Paprika im Gewächshaus anbauen – so geht´s

Paprika im Gewächshaus
Paprika im Gewächshaus

Heimische Temperaturen sind nicht immer dazu geeignet, alle Arten von Gemüse im Freien anzubauen. Da bietet es sich nahezu an, Paprika im Gewächshaus zu kultivieren. Diese Methode schützt nicht nur die empfindlichen Pflanzen, sondern gewährleistet zudem noch eine frühere Erntezeit.

Paprika im Gewächshaus anbauen?

Die knackigen Paprika sind bestens dazu geeignet, im Gewächshaus angebaut zu werden. Sie werden so vor kalten Temperaturen und zu viel Feuchtigkeit geschützt. Die Vorteile, die sich dadurch ergeben, sind nicht zu verachten:

  • Früherer Erntezeitpunkt
  • Höherer Ertrag

Es gibt jedoch auch Nachteile: wer Paprika im Gewächshaus kultiviert, muss zwingend auf

  • Temperatur und
  • Luftfeuchtigkeit

achten. Sind die dortigen Bedingungen nicht optimal, so wird der Hobbygärtner wohl auf eine reiche Paprika Ernte verzichten müssen.

Oder besser im Freiland?

Grundsätzlich ist im Freiland angebautes Gemüse unvergleichlich im Geschmack: von der Sonne beschienen, entwickeln Früchte ein ganz spezielles Aroma, welches im Gewächshaus nie erreicht werden kann. Abgesehen davon, ist die Freilandkultur jedoch unsicherer: sind die klimatischen Bedingungen für das jeweilige Kulturgut nicht passend, fällt die Ernte gering oder sogar ganz aus.

Paprika im Gewächshaus anbauen – Anleitung

Zunächst muss das Gewächshaus folgende Bedingungen erfüllen:

  • Warmer, windgeschützter sonniger Standort
  • Nährstoffreicher, lockerer, durchlässiger Boden
  • 22°-28° C Temperatur
  • 65-70% Luftfeuchtigkeit

Der eigentliche Anbau beginnt im Februar/März mit der Aussaat. Anfang/Mitte Mai können die jungen Pflanzen ins unbeheizte Gewächshaus ausgepflanzt werden, wichtig ist, dass sie nicht tiefer in die Erde gebracht werden, als sie es im Anzuchtgefäß waren.

Richtige Pflege

  • Bis zur Blüte nur wenig gießen
  • Danach häufiger, jedoch mäßig Wasser verabreichen
  • Alle zwei Wochen düngen
  • organischen Dünger verwenden
  • Pflanzen anbinden, um ein Umknicken zu vermeiden

Gartenbista-Tipp: Mittelknospe entfernen, um Wachstum der Seitentriebe und vermehrte Fruchtbildung zu fördern!

Gießen

Paprikapflanzen sind anfällig für die Stängelfäule. Diese entsteht unter anderem dann, wenn sie Staunässe ausgesetzt sind. Diese gilt es unbedingt zu vermeiden. Auch sonst ist ein vorsichtiges Gießverhalten sinnvoll: bis zur Blütenbildung sind nur geringe Wassergaben notwendig. Bekommen die Pflanzen zu viel Wasser, stoßen sie die Blüten ab. Erst, wenn die Blühphase begonnen hat, muss häufiger gegossen werden. Die einzelne Wassergabe bleibt jedoch gering.

Gurken und Paprika zusammen im Gewächshaus anbauen?

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, Gurken zusammen mit Paprika in einem Gewächshaus zu kultivieren. Dieses muss jedoch groß genug sein, so dass die unterschiedlichen Ansprüche bezüglich der Luftfeuchtigkeit erfüllt werden können: während für Paprika eine Luftfeuchtigkeit von 60 – 65% optimal ist, benötigen Gurken eine wesentlich höhere. Demzufolge sollten sie in einem Bereich des Gewächshauses angebaut werden, an dem eine solche herrscht, während die Paprikapflanzen in dem besser durchlüfteten Teil gehalten werden.

Tomaten und Paprika?

