Kann man Lupinen essen?

Lupinen (Lupinus)
Lupinen (Lupinus)

Die hübsche und anspruchslose Lupine ist seit Jahrzehnten nicht nur in vielen Gärten zu Hause. Es gibt sie in vielen Sorten und Farben auch in freier Natur. Lupinen (Lupinus) gehören zur Familie der Leguminosae, also zu den Hülsenfrüchten. Die Vorteile der Hülsenfrüchte liegen in den bodenverbessernden Effekten für Folgefrüchte und in der Luftstickstofffixierung. In diesem Artikel geht es unter anderem darum, ob man die  Lupine essen kann.

Lupine – ein gesunder und pflanzlicher Eiweißlieferant

In der Landwirtschaft dient deshalb die Lupine als Stickstoff bindender Gründünger und als Futtermittel. Seit einigen Jahren stehen die Samen der blaublühenden Süßlupine bei Ernährungswissenschaftlern hoch im Kurs, denn sie enthalten viel pflanzliches Eiweiß und können tierisches Fett ersetzen.

Außerdem enthält die Lupine Vitamin E und eine Anzahl von wichtigen Spurenelementen, darunter

  • Kalium,
  • Kalzium
  • und Magnesium.

Das Öl ist reich an ungesättigten Fettsäuren. Und die Schalen lassen sich zu Mehl verarbeiten.

Bestelllink: Moramba Bio-Lupinen-Kaffee

Ganz neu ist die Nutzung der Lupine nicht. Schon vor etwa 6000 Jahren spielte sie in der Ernährung der Menschen eine Rolle. Lange Zeit war ihre Nutzung in Vergessenheit geraten. Doch in jüngster Zeit gilt die Lupine ernsthaft als Ersatz für Soja im Viehfutter und auch für Menschen. Grund hierfür sind die überaus proteinreichen Samen.

Rund 80 Millionen Tonnen Proteine weltweit werden heute noch jährlich aus

  • Milch,
  • Fleisch
  • und Eiern produziert.

Diese ließen sich theoretisch in Zukunft zumindest teilweise durch Lupineneiweiß ersetzen. Doch in der praktischen Landwirtschaft spielt die Lupine bislang noch kaum eine Rolle. Von den rund 11,8 Millionen Hektar Ackerfläche in Deutschland entfallen knapp 0,2 Prozent auf Süßlupinen, der größte Teil davon landet bislang im Viehfutter.

Lupinen sind giftig

Man kann die Lupine essen, jedoch gibt es einiges zu beachten, denn sie sind von Natur aus giftig. Sie enthalten sekundäre Pflanzenstoffe, darunter Isoflavone und Alkaloide wie Lupinin und Spartein. Züchter haben die Toxizität schon in den dreißiger Jahren reduzieren können und bitterstoffarme Sorten, sogenannte Süßlupinen, gezüchtet. Diese haben nur noch einen Alkaloidgehalt von weniger als 0,05 Prozent im Samenkorn. Aber auch mit anderen Methoden lassen sich die Bitterstoffe entfernen. Dies wusste man übrigens schon vor 6000 Jahren. Dazu gehören längeres Einweichen, das Kochen und auch das Wässern der Samenbohnen. Danach  sind Lupinen genießbar. Ob alle Toxine damit vollständig entfernt sind, das bleibt fraglich.

Gartenbista-Tipp: Doch gerade dies ist vor allem für diejenigen bedeutsam, die unter Allergien gegen Hülsenfrüchte leiden. Aber auch Erdnussallergiker müssen vorsichtig sein, da es hier häufig zu Kreuzreaktionen mit Lupine kommt.

Eingelegte Lupinensamen sind im Mittelmeerraum ein beliebter Snack.

Im Naturkosthandel sind auch bei uns

  • Lupinenmehl,
  • Lupinenmilch
  • und der Tofu-Ersatz Lopino zu finden.

Die proteinreichen Produkte unterstützen eine cholesterinarme Ernährung bei Diabetes, dienen Vegetariern und Veganern als Eiweißlieferant und sind eine Alternative für Milchzucker- und Soja-Allergiker. Daneben enthalten Lupinen-Produkte deutlich weniger Purine als tierische Eiweißquellen, was wiederum für Rheumatiker von Interesse sein dürfte.

Unser Tipp: Raab Vitalfood Bio Lupinenmehl 500 g, 1er Pack (1 x 0.5 kg)

Aber auch kosmetisch lassen sich Lupinen-Samen durchaus hilfreich anwenden, vor allem zur Pflege der Haut. Dazu zerquetscht man die Samen mit einem Mörser und vermischt das entstandene Mehl mit Limonensaft. Die Masse wird als Maske auf die Gesichtshaut aufgetragen und führt dort zur deutlichen Straffung und Erholung.

Gartenbista-Tipp: Vor der Nutzung wild wachsender Lupine muss allerdings ausdrücklich gewarnt werden. Diese Samen sind giftig!

Lupine essen – Die Verwendung von Lupinenmehl

Lupinenmehl kann man für Getränke und Eiweissshake nehmen, zum Backen, als Ersatz bis zu 15 Prozent der Gesamtmehlmenge von Rezepten aller Art. Brot- und Kuchenteige werden mit Lupinenmehl lockerer, es eignet sich auch als Ei-Ersatz. Lupinenmehl kann in Rezepten, in denen Sojamehl enthalten ist, das Sojamehl ersetzen.

Rezept für ein Mehrkornbrot

Zutaten:

  • 300g Dinkelvollkornmehl
  • 150g Roggenvollkornmehl
  • 50g Lupinenmehl
  • 1/2 Würfel Hefe
  • 2 El Apfelessig
  • 2 Tl Salz
  • 1 Tl Zucker
  • 450ml lauwarmes Wasser
  • 3 El Leinsaat
  • 3 El Sonnenblumenkerne
  • 1/2 Tl Koriander (gemahlen), 1 Tl Kümmel, 1 Tl Fenchelsamen

Die trockenen Zutaten in einer großen Schüssel vermischen. Den Apfelessig mit 450ml lauwarmen Wasser vermischen und über die Mehlmischung gießen. Den Teig ungefähr 5 Minuten durchkneten und anschließend 45 min gehen lassen.

Lupine essen - Ja oder nein?
Lupine essen – Ja oder nein?

Nach Ablauf der Zeit den Ofen auf 220°C (Ober/Unterhitze) vorheizen, das feuerfeste Schälchen mit Wasser füllen

und in den Ofen stellen. Den Teig nochmals gut durchkneten und in eine Kastenform geben. Mit einem spitzen Messer kleine Ritze in die Oberfläche machen und das Brot 1 Stunde bei 190°C backen.

Nach dem Backen, aus der Form stürzen und auf einem Gitter abkühlen lassen.

Link zum Bestellen: Wohltuer Bio Süßlupinenmehl | Glutenfrei, Cholesterinfrei, Nährstoffreich | Low Carb Food | Vegetarisch und Vegan | vielseitiges Lebensmittel in geprüfter Bio-Qualität (1000g)

Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © Gunar, Johanna-Mühlbauer – Fotolia.com


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.