Kräuterspirale bauen – Anleitung zum Bauen, Gestalten und Bepflanzen

Kräuterspirale bauen macht Spaß und ist kinderleicht
Kräuterspirale bauen macht Spaß und ist kinderleicht

Beim Kräuterspirale Bauen ist der Fantasie des Hobbygärtners nahezu keine Grenzen gesetzt. Sie passt in jeden Garten und kann individuell gestaltet und bepflanzt werden, so dass auf engstem Raum die verschiedensten Kräuter kultiviert werden können. Was bei der Erstellung zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Das Prinzip der Kräuterspirale

Bei Hobbygärtnern sind Kräuterspiralen ausgesprochen beliebt – nicht nur wegen ihrer ansprechenden Optik. Ihr guter Ruf rührt vielmehr daher, dass es bei dieser Art der Beetgestaltung möglich ist, Pflanzen mit unterschiedlichen Bodenansprüchen miteinander zu kombinieren. Warum dies geht, wird deutlich bei Betrachtung der Kräuterspirale: im Prinzip handelt es sich bei ihr um ein spiralförmig angelegtes Beet. Durch diese Spiralform werden verschiedene Klimazonen simuliert:

  • Nasszone, die vergleichbar mit einem kleine Teich und für jene Kräuter gedacht ist, die wasserliebend sind
  • Feuchte Zone im unteren Bereich für Kräuter, die feuchte Böden zum Gedeihen benötigen
  • Normale Zone, in welcher Kräuter mit bescheidenen Ansprüchen kultiviert werden
  • Mediterrane Zone im oberen Bereich, wo wärmeliebende Pflanzen sich heimisch fühlen

Vorteile

Verschiedene Kräuter
Verschiedene Kräuter

Aufgrund ihrer unterschiedlichen Ansprüche an den Boden können die beliebten Kräuter nicht in ein und demselben Beet kultiviert werden. In einem Hausgarten ist es oft nicht einfach – wenn nicht gar unmöglich -, sämtliche Klimazonen zu erreichen. Mithilfe der Bauform der Kräuterspirale geht dies sehr einfach.

Abgesehen davon, dass die Ansprüche der Pflanzen erfüllt werden, ist eine Kräuterspirale ein Blickfang. Durch die verwendeten Materialien – meistens Steine -, die interessante Form sowie die teilweise blühenden Kräuter bietet solch ein Beet einen sehr dekorativen Anblick. Nicht nur für Menschen; sondern auch für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten, die sich gerne von dem Nektar der Blüten ernähren.

Kann ich eine Kräuterspirale selber bauen?

Sehr gut lässt sich eine Kräuterspirale bauen; zum einen macht diese Tätigkeit Spaß, zum anderen ist es dadurch möglich, ein individuelles Werk zu errichten – ganz nach eigenen Wünschen und Vorstellungen.

Oder lieber kaufen?

Im Fachhandel sind diverse Kräuterspiralen als Bausatz erhältlich, die ihren Zweck ebenso erfüllen wie selbst gebaute Modelle. Allerdings sind diese im Vergleich zum Selberbauen teurer.

Gartenbista-Tipp: Wer solch eine Spirale aus Holz kauft, sollte zwingend darauf achten, dass diese innen mit Folie ausgekleidet ist, da das Holz ansonsten leicht anfängt zu faulen.

Kräuterspirale bauen – Standort

Grundsätzlich sollte die Kräuterspirale an einem vollsonnigen Standort gebaut werden. für die meisten Kräuterpflanzen sind Sonne und Wärme unabdingbar zum Gedeihen.

Platzbedarf beachten!

Wer nur eine winzig kleine ecke zur Verfügung hat, sollte eventuell auf andere Möglichkeiten des Kräuteranbaus zurückgreifen. Eine Kräuterspirale benötigt viel Platz, wenn sie richtig gebaut werden soll. Gemeinhin wird empfohlen, der Spirale mindestens drei bis vier Quadratmeter Platz zur Verfügung zu stellen.

Wie baue ich eine Kräuterspirale? – Vorbereitung

Fundament einer Kräuterspirale
Fundament einer Kräuterspirale

Zunächst müssen Standort und individueller Platz festgelegt und gegebenenfalls mit kleinen Pflöcken abgesteckt werden. Wichtig dabei ist, dass der Grundriss schneckenförmig ist; die Öffnung muss gen Süden zeigen.

