Tomaten pflanzen, pflegen & ausgeizen – das sollten Sie wissen

In den meisten heimischen Nutzgärten werden Tomaten angebaut – mehr oder minder erfolgreich. Werden einige Tipps zum Tomaten Anbau beherzigt, ist der Ertrag bei vielen Hobbygärtnern recht ansehnlich. Leider passiert es, dass trotz bester Pflege die Tomatenpflanzen krank oder von Schädlingen befallen werden. Nun gilt es, diese Krankheiten zu erkennen, um schnellstmöglich einschreiten zu können.

Tomaten pflanzen – So machen Sie es richtig!

Bereits ab März kann man Tomaten in Töpfen oder Kästen vorziehen. Samen hierfür kann man sowohl im Fachhandel kaufen, als auch aus eigenen Früchten des Vorjahres durch Trocknen der Kerne selbst herstellen. Um das lästige Procedere des Pikierens zu vermeiden, können die Samen in größeren Abständen in die Erde gesteckt werden. Kauft der Hobbygärtner seine Tomaten-Pflanzen, sollte er folgendes beachten: stabile, grüne Triebe und kräftige grüne Blätter sind das beste Zeichen für eine gesunde Pflanze.

Ab Mitte Mai können die Tomatenpflanzen an einen trockenen Ort ins Freie gebracht werden, wobei ein Pflanzabstand von circa 50 cm und ein Reihenabstand von 80-100 cm eingehalten werden sollte. Beim Einsetzen in die Erde sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen ein wenig tiefer als vorher gesetzt werden, da sie auch am Stamm neue Wurzeln bilden. Etwas Dünger im Pflanzloch fördert das Wachstum. Neben den Pflanzen sollte ein leerer Tontopf mit Löchern im Boden ins Beet gelegt werden, durch den später gegossen werden kann (ansonsten besteht die Gefahr, dass die Erde weggeschwemmt wird).ein Spiralstab hilft der Tomate, sich gegen den Uhrzeigersinn aufzuwinden, und kann ebenfalls gleich beim Tomaten pflanzen gesetzt werden. Sollten die Tomaten als Kübelpflanzen stehen, bitte immer darauf achte, dass das Gefäß mindestens 10 Liter Inhalt sowie ein Abflussloch hat, damit die Pflanzen keine „nassen Füße“ bekommen. Dies fördert die Pilzbildung.

Tomaten auf der Fensterbank aussäen: Was wird benötigt?

  • Anzuchtschale
  • Blumenerde
  • Frischhaltefolie
  • Tomatensamen

… ein sonniges und warmes Plätzchen auf der Fensterbank ist darüber hinaus notwenig…

Tomaten im Haus aussäen: So geht´s!

plantingDie Tomatenaussaat kann bereits Mitte Februar beginnen.

Zunächst wird die Aussaatschale mit Erde befüllt. Danach wird diese angedrückt und geglättet.

Ist dies geschehen, kann das Saatgut ausgebracht werden: die Samen sollten so auf der Erde platziert werden, dass ein Abstand von circa 2 cm zwischen ihnen besteht. Sie werden nur leicht mit Erde bedeckt; eine zu dicke Erdschicht würde dazu führen, dass sie nicht genügend Licht zum Keimen erhalten.

Das Saatgut wird nun bewässert, wobei es sinnvoll ist, dies mit einer Blumenspritze zu tun: ein zu starker Wasserstrahl führt dazu, dass das Saatgut zu tief in die Erde rutscht oder im Anzuchtgefäß irgendwo hingespült wird.

Das Gefäß wird danach mit der Frischhaltefolie abgedeckt.

360°-Video

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Tomate (Solanum lycopersicum) ausschaut.

360°-Video von der Tomate (Solanum lycopersicum) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Mai

In diesem Gartenbista-Video zeigen wir Ihnen in einer 360°-Ansicht, wie die Cherry Tomate (Solanum lycopersicum) ausschaut.

