Vegan leben: Beweggründe & Motivation

Vegan leben: Die fleischfreie Ernährung.
Vegan leben: Die fleischfreie Ernährung.

Die fleischfreie Ernährung ist keine Erfindung unserer Zeit. Schon der griechische Mathematiker und Philosoph Pythagoras forderte im sechsten Jahrhundert den völligen Verzicht darauf. Mit dem Untergang der Antike verschwanden aber weitestgehend die ersten Bewegungen vegetarischer Lebensweise in Europa. Fleisch galt dann lange Zeit als begehrtes Nahrungsmittel. Im folgenden Artikel erfahren Sie, warum viele Vegan leben.

Vegan leben – Was heißt das?

Was heißt vegan? Etwa zehn Prozent der Bevölkerung ernähren sich bereits fleischfrei. Doch dafür gibt es auch ganz unterschiedliche Gründe.

Ab Ende des 18. Jahrhunderts lebte der Vegetarismus neu auf, doch überwiegend in England und den USA. In Deutschland keimte die Bewegung erst Ende des 19. Jahrhunderts richtig auf und von nun an wurde es mehr und mehr zur ernsthaften Lebenseinstellung. Ging es bei der Entstehung des Vegetarismus noch vorwiegend um die Abkehr vom Fleischkonsum, so gab es daneben auch Stimmen, die sich gegen die Verwendung sämtlicher Tierprodukte aussprachen. Dieser sogenannte Veganismus ist aber noch keine hundert Jahre alt.

Während sich die einen gesundheitliche Vorteile erhoffen, führen andere ethische, ökologische oder kosmetische Gründe an. Je nachdem, ob neben dem Verzicht auf Fleisch noch andere tierische Produkte gemieden werden, unterscheidet man demnach:

  • Ovo-Lacto-Vegetarier – sie verzehren kein Fleisch, aber tierische Produkte in Form von Milch, Milchprodukten und Eiern gehören zu ihrem Speiseplan.
  • Lacto-Vegetarier – sie verzehren Milch und Milchprodukte, aber Eier sind bei ihnen tabu. (siehe Bild)
  • Veganer – sie essen nur Pflanzenkost, also keine Produkte tierischen Ursprungs, auch keinen Honig. Daneben verzichten sie auf alles, was mit der Ausbeutung eines Tieres im Zusammenhang steht.
  • Rohköstler oder Rohvegan bedeutet, dass keines der veganen Lebensmittel auf eine Temperatur von über 42°C erhitzt wurde. Damit bleiben nicht nur die meisten Getreideprodukte außen vor sondern auch alle Hülsenfrüchte. Diese müssen bekanntlich eingeweicht und gekocht werden, bevor sie essbar sind. Lediglich keimende Hülsenfrüchte sind roh genießbar und kommen für diese Form des Veganismus in Frage.

Beweggründe zum veganen Leben

Gesundheitliche Gründe

Veganes Leben: Gesundheitliche Gründe.
Veganes Leben: Gesundheitliche Gründe.

Die gesunde ausgewogene Ernährung enthält viel Obst und Gemüse. Zur Vorbeugung und Behandlung fast aller Krankheiten wird die gesunde Ernährung empfohlen, ja sogar vorausgesetzt. Aber auch immer mehr Verbraucher, die prinzipiell nichts gegen Fleisch hätten, reduzieren aus Tierschutz- und Umwelt- und Gesundheitsgründen ihren Fleischkonsum.

Verbindliche Grundwerte und auch eine Kennzeichnungspflicht haben sich bis heute noch nicht durchsetzen können. Da es auch an einer allgemein verbindlichen Definition des vegan-Begriffs bis heute fehlt, entscheidet jeder Produzent selbst, was er darunter versteht. Die Europäische Vegetarierunion hat nun ein V-Siegel entwickelt, was Sicherheit vermitteln soll. Bei der Nutzung des Siegels muss nicht nur die Zutatenliste vollständig sein, sondern der komplette Herstellungsweg des Produkts muss deutlich lesbar dokumentiert werden.

Tierschutz 

Veganer meiden alle tierischen Produkte wie:

  • Fleisch
  • Fisch
  • Milch
  • Eier
  • Honig

Eine vegane Lebensweise beschränkt sich jedoch nicht nur auf die vegane Küche, sondern schließt alle Lebensbereiche mit ein. Vegan lebende Menschen benutzen pflanzliche Kosmetik ohne Tierversuche und kaufen vegane Kleidung, die keine tierischen Stoffe enthält. Sie meiden alle Formen der Ausbeutung von Tieren, so dass auch Zoos und Zirkusse abgelehnt werden.

Im Vordergrund steht der Respekt vor den Lebewesen dieser Erde.

Im Zeitalter von Massentierhaltung, Tierversuchen und Zuchtbetrieben nimmt damit auch die artgerechte biologische Haltung von Tieren eine bedeutende, für Veganer entscheidende Rolle ein. In der Massentierhaltung wird den Tieren vorenthalten, was ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. In der Regel stehen ihnen nur wenige Quadratmeter Raum zur Verfügung, so dass sie ihren Bewegungsdrang nicht ausleben können.

Um diesen und der damit verbundenen Verletzungsgefahr Einhalt zu gebieten, werden Kühen schon im Kalbsalter die Hörner entfernt, Hühnern werden meist ohne Betäubung die Schnäbel abgeschnitten und auch Fische müssen zu Tausenden in Aufzuchtbecken ihr Dasein fristen.

Umweltschutz und Klima

Vegan Leben - positiver Schritt in Richtung Klimaverbesserung und Umweltschutz
Vegan Leben – positiver Schritt in Richtung Klimaverbesserung und Umweltschutz.

Auch wenn für viele Veganer der Umweltschutz nicht das größte Argument ihrer Lebensentscheidung ist, so sind sie doch automatisch sehr ökologisch mit ihrer Lebensform eingestellt. Tierschutz ist auch Umweltschutz, das zeigen inzwischen viele Studien ganz deutlich. Die reine Pflanzenkost schont die Ressourcen weltweit, und Veganer haben damit eine ausgesprochen gute Öko-Bilanz.

Nach Analyse von zahlreichen Umweltstudien hat ein Wissenschaftsteam der Martin-Luther-Universität in Halle berechnet, dass für die Produktion von tierischen Lebensmitteln unterm Strich deutlich mehr Energie, Wasser und Chemikalien aufgewandt und verbraucht werden und viel mehr schädliche Klimagase entstehen.

Führt man sich daneben die ungeheure Menge an Gülle vor Augen, die bei der Massentierhaltung nun einmal anfällt und das ebenfalls ausgestoßene Aufkommen an Methan-Gas, so ist jeder noch so kleine Verzicht auf tierische Lebensmittel ein positiver Schritt in Richtung Klimaverbesserung und Umweltschutz.

Unser Buch-Tipp: Vegan for Starters – Die einfachsten und beliebtesten Rezepte aus vier Kochbüchern

Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © beats_ , marilyn barbone, Beboy – Fotolia.com


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Du kannst unter Pseudonym kommentieren. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.