Zwiebel pflanzen, anbauen, ernten und lagern

Zwiebeln im eigenen Garten anzubauen, scheint theoretisch eine der einfachsten gärtnerischen Tätigkeiten überhaupt zu sein. Steckzwiebeln rein in die Erde, einige Wochen abwarten, ernten – so der Plan vieler Hobbygärtner. Leider sieht die Realität häufig anders aus: verkümmertes Grün, verfaulte oder weggefressene Zwiebeln, winzige Zwiebeln,… Wie kann das passieren? Unter Beachtung einiger kleiner Tipps sollte eigentlich eine reichhaltige Ernte der Steckzwiebeln garantiert sein…

Zwiebel Pflanzen – Steckbrief von Gartenbista:

Steckzwiebeln Sorten

Es gibt wesentlich mehr Sorten Steckzwiebeln, als manch einer denken mag:

  • Schalotten
  • Gemüsezwiebeln
  • Lauchzwiebeln
  • Küchenzwiebeln (rote, weiße und gelbe)
  • Perlzwiebel

Zwiebel Standort: nicht zu sehr windgeschützt

Besondere Ansprüche an ihren Standort stellt die Zwiebel nicht. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass dieser nicht allzu windgeschützt ist, da dies bei Zwiebeln die Mehltaubildung beschleunigen kann.

Beet vorbereiten für den Zwiebelanbau

Bevor Steckzwiebeln in die Erde können, sollte diese sorgfältig vorbereitet werden. wichtig ist, dass die Erde ganz besonders feinkrümelig ist und in ihrer Optik an Sand erinnert. Auch eine Gabe von Kompost ist sinnvoll. Achtung: Zwiebeln vertragen keine direkte Düngung mit Mist; sollte Mist in den Boden eingearbeitet werden, dann bitte bereits im Herbst!

Zwiebeln stecken im März

Steckzwiebeln dürfen bereits im März in die Erde. Gesteckt werden sollten sie gerade mal so tief, dass sie bedeckt sind, und zwar in Reihen, die einen Abstand von circa 20 cm zueinander haben. Der Abstand zwischen den einzelnen Zwiebeln sollte 10 cm betragen.

Ist eine Zwiebel Aussaat sinnvoll?

Nun gibt es im Fachhandel für fast jede Zwiebelsorte Saatgut zu kaufen, welches in der Regel ab März in die Erde gebracht werden kann. Nun stellt sich aber immer wieder die Frage, wie sinnvoll es ist, sich als Hobbygärtner diese Mühe zu machen, wo doch ein einfaches Stecken der Zwiebeln ebenso möglich ist. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass der Samen unbedingt frisch sein muss, denn Zwiebelsamen verliert sehr schnell seine Keimfähigkeit.

Für die Aussaat muss das Beet vorbereitet werden wie oben beschrieben. Dort werden Reihen mit einem Abstand von circa 20 cm zueinander gezogen, in welche das Saatgut ausgebracht wird. Nach etwa vier Wochen sind erste Keimlinge zu sehen. Habe sie eine Größe erreicht, in der sie gut gehändelt werden können, müssen sie pikiert werden. Der Abstand zwischen den Zwiebeln sollte zwischen 5 und 10 cm betragen.

Zwiebel Anbau – Tipps

  • Hacken: Zwiebeln müssen regelmäßig gehackt werden
  • Unkraut: Zwiebelbeete regelmäßig vom Unkraut befreien
  • Mischkultur mit Möhren oder Roter Bete ist optimal für Zwiebeln
  • Beetpause: Niemals mehrere Jahre hintereinander Zwiebeln auf demselben Beet anbauen! Die Puppen der Zwiebelfliege überwintern im Boden. Mindestens drei Jahre warten!
  • Nicht diese Nachbarn: Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Kohlgewächse sind als direkte Nachbarn zu vermeiden