360°-Video von der Cherry Tomate (Solanum lycopersicum) – Gartenbista-Videostudio, gedreht im Juli

Tomaten im Haus aussäen:  Was ist zu beachten?

Das Pflanzgefäß wird aan einen Ort gestellt, an dem Temperaturen zwischen 22°C und 26°C herrschen.

Damit sich kein Schimmel bildet, müssen entweder Löcher in die Folie gestochen werden, oder aber sie muss regelmäßig entfernt werden. Nur so kann für eine ausreichende Belüftung garantiert werden.

Wenn die ersten großen Blätter zu sehen sind (Achtung, bitte nicht mit den Keimblättern verwechseln! Diese zeigen sich bereits nach acht bis 14 tagen!), müssen die kleinen Pflänzchen pikiert werden. Sinnvoll ist es, jeder Tomatenpflanze einen eigenen kleinen Topf zu spendieren.

Sind die Eisheiligen vorbei (Mitte Mai), können die jungen Tomaten ins Freie gebracht werden. Dort werden sie entweder direkt in die Erde gesetzt oder in ein großes Gefäß umgepflanzt.

Tomaten auf dem Balkon anbauen: So geht´s!

a) Sorten für den Tomatenanbau auf dem Balkon

red tomatoes in pots on the terrace and a watering canGrundsätzlich eignen sich fast alle Tomatensorten für einen Anbau auf dem Balkon – vorausgesetzt, es ist genügend Platz vorhanden. Dies bedeutet, es können

  • Cherrytomaten
  • Eiertomaten
  • Fleischtomaten
  • Stabtomaten und
  • Strauchtomaten

problemlos auf dem Balkon angebaut werden.

b) Tomaten anbauen auf dem Balkon: Standort

Tomaten brauchen sehr viel Sonne, möglichst viele, viele Stunde am Tag. Aus diesem Grund ist der Anbau auf dem Balkon nur auf jenen Balkonen möglich, die gen Süden oder Südwesten gelegen. Auch sollte der Standort möglichst wind- und regengeschützt sein, denn Tomaten mögen weder starke Böen noch starke Nässe. Optimal ist es, wenn die Tomaten an einer Balkonwand stehen: diese Wand speichert zum einen Wärme, zum anderen gibt sie den Tomaten den notwendigen Schutz.

c) Pflanzgefäß für den Tomatenanbau

Das Pflanzgefäß, in welchem die Tomatenpflanzen stehen sollen, muss möglichst groß sein, denn Tomaten möchten sich gerne ausbreiten. Ein Blumenkasten oder eine kleine Schale sind demzufolge nicht dazu geeignet, den Tomaten eine ausreichend große Umgebung zu bieten.

Die Erde, in welche die Tomaten gepflanzt werden, sollte so nährstoffreich wie möglich sein, da Tomaten Starkzehrer sind und somit einen hohen Nährstoffbedarf haben.

d) Tomaten Aussaat nach den Eisheiligen

Tomaten mögen keinen Frost und keine Kälte und dürfen daher erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freie. Es ist allerdings ratsam, mit der Tomatenaussaat bereits im März/April zu beginnen, und zwar im Hause. Während die Tomatenpflanzen im Wachstum sind, sollten sie einen Stab zur Stütze bekommen, da sie eine Tendenz dazu haben, umzuknicken.

Wer sich diese Arbeit ersparen möchte, kann auch im Fachhandel fertige Tomatenpflanzen kaufen und diese dann nach den Eisheiligen auf den Balkon pflanzen.

e) Tomaten anbauen auf dem Balkon: Was ist zu beachten?

