Gicht – Ursachen und Behandlung

Gicht überwiegend bei Männern.
Gicht überwiegend bei Männern.

Die Gicht – Ursachen einer Wohlstandskrankheit. Denn in früheren Jahrhunderten war üppiger Genuss immer nur denen vorbehalten, die über Reichtum verfügten. Doch die Völlerei blieb nicht ohne Folgen und galt als eine der vielen Ursachen von Gicht. Seit dem Römischen Reich mehrten sich in den Jahren der Dekadenz auch die Erkrankungen mit Gicht. Derlei Erscheinungen wiederholten sich im Laufe der Geschichte. Ein Musterbeispiel stellt hierfür das Geschlecht der Hohenzollern dar, deren Mitglieder reihenweise der Krankheit zum Opfer fielen.

Was ist die Gicht?

Das deutsche Wort Gicht heißt soviel wie Gliederlähmung. Des Weiteren betrifft der typische Gichtanfall vorwiegend Männer, erstmals zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr. Hierbei ist das Grundgelenk des großen Zehs am häufigsten betroffen, im weiteren Krankheitsverlauf auch das Sprunggelenk und weitere Gelenke.

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Gicht Ursachen & Symptome

Ein Gichtanfall ist einer der schmerzhaftesten Zustände überhaupt. Zudem sind Gicht Ursachen genetisch bedingte Ausscheidungsstörungen der Nieren für die Harnsäure. Folglich entstehen diese beim Menschen als Abbauprodukt der Purine, den Bausteinen der DNA im Zellkern. Zudem fällt bei hohem Harnsäureaufkommen vor allem übermäßigen Fleisch-Genuss an, deshalb galt das Leiden früher als Krankheit der Reichen. Außerdem bewirkt ein übertriebener Alkoholgenuss eine Verzögerung der Harnsäureausscheidung, so dass der Harnsäurespiegel im Blut ansteigt. Dadurch fällt die im Blut gelöste Harnsäure bei Übersättigung in den Gelenken aus und es kommt zur Ablagerung von Kristallen. Hierbei sind Folgen ständige Gelenkentzündungen und deren allmähliche Zerstörung.

Außerdem kann bei fortgeschrittener Gicht Ablagerungen als sogenannte Gichtknoten sichtbar auftreten. Des Weiteren entstehen im weiteren Verlauf häufig Nierensteine. Beispielsweise ist bei massiven Harnsäureablagerungen in der Niere sogar eine schwere Nierenfunktionsstörung mit Wassereinlagerungen im ganzen Körper möglich. Das ist dann die sogenannte Wassersucht, an der viele der Hohenzollern ihren frühzeitigen Tod fanden.

Doch Früherkennung und konsequente Behandlung sind noch heute Herausforderungen der Medizin, die späteren Schäden vorbeugen können. Aus diesem Grund werden die Anzeichen oft fehl gedeutet. Ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht nachweislich bei

  • Stress,
  • Übergewicht,
  • viel Alkohol,
  • Leberschäden
  • und auch nach Unterkühlung.

Beispielsweise können die Umstellung auf eine purinarme Ernährung, die Meidung von Alkohol, viel Flüssigkeit und Wärme zeigen, wie weit die Symptome fortgeschritten sind. Andernfalls muss die Behandlung mit harnsäuresenkenden Medikamenten ein Leben lang andauern.

Was hilft gegen Gicht?

Zum Beispiel können folgende Kräuter die Harnsäureausscheidung fördern:

  • Gänseblümchen,
  • Goldrute,
  • Kiefer,
  • Kerbel,
  • Birke,
  • Brennnessel,
  • Kamille,
  • Löwenzahn,
  • Mutterkraut,
  • Schafgarbe,
  • Schlüsselblume,
  • Thymian,
  • Wacholder,
  • Klee,
  • Heidekraut,
  • Basilikum,
  • Süßholz,
  • Färberginster,
  • Efeu,
  • Meisterwurz,
  • Majoran.

Außerdem begünstigen diese Nahrungsmittel die Harnsäureausscheidung:

  • Erdbeere,
  • Brunnenkresse,
  • Apfel,
  • Granatapfel,
  • Zwiebel,
  • Sellerie,
  • Karotte
  • und Tomate.

Essigumschlag zur Schmerzlinderung

Zudem ist ein Essigumschlag schmerzlindernd und hat eine abschwellende Wirkung:

Zunächst zwei Drittel Wasser mit einem Drittel Essig vermischen und ein Tuch mit der Mischung tränken. Danach dieses auf die entzündeten Gelenke legen und mit einem dicken trockenen Tuch umwickeln. Anschließend nach etwa 10 min abnehmen, damit keine Hautreizungen entstehen.

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Wirkung der Brennnessel bei Gicht

Brennnessel gegen Gichtanfälle.
Brennnessel gegen Gichtanfälle.

Eine Gichttherapie kann durch regelmäßiges Trinken von Brennnesseltees unterstützt werden. Dabei sollte man aber auch darauf achten, seinen Alkohol-und Fleischkonsum zu reduzieren und dem Körper vermehrt Flüssigkeit zuzuführen. Hierzu eignen sich grundsätzlich Tees, die entwässernd und harntreibend wirken.

  • Dabei werden die Nieren durchgespült.
  • Zudem werden stockende wässrige Ansammlungen zum Fließen gebracht
  • und Harnsäurekristalle lösen sich.
  • Außerdem kann die blutreinigende Wirkung der Brennnessel für eine dauerhafte Linderung sorgen.

Brennnessel Rezepte: Entsäuernde Teemischung

Mit Birkenblättern

  • Zutaten: Man nehme 50 g Brennnessel, 25 g Birkenblätter, 25 g Ackerveilchen und 25 g Ackerschachtelhalm(Zinnkraut)
  • Zubereitung: Zunächst 1 TL der Mischung mit 1 Tasse kochendem Wasser aufbrühen. Anschließend 8 Minuten ziehen lassen und abseihen. Hierzu morgens 1 bis 2 Tassen nüchtern trinken.
  • Anwendungsdauer: 3 Wochen

Mit Wacholderbeeren

  • Zutaten: Man nehme 2 Teile Wacholderbeeren (zerstoßen), 1 Teil Brennnesselblätter, 1 Teil Birkenblätter und 1 Teil Schafgarbeblüten.
  • Zubereitung: Zunächst 2 TL Mischung mit 1/2 l kochendem Wasser aufbrühen und 8 Minuten ziehen lassen. Anschließend abseihen lassen.
  • Anwendungsdauer: 3 Wochen

Gartenbista-Tipp: Bitte beachte – Dass bei akuten oder chronischen Nierenbeschwerden Wacholderbeeren unter keinen Umständen verwendet werden dürfen.

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Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © OBprod, M.-Schuppich – Fotolia.com


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