Auch diese beiden Gemüsesorten können zusammen angebaut werden. Zu beachten ist jedoch, dass es sich bei beiden um Starkzehrer handelt, also um Pflanzen mit einem hohen Nährstoffbedarf. Um diesen zu decken, muss ihnen regelmäßig organischer Dünger zugeführt werden.

Gartenbista-Tipp: Damit sich die Pflanzen nicht ins Gehege kommen, nach Möglichkeit jeweils eine Sorte auf einer Seite des Gewächshauses anbauen!

Paprika im Gewächshaus – kaum Früchte

Tragen im Gewächshaus kultivierte Paprikapflanzen kaum Früchte, so liegt dies in der Regel an einer unzureichenden Bestäubung. Ein einfacher Trick schafft Abhilfe: Pflanzen schütteln, um so die Bestäubung zu forcieren.

Gartenbista-Tipp: Nach dem Pflanzen die Mittelknospe entfernen fördert die Bildung von Früchten.

Krankheiten

Die Stängelfäule kann auch im Gewächshaus kultivierte Paprikapflanzen heimsuchen. Da betroffene Pflanzen nicht mehr zu retten sind, müssen sie entsorgt werden. Dasselbe gilt bei Pilzkrankheiten, die überwiegend bei zu niedrigen Temperaturen und Staunässe entstehen.

Schädlinge

Ein Gewächshaus schützt Paprika nicht vor Schädlingen:

  • Läuse,
  • Rote Spinnen,
  • Schnecken,
  • Thripse sowie
  • Weiße Fliegen

siedeln sich gelegentlich auf den Pflanzen an. Eine sinnvolle Methode zur Bekämpfung ist das Pflanzen von Kräutern, die abschreckend auf die Schädlinge wirken. Auch Nelkenpulver, welches unter die Pflanzen gestreut wird, vertreibt Läuse und Co.

Paprika im Gewächshaus werden nicht rot

Sollten Paprika im Gewächshaus nicht rot werden, ist Geduld gefragt. Nach Möglichkeit die Früchte an den Pflanzen lassen, bis sie die gewünschte Färbung angenommen haben. Ist dies nicht möglich, helfen einfache Tricks:

  • Paprika zusammen mit Äpfeln in eine Tüte stecken und mehrere Tage dort aufbewahren
  • Früchte in einen verschließbaren Karton legen und einige Tage dort belassen

Paprika im Gewächshaus überwintern

Wer die Möglichkeit hat, sollte seine Paprika im Gewächshaus überwintern lassen. Dort können die Früchte in aller Ruhe reifen, und mit etwas Glück treiben die Pflanzen sogar noch einmal aus.

Video-Tipp der Redaktion: So bauen Sie Paprika im Gewächshaus an

 

Symbolgraphiken: © Laura Pashkevich – Fotolia.com


, Kategorie: Gemüse

5 Kommentare

  1. Hallo,
    Ich kann es immer kaum erwarten, mein Gemüse anzubauen. Kann ich bereits jetzt Paprika vorziehen und die dann später ins Gewächshaus bringen? Und Tomaten auch?

    1. Hallo,
      verständlich, dass du es kaum erwarten kannst. Geht mir genauso. Dennoch müssen wir uns in Geduld üben: Paprika sowie Tomaten sollten nicht vor Ende Februar vorgezogen werden. Sie sind dann Mitte Mai groß genug, um in das Gewächshaus umziehen zu können. 🙂

  2. Ja, zu früh sollte man seine Pflanzen nicht vorziehen. Ich habe das eine Jahr zu früh mit der Tomaten Anzucht begonnen. Als sie dann endlich ins Freie konnten, waren sie total ausgewachsen und instabil. Jetzt säe ich immer erst Anfang April aus.

    1. Paprika in Wohnungen zu züchten, wird schwierig. In der Regel sind weder die dortigen Temperaturen noch die Luftfeuchtigkeit dazu geeignet, dem Gemüse eine optimale Umgebung zu bieten. Es gibt jedoch Mini-Gewächshäuser, die speziell für die Fensterbank geeignet sind. Vermutlich werden diese nicht groß genug für Paprika sein, jeddoch kann man dort sehr gut Kräuter züchten. Neuerdings werden auch Chamignon-Zuchttöpfe für die Wohnung angeboten – vielleicht haben Sie daran ja Interesse….

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