Kann man seinen Familiennamen ändern?

Familiennamen ändern - Geht das?
Familiennamen ändern – Geht das?

Historisch ist der Nachname erst relativ spät entstanden. Lange Zeit war der Rufname ausreichend, um jemanden anzusprechen oder zu bezeichnen. Mit zunehmender Bevölkerungsdichte war das aber auch nicht mehr problemlos möglich. Um sich als Ansprechpartner von einander unterscheiden zu können, wurden dem Rufnamen einfach beschreibende Wörter hinzugefügt. Diese orientierten sich oft am Beruf, an Wohnstätten, an Herkunftsorten, dem Aussehen, dem Charakter oder an einer Familientradition. Diese Nachnamen, die auch als Familienname, Zuname oder einfach nur als Name bezeichnet werden, waren seitdem amtlich verbindlich, lebenslang gültig und vererbbar. Doch kann man seinen Familiennamen ändern?

Familiennamen ändern durch Eheschließung

Nicht jeder ist mit seinem angeborenen Familiennamen glücklich. Manche lösen dieses Problem durch eine Eheschließung. Zwar sind Eheleute nicht verpflichtet, einen gemeinsamen Namen zu wählen, beide Partner können auch ihre jeweiligen Geburtsnamen behalten. Lediglich bei der Geburt des Nachwuchses müssen sie eine Entscheidung treffen. Dies kann der Geburtsname der Frau oder des Mannes sein. Auf dem Standesamt gibt das Paar seine Entscheidung bekannt.

Gartenbista-Tipp: Der Name kann sogar aus einer früheren Ehe stammen. Heiratet beispielsweise eine Frau ein zweites Mal und bestimmt den mitgebrachten Namen mit ihrem neuen Partner als Ehenamen, dann muss dies der frühere Mann akzeptieren.

Eine weitere Entscheidung kann der Partner treffen, dessen Nachname nicht als Ehename gewählt wurde. Er kann seinen eigenen Namen dem Ehenamen voranstellen oder anfügen. Es spielt keine Rolle, ob es sich dabei um seinen Geburtsnamen oder um seinen Nachnamen zum Zeitpunkt der Heirat gehandelt hat. So ein zusammengesetzter Name ist aber nur für einen Partner möglich. Denn einen gemeinsamen Doppelnamen können Ehepaare nicht wählen

Wird die Ehe durch Scheidung oder Tod aufgelöst, gibt es mehrere Möglichkeiten. Der geschiedene oder verwitwete Partner kann seinen Nachnamen behalten, den eigenen Geburtsnamen wieder annehmen oder den Ehenamen ergänzen. Das geschieht, indem er dem fortgeführten Ehenamen entweder seinen Geburtsnamen oder den Namen, den er bei Bestimmung des Ehenamens geführt hat, beifügt. Die Entscheidung muss er dem Standesamt mitteilen.

Gibt es andere Möglichkeiten?

Ansonsten kann man seinen Nachnamen in Deutschland nur sehr begrenzt ändern. Die Einzelheiten hierzu regelt das Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen (NamÄndG). Danach ist der Wunsch nach Änderung des Nachnamens zwingend an einen wichtigen Grund gebunden.

Dieser ist gegeben, wenn das schutzwürdige Interesse des Antragstellers an der Namensänderung das öffentliche Interesse oder das Interesse anderer Beteiligter an der Beibehaltung des Namens überwiegt.

Beispiele hierfür sind:

  • anstößige
  • oder lächerlich klingende
  • oder Anlass zu frivolen Wortspielen liefernde Namen,
  • komplizierte Schreibweisen
  • oder Aussprachen
  • oder auch häufig vorkommende Allerweltsnamen.

Doch das reine Nichtgefallen scheidet als Begründung aus. Die Namensänderung muss schriftlich bei der zuständigen Namensänderungsbehörde beantragt werden.

Allerdings sollte er nicht den Kern neuer Schwierigkeiten in sich tragen und auch nicht die Wiederholung eines Nachnamens bieten, deren Träger historisch, literarisch oder politisch bedeutsam waren. Die Kosten der Namensänderung haben eine sehr große Spanne und müssen prozentual auch bei Ablehnung des Antrags entrichtet werden.

Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © Deagreez – Fotolia.com


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