Allerheiligen und Allerseelen

Allerseelen - Tag des Totengedenkens
Allerseelen – Tag des Totengedenkens

Die Feiertage nehmen Ende Oktober und Anfang November kaum ein Ende: Am 31.10. feiern die Evangeliken den Reformationstag, andere Halloween und auch die Katholiken haben ein Kirchenfest. Am 01. November ist Allerheiligen, wie in jedem Jahr. Doch warum ist auch das ein Feiertag? Und was ist dann Allerseelen, was am Folgetag begangen wird?

Allerheiligen als Feiertag

An Allerheiligen gedenken die Katholiken ihrer Heiligen. Das sind Menschen, die sich mit ihrem Leben und Wirken besondere Verdienste um die Kirche erworben haben. Nach dem Verständnis der päpstlichen Kirche sind diese Heiligen bei Gott im Himmel angekommen. Als Beleg dafür gelten Wunder, die auf Fürbitte der Heiligen auf der Erde bewirkt worden sind. Als Wunder gelten dabei all die besonderen Ereignisse, die wissenschaftlich nicht anders erklärt werden können. Aber auch Märtyrer, die sich für andere opfern, kommen gelegentlich in den Genuss der Heiligsprechung. Diese vollzieht grundsätzlich der Papst als Oberhaupt der katholischen Kirche.

Bereits 7000 Verstorbene sind über die Jahrhunderte heilig gesprochen worden bzw. befinden sich mit der Seeligsprechung auf einer Vorstufe dazu. Zwar wurde das Fest zur Verehrung der Heiligen schon zu Zeiten des Römischen Reiches gefeiert, als offizielles Hochfest der katholischen Kirche gilt Allerheiligen aber erst seit 1475. Nicht alle Katholiken haben an Allerheiligen einen Feiertag. Ihrer Heiligen können sie natürlich trotzdem gedenken.

Was ist Allerseelen?

Die katholischen Christen begehen auch einen Tag später Allerseelen, ohne gesetzlichen Feiertag. Dieser 2. November galt in der Kirche von jeher als Tag des Totengedenkens. Genauer: Dem Gedenken an ihre Seelen, verbunden mit dem Glauben an ihre Auferstehung. Dazu werden die Gräber der Verstorbenen mit kleinen Grablichtern geschmückt. Die sogenannten Seelenlichter symbolisieren das ewige Leben nach dem Tod.

Sogenannte Seelenbote, Seelenbrezeln, Seelenzöpfe oder auch Seelenwecken erinnern noch heute in vielen Gegenden an die Bräuche zu Allerseelen aus vergangenen Jahrhunderten. Angeblich wurden damit vor allem die Bettler und andere arme Seelen an diesem Tage beschenkt. Ein gutes Werk sollte dem Glauben nach der eigen Familie zugute kommen. Auch Kerzen und Herdfeuer blieben zu Allerseelen in den Häusern ungelöscht. Überdies wurden extra Gedecke für die Verstorbenen aufgetischt und über Nacht stehen gelassen.

Textquelle: Ralph Kaste

Foto: (c) Jeanette-Dietl / Fotolia.com


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