, stehen im Verdacht, plötzliche allergische Hautreaktionen und Gesichtsschwellungen zu verursachen, teilweise Nesselfieber und in seltenen Fällen auch

Soja für eine vegane Ernährung.
Soja für eine vegane Ernährung.

einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock. Gefährdet sind vor allem Birkenpollen-Allergiker, wenn auch nicht zwingend. Manche von den Betroffenen entwickeln eine sogenannte Kreuzreaktion auf Soja, ein von Fachleuten seit Jahren geforderter Warnhinweis wird bislang aber nicht auf die Verpackungen gedruckt.

Auch als gesichert gilt, dass Babys und Kleinkinder generell keine Sojaprodukte erhalten sollen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat eine entsprechende Empfehlung herausgegeben, die vor allem mit den bislang unklaren Wirkungen der enthaltenen Isoflavone begründet wird.

In Tierversuchen war festgestellt worden, dass die dem Hormon Östrogen ähnlichen Inhaltsstoffe Auswirkungen auf die Entwicklung

  • der Fortpflanzungsorgane,
  • des Immunsystems
  • und der Schilddrüse von Kindern haben können.

Verteufeln muss man die Produkte deshalb natürlich nicht. Für viele Erwachsene sind sie eine willkommene Alternative zu tierischen Produkten. Wer den Verzehr gut verträgt, der muss sich auch keine negativ besetzten Gedanken machen. Besondere Gesundheitsversprechen kann man allerdings auch ruhigen Gewissens ignorieren.

Buch-Tipp: SoJA – SoNicht, Eiweißquellen auf dem Prüfstand: Dokumentationsband der 22. Witzenhäuser Konferenz, 2. bis 6. Dezember

Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © makistock, bit24 – Fotolia.com


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