Epidemie & Pandemie Unterschiede

Epidemie Pandemie Unterschiede
Epidemie Pandemie Unterschiede

Epidemie Pandemie Unterschiede: Schlagzeilen sind seit jeher geeignet, ein bestimmtes Maß an Interesse zu wecken. Insofern erklärt sich manch reißerischer Titel in Print- oder Online-Nachrichten, deren Inhalt dann bei näherer Betrachtung eher unspektakulär ausfällt. Nicht selten bleibt der Leser kopfschüttelnd zurück und fragt sich, ob das bisher ausgebliebene Chaos oder ähnliche Katastrophen endlich herbei geschrieben werden sollen.

 Begriffserklärung – Epidemie Pandemie Unterschiede?

So geschieht das regelmäßig auch bei Gesundheitsthemen oder präziser: bei Krankheiten. Denn als kürzlich wieder eine Grippewelle Einzug hielt, schaukelten sich sehr schnell die Hiobsbotschaften und Warnungen auf. Doch immer dramatischer wurde die Thematik dargestellt. Denn Begriffe wie Epidemie unbekannten Ausmaßes und auch Pandemie wurden inflationär gebraucht. 

Ohne in diesem Beitrag auf die Schwere von Grippeerkrankungen eingehen zu wollen, die Begriffswahl war und ist auch diesmal komplett überzogen. Mehr noch, man kann ernsthafte Zweifel hegen am Verständnis derer, die derlei Unfug verbreiten. Deshalb haben wir uns mal mit diesen Begriffen auseinandergesetzt und deren Bedeutung analysiert. Im Ergebnis entsteht ein klares Bild und vermeintliche News erscheinen einem zukünftig als das was sie wirklich sind.

Epidemie

Als Epidemie bezeichnet man ein stark gehäuftes Auftreten einer bestimmten Krankheit innerhalb einer bestimmten Regionoder unter bestimmten Bevölkerungsgruppen in einer bestimmten Zeit.

Oft handelt es sich dabei um Infektionskrankheiten wie

  • Cholera,
  • Typhus,
  • Pest
  • oder aber auch die Grippe.

Von einer Grippe-Epidemie wird in der Regel dann gesprochen, wenn in einem bestimmten Gebiet deutlich mehr Menschen an Influenza erkranken als das sonst in dieser Jahreszeit statistisch der Fall ist. Als Richtwert wird eine Größe von 7,5% über Normal angesehen.

Unser Buch-Tipp: Die verschwiegene Epidemie: Zeckenstich – Borreliose. Hilflose Patienten, ratlose Ärzte. Wie Politik, Wissenschaft und Medizin versagen

Pandemie

Es wird von einer Pandemie gesprochen, wenn die nächst höherer Stufe der Infektionsgefahr erreicht ist. Also wenn eine Epidemie sich über Länder und Kontinente hinweg ausbreitet und die Zahl der Erkrankten und Toten zahlenmäßig die Millionengrenze erreicht.

Bekannte Pandemien sind beispielsweise

  • Aids
  • oder auch die Infektion mit Noroviren.

Bei der Grippeerkrankung hat es in der Vergangenheit auch schon Pandemien gegeben. Schätzungen zufolge etwa 30 Mal in den letzten 500 Jahren.

Im 20. Jahrhundert gab es bisher drei derartige Ereignisse:

  • 1918 die sogenannte Spanischen Grippe, an der mit bis zu 50 Millionen Toten mehr Menschen starben, als im Ersten Weltkrieg.
  • Danach folgte 1957 die sogenannte Asiatische Grippe mit rund einer Million Toten
  • und 1968 dann die sogenannte Hongkong-Grippe mit annähernd einer Million Toten.

Statistisch betrachtet liegen nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO etwa 30 Jahre zwischen zwei Pandemien.

Endemie

Pandemie ist eine erhöhte Stufe der Epidemie.
Pandemie ist eine erhöhte Stufe der Epidemie.

In diesen Zusammenhang gehört schlussendlich auch noch der Begriff der Endemie. Damit wird das dauerhaft gehäufte Auftreten einer bestimmten Krankheit in einem bestimmten Gebiet bezeichnet. Ein typisches Beispiel hierfür ist die durch Zecken übertragende Meningoenzephalitis, die im Frühsommer in bestimmten Gebieten deutlich häufiger auftritt als in anderen Gegenden.

Gartenbista-Tipp: Die Grippewelle hat nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in diesem Jahr durchaus stark erhöhte Krankheitszahlen verursacht. Inzwischen scheint der Höhepunkt der Infektionsanfälligkeit erreicht zu sein. Eine Epidemie ist auch in diesem Jahr ausgeblieben, eine Pandemie zum Glück auch.

Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © Psdesign1, Africa Studio – Fotolia.com


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