Ab Juni bis in den August hinein können Tomaten geerntet werden. Bis es soweit ist, liegt aber noch etwas Arbeit an:

  • Tomaten haben einen hohen Wasserbedarf und müssen daher mindestens einmal, besser zweimal täglich gegossen werden. der optimale Zeitpunkt sind die Morgen- beziehungsweise Abendstunden. Stehen die Tomatenpflanzen zu trocken, zeigt sich dies an hängenden Blättern.
  • Da Tomaten Starkzehrer sind, haben sie auch einen hohen Düngerbedarf und können durchaus mehrmals die Woche eine kleine Gabe Dünger zusammen mit dem Gießwasser erhalten.
  • Bei einigen Tomatensorten empfiehlt sich das Ausgeizen, also das Entfernen von Seitentrieben, welches dazu dienst, die Kraft der Pflanze auf die Bildung von großen Früchten zu lenken. Bei Cherry- sowie Strauchtomaten ist dies nicht ratsam, da diese ja klein beziehungsweise buschig sein sollen.

Tomaten pflanzen – Pflege

Tomaten sind Starkzehrer, das heißt, sie benötigen viele Nährstoffe. Deshalb im Juli noch einmal düngen.

An jeder Blattachse bilden sich bei Tomatenpflanzen neue Triebe; wenn diese stehengelassen werden, bildet sich schnell ein sogenanntes „Dickicht“. Dies führt dazu, dass sich die einzelnen Triebe nicht mehr binden lassen und abbrechen, sobald sie Früchte tragen. Außerdem kann nicht mehr genügend Sonnenlicht auf die Früchte scheinen, so dass sie schlechter reifen. Hinzu kommt, dass die Tomatenfrüchte an sich immer kleiner werden, je mehr Triebe die Pflanze zu versorgen hat. Deswegen müssen Tomaten regelmäßig „ausgegeizt“ werden, das heißt, neue Triebe zur Seite wegbrechen (keine Schneidwerkzeuge benutzen, da aus dem Stumpf weiterhin die Triebe wachsen).

Von Juli bis Oktober können die Früchte geerntet werden, wobei die Oktoberernte im Hause nachreifen kann: an einem ruhigen, trockenen Ort ausbreiten.

Tipp: ab Mitte August die Blüten entfernen. Sie haben keine Chance mehr, sich zu Früchten zu entwickeln und kosten die Pflanze nur unnötig Kraft und Nährstoffe.

Tomaten ausgeizen: so geht´s!

Tomatenpflanze schneidenBeim Tomaten Anbau im eigenen Garten bekommt man immer wieder zu hören, dass man diese ausgeizen müsse. Nur so sei gewährleistet, dass die Tomatenpflanzen eine üppige Ernte hervorbringen können – und zwar sowohl qualitativ als auch quantitativ. Doch was bedeutet das „Tomaten Ausgeizen“ eigentlich? Und wie werden Tomaten ausgegeizt?

 a) Was heißt „Tomaten Ausgeizen“?

Wenn der Fachmann vom Tomaten Ausgeizen spricht, meint er damit nichts anderes als das Entfernen der Seitentriebe. Diese werden nur kleine Früchte tragen, welche in der Regel nicht einmal reifen, und kosten die Pflanze unnötig Kraft. Werden sie entfernt, kann sich die Tomatenpflanze auf das konzentrieren, wozu sie eigentlich angebaut wird: Bildung von Tomaten.

b) Tomaten morgens ausgeizen

Es ist empfehlenswert, die Tomaten morgens auszugeizen, da zu diesem Zeitpunkt die dadurch entstandenen Wunden am schnellsten eintrocknen.

c) Welche Triebe darf man ausgeizen? Welche nicht?

Die Triebe, die sinnvollerweise auszugeizen sind, finden sich zwischen dem Haupttrieb und den Fruchttrieben.

Die Spitze einer Tomatenpflanze kann ebenfalls entfernt werden, wobei es empfehlenswert ist, sie nicht abzuschneiden, sondern lediglich umzuknicken.