Danach wird innerhalb der abgesteckten Zone der Boden spatentief ausgehoben. In jenem Bereich, in dem die Nasszone entstehen soll, muss die Erde etwa 40 cm tief abgetragen werden.

Materialien: Backstein, Stein oder Holz?

Für welches Material sich individuell entscheiden wird, bleibt jedem selbst überlassen. Viele Kräuterspiralen sind aus Natursteinen oder Klinkersteinen gebaut. Es gibt jedoch auch Modelle aus Gabionen sowie aus Holz. Letzteres sieht zwar sehr natürlich und dekorativ aus, hat jedoch von sämtlichen möglichen Materialien die kürzeste Lebenserwartung. Nach spätestens 15 Jahren wird das Holz anfangen zu verfaulen beziehungsweise zu verrotten; selbst bei bester Pflege und mit einer Innenfolie.

Anleitung

  • Innerhalb der abgesteckten Zone eine 10 cm hohe Schicht aus grobem Schotter zur Stabilisierung ausbringen; Nasszone auslassen
  • Erste Steinreihe spiralförmig legen
  • Bei Natursteinen darauf achten, dass die größeren unten und die kleineren oben liegen
  • Innenfläche mit Erde auffüllen

Nun werden die Steine Reihe für Reihe von außen nach innen immer höher werdend gelegt, wobei die Spiralform beizubehalten ist, bis die Mauer an ihrem höchsten Punkt etwa 80 cm hoch ist. Danach wird wiederum Schotter aufgefüllt, und zwar beginnend von oben. Dort sollte die Schicht etwa 50 cm hoch sein, während sie im auslaufenden unteren Bereich der Spirale ebenerdig ist. Ist dies geschehen, wird Erde aufgefüllt. Dabei sind die verschiedenen Klimazonen zu beachten: verwendet wird Gartenerde, die in der oberen Zone im Verhältnis von 1:1 mit Sand gemischt wird. Im mittleren Bereich werden jeweils ein Drittel Erde, Sand und Kompost verwendet, während im unteren Teil lediglich Kompost und Erde verwendet werden sollten.

Ab Schluss wird der Teich angelegt. Hierfür eignet sich entweder eine fertige Teichwanne aus dem Fachhandel oder ein Baueimer, der 30 – 40 cm tief in die Erde eingesetzt wird. Danach wird er mit Sand aufgefüllt und anschließend Wasser hineingegossen. Zur Verschönerung können in seinem Randgebiet noch einige Steine gelegt werden.

Gartenbista-Tipp: Für die natürliche Optik wird kein Mörtel verwendet; vielmehr werden die Steine nach Art einer Trockenmauer aufeinandergeschichtet.

Bauanleitung für eine kleine Kräuterspirale für den Balkon

Alternative Kultivierung auf dem Balkon
Alternative Kultivierung auf dem Balkon

Wenn jemand nur einen Balkon zur Verfügung hat, so wird er dort für gewöhnlich keine Möglichkeit haben, eine ausladende Kräuterspirale zu bauen. Für kleinere Bereiche gibt es im Fachhandel eine große Auswahl an Alternativen – in vielen Ausführungen und Materialien. Auch ist es gut möglich, die Kräuter in kleinen Pflanztöpfen zu kultivieren und diese wiederum in einer dekorativen Art und Weise anzuordnen.

Doch es ist durchaus machbar, eine kleine Spirale selber zu machen. Im Vorfeld gibt es jedoch einiges zu beachten:

  • Tragfähigkeit des Balkons (auch kleine Kräuterspiralen wiegen aufgrund ihrer Erdfüllung einiges)
  • Lage des Balkons: ist er nicht gen Süden ausgerichtet, so sollte von einer derart großen Baumaßnahme Abstand genommen werden, da die Bedingungen für Kräuter nicht optimal sind
  • Größe der Spirale im Zusammenhang mit dem vorhandenen Platz
  • Anzahl der Kräuter (lohnt sich der Bau oder sind andere Gestaltungsformen für Kräuterbeete sinnvoller?)
  • Boden: im Gegensatz zu einem Gartengrundstück ist bei einer Kräuterspirale auf dem Balkon zwingend ein Boden notwendig. Ideal hierfür geeignet ist eine stabile Kunststoffunterlage, die mit Löchern als Wasserablauf versehen ist und deren Rändern etwas hochgebogen sind.

