Richtige Körperhygiene: Wie viel ist gesund?

Zu viel Hygiene kann ungesund sein.
Zu viel Hygiene kann ungesund sein.

 Es ist inzwischen normal geworden, sich täglich zu duschen oder zu baden. Dabei werden mit diversen Reinigungsmitteln nicht selten schwere Geschütze aufgefahren, die ein Höchstmaß an Sauberkeit versprechen. Eine richtige Körperhygiene erreicht man also nicht durch zu häufiges waschen und duschen.

Richtige Körperhygiene – Darauf sollte man achten

Sauberkeit ist ohne Zweifel auch ein wichtiges Indiz für ein gepflegtes Äußeres. Die regelmäßige Körperreinigung ist dabei ein tragendes Element. Allerdings wird in kaum einem Bereich derart übertrieben wie in dem der Körperhygiene. Das geschieht aber nicht ohne Nebenfolgen, die vor allem unsere Haut zu ertragen hat. Das wird anhand der Haustruktur ersichtlich. Hier vor allem von Interesse ist die sogenannte Oberhaut.

  • Sie ist im Gesicht nur etwa 0,02 Millimeter stark,
  • an den Fußsohlen dagegen beträgt ihre Dicke bis zu 5 Millimeter.

Sie besteht selbst aus mehreren Schichten. Ihre Zellen werden in ihrer untersten Schicht, der Basalschicht, gebildet und im Laufe von etwa 30 Tagen langsam nach außen verschoben. Während dieses Prozesses verhornen die Hautzellen. Sie schichten sich in der äußersten Hautschicht in mehreren Lagen übereinander, bevor sie absterben und als Hautschuppen abgestoßen werden.

Diese äußerste Hautschicht wird deshalb auch als Hornschicht bezeichnet. Die Stabilität dieser Hornschicht ist von besonderer Bedeutung, da sie eine Barriere gegen die Umwelt bildet. Ihr Aufbau ist mit einer Mauer vergleichbar, bei der die geschichteten Hornzellen durch Hornfette, sogenannte Lipide zusammengehalten werden. Die Dichte dieses Verbundes ist eine wesentliche Voraussetzung für eine gesunde und widerstandsfähige Haut.

Gartenbista-Tipp: Eine heiße Dusche oder ein heißes Bad lassen diese Hornschicht der Haut aufquellen und lösen den Fettanteil heraus. Durch Verwendung aggressiver Reinigungssubstanzen wird noch zusätzlich Fett und Feuchtigkeit entzogen.

Die Schutzfunktion der Haut

Neben einer stabilen Hornschicht erfüllt der natürliche Säuremantel der Haut eine wichtige Schutzfunktion. Dieser dünne Wasser-Fett-Film, der die Hornschicht überzieht, setzt sich aus Talg, Schweiß und Bestandteilen der Hornzellen zusammen und ist vor allem durch den Schweiß leicht sauer.

Das saure Milieu mit einem pH-Wert von 5 schafft ideale Bedingungen für die Bakterien einer gesunden Hautflora. Im Gegensatz dazu haben schädliche Keime keine Chance, sich zu vermehren. Ein intakter Säureschutzmantel ist folglich zur Abwehr dieser Fremdstoffe wichtig. Aufgrund der Beschädigung dieser natürlichen Barriere, wird die Haut trocken und spröde. Krankheitserreger können leichter eindringen.

Zerstörung der natürlichen Hautflora

Durch zu viel waschen kann die Haut trocken und rissig werden.
Durch zu viel waschen kann die Haut trocken und rissig werden.

Kommen Seife und andere starke Reinigungssubstanzen zum Einsatz, reagiert die Haut mit einer Veränderung des pH-Wertes.  Diese Produkte weisen basische Substanzen auf, dadurch wird die fettige Talgschicht auf der Haut entfernt.

Nach dem Duschen fühlt sich die Haut dann richtig

  • sauber
  • und frisch an,

tatsächlich wurde aber ein Teil des Säureschutzmantels entfernt.  Zudem wird die natürliche Hautflora in Form der nützlichen Bakterien dabei empfindlich gestört. Dabei ist diese äußerst wichtig für die Stabilisierung des pH-Wertes.

Die Regeneration der so geschundenen Oberhaut dauert einige Stunden. Das bietet perfekte Vermehrungsbedingungen für Mikroorganismen auf ihrer Oberfläche, was letzten Endes immer auch mit verstärkter Geruchsentwicklung verbunden ist. Übertriebene Reinlichkeit endet also regelmäßig im Müffeln und ist nicht unebdingt eine richtige Körperhygiene.

Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © Pictures4you, Picture-Factory  – Fotolia.com


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.