Keinesfalls dürfen Blätter, die sich an den Fruchttrieben befinden, ausgegeizt werden. Der Haupttrieb (Stamm) darf ebenfalls nicht entfernt werden.

d) Tomaten ausgeizen: So geht´s!

Die überflüssigen Seitentriebe werden einfach mit zwei Fingern abgezwickt. Wer Angst hat, seine Tomatenpflanze zu beschädigen, kann alternativ auch eine Gartenschere oder ein scharfes Messer zur Hilfe nehmen.

Wichtig dabei ist, dass wirklich nur Seitentriebe entfernt werden und nicht etwa jene, die Fruchtansätze bilden.

Mit einem einzigen Ausgeizen ist es allerdings nicht getan: dieses Procedere muss regelmäßig wiederholt werden, da sich ständig neue Triebe bilden. Diese sollten umgehend entfernt werden, damit die Tomatenpflanze nicht unnötig Kraft in sie investiert.

Optimal ist es, das Ausgeizen durchzuführen, wenn die Triebe noch klein sind. Je größer sie werden, desto größere Wunden entstehen auch, in welche wiederum Bakterien und Pilze eindringen können.

e) Vorteile beim Tomaten Ausgeizen

Wer seine Tomaten regelmäßig ausgeizt, kann damit rechnen, dass seine Pflanzen größere Früchte hervorbringen, die zudem auch die Chance haben, zu reifen.

Achtung: Strauchtomaten dürfen grundsätzlich nicht ausgegeizt werden. Lediglich bei Stabtomaten ist das Tomaten Ausgeizen sinnvoll.

 Krankheiten und Schädlinge

Braunfaeule, TomatenWenn sich die Pflanzenblätter nach innen einrollen, ist dies ein Anzeichen für eine unregelmäßige Wasserzufuhr, Überdüngung oder zu starkes Ausgeizen. Diese optische Veränderung ist nicht weiter schlimm und kann durch Überprüfung der oben genannten Punkte eingestellt werden. Braune Stellen an der Frucht, wo die Blüte gesessen hat, deuten auf Blütenendfäule hin; eine Kalziummangelerscheinung, die ebenfalls durch unregelmäßige Wasserzufuhr oder unausgewogene Düngung entsteht.

Dürrfleckenkrankheit: Anzeichen hierfür sind braune, runde Flecken auf Blättern mit Ringen, ebenfalls Ringe auf den Früchten, welche faulig schmecken. Verursacht wird diese Krankheit durch einen Pilz. Eine Rettung der Pflanze ist nur durch Entfernung von bodennahen Blättern sowie eine Behandlung mit entsprechenden Pflanzenschutzmitteln möglich.

Kraut- und Braunfäule: die schlimmste und gefürchtetste Krankheit bei heimischen Tomaten wird ebenfalls durch einen Pilz verursacht. Auf Blättern, Blüten, Trieben und Früchten bilden sich braune Flecken, die sich schnell ausbreiten und dazu führen, dass die Pflanze komplett eingeht. Betroffene Pflanzen müssen sofort entfernt werden, da der Pilz sich auch auf benachbarte Pflanzen ausbreiten wird. Früchte von betroffenen Sträuchern dürfen keinesfalls verzehrt werden, da dieser Pilz Toxine entwickelt.

Tierische Schädlinge hingegen meiden Tomatenpflanzen aufgrund ihres kräftigen Aromas weitestgehend. Die eine oder andere Blattlaus, Raupe oder Weiße Fliege wird sich naturgemäß einfinden, allerdings dürften sich die Schäden derer in Grenzen halten, so dass eine Bekämpfung in der Regel nicht notwendig ist.

Tipp: nicht vergessen, Basilikum anzupflanzen. Die Kombination dieses Krautes mit Tomaten ist eine wahre Geschmacksexplosion…

Graphik: © emer – Fotolia.com; Graphik: © alho007 – Fotolia.com; © Cora Müller – Fotolia.com; Graphik: © fotocociredef73 – Fotolia.com


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