Polio Kinderlähmung Ursachen & Behandlung

Polio Kinderlähmung
Polio Kinderlähmung

In modernen Zeiten ist gerade das Impfen in Verruf geraten. Es gibt allerlei Vorbehalte, nicht zuletzt auch die Angst vor sogenannten Impfschäden. Seriösen Argumenten ist die Kontroverse nur selten zugänglich, so dass wegweisende Erfolge von Impfkampagnen oft nicht registriert werden können. Dabei liefert gerade die Immunisierung gegen Poliomyelitis ein Musterbeispiel des medizinischen Fortschritts. Unter dem Slogan „Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung ist grausam“ startete in den 60er Jahren eine Aufklärungskampagne, die einen rasanten Erfolg verzeichnen konnte. Dank der konsequenten Öffentlichkeitsarbeit ist die Polio Kinderlähmung mit ihren sichtbaren Folgen weitgehend aus unserem Alltagsleben verschwunden.

Ursache der Polio Kinderlähmung

Die WHO hat ganz Europa inzwischen als „poliofrei“ erklärt. Allerdings ist das keine Zertifizierung für die Ewigkeit. Neue Epidemien drohen immer dann, wenn der Impfschutz vernachlässigt wird. In vielen Regionen der Erde lauert die Gefahr der Infektion nach wie vor. Das Polio-Virus ist hoch ansteckend.

Die Erreger breiten sich schnell im Körper aus und greifen im

  • Rückenmark
  • und Gehirn

jene Zellen an, welche für die Steuerung von Bewegungen zuständig sind. Neben harmlosen Verläufen kann es auch zu tödlichen Komplikationen kommen. Das Krankheitsbild wurde lange Zeit als Kinderlähmung bezeichnet, doch das ist irreführend. Immer mehr Erwachsene waren zuletzt betroffen.

Oft bleibt die Krankheit völlig unbemerkt oder äußert sich durch harmlos erscheinende Beschwerden. Daneben kommt es bei etwa einem Prozent aller Erkrankten zu ausgeprägten Lähmungen, die, wenn Atmungsorgane betroffen sind, auch zum Tod führen können.

Gartenbista-Tipp: Nach einer akuten Poliomyelitis-Infektion erholen sich nur etwa zehn Prozent der Betroffenen vollständig. Bei rund 80 Prozent bleiben dagegen Beschwerden zurück und binden die Betroffenen langfristig an medizinisch-therapeutische Massnahmen. Für alle Verlaufsformen besteht daneben das Risiko, nach vielen Jahren noch ein Post-Polio-Syndrom zu entwickeln.

Vorbeugung der Krankheit

Regelmäßige Impfungen könnrn die Krankheit vorbeugen.
Regelmäßige Impfungen könnrn die Krankheit vorbeugen.

Einzelne Lähmungserscheinungen treten dabei immer wieder auch vermehrt auf. Die Ständige Impfkommission empfiehlt deshalb allen Eltern, ihre Säuglinge ab dem dritten Lebensmonat impfen zu lassen, und zwar insgesamt dreimal im Abstand von jeweils vier Wochen. Ärzte sprechen dann von einer Grundimmunisierung.

Zwischen dem neunten und 17. Lebensjahr sollte die Impfung noch einmal aufgefrischt werden. Als Polio-Impfstoff wird in Deutschland mittlerweile ausschließlich die inaktivierte Polio-Vakzine (IPV) verwendet.

Dieser Impfstoff, in den Muskel injiziert, hat den Vorteil, dass gegenüber der Schluck-Impfung keine impfbedingten Polio-Erkrankungen mehr auftreten können. Das reduziert die Gefahr eines Impfschadens gegen Null und macht die Polio-Impfkampagne hoffentlich bald auch weltweit zur Erfolgsgeschichte.


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Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © Oksana Kuzmina, Sherry Young – Fotolia.com


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