Meerrettich Anbau und Ernte der Pflanzen im Garten

Sehr scharf!Fast jeder liebt Meerrettich – kein Wunder: er verfeinert nicht nur viele Speisen, sondern besitzt zudem auch noch eine Heilwirkung. Dennoch scheuen sich viele Hobbygärtner, Meerrettich Anbau im eigenen Garten zu betreiben. Warum eigentlich? Der Meerrettich Anbau ist nicht besonders kompliziert, so dass eine Erfolgsgarantie so gut wie gegeben ist – vorausgesetzt, es werden einige Tipps beherzigt…

Meerrettich Pflanzen – Steckbrief von Gartenbista:

Meerrettich Standort: Bitte tiefgründig

Meerrettich liebt tiefgründige Böden – ansonsten stellt er nur den Anspruch an seinen Standort, dass er sonnig sein sollte.

Zu beachten ist nur noch, dass auf einem Beet, auf dem ein Meerrettich Anbau stattgefunden hat, erst nach vier Jahren wieder Meerrettich angebaut werden sollte.

Meerrettich Anbau: Anleitung

  • Pflanzzeit: Die beste Zeit, um mit dem Meerrettich Anbau zu beginnen, ist das zeitige Frühjahr, also März/April.
  • Pflanzen: Der Meerrettich bildet keine Samen, so dass der Anbau mit Hilfe der Wurzeln begonnen werden muss: ein Wurzelstück (=Fechser) wird entweder vom bestehenden Meerrettich verwendet, oder aber im Fachhandel erworben. Dieser Fechser wird mit einem Tuch schön abgerieben und so schräg in den Boden gesteckt, dass das Ende circa 15 cm, der Kopf circa 5 cm unter der Erde sind. Zu beachten ist, dass jedes noch so kleine Wurzelstück austreibt!
  • Pflanzabstand: Der Meerrettich Anbau erfolgt in Reihen, wobei ein Abstand von 80 cm zwischen den einzelnen Reihen und von 30 cm zwischen den Pflanzen eingehalten werden sollte.
  • Triebe: Der Meerrettich treibt oben aus. Wenn die Triebe eine Länge von 8 – 10 cm erreicht haben, was in der Regel in der Zeit von Ende Mai bis Mitte Juni der Fall ist, müssen die Köpfe freigelegt und die Seitentriebe ausgebrochen werden. Dabei gilt das Recht des Stärksten: nur der stärkste Trieb bleibt. Danach wird die Erde wieder über die Triebe geschaufelt. Dieses Procedere wird nach circa zwei Monaten wiederholt.

Was ist noch zu beachten beim Meerrettich anbauen?

  • Gießen: Die Hauptwachstumsphase des Meerrettichs liegt in den Monaten Juli bis September. In dieser Zeit ist es wichtig, dass das Beet immer ausreichend bewässert wird.
  • Düngen: Um einen höheren Ertrag zu erzielen, sollte Humus in das Meerrettichbeet eingearbeitet werden. Dies kann bereits im Herbst des Vorjahres geschehen, aber auch im Mai/Juni beziehungsweise Juli/August noch einmal.
  • Vermehren: Meerrettich ist eine ausgesprochen krautige und ausdauernde Pflanze, deren Vernichtung ziemlich schwierig ist und die sich sehr stark vermehrt. Jedes noch so kleinste Wurzelteil treibt aus.

Meerrettich Krankheiten, Schädlinge

Die Meerrettichschwärze ist eine Pilzkrankheit, die gelegentlich auf dem Meerrettich auftreten kann. Eine Entsorgung der betroffenen Pflanzen ist ratsam (nicht auf dem Kompost!).

Erdflöhe sowie der Meerrettichblattkäfer siedeln sich auch gerne am Meerrettich an. Bei starkem Befall ist der Einsatz eines speziellen Pflanzenschutzmittels ratsam.

Meerrettich Ernte, Lagerung

In allen Monaten, die ein „R“ enthalten, kann Meerrettich geerntet werden, also in der Zeit von September bis April. Für die Ernte wird ein Spaten oder eine Schaufel benötigt, mit der die große Wurzel ausgegraben wird. Die kleinen Würzelchen, die im Boden verleiben, treiben wieder aus.

Eine Meerrettich Lagerung erübrigt sich eigentlich, da die Pflanze winterhart ist und somit immer bei Bedarf ausgegraben werden kann. Dennoch ist eine Meerrettich Lagerung in einem Keller, mit Sand bedeckt, sehr gut möglich: bei Temperaturen zwischen 0° und 4°C und hoher Luftfeuchtigkeit hält sich der Meerrettich bis zu einem Jahr, allerdings nur, wenn er ungewaschen ist.

Im gewaschenen Zustand kann Meerrettich nur vier Wochen gelagert werden.

Meerrettich – Heilwirkung ?

Die Meerrettichwurzel hat diverse Eigenschaften, die sie als Heilpflanze auszeichnen, unter anderem:

  • Antibakteriell
  • Harntreibend
  • Menstruationsfördernd
  • Schleimlösend
  • Schweißtreibend

So wird Meerrettich gerne unterstützend bei

  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Bronchitis
  • Gicht
  • Gallenbeschwerden
  • Harnwegsinfekten
  • Mandelentzündungen
  • Nierenerkrankungen
  • Rheuma
  • Verdauungsschwäche
  • Verstopfung

eingesetzt. Die Einnahme erfolgt ausschließlich in Form von frischem Meerrettich. Dieser wird gerieben und gegessen, oder aber mit Honig verrührt und als Hustenmittel eingesetzt oder als Gemisch mit Milch gegen Verdauungsbeschwerden.

Auch kann der Meerrettich zur Schmerzstillung von Wunden verwendet werden: ein Tuch wird auf die Wunde gelegt, dann kommt der geriebene Meerrettich darauf, abschließend wieder ein Tuch.

Bitte beachten Sie, dass gartenbista-Artikel nicht den fachlichen Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Physiotherapeuten ersetzen können. Außerdem übernehmen weder der Autor noch gartenbista das Risiko für eine Eigenbehandlung aufgrund dieses Artikels.

Graphik: © photocrew – Fotolia.com


, Kategorie: Gemüse

3 Kommentare

  1. Zu „Meerrettich Anbau im eigenen Garten“
    Frage…:
    Wenn Meerrettich auf einem Beet nur alle 4 Jahre angebaut werden soll – wie ist das zu händeln, wenn doch „jedes kleine Wurzelstück austreibt“?

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