Kompostbeschleuniger selber machen – Rezepte, Wirkungsweise & Anwendung

Voller Komposthaufen
Voller Komposthaufen

Wenn der Komposthaufen keinerlei Kapazitäten mehr aufweist oder man schlicht und ergreifend nicht so lange auf frischen Humus warten möchte, kann man den Zersetzungsvorgang etwas in Schwung bringen. Hierfür lässt sich ein Kompostbeschleuniger selber machen. Ganz natürlich, und ganz einfach.

Welche Vorteile bringt ein Bio-Kompostbeschleuniger?

Ein Bio-Kompostbeschleuniger hilft dabei, den natürlichen Verrottungsprozess auf einem Komposthaufen in Gang zu bringen und somit zu beschleunigen. Dies führt dazu, dass der gute Humus, der entsteht, schneller verfügbar ist.

Doch nicht nur für Ungeduldige ist die Verwendung eines Kompostbeschleunigers sinnvoll: häufig kommt es vor, dass ein Komposthaufen überquillt, weil er einfach zu voll ist. Besonders, wenn die einzelnen Komponente nicht sehr kleingeschnitten wurden, kann es leicht passieren, dass irgendwann kein Platz mehr für neue Garten- und Küchenabfälle ist.

Grundsätzlich sollte man lieber einen Kompostbeschleuniger selber machen als einen zu kaufen. Diese auch als Schnellkomposter bezeichneten Produkte sind wesentlich teurer als ein DIY-Beschleuniger.

Hat er auch Nachteile?

Wer etwas bequem ist, wird einen Nachteil darin sehen, dass der selbstgemachte Kompostbeschleuniger nicht lange lagerfähig ist. Dies bedeutet, dass er vor jeder Anwendung neu hergestellt werden muss. In Anbetracht der Tatsache, dass dieses Procedere nicht besonders arbeitsaufwändig ist und für gewöhnlich einmal im Jahr durchgeführt wird, hält sich dieser Nachteil in Grenzen.

Achtung: Schnellkomposter sollten erst ab einer Komposthaufen-Größe ab einem Kubikmeter eingesetzt werden!

Wirkungsweise

Kompostwürmer
Kompostwürmer

Bei einem Kompostiervorgang werden die Abfälle durch Bakterien, Tiere wie Kompostwürmer sowie Mikroorganismen in immer kleinere Teilchen zersetzt. Hierfür ist eine Umgebung notwendig, in der es

  • feucht,
  • luftig und
  • warm

ist. Leider ist dies nicht immer per se gegeben. Ein Kompostbeschleuniger hilft dabei, die benötigten Verhältnisse herzustellen: der Zucker bietet gemeinsam mit dem Kompost einen perfekten Nährboden für die guten Bakterien aus der Hefe, die sich dadurch sehr schnell vermehren und die biologischen Abfälle zersetzen können. Die warme Zuckerlösung sorgt zudem dafür, dass sich der Komposthaufen aufheizen kann.

Kompostbeschleuniger selber machen mit Hefe

Hefe ist gut geeignet zum Kompostbeschleuniger selber machen
Hefe ist gut geeignet zum Kompostbeschleuniger selber machen

Die einfachste Möglichkeit, einen Kompostbeschleuniger selber zu machen, ist die Verwendung von Hefe:

  • 1 Würfel Hefe
  • 500 g Zucker
  • 8 Liter lauwarmes Wasser

Zur Herstellung werden zudem ein Eimer sowie ein Kochlöffel oder langer Stab zum Umrühren benötigt:

  • Hefe in das Wasser hineinbröseln
  • Gründlich durchrühren
  • Zucker hinzufügen
  • Rühren, bis sich der Zucker komplett aufgelöst hat
  • Eine Stunde (besser: zwei Stunden) stehen lassen, dabei immer wieder umrühren
  • In eine Gießkanne umfüllen

Mit Pflanzen

Eine weitere Option für einen Bio-Kompostbeschleuniger ist die Herstellung einer Pflanzenmischung. Bei dieser werden Pflanzen mit Wasser angesetzt, so dass sie gären. Im Anschluss daran wird die Brühe im Verhältnis 1:10 mit Wasser vermischt und auf den Kompost aufgetragen. Die bekannteste geeignete Pflanze ist die Brennnessel; auch

  • Beinwell oder
  • Farne

können verwendet werden.

Tipps zum Kompostbeschleuniger selber Machen

  • Ideal ist es, chlorfreies Wasser zu verwenden
  • Anstelle von 500 g Zucker können auch 250 ml Melasse verwendet werden
  • Wenn jemand Wurmhumus besitzt, kann er statt der Hefe 200 g von diesem benutzen
  • Wer möchte, kann auch zunächst die Hefe sowie den Zucker in einem Topf mit lauwarmem Wasser auflösen und die konzentrierte Lösung später auf 10 Liter verdünnen

Richtige Anwendung

Abfälle klein schneiden!
Abfälle klein schneiden!

Es empfiehlt sich, den Kompostbeschleuniger mit einer Gießkanne auszubringen. Dadurch wird ein gleichmäßiges Auftragen gewährleistet. Ideal ist ein trockener, nicht zu sonniger Tag mit Temperaturen um 20° C.

  • Flüssigkeit gleichmäßig auf den Komposthaufen gießen
  • Gründlich durchmischen

Nun heißt es abwarten. In den folgenden drei Tagen sollte die Temperatur in dem Komposthaufen ansteigen. Für einen Laien ist diese Heissrotte schlecht zu beurteilen, deswegen kann es sinnvoll sein, ein spezielles Kompostthermometer aus dem Fachhandel zur Rate zu ziehen.

Eine Woche nach der Anwendung wird der Komposthaufen noch einmal gründlich durchgemischt beziehungsweise gegebenenfalls umgesetzt.

Wie lange es nun individuell dauert, bis der Humus verwendet werden kann, ist von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Feuchtigkeit
  • Grad der Zerkleinerung
  • Material
  • Temperatur
  • Zusammensatzung der Abfälle

Im Allgemeinen wird jedoch davon ausgegangen, dass nach etwa acht bis zehn Monaten ein fantastischer Humus entstanden ist.

 

 

Symbolgraphiken: © JoannaTkaczuk – stock.adobe.com; patila – stock.adobe.com; fabiomax – stock.adobe.com; pixelot – stock.adobe.com


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