Zwiebeln Ernte, Lagerung

Als Faustregel gilt: wenn das Kraut anfängt, zu welken, können die Zwiebeln geerntet werden. Dies ist – je nach Sorte – ab Juli der Fall. Zum Ernten die Zwiebeln vorsichtig an ihrem Kraut packen und ziehen; gegebenenfalls die Erde vorher lockern. Nach der Ernte sollten die Zwiebeln noch einige Tage regengeschützt in der Sonne liegen gelassen werden, um dort nachreifen zu können. Danach bindet man sie an ihrem Kraut zusammen und hängt sie an einem trockenen Platz auf. Dort können sie mehrere Wochen bleiben; sollte die Lagerung länger andauern, kann im Herbst das Kraut komplett abgeschnitten  werden.

Zwiebeln Schädlinge und Krankheiten

Die Zwiebelfliege ist der aggressivste Schädling von Zwiebeln. Sie legt bereits ab April Eier an den jungen Pflanzen ab. Die Maden schlüpfen und bohren fressenderweise Gänge in die Zwiebeln, welche daraufhin anfangen zu faulen. Um einen derartigen Befall zu vermeiden, sollten zwingend Schutznetze über die Beete gespannt werden. Auch die direkte Nachbarschaft zu Karotten kann einen Befall verhindern.

Pilzerkrankungen wie beispielsweise Mehltau können durch die Wahl eines nicht windgeschützten Standorts vermieden werden.

Graphik: © mekcar-Fotolia.com


2 Kommentare

  1. Hallo
    Ich habe etwa um 1985 von einem Bekannten eine Schalotte bekommen mit dem Hinweis – du hast jetzt einen Garten – pflanze diese Zwiebel, sie wird sich teilen, hebe alle Zwiebeln auf und pflanze sie im Jahr darauf wieder. So hatte ich 1 Jahre später ca. 40 Zwiebeln. Diese habe ich im darauffolgenden Jahr gepflanzt und habe soviel geerntet, dass ich nur die 40 kleinsten Zwiebeln als Saatgut aufgehoben habe und mit dem Rest ein ganzes Jahr den Bedarf für uns abdecken konnte. Die Schalotte ist eine tolle Zwiebel – nicht allzu groß und für unseren Haushalt optimal. Über 25 Jahre hat das toll funktioniert – habe 40 kleine Exemplare beiseite gelegt als Steckzwiebel und der Rest hat für ein ganzes Jahr gereicht.
    Seit 2 Jahren gibt es Probleme. Obwohl ich die Zwiebeln immer gebündelt mehrere Wochen zum trocknen unter einem Dach aufgehängt habe, werden plötzlich viele „matschig „am Zwiebelhals. Dieses Jahr hatte ich schon Probleme, noch halbwegs gute „Steckzwiebeln“ aus den im Vorjahr geernteten
    herauszufinden. Und die Ernte war dieses Jahr noch schlechter. Kann es sein, dass man diese Art der Vermehrung von Schalotten nicht unbegrenzt machen kann?

    1. Also, normalerweise lässt sich diese Art der Vermehrung durchaus unbegrenzt praktizieren, weil es die einzige Möglichkeit der Schalottenvermehrung überhaupt ist (die Schalotten lassen sich nicht aussäen). Bei jedem anderen hätte ich gefragt, ob die Ernte eventuell an einem nassen Tag erfolgt ist beziehungsweise ob es an den Tagen zuvor viel geregnet hat, denn dann vergammeln Schalotte recht schnell. Aber wenn jemand wie du mehr als 25 Jahre erfolgreich einen Schalottenanbau betreibt, wird er dies wohl wissen…
      Vielleicht sind irgendwann Pilze oder Bakterien in einige Schalotten eingetreten, die sich auf die weiteren Zwiebeln übertragen haben. Um ganz sicher zu sein, würde ich die empfehlen, mal eine der matschigen Schalotten zu einem Fachhändler zu bringen und diesen nach dem Schadbild zu befragen.
      Viel Erfolg 🙂

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