Topinambur: Rezepte und Wirkung

Diese Knolle ist gesünder als die Kartoffel.
Diese Knolle ist gesünder als die Kartoffel.

Die Deutschen lieben nach wie vor Kartoffeln und bauen jährlich rund 10 Millionen Tonnen davon an. Da dies bei weitem nicht ausreicht, werden große Mengen zusätzlich importiert. Die Kartoffel gilt aber nicht nur hierzulande als eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, weltweit ist ihre Bedeutung als Nahrungsmittel ungebrochen. In diesem Artikel soll es aber um eine andere Art von Knolle gehen, die der ergiebigen Kartoffel sehr ähnelt: Topinambur. Rezepte und Tipps zu dieser Knolle haben wir kurz für Sie zusammengefasst.

Geschichte der Kartoffel

Die Vielfalt der Sorten ist kaum übersehbar und mit einer aktuellen Schätzung von 5000 weltweit wohl nur annähernd getroffen. Ursprünglich ist die Kartoffelpflanze in Südamerika beheimatet und kam wohl erst vor etwa 500 Jahren nach Europa, allerdings anfangs nur als Zierpflanze. Erst in den großen Hungersnöten des 18. Jahrhunderts wurden die Knollen als sättigendes Nahrungsmittel erkannt.

Was ist die Topinambur Knolle?

Deutlich länger kennen die Menschen der alten Welt aber eine andere Knolle, die bis dahin durchaus als Grundnahrungsmittel Europas gegolten hat und nunmehr wieder eine beachtliche Renaissance erfährt. Dabei sind in der Regel die Knollen der Pflanze gemeint, die in gut sortierten Supermärkten, in Bioläden und auf den Wochenmärkten als Gemüse angeboten werden. Die Knollen ähneln in ihrer markanten Form der Ingwerwurzel und sollten grundsätzlich ungeschält verarbeitet werden. Grund dafür ist der enorm hohe Vitamingehalt direkt unter der Schale. Im Gegensatz zur Kartoffel, die an der Schale recht bald das giftige Solanin entstehen lässt, sind die Knollen der Topinambur mit Schale ein völlig unbedenklicher Genuss.

Besonderheiten der Topinambur

Aber auch eine weitere Besonderheit lässt diese Knollen zur interessanten Alternative werden. Während die Kartoffel sich vor allem über ihren Stärkegehalt als Nahrungsmittel definiert, enthält Topinambur den nicht nur für Diabetiker so wertvollen Inhaltsstoff Inulin. Dieser Mehrfachzucker verleiht der Knolle den typischen, leicht nussigen und süßlichen Geschmack.

Daneben ist Inulin für die Darmflora unverdaulich und belastet daher den Blutzuckerspiegel nicht. Aus diesem Grund dient der Verzehr dieser Knolle vor allem der Verbesserung der Darmgesundheit und liefert für Diabetiker ein gut verwendbares Nahrungsmittel. Daneben wurden positive Auswirkungen des Verzehrs bei Arteriosklerose und bei Polyarthritis beobachtet.

Gartenbista-Tipp: Empfehlenswert bei Gefäßerkrankungen ist ein Bad in einem Aufguss aus Topinambur-Blättern.

Zudem ist sie kalorienarm und durch den hohen Ballaststoffgehalt sehr sättigend. Dies wirkt sich äußerst positiv auf die sonst so gefürchteten Heißhungerattacken aus, die gerade in den Wintermonaten regelmäßig zu Gewichtszunahmen führen.

Darüber hinaus enthält das Gemüse lebenswichtiges Eisen und zählt zu den kaliumreichsten Gemüsearten. Um den Körper an den hohen Inulingehalt zu gewöhnen, sollten anfangs nur kleinere Mengen des Gemüses gegessen werden. Sie finden zahlreiche gesunde und sättigende Topinambur Rezepte, die sie ausprobieren können. Wer allerdings unter einer Fruchtzuckerunverträglichkeit leidet, der sollte Topinambur Rezepte und die Knolle unbedingt ganz meiden.

Die ‚rote Keule‘

Eigenschaften:

Die Sorte ‚Rote Keule‘ ist sehr robust und bildet keulenförmige, kräftig rote Knollen mit dem einzigartigen Geschmack. Sie kann von Oktober bis Mai geerntet werden, sofern der Boden frostfrei ist. Zudem ist es ein wertvolles und heimisches Wintergemüse. Die in der Erde verbliebenen Knollen treiben im Frühjahr wieder neu aus. Außerdem ist sie durch die dichte Belaubung auch als Heckenpflanze geeignet.

  • Blütezeit: September-November
  • Standort: sonnig-halbschattig
  • Wuchshöhe: ca. 200-250 cm
  • Farbe: gelb

Zubereitung von Topinambur

Ansonsten ist die Zubereitung äußerst facettenreich und bietet wohl jedem Geschmack mindestens eine vorzugswürdige Variante. Außerdem findet man zu dieser Knolle auch zahlreiche Rezepte, mit denen man sie bspw. in folgenden Variationen servieren kann:

  • Gekocht,
  • gedünstet
  • oder roh,
  • als Beilage,
  • Kartoffelersatz,
  • Suppe,
  • Salat,
  • Chips
  • oder als Creme-Rezepte.

Für ganz Gesundheitsbewusste bieten sich die Extrakte aus der Knolle an, als Sirup oder Likör. Das Gemüse ist anspruchslos und frostbeständig, kann demnach auch problemlos im Boden überwintern. Diese Robustheit verspricht durchgängig hohe Ernteerträge und neben den Knollen ist auch die bis zu 4 Meter hohe Pflanze nützlich verwendbar

Topinambur Rezepte

Die Zubereitung dieser Knolle ist sehr vielfältig. Dementsprechend gibt es zahlreiche Topinambur Rezepte, von denen wir zwei einfache und zugleich leckere für Sie rausgesucht haben.

Als Suppe

Zutaten:

  • 200 g der Knolle,
  • 200 g Sellerie,
  • 1 Petersilienwurzel,
  • 1 EL Mehl,
  • grüne Petersilie
  • und wer mag 4 EL Sauerrahm.

Zubereitung:

Leckeres Suppen-Rezept.
Leckeres Suppen-Rezept.

Die gewaschenen Wurzeln klein reiben und mit 1 Liter Wasser kochen. Zuerst kommt  der Sellerie (da er etwas länger kocht als die Knolle) ins Wasser, nach 3 Minuten dann die Petersilienwurzel und zum Schluss die Topinambur. Anschließend in einer Pfanne das Mehl cremefarben anrösten und in die Suppe mixen. Zum Schluss die Suppe etwas ziehen lassen, dann den Sauerrahm einrühren, mit Kräutern garnieren und dann servieren.

Topinambur pur

Zunächst die Knolle fein reiben, mit 1 EL Weißwein und 1 TL Honig mischen und servieren.

Unser Buch-Tipp: Topinambur – Mal was anderes probieren!

Textquelle: Ralph Kaste

Symbolgrafiken: © volff, Daniel Vincek – Fotolia.com


, Kategorie: Gemüse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Du kannst unter Pseudonym kommentieren. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung gelesen.