Meerrettich pflanzen: Tipps zum Anbauen, Pflege und Ernten im eigenen Garten

Meerrettich pflanzen für eigene Ernte
Meerrettich pflanzen für eigene Ernte

Jeder kennt seinen scharfen, frischen Geschmack. Er verfeinert nicht nur viele Speisen, sondern ist auch gesund und gilt als Heilpflanze. Deswegen wollen auch viele Hobbygärtner im Garten Meerrettich anbauen. Der Anbau ist nicht kompliziert und beginnt mit dem Pflanzen von Wurzeln im Frühjahr an einem sonnigen Standort. Bei richtiger Pflege ist die Ernte ab Herbst so gut wie garantiert. Die Pflanze vermehrt sich schnell und ist winterhart, was auch die Lagerung vereinfacht.

Meerrettich pflanzen am richtigen Standort

Bevor Sie mit dem Anbau beginnen, finden Sie einen günstigen Standort im Garten: Meerrettich liebt tiefgründige Böden – ansonsten stellt er nur den Anspruch an seinen Standort, dass er sonnig sein sollte.

Zu beachten ist nur noch, dass auf einem Beet, auf dem ein Meerrettich-Anbau stattgefunden hat, erst nach vier Jahren wieder Meerrettich angebaut werden sollte.

Anbauen mit Anleitung

  • Pflanzzeit: Die beste Zeit, um mit dem Anbauen zu beginnen, ist das zeitige Frühjahr, also März/April.
  • Pflanzen: Der Meerrettich bildet keine Samen, sodass das Pflanzen mit Hilfe der Wurzeln begonnen werden muss: ein Wurzelstück (=Fechser) wird entweder vom bestehenden Meerrettich verwendet, oder aber im Fachhandel erworben. Dieser Fechser wird mit einem Tuch schön abgerieben und so schräg in den Boden gesteckt, dass das Ende circa 15 cm, der Kopf circa 5 cm unter der Erde sind. Zu beachten ist, dass jedes noch so kleine Wurzelstück austreibt!
  • Pflanzabstand: Der Meerrettichwird in Reihen angebaut, wobei ein Abstand von 80 cm zwischen den einzelnen Reihen und von 30 cm zwischen den Pflanzen eingehalten werden sollte.
  • Triebe: Die Pflanze treibt oben aus. Wenn die Triebe eine Länge von 8 – 10 cm erreicht haben, was in der Regel in der Zeit von Ende Mai bis Mitte Juni der Fall ist, müssen die Köpfe freigelegt und die Seitentriebe ausgebrochen werden. Dabei gilt das Recht des Stärksten: nur der stärkste Trieb bleibt. Danach wird die Erde wieder über die Triebe geschaufelt. Dieses Procedere wird nach circa zwei Monaten wiederholt.

Pflege von Meerrettich-Pflanzen

  • Gießen: Die Hauptwachstumsphase des Meerrettichs liegt in den Monaten Juli bis September. In dieser Zeit ist es wichtig, dass das Beet immer ausreichend bewässert wird.
  • Düngen: Um einen höheren Ertrag zu erzielen, sollte Humus in das Beet eingearbeitet werden. Dies kann bereits im Herbst des Vorjahres geschehen, aber auch im Mai/Juni beziehungsweise Juli/August noch einmal.
  • Vermehren: Meerrettich ist eine ausgesprochen krautige und ausdauernde Pflanze, deren Vernichtung ziemlich schwierig ist und die sich sehr stark vermehrt. Jedes noch so kleinste Wurzelteil treibt aus.

Krankheiten und Schädlinge

Die Meerrettichschwärze ist eine Pilzkrankheit, die gelegentlich auf den Pflanzen auftreten kann. Eine Entsorgung der betroffenen Pflanzen ist ratsam (nicht auf dem Kompost!).

Erdflöhe sowie der Meerrettichblattkäfer siedeln sich auch gerne an der Pflanze an. Bei starkem Befall ist der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels ratsam.

Meerrettich ernten im Garten

In allen Monaten, die ein „R“ enthalten, kann Meerrettich geerntet werden, also in der Zeit von September bis April.

Für die Ernte wird ein Spaten oder eine Schaufel benötigt, mit der die große Wurzel ausgegraben wird. Die kleinen Würzelchen, die im Boden verleiben, treiben wieder aus.

Richtig lagern

Eine Lagerung erübrigt sich eigentlich, da die Pflanze winterhart ist und somit immer bei Bedarf ausgegraben werden kann.

Dennoch ist eine Lagerung in einem Keller, mit Sand bedeckt, sehr gut möglich: bei Temperaturen zwischen 0° und 4°C und hoher Luftfeuchtigkeit hält sich die Wurzel bis zu einem Jahr, allerdings nur, wenn er ungewaschen ist.

Gartenbista-Tipp: Im gewaschenen Zustand kann Meerrettich nur vier Wochen gelagert werden.

Heilwirkung von Meerrettichwurzel

Die Wurzel hat diverse Eigenschaften, die sie als Heilpflanze auszeichnen, unter anderem:

  • Antibakteriell
  • Harntreibend
  • Menstruationsfördernd
  • Schleimlösend
  • Schweißtreibend

So wird Meerrettich gerne unterstützend bei

  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Bronchitis
  • Gicht
  • Gallenbeschwerden
  • Harnwegsinfekten
  • Mandelentzündungen
  • Nierenerkrankungen
  • Rheuma
  • Verdauungsschwäche
  • Verstopfung

eingesetzt. Die Einnahme erfolgt ausschließlich in Form von frischem Meerrettich. Dieser wird gerieben und gegessen, oder aber mit Honig verrührt und als Hustenmittel eingesetzt oder als Gemisch mit Milch gegen Verdauungsbeschwerden.

Auch kann die Wurzel zur Schmerzstillung von Wunden verwendet werden: ein Tuch wird auf die Wunde gelegt, dann kommt der geriebene Meerrettich darauf, abschließend wieder ein Tuch.

Bitte beachten Sie, dass Gartenbista-Artikel nicht den fachlichen Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Physiotherapeuten ersetzen können. Außerdem übernehmen weder der Autor noch gartenbista das Risiko für eine Eigenbehandlung aufgrund dieses Artikels.

Graphik: © photocrew – Fotolia.com


, Kategorie: Gemüse

3 Kommentare

  1. Zu „Meerrettich Anbau im eigenen Garten“
    Frage…:
    Wenn Meerrettich auf einem Beet nur alle 4 Jahre angebaut werden soll – wie ist das zu händeln, wenn doch „jedes kleine Wurzelstück austreibt“?

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