Ist ein Fahrradhelm pflicht?

Fahrradhelm pflicht oder freiwillig?
Fahrradhelm pflicht oder freiwillig?

Am Fahrradhelm scheiden sich die Geister: Es gibt glühende Verfechter ebenso, wie konsequente Verweigerer. Für beide Seiten müssen Rechtfertigungen herhalten, die sich oft unversöhnlich gegenüber stehen. Wir haben ein paar der Argumente näher betrachtet. Doch ist ein Fahrradhelm pflicht?

Besteht eine Fahrradhelm Pflicht?

Nein. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, beim Radfahren eine Kopfbedeckung zu tragen. Selbst auf dem Umweg des Versicherungsschutzes ist eine solche Pflicht nicht begründbar. Dies entschied jüngst der Bundesgerichtshof in einem Fall, in dem eine Versicherungsgesellschaft des Unfallverursachers einer verunglückten Radfahrerin, mit dem Verweis auf eine Mitschuld wegen Nicht-Tragens eines Fahrradhelms.

Diese wollte die  Schadensersatzzahlungen verweigern (Aktenzeichen VI ZR 281/13). Die Richter betonten, dass Fahrradfahrer bei einem unverschuldeten Unfall auch ohne Schutzhelm Anspruch auf vollen Schadenersatz haben, da es in Deutschland keine Helmpflicht für Radfahrer gebe.

Der Fahrradhelm schützt vor schweren Kopfverletzungen!

Es kommt darauf an. Sicher sind bei vielen Unfällen mit Fahrradfahrern die Helme schützend und sehr hilfreich. Unfallärzte gehen davon aus, dass flächendeckendes Tragen eines Fahrradhelms die Anzahl schwerer Verletzungen halbieren könnte. Das sind die Stürze, die im normalen Geschwindigkeitsbereich passieren und bei denen intakte und geeignete Helme die Stoßkraft weitestgehend abfangen können. Völlig verhindern können Fahrradhelme schwere Verletzungen aber nicht.

Sollten Kinder einen Helm tragen?

Ja. Da Kinder oft noch recht unsicher fahren und die Stürze sich entsprechend häufen, ist das Tragen eines Fahrradhelms absolut zu empfehlen. Dieser schützt bei derlei Unfällen auch probat gegen dauernde Blessuren am Kopf. Allerdings muss der Fahrradhelm dafür geeignet sein und sich in einem passenden und tadellosen Zustand befinden.

Gartenbista-Tipp: In qualitativ hochwertigen Fahrradhelmen findet sich neben dem CE-Prüfzeichen und der Größenangabe, meist der Kopfumfang in Zentimetern, auch das Herstellungsdatum. Das ist wichtig, weil mit der Alterung die stoßabsorbierende Wirkung der Hartschaumstoffschicht nachlassen kann. Viele der verwendeten Kopfbedeckungen im Straßenverkehr könnte man aufgrund ihrer mangelhaften Beschaffenheit auch gleich ganz weglassen.

Fahrradhelme sind hässlich und zum Schutz oft ungeeignet!

Ist der Helm sinnvoll?
Ist der Helm sinnvoll?

Ja, dieser Einwand ist durchaus berechtigt. Neuere Tests haben bewiesen, dass bei einem Sturz aus aufrechter Fahrposition der Aufprall durch herkömmliche Fahrradhelme gerade nicht abgefangen wird. Das verhindert allein deren schalenartige Form. Um den Kopf fast unfallsicher abzuschirmen, bedarf es wohl eines modernen Integralhelms. Das aber ist mit nichts zu rechtfertigen.

Die Unfallstatistik spricht für Fahrradfahrer eine eindeutige Sprache: Radfahren ist nicht gefährlich. Würde die Gefahr der Maßstab einer Helmpflicht sein, müssten Fußgänger und Heimwerker zuerst dieser Pflicht unterfallen. Dass Fahrradhelme in irgendeiner Weise modisch ansprechend gestaltet werden könnten, bleibt abzuwarten. Momentan gibt es durchaus kuriose Ansichten auf Berlins Straßen zu erleben. Aber darauf kommt es wohl in erster Linie sicher nicht an. 

Unser Buch-Tipp: Fahrradhelm Übersicht

Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © Robert Kneschke, Jörn Buchheim – Fotolia.com


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