Ebenfalls kein unwichtiger Punkt sind die Transportwege: wer im 10. Stock ohne Fahrstuhl wohnt, sollte sich gut überlegen, ob er sämtliche Materialien per Hand nach oben tragen möchte…

Und so kann man eine Kräuterspirale auf dem Balkon bauen

  • Kunststoffunterlage hinlegen
  • Kiesschicht auslegen
  • Unkrautvlies auf den Kies geben
  • Steine spiralförmig auf das Vlies legen
  • So hoch die Steine aufschichten, wie die Mauern gewünscht sind
  • Innenbereiche mit Erde auffüllen

Alternative Gestaltungen beim Kräuterspirale bauen

  • Gabionen sind sehr gut als Kräuterspiralen geeignet
  • Statt Kräutern können auch Zierpflanzen in den Spiralen kultiviert werden
  • Auch in der Wohnung können kleine Kräuterspiralen aufgestellt werden; diese sollten jedoch möglichst nicht Marke Eigenbau sein

Begehbare Kräuterspirale bauen

Manch einer wünscht sich eine begehbare Kräuterspirale, um dadurch leichter die Pflanzen pflegen und ernten zu können. Hierfür wird mehr Platz benötigt, als es sonst der Fall ist. Der Grund dafür liegt darin, dass die einzelnen spiralförmigen Bögen wesentlich breiter sein sollten, damit man al Gartenbesitzer dort unfallfrei herumlaufen kann. Dies wird jedoch meistens nur in den ersten Jahren möglich sein, denn je mehr Platz die Kräuter zur Verfügung haben, desto mehr werden sie sich erfahrungsgemäß ausbreiten.

Alternativ können die Mauern aus so breiten Steinen errichtet werden, dass sich diese bequem betreten lassen. Hierbei ist jedoch wiederum Vorsicht angesagt, denn je höher man geht, umso größer ist die Gefahr eines Sturzes.

Welche Pflanzen sind geeignet?

Grundsätzlich sollten nur Kräuter angebaut werden, welche man gerne mag und auch verarbeiten wird. Eine Kultivierung nur der Optik halber macht nicht viel Sinn.

  • Nasszone: Pfefferminze, Brunnenkresse
  • Feuchtzone: Dill, Estragon, Liebstöckel, Schnittlauch
  • Mittlere Zone: Basilikum, Borretsch, Koriander, Petersilie, Zitronenmelisse
  • Obere Zone: Lavendel, Majoran, Rosmarin, Salbei, Thymian, Ysop

Gartenbista-Tipp: Die Fugen zwischen den einzelnen Steinen können ebenfalls sehr gut bepflanzt werden, beispielsweise mit Thymian.

Und welche eher nicht?

Beim Bepflanzen einer Kräuterspirale sind dem Hobbygärtner keine Grenzen gesetzt – solange er auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Gewächse eingeht.

Tipps zum Bepflanzen

  • Kräuter in der Spirale beschriften!
    Kräuter in der Spirale beschriften!

    Nach dem Kräuterspirale Bauen etwa zwei Wochen warten, bevor mit der Bepflanzung begonnen wird. So hat die Erde genügend Zeit, sich zu setzen. Ideal ist ohnehin eine Pflanzung im Frühjahr.

  • Einige Kräuter – beispielsweise Pfefferminze und Zitronenmelisse – sind stark wachsend und breiten sich demzufolge schnell aus. Um zu verhindern, dass sie die Kräuterspirale überwuchern, sollten sie mitsamt ihren Pflanztöpfen, jedoch ohne Boden, eingesetzt werden.
  • Eine Beschriftung der einzelnen Kräuter ist sinnvoll, damit man auch nach Jahren noch weiß, um welches Kraut es sich handelt.

 

Symbolgraphiken: © Lilli – stock.adobe.com; terezqua – stock.adobe.com; klemen – stock.adobe.com; Scheer Sieglinde – stock.adobe.com; Susann Bausbach – stock.adobe.com


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